Silwan – der Versuch einen neuen Mohammed al-Dura zu schaffen?

Der versuchte Mord an einem israelischen Autofahrer in Silwan, der jetzt als Mordversuch dieses Autofahrers an harmlosen arabischen Jungs dargestellt wird, ist ein hanebüchenes Unternehmen, das Anlass zu Spekulation über Parallelen zu anderen Ereignissen gibt. HonestReporting.com hat mehrere Kurzanalysen zum Vorfall veröffentlicht, mein Eintrag findet sich hier. Klar war für jeden denkenden Menschen von Anfang an: Es handelt sich um einen inszenierten Vorfall. In den Blogs der Jerusalem Post gibt es eine ausführlichere Analyse von Vorfall und zugehörigem Video durch einen ehemaligen israelischen Diplomaten in Washington, Lenny Ben-David:

Mohammed al-Dura-Wiederholung

Lenny Ben-David, Jerusalem Post Guest Blog, 10. Oktober 2010

Der Videofilm über ein israelisches Auto, das zwei arabische Kinder am Freitag in Silwan trifft, war schrecklich. Niemand kann einfach still sitzen und gleichgültig bleiben, wenn Kinder – welche Kinder auch immer – vor seinen Augen verletzt werden. Gott sei Dank überlebten die Kinder und wurden nicht ernstlich verletzt.

Dann kommt der Subtext: Die Kinder waren Teil einer Bande, den Fahrer mit Steinen angriff; und Steine können definitiv töten. Die Jungs, ermutigt durch einen militanten Organisator, deckten ihre Gesichter ab, um Identifizierung und Verhaftung zu entgehen. Es gibt keinen Zweifel zu ihren Absichten und dem Vorsatz, mit dem sie handelten. Der Fahrer war David Be’eri, einer der Führer der jüdischen Einwohner in Silwan. Be’eris Sohn befand sich auch im Auto.

Die Story und das Video auf YouTube ging in Nanosekunden um die Welt. Arabische Zeugen behaupten, der „Siedler“ habe die Kinder absichtlich umgefahren.

Doch ich habe jetzt das Video Szene für Szene, oft Bild für Bild angesehen und es gibt einen tieferen, gar finsteren Subtext.

Die meisten, die es sich ansehen, konzentrieren sich auf die Opfer. Das ist nur natürlich. Sie bemerken die mindestens acht Fotografen nicht, die zusätzlich zum Videofilmer gibt. Mit Ausnahme des einen Fotografen auf der anderen Straßenseite, filmen alle anderen die Szene aus demselben Blickwinkel am Fuß des Hügels. Es könnten mehr sein. Ich habe die Fotografen als diese identifiziert:

1. Schwarze Baseball-Kappe/grauer Kapuzenpullover mit Trägerriemen über der Schulter.

2. Weißes T-Shirt und Jeans auf der anderen Straßenseite.

3. Schwarzes Hemd mit grauen Streifen.

4. Blonde Frau.

5. Grünes T-Shirt.

6. Gestreiftes Poloshirt, taucht auf, sobald der Junge auf dem Boden liegt.

7. Später ein Fotograf mit langarmigem grauen T-Shirt, der kurz auftaucht.

Beim Betrachten des Videoclips ist offensichtlich, dass es dort genauso viele Fotografen wie Steinewerfer gab. Wer lud sie ein und koordinierte Zeit und Ort? Wer heuerte die Jungs an? Planten sie dafka David Be’eris Auto anzugreifen? Was es ein Versuch den ikonenhaften Tod des Mohammed al-Dura erneut zu inszenieren – des Jungen, der im Jahr 2000 angeblich von israelischen Soldaten getötet wurde und von dem wir heute wissen, dass es eine gefälschte Propagandashow war?

Sehen Sie sich das Video an und sehen Sie, wie die Fotografen geschäftig den Jungen umschwirrten und fotografierten, während er sich am Boden befand. Nur ein einziger Fotograf machte die Bewegung, ihm die Hand hinzustrecken. Wurde ihr Gefühl für Menschlichkeit von ihrer Hoffnung auf einen Pulitzerpreis unterdrückt?

Sehen Sie ebenfalls, wie der unsanft mit dem verletzten Jungen umgegangen und er gegen seinen Willen in ein Auto gestopft wird. Als ehemaliger Sanitäter war ich schockiert und verblüfft, dass der Junge diese Misshandlung überlebte, nachdem er von einem Auto angefahren worden war. Nach einem solchen Initialtrauma, wissen Ersthelfer, sind Hals-, Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen wahrscheinlich. So darf man ein Opfer nicht abtransportieren; und falls – oder eher: wenn – der Junge der Presse präsentiert wird, sollte die Ursache seiner Verletzungen entsprechend beurteilt werden.

Jeder Fotograf am Ort des Geschehens in Silwan trägt Verantwortung für die Verletzungen der Kinder. Sie waren Mittel in den Händen gefährlicher Propagandisten und sie reagierten auf die Aufforderung „Action“ auf Film zu bannen. Ihre Anwesenheit heizte die Kids auf. Dann stand der Kameramann daneben, als das Kind verletzt am Boden lag. Bis die Fotografen gestehen, wer sie losschickte, sollten sie als Komplizen des Verbrechens Kinder zu gefährden behandelt werden.

5 Gedanken zu “Silwan – der Versuch einen neuen Mohammed al-Dura zu schaffen?

  1. Wie heißt es von der Seite; die Verschwörungstheoretiker!:-)
    Wenn Sie die Journalisten, Photographen ausfinden machen könnten, bleibt die Frage: Warum hat Mosad diese nicht schon ermordet oder verhaftet??

  2. Also ich bin ruhig geblieben. Da haben zwei Kinder versucht, einem Autofahrer Steine durch die Winschutzscheibe zu schmeißen und zwar auf Motorhaubenabstand. So was kann tödlich für den Fahrer enden. Sein Handeln war richtig. Das Betroffenheitsgelaber des Reporters hingegen war falsch und verlogen. Das Ganze war ein klassischer Hinterhalt, die anwesenden Fotografen dazu waren der Beweis.

  3. […] Doch noch etwas anderes an dem Video fällt auf, nämlich die erkleckliche Zahl an Menschen – sechs oder sieben – mit einer Kamera in der Hand. Laut der Publizistin Caroline Glick handelte es sich dabei um […]

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