Knallchargen

Andrea Nüsse, Tagesspiegel – für sie ist die Türkei ein Vorzeigestaat, der mit seinen Minderheiten ganz hervorragend umgeht, weil der Islamist Erdogan an der Macht ist. Alles, was dabei stören könnte, blendet sie dabei aus, damit das Bild stimmig bleibt.

Daniel Bax, tazSchon bevor Netanjahu zum zweiten Mal zum Premier gewählt wurde, unterstellte er Irans Präsident Ahmadinedschad, einen zweiten Holocaust zu planen, und warnte schrill, die Lage sei heute wie „1938“, schreibt der tolle Mann und macht klar, dass das bloße Propaganda ist und nichts dran. Und dass wir Deutschen ihm nur allzu gerne auf den Leim gehen (dem rechten Bösewicht aus Israel, nicht dem Schreiberling). Bax hat das Motto: Hört nicht hin, was der kleine, liebe Mann in Teheran sagt. Und wenn ihr doch mitbekommt, was der giftet, dann ist das nicht ernst zu nehmen, sondern zu ignorieren. Ach ja: Israel ist rassistisch, undemokratisch und die größten Israelfans die schärfsten Islam-Gegner. Und diese sind Hetzer. Böse, alles, was für Israel ist. Toller Typ, dieser Herr Bax: Hoch lebe der Teheran-Adolf und die Araber sind kein Problem, nur Israel ist eines! (Henryk M. Broder hat sich den Herrn auch vorgenommen; und Nexusrerum zeigt auf, dass es sich bei dem Typen um einen astreinen Hetzer handelt.)

David Cameron, britischer Premierminister – ungeachtet der Veröffentlichungen von das Gegenteil belegenden Berichten, Fotos, Videos muss dieser durchgeknallte Brite weiterhin vom „Gefängnis Gaza“ schwafeln, kriecht den Türken in den Hintern, indem er Israels Verteidigung gegen die Murmelschiff-Terroristen als „völlig inakzeptabel“ geißelt und dann auch noch die Aufnahme des Erdogan-Regimes in die EU fordert. Insbesondere mit seinen Äußerungen zu Israel übertrifft der boy king (Melanie Phillips) selbst das Giftgespritze der UNO und ihres „Menschenrechts“-Rats – und das will was heißen!
(Der außenpolitische Chefredakteur des Telegraph liest dem Superpremier übrigens kräftig die Leviten. Im Wall Street Journal wird der Arschkriecher – auch mit Hilfe früherer Äußerungen – regelrecht auseinandergenommen. Und im Weekly Standard gibt Michael Weiss dem Boy King ein paar Lektionen zu dem, was der Dödel nicht mal ansatzweise zu wissen scheint. Barry Rubin fasst zusammen: In seiner Rede in der Türkei macht sich PM David Cameron endgültig zum Idioten.)

Ari Shavit, Ha’aretz – Der Bursche analysiert, dass „die Rechte“ mit allem Recht hatte, was sie in Sachen Abkoppelung 2005 als Bedrohungsszenario erkannte. Folgerung: „Die Rechte“ hat trotzdem Unrecht. Es muss weiter „abgekoppelt“ werden. Mit ein paar Vorkehrungen zwar, aber auf jeden Fall. Klar doch, auch ohne abschließende Friedensregelung. Vollidiot. (Nachrichten-E-Mail der israelischen Botschaft Berlin, 29.07.10)

Stefan Kramer, ZdJ-Generalsekretär – mit der Aussage „Herrn Kramers Aufforderungen sind unwürdig und dumm“ kommentiert Arno Hamburger, „dienstältester“ Vorsitzender einer jüdischen Gemeinde Deutschlands Kramers Äußerungen in einem „Streitgespräch“ mit Ines Hefets (einer notorischen Antiisrael-Hetzerin). Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Hamburger belässt es nicht bei der Aussage, sondern führt auch aus, wieso das so ist.

Ulrike Putz, DER SPIEGEL – da beschreibt die putzige Ulrike haarklein, wie Mahmud Abbas, statt die Geste des Entgegenkommens Netanyahus (zehnmonatiger Baustopp in Judäa und Samaria) zu nutzen, einfach „höher pokert“ und damit kontraproduktiv agiert – aber es ist Israel, an dem „alles abprallt“, das „sich quer stellt“ usw. Abbas verweigert sich, aber Israel müssen Vorwürfe gemacht werden, nicht dem PA-Chef. Wunderbar, wie man Ursache und Wirkung mehr als verkehrt.

Sebastian Egelbrecht, ARD/tagesschau.de – der ist doch tatsächlich jetzt darauf aufmerksam geworden und meint darüber „berichten“ zu müssen, dass der israelische Regierungssprecher „Werbung“ für das Luxusrestaurant „Roots Club“ im Gazastreifen machte und was das sollte. Und dann lässt er Danny Seaman auch erklären, was man damit erreichen wollte – nur, um den Israelis dann zu bescheinigen, dass es im Gazastreifen nicht um hungrige Mägen, sondern Hunger nach Freiheit gehe. Interessant, dass der Heuchel-Journo das jetzt auf einmal so sieht, denn sonst war auch bei ihm die „humanitäre Krise“ ein viel geliebtes Thema. Wir werden sehen, ob er es jetzt unterlässt darauf herumzureiten. Dann hätte die Aktion des Presseamtes wenigstens eine brauchbare Wirkung erreicht. (Man darf aber bezweifeln, dass die ARD das gelernt hat.)

dpa – die Terroristen der Hamas geben selbst zu, dass die IDF eines ihrer (Terror-)Ausbildungslager beschossen hat und betrauert die Tötung eines ihrer Terrorführer. Für dpa ist das aber kein Terror-Trainingslager, von Terroristen ganz zu schweigen; nein, beschossen wurden „Polizisten“!
Auch bei der Deutschen Welle kann es keine Terroristen in Gaza geben – dort wird dann einfach nur von „Menschen“ „berichtet“; das stimmt zwar oberflächlich, aber wenn man sich ansieht, wie über Israelis, insbesondere deren Führungspersönlichkeiten, geschrieben wird, dann ist das schon reichlich seltsam.

2 Gedanken zu “Knallchargen

  1. Als ich auf „Kramer“ geklickt habe und zu HaOlam kam, zeigte mit mein Antivirenprogramm an, einen Trojaner gefunden zu haben.
    Zufall?

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