Waffenstillstand und Friedfertigkeit (21.-27.6.10)

Montag, 21.06.2010:

Die Polizei hat in Ostjerusalem im Verlauf der letzten Monate drei Terrorzellen ausgemacht und ihre Mitglieder verhaftet. Die Verdächtigen hatten vor allem Anschläge mit Schusswaffen auf Polizisten und Zivilisten durchgeführt.

In Absprache mit der PA dürfen israelische Reiseführer jetzt wieder ihre Touristengruppen nach Bethlehem begleiten. Das gilt als Maßnahme, die auch den Arabern in den Palästinensergebieten zugute kommt, weil damit der Tourismus gefördert wird.

Ein PalAraber im Libanon hat wieder klar gemacht, wie es um die Friedensaussichten bestellt ist: „Auch wenn unsere Führer Friedensabkommen unterzeichnen, werden wir das nicht respektieren.“ Die Ägypter und Jordanier exerzieren das seit Jahren vor; überall sonst ist nicht zu erwarten, dass es zu solchen Abkommen überhaupt kommt – auch und schon gar nicht bei denen, die 1964 als Palästinenser erfunden wurden.

Mittwoch, 23.06.2010:

Hosni Mubarak beschuldigt Israel würde sich vor der Verantwortung gegenüber dem Gazastreifen drücken und wolle sie auf Ägypten abwälzen. „Wir bemühen uns dafür zu sorgen, dass die israelische Blockade aufgehoben wird“, sagte er. (Wie wäre es, wenn er mal selbst „Verantwortung“ übernimmt?) Ah ja: Natürlich ist Israel für die fortgesetzte „interne Teilung“ der Palästinenser verantwortlich und nutzt die Teilung, um den Friedensprozess zu verzögern. (Welchen überhaupt?)

Die PalAraber weigern sich weiter direkte Verhandlungen mit Israel aufzunehmen. Benjamin Netanyahu forderte Mahmud Abbas auf, solche endlich einzugehen, weil der Konflikt nicht ohne direkte Diskussion lösen könne. An die Kadima und deren Forderung nach einer Einheitsregierung gerichtet schoss er: „Man muss nicht Mitglied einer bestimmten Partei sein, um Frieden zu wollen.“

Donnerstag, 24.06.2010:

Mahmud Abbas hat israelische Pläne verurteilt, vier „Politiker“ aus Jerusalem auszuweisen, weil sie der Hamas angehören. Das sei „ein gefährlicher Präzedenzfall“. (Er sagt natürlich nicht, dass die Hamas-Zugehörigkeit der geringste Teil für die Ausweisung ist. Die vier haben einiges auf dem Kerbholz, das die Israelis sich schlicht nicht weiter antun wollen.)

Wieder ein Beispiel dafür, dass von arabischer ein Frieden nicht gewollt ist: Der aktuelle Kinder-Hit ist ein absoluter Renner. Darin singen Kinder davon Märtyrer werden zu wollen, dass sie israelische Soldaten umbringen (sich „rächen“). Der Song (samt Video) ist derart übel, dass sogar eine saudische Kolumnistin die Menschen aufrief aufzuwachen.

An der Haschemitischen Universität in Jordanien waren Studenten empört: Ihre Roben für die Abschlusszeremonie waren „made in Israel“ – jedenfalls stand das auf den Kleidungsstücken. Die Universität wiegelt ab: Vielleicht waren die Plastiktüten „made in Israel“, aber für israelische Waren waren die Roben zu preisgünstig. Nichtsdestotrotz sind die Jordanier – die mit dem Friedensvertrag, wohlgemerkt – stinkesauer!

Freitag, 25.06.2010:

Gaaanz tief in sich drin wollen sie echten Frieden, besonders die von der Fatah/PA. Deshalb lassen sie auch in ihrem Fernsehen eine „moderate“ Moderatorin Kindern erklären, dass „die Juden unsere Feinde sind“. Beinahe hätte ich jetzt geschrieben, dass er ja von Juden redet, nicht von Israelis oder Zionisten, dass also Friedenshoffnung besteht. Aber: „Israelische Soldaten sind wilde Tiere“.

Samstag, 26.06.2010:

Liebesgrüße aus Indonesien: Der zuständige Justizminister befindet, die Jihadisten sollten nicht in Indonesien angreifen, sondern in Israel bomben zünden. Soll wohl heißen, dass sie dort bitte helfen sollen den Friedensprozess in Gang zu halten…

Sonntag, 27.06.2010:

Außenminister Avigdor Lieberman hat einen Vorschlag zur Lösung des Konflikts mit den PalArabern gemacht: Israel zieht sich auf eine Linie zurück, die nicht der „Auschwitz-Linie“ entspricht, sondern den Sicherheitsbedürfnissen Israels; dafür gibt es Teile des „Kernlandes“ ab, das überwiegend arabisch besiedelt ist. Außerdem behält es „eine Präsenz“ um Waffenschmuggel zu verhindern. Auf diese Weise kann ein Palästinenserstaat entstehen. Damit gäbe es eine echte Alternative zu den maximalistischen Forderungen der Terroristen-Regierungen und der Friedenshetzer und eine echte Alternative zur „ein judenreiner Palästinenserstaat plus ein binationaler Staat Israel“. IMRA fragt nicht zu Unrecht, warum ein Mann, der einen Vorschlag ähnlich dem der extremen Linken macht, als rechtsradikal verschrien wird. Meine persönliche Antwort und Problembeschreibung: Die Araber werden sich damit nicht zufrieden geben und die Friedenshetzer und Gutmenschen werden ihm das als erneuten Beweis für Rassismus auslegen, weil die Araber in einem Palästinenserstaat leben sollen statt in Israel. Außerdem geht es ja nun gar nicht, dass Israel auch nur irgendetwas von dem behält, das es 1967 erobern musste.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

2 Gedanken zu “Waffenstillstand und Friedfertigkeit (21.-27.6.10)

  1. schalom . die ganze arabische welt will mit israel keinen frieden
    machen. auch wenn eine regierung einen verrag unterschreiben würde ,
    die politischen gruppen würden sich nicht daran halten. das ziel ist
    und bleibt die vernichtung israels .heute und in 20 jahren. karl

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.