Kann Abbas Israel etwas geben, das wir bereits haben?

Michael Freund, 8. Juli 2010 (Jerusalem Post)

Nach Medienberichten bot der Palästinenser-Vorsitzende Mahmud Abbas Israel die Westmauer und die Altstadt Jerusalems als Teil eines Deals an.

Aber, wie ich in der Kolumne unten frage: Wie kann Abbas Israel etwas anbieten, das wir bereits haben?

Dass die Palästinenser Israels Recht auf Jerusalem anerkennen, wie ihre Anerkennung der Existenz Israels, muss als Vorbedingung, nicht als Teil eines diplomatischen Prozesses angesehen werden. Wir brauche keinen Herrn Abbas oder, was das angeht, irgendwen sonst, der uns gibt, was wir bereits haben.

Und mehr als selbstverständlich haben wir es nicht nötig, dass diese berichtete Anerkennung der Realität als „Zugeständnis“ oder eine „Geste“ da stehen soll, die eine gleichwertig entgegenkommende Antwort verdient. Uns der Gnade der launischen Billigung der Gnade Abbas‘ zu fügen, ist kein Rezept für Frieden, sondern eine Formel für Fehlschlag.

Die Anatomie eines palästinensischen „Zugeständnisses“

Michael Freund, Jerusalem Post, 8. Juli 2010

Anfang der Woche, genau vor Premierminister Benjamin Netanyahus Besuch in Washington, gab es in den Medien einen kurzen, aufgeregten Windstoß, als sich verbreitete, was eine große versöhnliche Geste der Palästinenser zu sein schien.

In einem zeitlich gut festgelegten Leck berichtete die Zeitung Al-Hayat aus London am Wochenende, dass der palästinensische Vorsitzende Mahmud Abbas Israel die Westmauer und das Jüdische Viertel der Altstadt als Teil einer zukünftigen Friedensvereinbarungen anbot.

Der Vorschlag gehörte nach Angaben der Zeitung zu mehreren Ideen, die Abbas kürzlich schriftlich dem US-Nahostvermitter George Mitchell vorgelegt hatte. Der Rest von Ostjerusalem, erklärte der Palästinenserführer, würde als Hauptstadt eines Palästinenserstaates dienen.

Auf den ersten Blick würde Abbas‘ Angebot eine bedeutende Form von Fortschritt verkünden. Immerhin hatte die dornige Frage der Kontrolle Jerusalems und seiner heiligen Stätten lange die Bemühungen zur Erreichung eines Ausgleichs zwischen den beiden Seiten zu erreichen zunichte gemacht. Indem er Israel einen Fuß im antiken Jerusalem gewährte, schien Abbas zuzugestehen, dass das jüdische Volk einen legitimen Anspruch auf diesem sehr besonderen Ort festsetzt.

Aber ein genauerer Blick offenbart, dass dieses palästinensische „Zugeständnis“, wie so viele andere davor, in Wirklichkeit wenig mehr ist, als ein hohler und letztlich belangloser Akt ist. Und für Israel und seine Unterstützer wäre es dumm, sich dazu verleiten zu lassen das anders zu sehen.

Zunächst einmal: Wie kann Abbas Israel etwas anbieten, das wir bereits haben?

Als ich das letzte Mal nachsah, war die Westmauer sicher und wohlbehalten unter israelischer Kontrolle.

In der Tat ist es diesen Sommer 43 Jahre her, dass Israel im Sechstagekrieg von 1967 den Ort in einem Verteidigungsakt von der jordanischen Besatzung befreite.

Wie jeder weiß, wurde die Mauer von Herodes als Teil des Tempelberg-Geländes gebaut, an dem das jüdische Volk Gott anbetete, zweitausend Jahre vor der Gründung der PLO.

Die Westmauer ist unser, rechtlich und geschichtlich und Gott sei Dank ist sie in der Hand Israels.

Wir brauchen keinen Herrn Abbas – übrigens auch niemanden sonst – der uns etwas gibt, das wir bereit besitzen. Und wir brauchen schon gar keinen, der diese Anerkennung der Realität als ein „Zugeständnis“ oder eine „Geste“ bezeichnet, die eine entsprechende Antwort verdient.

Das zu tun würde den Palästinensern einen riesigen Vorteil am Verhandlungstisch gewähren, denn das würde ihre verbale Anerkennung der grundlegendsten Wahrheiten in etwas verwandeln, bei dem man von Israel erwartet, dass es handfesten Aktivposten bezahlt.

„Ihr wollt, dass wir anerkennen, dass Israel ein Recht hat zu leben und atmen?“, werden die Palästinenser fragen. „Dann legt nach!“

„Ihr wollt, dass wir akzeptieren, dass ihr das Recht habt nicht ins Mittelmeer geworfen zu werden?“, werden sie erklären, „dann gebt uns einen Vorschuss.“

Das ist kein Rezept für Frieden, es ist eine Formel für Fehlschlag.

Dass die Palästinenser Israels Recht auf Jerusalem akzeptieren, wie auch ihre Anerkennung der Existenz Israels, muss als Voraussetzung angesehen werden, nicht als Teil eines, irgendeines diplomatischen Prozesses.

Israel kann und darf Abbas nicht erlauben sich die Fähigkeit anzumaßen uns zu zwingen unsere Positionen im Gegenzug nur für Worte abzutreten. Wie es aussieht, geht seine Autorität kaum über die Kanten seines Tisches hinaus, was nur ein weiterer Grund dafür ist, seine Ankündigungen nicht sonderlich ernst zu nehmen. Doch wenn wir uns der Gnade der launischen Billigung durch Abbas fügen, werden wir mit größter Sicherheit unsere Stellung unwiederbringlich schwächen.

Wie auch immer, die durch die dubiose Großzügigkeit des Palästinenserführers aufgeworfene Frage wurde rasch irrelevant. Innerhalb von 24 Stunden nach dem Erscheinen des Berichts in Al-HAyat ging der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat am Sonntagmorgen in Israel Radio vor das Mikrofon, um abzustreiten, dass die Palästinenser irgendein derartiges Angebot bezüglich der Westmauer oder der Altstadt gemacht hätten. Jerusalem, darauf beharrte Erekat, muss unter palästinensischer Kontrolle sein.

So viel zur Flexibilität der Palästinenser.

Es überrascht nicht, dass inmitten dieser ganzen Aufregung der wirklich großen Story wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde – dass Abbas einmal mehr sein wahres Gesicht zeigte, indem er einen Massenmörder mit Lob überschüttete.

Am Samstag schickte Abbas der Familie von Abu Doud, dem Drahtzieher des Terroranschlags gegen das israelische Olympia-Team bei der Münchener Olympiade 1972 sein Beileid; dieser war am Tag zuvor verstorben. „Er wird vermisst werden“, schrieb Abbas in seinem Brief an Abu Douds Verwandte und pries den Terroristen als „eine der Führungsfiguren der Fatah“; er dankte ihm dafür „sein Leben im Widerstand und ehrlicher Arbeit wie auch physische Opfer für die gerechte Sache seines Volkes verbrachte“.

Zu Abu Douds so genannten „gerechten Sachen“ gehört die Geiselnahme von elf israelischen Olympioniken in München, die sämtlich während eines fehlgeschlagenen Befreiungsversuchs der deutschen Polizei getötet wurden. „Ich bereue nichts“, sagte Abu Daoug 2006 dem SPIEGEL und fügte trotzig hinzu: „Ihr könnt nur davon träumen, dass ich mich entschuldige.“

Dass Abbas einen solchen Mann preist und seinen Tod betrauert, spricht Bände über die Art von Menschen, die er in Wahrheit ist, weit mehr als alle angeblichen Gesten, die er gemacht haben mag oder auch nicht.

Hören wir also auf „Zugeständnisse“ zu sehen, wo es keine gibt und Friedenschaffende, die nicht existieren.

Es sollte offensichtlich sein, dass wir von Leuten wie Abbas weder Anerkennung noch Geschenke brauchen.

Und genauso wenig sollten wir sie bauchpinseln, um sie von ihnen zu bekommen.

3 Gedanken zu “Kann Abbas Israel etwas geben, das wir bereits haben?

  1. Klasse, Abu Doud ist in die ewigen Jagdgründe abgeritten, reitet jetzt neben Manitu und ihr verbreitet es noch. Habt ihr schonmal daran gedacht was passiert, wenn das unserem Bundestag auffällt? Die verabschieden doch gleich die nächste Beileids-Resolution. Ich sachs ja nur…

  2. schalom ,abbas ist ein grosses schlitzohr ,auch nicht besser wie die anderen araberführer wie hamas, hisbollah u. andere.sein immer lä
    chelndes gesicht strahlt güte und ehrlichkeit aus.in wirklichkeit
    ist abbas ein wolf im schafspelz. abbas würde mit den anderen arabern
    israel jederzeit mit angreifen um es zu vernichten.

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