Könnte der Islam selbst das Problem sein?

Moshe Dann, YNetNews.com, 16. September 2010
(vom Autor noch einmal überarbeiteter Text)

Die Unterstützer des Baus einer Moschee mit riesigem islamischen Zentrum beim Ground Zero haben das Thema auf die Frage der freien Religionsausübung konzentriert. Da in Amerika aber schon tausende Moscheen gebaut worden sind, kann dies nicht der Kern der Diskussion sein. Wo gebaut werden soll, ist wegen der „9/11“-Anschläge durch muslimische Terroristen eine sensible Frage. Doch niemand beschuldigt alle Muslime an diesem Verbrechen schuld zu sein. Dieses Projekt ist jedoch zum Schlagwort des Schmerzes geworden, ein Trauerschrei, den jeder Muslim hören sollte.

Die Opposition zu diesem Projekt ist das Echo von 3.000 stillen Schreien. Die Empörung darf sich nicht nur auf die Erinnerung an die verlorenen Lieben konzentrieren, sondern darauf, warum so viele Muslime Terroristen sind und Terrorismus unterstützen. Die Amerikaner und andere müssen einige harte Fragen stellen; und das zu tun ist nicht „islamophob“.

Ist der Islam eine „Religion des Friedens“, wie nicht nur Präsident Obama sagt? Ja, aber er ist auch eine Religion des Krieges. Experten sagen uns, dass Selbstmord-Bombenanschläge („Märtyrertum“) und „Jihad“ („heiliger Krieg“) sind im Islam keine radikalen Ideen; sie sind wesentliche Teile dieses Glaubens.

Die gängige Meinung besagt, dass es radikale und moderate Muslime gibt und dass wir zwischen diesen beiden Gruppen unterscheiden müssen; wir müssen diejenigen mutig machen, die nicht die Nichtmuslime und deren Kulturen vernichten wollen. Das ist eine hübsche Idee, aber unrealistisch. Muslimische Universitätsprofessoren und Journalisten im Ausland, die den Islam kritisch sehen, haben absolut keinen Einfluss; sie können froh sein noch zu leben.

Daniel Pipes schrieb einmal: „Muslime müssen es ihren Mit-Monotheisten in der Modernisierung ihrer Religion in Bezug auf Sklaverei, Zinsen und vieles andere gleich tun.“ Was aber, wenn sie das nicht tun?

Der radikale politische Islam muss besiegt werden. Ist es aber möglich, ihn von dem „anderen“ Islam zu trennen? Immerhin handelt es sich in seiner Gesamtheit um einen heiligen Text. Die Unterscheidung zwischen „guten“ Muslimen (den „moderaten“) und den „bösen“ Muslimen (Jihadisten/Islamisten) könnte daher falsch sein und für Verwirrung sorgen, da sie alle Muslime sind. Sie können sich die Rosinen herauspicken, aber sie können nicht einen Teil ihres heiligen Buchs in Abrede stellen ohne den Rest in Zweifel zu ziehen.

Kein Zweifel, die meisten Muslime wollen keine Flugzeuge in Wolkenkratzer fliegen oder Supermärkte und Busse in die Luft jagen. Aber was sagt der Islam und wer ist die Obrigkeit? Das Problem scheint darin zu bestehen, dass der Islam sowohl radikale als auch moderate Traditionen aufweist und beide authentisch sind. Fanatische Jihadisten und zurückhaltend redende Moderate betrachten sich beide als gute Muslime; muslimische religiöse Führer sind zerstritten und niemand übernimmt Verantwortung.

Der Führer der geplanten Mosche/islamischen Zentrums im Zentrum Manhattans behauptet moderat zu sein und hat angedeutet, dass das Projekt sogar Raum für andere Religionen haben könnte – als ob Christen und Juden dort beten wollten. Aber das scheint nur ein weiterer PR-Trick zu sein, denn dieser Vorschlag verletzt die vom Koran vorgeschriebene strikte Trennung und stellt die muslimische Überlegenheit in Abrede. Daher kann man nicht wissen, welche Art Islam dort gelehrt werden wird – oder wie lange.

Die Kontroverse um das Gebäude muss sich zu einer kritischen Untersuchung der Theologie des Islam hin bewegen, dem, was geglaubt wird und wie er praktiziert wird. Ist der politische Islam einfach eine Form des Totalitarismus, der sich als Religion verkleidet hat?

Warum schweigen islamische Führer zur Steinigung einer Frau bis zum Tod, weil ihr Ehebruch vorgeworfen wird – und dann 99 Peitschenhiebe bekommt, als bewiesen wurde, dass die Vorwürfe falsch waren? Warum schweigen islamische Führer zur Unterdrückung der Frauen, der Billigung der Sklaverei, der Ermordung von Homosexuellen und Selbstmord-Bombenanschlägen rund um die Welt? Wo waren sie, als gewalttätige Muslime Europa wegen einer Karikatur mit Krawallen überzogen?

Vielleicht haben ein paar mutige Muslime gegen diese Barbarei protestiert, aber wen repräsentieren sie und wer ist ihre Obrigkeit? Das fundamentale Problem im Islam ist seine Dualität; er beinhaltet einander widersprechende Positionen, die beide gültig sind. Gegenüber den Juden und Israel gibt es allerdings wenige Differenzen, wenn es sie denn überhaupt gibt.

Muslimische Führer lehnen es ab den Mord an Juden durch Muslime – wo auch immer –zu verurteilen und besonders nicht in Israel. Vier Israelis (und ein ungeborenes Kind) wurden vor zwei Wochen in Israel auf der Straße abgeschlachtet und kein Muslimführer – auch kein moderater – protestierte. Sogar die säkulare PA verurteilte die Tat nicht als Mord; nur, dass sie „nicht im Interesse der Palästinenser“ war. Das „Timing“ war falsch!

Der Islam predigt den Krieg gegen die „Ungläubigen“ und Gewalt gegen diejenigen, die den Regeln des Islam nicht folgen. Das ist nicht sonderlich friedlich. Und muslimische Führer überall auf der Welt ermutigen zu Antiamerikanismus – Gleiches gilt für Feindseligkeit gegenüber Christen und Juden. Das ist nicht gerade tolerant.

Trotz umfangreicher Wirtschaftsbeziehungen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen schüren viele muslimische Führer eine Kultur des Hasses und der Gewalt. Das Problem ist, dass sie aus ihrer heiligen Schrift zitieren. Dazu werden sie von einem Rechtssystem unterstützt. Die Scharia, das islamische Gesetz, fordert die religiöse Verpflichtung des gewalttätigen Jihad sowie extreme Strafen für die, die den Islam beleidigen oder seine Grundsätze verletzen. Darüber hinaus gibt es im Islam keine zentrale Autorität sowie einander bekämpfende Lager; das macht es schwierig zu bestimmen, wer diese Gesetze macht und bestimmt, wie sie angewendet werden sollten.

Wo z.B. steht der Islam in Sachen Terrorismus? Nun, das hängt davon ab, wie man diesen definiert – wenn man denn eine Definition hat. Wie es so schön heißt: „Des einen Terrorist…“

Was lehrt der Islam und kann er modernisiert werden? Gibt es „moderate“ Muslime, die glauben, dass antijüdisch/antichristliche Äußerungen des Korans gelöscht werden können? Können Gesetze, die die Todesstrafe, Amputationen oder Auspeitschungen für Nichtkapitalverbrechen entfernt werden?

Hinter dem Versagen diese fundamentalen Fragen zu beantworten steckt das Misstrauen gegenüber Muslimen und der Opposition zur „Ground Zero-Moschee“ wie auch andere muslimische Zentren im gesamten Land.

Die entscheidenden Unterschiede dürften also nicht die zwischen den „Moderaten“ und den „Radikalen“ bestehen, sondern darin liegen, wer radikaler ist als andere – da sie alle dieselbe Quelle benutzen, den Koran. Denn es gibt so viele in Autoritätspositionen, die aggressive politische Agenden haben und mit der Möglichkeit ganz einfach von moderat zu radikal zu gehen, dass wir es mit einer chaotischen und gefährlichen Situation zu tun haben.

Diese Fragen müssen geklärt werden.

Die Amerikaner sind tolerant, offen und voller Achtung, aber sie sind nicht dumm. Darum werden sie sie diese Fragen immer weiter stellen.

Ein Gedanke zu “Könnte der Islam selbst das Problem sein?

  1. In Artikeln über den Islam kommen wenige „Punkte“ dafür viele Fragezeichen.
    Weil man selber ein Angehöriger einer Religion (einer anderen) ist, sucht man nach Antworten zu diesen Fragen – findet sie aber nicht!
    Dieses „Problem“ funktioniert anders, als die eigene Religion, wo man ab und an Antworten erhalten könnte.

    Es gibt keine interne und externe Modernisierungsmöglichkeiten! Fakt!

    Obwohl man es nicht ist, sollte man dieses „Problem“ aus dem atheistischen Blickwinkel betrachten! Egal welche Antwort zur Frage und überhaupt eine Antwort, das „Problem“ ist in jeder Beziehung unmenschlich, nicht kalkulierbar, nicht vertragsfähig und kann nicht therapiert werden, ergo keine Rücksicht, ob moderat oder explosiv!

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