al-Reuters dreht sich die Welt…

widde-widde-wie sie ihnen gefällt – und den Quartettspielern auch; und den… (bitte fast beliebig einsetzen).

Im Ringen um die ersten direkten Nahost-Friedensgespräche seit knapp zwei Jahren machen die USA Druck.

Das klingt neutral. Das liest sich neutral. Der erfahrene Nahost-Kenner weiß allerdings in der Regel hier schon, wie der Hase läuft. Denn wenn zier Druck auf die Terroristen gemacht würde, dann stünde das – eventuell mit empörtem Unterton – gleich am Anfang mit dabei. Hier wird aber nur der üblich, normale Druck auf Israel angesprochen.

Außenministerin Hillary Clinton habe mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu telefonisch über die Grundlagen für eine solche Begegnung beraten, teilte die US-Regierung am Freitag mit.

Über solche „Beratungs“-Gespräche mit Mahmud Abbas gibt es keine gleichartigen Verlautbarungen.

Regierungskreisen zufolge geht es nur noch um einige wenige, aber zentrale Fragen. US-Präsident Barack Obama strebt in den kommenden Wochen die Aufnahme von Gesprächen an, die an die vor fast zwei Jahren abgebrochenen Verhandlungen anknüpfen sollen. Im Winter 2008/2009 hatte Israel eine Offensive im Gaza-Streifen gestartet, um den Raketenbeschuss aus dem Palästinensergebiet zu stoppen.

Zentrale Fragen, die es mit Abbas zu klären gibt, scheinen nicht vorhanden zu sein.

Und es wird direkt hinterhergeschoben, wer den Abbruch verschuldet: Israel, mit seiner im Winter 2008/2009 „gestarteten“ Offensive im Gazastreifen. Klar, die fast zwei Monate intensiven Raketenbeschuss kann man ja nicht gelten lassen, der würde ja einen echten Grund für die Offensive liefern. Israel ist Schuld am Abbruch, weil es sich gegen Raketenbeschuss wehrt. Damit hat Israel nicht nur den Krieg angefangen, sondern auch für den Abbruch gesorgt.

Oh, die Gespräche sollen da anknüpfen, wo sie vor zwei Jahren aufgehört haben? Da, wo die Araber die übertriebenen Verzweiflungsangebote eines Ministerpräsidenten ablehnten, der noch irgendwie sein Amt retten wollte? Na super.

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas signalisierte unlängst Bereitschaft zu einer direkten Unterredung, solange diese auf den Forderungen des sogenannten Nahost-Quartetts basieren. Das Vermittler-Team der EU, der USA, Russlands und der Vereinten Nationen verlangt von Israel einen Siedlungsstopp im Westjordanland und einen eigenen Palästinenser-Staat.

Ja, er „signalisierte“ – und macht überall sonst klar, dass er direkte Gespräche so sehr will wie ein störrisches Kind Lebertran. Das kommt natürlich nirgendwo vor. Wo käme man denn hin, wenn man auch Quellen benutzt, die nicht englischsprachig sind? Oder solche, die die arabischen Worte ins Englische übersetzen? Oder gar Äußerungen auf Englisch, die nicht ins selbst gebastelte Bild passen? Nein, derjenige, der – man kann es zwischen den Zeilen („unlängst“) so grade noch erkennen, wenn man denn will – sich immer wieder weigert, an den Verhandlungstisch zu kommen, ist derjenige, den man loben muss. Ganz im Gegensatz zu dem, der schon über ein Jahr lang für direkte Verhandlungen bereit ist – Netanyahu. Der bekommt dafür auf die Nuss:

Der israelische Ministerpräsident dämpfte unterdessen die Hoffnungen auf baldige Gespräche: Laut Medienberichten lehnt Netanjahu „Vorbedingungen“ ab.

Stimmt, der Israeli ist derjenige, der die Hoffnungen dämpft, nicht der Verweigerer aus Ramallah. Der Israeli ist das Hindernis, weil er „Vorbedingungen“ ablehnt. In Anführungszeichen – als seien die Forderungen des Quartetts an Israel etwas anderes. Und als beständen sie nur aus dem Siedlungsstopp, der die letzten Monate ja so furchtbar erfolgreich war.

al-Reuters ist nicht bereit die PalAraber als Verursacher des Stillstands zu nennen. Die Obama-USA machen Druck auf Israel, das sich seit Frühjahr 2009 zu direkten Verhandlungen bereit erklärt – anders als Abbas, der immer nur ablehnt. Die Welt stellen sie auf den Kopf und passen die Wirklichkeit ihren Wünschen an. Opfer werden zu Tätern gemacht, die Täter zu hofierten Opfern. Zum Kotzen!

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