Die Muslimbruderschaft ist bereit. Der Westen auch?

Paul Mirengoff, PowerLine-Blog, 7. Oktober 2010

Im August 1996 erklärte die Al-Qaida Amerika, dem Westen, den Christen und Juden den Krieg. Fast niemand beachtete das. Im letzen Monat, sagte Barry Rubin, gab die Muslimbruderschaft, eine Gruppe, die das Hundertfache an Aktivisten der Al-Qaida hat, ihre Kriegserklärung aus, in der sie den antiamerikanischen Jihad und einen Großteil der übrigen Dogmen der Al-Qaida befürwortet.

Die Erklärung ist in einer Rede enthalten, „Wie der Islam sich der Unterdrückung und Tyrannei entgegenstellt“. Man kann sie lesen, MEMRI hat sie hier [ins Englische] übersetzt. Zu den Schlüsselpunkten gehört:

Die arabischen und muslimischen Regime verraten ihre Völker, indem sie es verfehlen den wahren Feinden der Muslime entgegenzutreten, nicht nur Israel, sondern auch den Vereinigten Staaten. Den Jihad gegen diese beiden Ungläubigen zu führen, ist ein Gebot Allahs, das nicht missachtet werden darf.

Allen Muslimen wird von ihrer Religion abverlangt zu kämpfen: „Die entscheidende Notwendigkeit besteht darin zu verstehen, dass die Verbesserung und der Wandel, den die [muslimische] Nation anstrebt, nur erreicht werden kann durch Jihad und Opfer und indem man eine Jihadisten-Generation heranzieht, die den Tod so sucht, wie der Feind das Leben.“ (Beachten Sie, dass hier der Jihad nicht, wie das im Westen so oft gemacht wird, als spirituelles Streben interpretiert wird. Die klare Bedeutung ist eine des bewaffneten Kampfes.)

Die Vereinigten Staaten sind unmoralisch, dem Zusammenbruch geweiht und „machen die Erfahrung des Anfangs ihres Endes und in Richtung ihres Untergangs unterwegs“.

Die Palästinenser sollten Hamas beim Sturz der palästinensischen Autonomiebehörde in der Westbank unterstützen und sich im Kampf vereinigen.

Werden die, auf die es ankommt, dieser Erklärung Beachtung schenken? Wahrscheinlich nicht. Denn wie Rubin herausstellt, ist die Muslimbruderschaft eine Gruppe, von der viele im Westen, einige davon in hohen Positionen, sagen, man solle ihr als Verhandlungspartner entgegenkommen, denn sie sei „moderat“. Wird eine Gruppe, egal welche, von der linken Elite erst einmal als moderat bezeichnet worden, werden ihre nicht moderaten Äußerungen, nimmt man sie denn zur Kenntnis, wegerklärt.

Doch es wäre kriminell töricht die Kriegserklärung der Muslimbruderschaft nicht als solche zu betrachten. Erstens kommt sie direkt vom „obersten Leiter“ der Gruppe, Mohammed Badi. Und Rubin vermerkt, dass Badi erst vor ein paar Monaten in diese Position aufstieg. Damit spiegelt diese Erklärung das derzeitige Denken.

Zweitens stimmt, nach Rubin, „alles, was Badi sagt, mit den Haltungen und heiligen Büchern des normativen Islam überein; es ist nicht die einzig mögliche Interpretation, aber es ist eine völlig legitime Interpretation“. Daher wird seine Erklärung am besten als tiefe religiöse Überzeugung betrachtet, nicht als Phrasendrescherei.

Drittens hat die Muslimbruderschaft Gewicht. Rubin erklärt:

Die Bruderschaft ist die Gruppe, die oft muslimische Gemeinschaften im Westen dominiert und Moscheen führt. Ihre Kader kontrolliert Fassadegruppen, die oft von westlichen, demokratischen Regierungen und Medien als maßgeblich angesehen werden. Regierungsvertreter vieler Länder treffen sich mit diesen Gruppen, bitten sie um Berater für Antiterror-Strategien und nationale Politik und finanzieren sie sogar.

Wie sehen dann die wahrscheinlichsten Folgen dieser Kriegserklärung aus? Rubin listet unter anderem Folgendes:

1. Zunehmende interne Konflikte in Ägypten, den Beginn eines Jahrezehnte dauernden Machtkampfs im wichtigsten Land der Arabisch sprechenden Welt.
2. Noch radikalere Indoktrination – Vorbereitung der Leute auf zukünftigen Extremismus und Terrorismus – in den Moscheen und in den von ihr kontrollierten Gruppen.
3. Ein wahrscheinlicher Anstieg bei antiamerikanischen Terroranschlägen im Nahen Osten und Europa.

Zusammengefasst:

Die Muslimbruderschaft ist bereit, aus der Ära der Propaganda und des Fundamentebaus in eine des revolutionären Handelns zu gehen. Zumindest wird ihren Hunderttausenden Anhängern das Signal gegeben. Einige von ihnen werden sich als Einzelne in terroristischer Gewalt betätigen oder Splittergruppen bilden; andere werden ihre Anstrengungen verdoppeln die Kontrolle in ihren Ländern zu übernehmen und sie in sichere Häfen für Terroristen und Kriegsinstrumente gegen den Westen zu verwanden.

Die Muslimbruderschaft ist bereit; aber ist der Westen es auch? Wie ich oben schon sagte: wahrscheinlich nicht.

2 Gedanken zu “Die Muslimbruderschaft ist bereit. Der Westen auch?

  1. Die Muslimbruderschaft hat den Islam nur nicht richtig verstanden, deshalb kann man das auch unberücksichtigt lassen.

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