Progressive Juden, Bewohner des Gazastreifens und der öffentlich-rechtliche Rundfunk

Das jüngste Terrorhelfer-Schiffchen ist aufgebracht, nach Aschdod gefahren und entladen worden. Die „Hilfslieferung“ bestand aus drei Rucksäcken mit Spielzeug – und hätten problemlos in den Kofferraum eines Autos gepasst.

Von einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender konnte man im Vorfeld erfahren, dass es sich bei den Terrorschiffern diesmal um „progressive Juden“ handelte. Angesichts der Ladung heißt „progressiv“ demnach – Verarsche. „Dringend benötigte Hilfsgüter“ – da waren ja selbst die bisherigen Terrorschiffer ehrlicher; oder näher dran als diese Truppe von Alibijuden.

Was könnte „progressiv“ sonst geheißen haben? Allgemein übersetzt man das mit „fortschrittlich“. Da sind sie wohl losgelaufen und haben etwas hinter sich gelassen – und zwar so ziemlich alles, wofür Judentum positiv stehen kann. Sie treten dafür ein, dass Terroristen freie Hand bekommen. Sie treten dafür ein, dass Juden von Arabern umgebracht werden sollen. Hervorragend!

Nun stammte das „progressiv“ ja nicht von den Alibijuden auf dem Terrorschiffchen. Ob sie sich selbst auch als progressiv definieren, kann man berechtigterweise vermuten, aber mehr nicht. Die Etikettierung stammt von deutscher Qualitätsjournaille. Dort ist fortschrittlich alles, was Israel schadet; was Terroristen hilft ihr „Handwerk“ auszuüben. Judenmord ist progressiv. Überraschen kann das nicht.

Überrascht war ich allerdings heute, als der WDR2 in seinen Nachrichten am Morgen in den Meldungen zum aufgebrachten „Hilfs“-Schiff ständig betonte, dass sie in den Gazastreifen unterwegs waren, „der hauptsächlich von Palästinensern bewohnt ist“.

Mich würde interessieren, was uns die Redaktion damit sagen wollte. Ein versteckter Hinweis auf Gilad Shalit? Wohl kaum. Was genau ist „hauptsächlich“? Wie viele „Nicht-Palästinenser“ müssen im Gazastreifen leben, damit der WDR das „hauptsächlich“ fallen lässt? Wie viele „Nicht-Palästinenser“ müssen noch raus, damit der WDR „von Palästinensern bewohnt“ meldet? Ist das eine neue „progressive“ Formulierung?

Ich habe dem WDR geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in den Nachrichten von heute Morgen (29.09.2010) wurde mehrfach erwähnt, das Schiff sei auf dem Weg in den Gazastreifen gewesen, der „hauptsächlich von Palästinensern bewohnt ist“.

Könnten Sie mir bitte erklären, wie das verstanden werden soll? Wann wäre der Gazastreifen nicht mehr „hauptsächlich von Palästinensern bewohnt“? Wie viele Nicht-Palästinenser müssten den Gazastreifen verlassen, damit Sie „hautpsächlich“ streichen? Oder wie viele Nicht-Palästinenser müssten noch zuziehen, damit „hauptsächlich“ nicht mehr zutrifft?

Mit freundlichem Gruß

Mal sehen, ob was zurückkommt.

Update: Der WDR lässt antworten.

10 Gedanken zu “Progressive Juden, Bewohner des Gazastreifens und der öffentlich-rechtliche Rundfunk

  1. „… auf dem Weg in den Gazastreifen gewesen, der „hauptsächlich von Palästinensern bewohnt ist“.“

    Auf die Antwort bin ich gespannt.

  2. Yonatan Shapira – eine Tragödie, der Mann hat komplett den Verstand verloren. http://theonlydemocracy.org/2010/09/yonatan-shapiras-testimony-from-the-jewish-boat-to-gaza/ Er ist nicht darüber hinweggekommen, daß er von der Air Force entlassen wurde. Der Grund kann nicht legitim sein, meint er. So schlägt er auf seine Weise zurück… ei ei ei.

    Es ärgert sich auch A soldier´s mother über diese idiotische Aktion: http://israelisoldiersmother.blogspot.com/2010/09/jumbled-news-and-clear-message-of.html

    (Zweiter Teil ihres Eintrags).

    Erinnert sich noch jemand daran, wann und warum diese Blockade überhaupt verhängt wurde?

    Und zu den „hauptsächlich von Palästinensern“ – Heplev, ich bin enttäuscht. Ja weißt Du denn nicht, daß da solche Mengen von NGO-lern aller Nationalitäten wohnen, daß der Gazastreifen schon ein richtiges Multi-Kulti-Paradies ist?

    • Liebe Lila, deine Enttäuschung ist nicht nötig, ich hab’s nur nicht geschrieben, nur gedacht. Will ja den Rotfunkern nicht alles vorgeben. 🙂
      Nee wirklich, mal sehen, ob sie in Köln vom Multikulti-Projekt Gaza schwärmen werden oder welche feinsinnigen Nuancierungen sie sonst an den Tag legen.

  3. Man muß das verstehen, deutsche Qualitätsjournalisten haben eine generelle Blockadephobie, man denke da nur an die sogenannte Schreibblockade, der Tod jeder Qualitätsjournalisten! Ihr solltet viel sensibler mit den israelischen Staatsbürgern umgehen, die eine militärische Maßnahme ihrer eigenen Regierung unterlaufen wollen.

  4. shalom ,es ist ja schon alles geschrieben.
    ich wünsche allen freunden<<gut schabbat.<< karl

  5. Steter Tropfen höhlt den Stein, so wie stete Püppy Kinderaugen glänzen lassen werden. Nicht immer dieser Hohn vor den humanitären Helfern bitte.

    • Welche humanitären Helfer? Die Hass-Propagandisten, die vorgeben Hilfsgüter in den Gazastreifen zu bringen und dann eine Hand voll Spielzeug völlig unökonomisch übers Mittelmeer schippern? Oder gehen wir ganz nach oben und wenden uns an die UNRWA, die alles dafür tut, den Arabern zu helfen ihre „Flüchltinge“ also solche über Generationen zu perpetuieren, damit genügend Kanonenfutter gegen Israel zur Verfügung steht?
      Und seit wann sind Fakten Hohn? Diese Art der humanitären Hilfe ist ein Hohn!

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