Was die Desinformation durch unsere Medien so hervorbringt

… findet sich beispielhaft beim schweizerischen Tages-Anzeiger. Dort hatten sie „berichtet“:

Religionsstreit: Israel bricht Zusammenarbeit mit UNESCO ab

Was drin steht:

„Stein des Anstoßes ist das Grab der biblischen Figur Rachel in Bethlehem“.

Da haben wir schonmal eine Fragwürdigkeit: eine „biblische Figur“ kann ja nichts Echtes sein. Das ist bloß Folklore, wenn überhaupt. Passend dazu auch das Foto der wahnsinnig hohen Mauer (durch die Perspektive noch mächtig verstärkt) hinter den üblichen Judenfiguren, als gäbe es keine anderen Juden. Mit diesen Schläfenlocken-Hut-Trägern wird gleich klar gemacht: Extremisten, nichts als Extremisten, die mit dem wahren Leben nichts zu tun haben und schon gar nichts zur Gesellschaft beitragen. Frieden? Bah!

Bildunterschrift:

Ein beliebtes Pilgerziel: Das Grab der biblischen Figur Rachel in Bethlehem.

Wenn dieses irre Betonteil das Grab sein soll (was ja vom Tagi mit seinen Artikelaufbau suggeriert wird), na dann Gute Nacht! Das kann nun wirklich nichts sein, das beschützenswert jüdisch ist! Höchstens ein Monument der vorgeworfenen Apartheid. Andererseits: Hätten sie das tatsächliche Gebäude abgebildet, dann wäre das mit der Moschee schon mächtig in die Hose gegangen. Ging also nicht.

Der letzte Absatz des kurzen Textes:

Das Gebäude im Westjordanland, das der Tradition zufolge die Grabstätte Rachels ist, gilt den Juden als drittheiligste Stätte, wird jedoch zugleich von den Muslimen als Moschee betrachtet. Die Unesco sprach in einer Erklärung zu den besetzten palästinensischen Gebieten vom 21. Oktober daher von der «Moschee Bilal Bin Rabah/Grab von Rachel in Bethlehem». Das Gebäude steht seit 1967 unter israelischer Kontrolle, Muslime dürfen nicht mehr dort beten.

„Gilt den Juden“ – hat also nichts zu bedeuten, denn echt ist das nicht.

„Muslime dürfen nicht mehr dort beten“ – haben sie das vorher jemals getan? Das wagt sich der Tagi erst gar nicht zu recherchieren. Und sich zu informieren, dass die „Moschee“ erst seit 1996 behauptet wird, das ist denn nun wirklich zu viel verlangt. Schließlich haben die Araber gesagt, sie betrachten das Teil als Moschee und die UNESCO hat es auch gesagt. Eine Geschichte hinter diesen Behauptungen zu vermuten, die für die Juden spricht, geht nun gar nicht. Die Juden sind die Besatzer, die Terroristen die Opfer. Basta!

Entsprechend wurde mein Kommentar, dass sie diese Kleinigkeiten wohl „vergessen“ hätten, gar nicht erst freigeschaltet:

Wie wäre es, wenn Sie erwähnen, dass die Araber/Muslime diese „Moschee“ erst 1996 als solche erfunden haben? Und dass bis dahin bei den Arabern selbstverständlich immer vom Grab Rahels geredet wurde?

Volle 8 Kommentare wurden inzwischen (Donnerstag, 18.55 Uhr) freigegeben. Der oberste (und bisher letzte) weist darauf hin, dass dies eine Gebetsstätte der Juden ist, denen es verwehrt wird auf dem Tempelberg zu beten. Andere sind da politisch in der korrekteren Richtung unterwegs:

. . nun mal um ein Vielfaches älter, als die Islamische Religion“. Als ob dies Unrecht im 20. und 21. Jahrhundert rechfertigen würde. Hört doch auf mit solch religiös fundamentalistischer Argumentation. Das bringt uns keinen Millimeter weiter . . . Religiöser Fanatismus war, ist und wird wahrscheinlich auch in Zukunft das grösste Problem der Menschheit bleiben. Leider . . .

Ah, die Juden sind die, die Unrecht tun. Und die religiösen Fundamentalisten. Was ist mit der arabischen Verlogenheit? Und was hat das angebliche Unrecht damit zu tun, dass die UNESCO sich als antijüdisches Propagandaorgan geriert?

Typisch politisches Israel. Was nicht sein darf – muss weg.. Israel wurde eben erst in die OECD aufgenommen. War dies, Angesichts des jetzigen Verhaltens von Israel, angebracht? Wirklich friedensorientierte Kräfte innerhalb und ausserhalb Israel’s wissen, dass auch Israel nicht einfach immer mit ALLEM durchkommen darf! Ich plädiere für einen friedfertigen Ausschluss(Rauswurf) aus der OECD.

Oh, wie gut da die Zusammenhänge hergestellt werden! Die OIC lässt in der UNO die Puppen tanzen, aber Israel ist der Staat, der sich immer mit allem Unrecht durchsetzt? Die Mullahs werden hofiert, der „Dialog“ gepriesen, der nicht einen Millimeter Fortschritt brachte (gut, nicht von diesem Friedenshetzer, aber er steht in den Reihen dieser Heuchler), aber Israel muss überall rausgeworfen werden, damit die richtige Richtung gefunden ist. Zweierlei Maß überall. Israel ist der Jude unter den Staaten, aber Antisemitismus darf man diesem Schmierfinken auf keinen Fall unterstellen.

Liebe Israelis, packt euer Ego wieder ein und zeigt ein wenig Demut gegenüber euren arabischen Nachbarn.

Oh, wie fromm das klingt! Ob dieser Heini den Arabern jemals denselben Rat geben würde? Demut gegenüber Herrenmenschen, die alles für sich beanspruchen und Jüdisches (wie Christliches) beseitigt sehen wollen? Jawoll, zu Befehl! Und das arabisch-muslimische Ego ist das, das zu gelten hat!

Dann noch der erste freigeschaltete Kommentar:

Es ist absurd, dass Israel sich zu Verteidiger des Friedensprozesses stilisiert, in dem es eine Berücksichtigung der islamischen Tradition durch die UNESCO als NoGo definiert.

Ganz ehrlich: Wie soll diese Schwachmatin eigentlich wissen, wovon er keine Ahnung hat, wenn sie seine Zeitung falsche Informationen liefert? Ach ja, er könnte sich informieren. Dumm nur, dass er glaubt, der Tages-Anzeiger habe ihn schon informiert! „Islamische Tradition“ – diese Tradition ist die seit 1996 verbreitete Lüge, es handle sich beim Rahelgrab um eine Moschee. Das weiß die Annemarie nicht besser, weil der Tagi nicht zu berichten bereit ist.

Leider ist es bei pro-israelischen Kommentaren auch nicht immer besser, was dann wieder die Antisemiten freut:

Was war zuerst, Rachels Grab oder die als Symbol Islamischer Landnahme darauf errichtete Moschee?

Womit der Kommentierende dummerweise die Ansprüche der Lügner eher bestätigt und festigt – wenn dort eine Moschee steht, dann steht da eine Moschee. Nur steht da keine Moschee. Was der Mann auch nicht wissen konnte, informiert er sich lediglich über Qualitätsjournaille!

Man kann es wohl nur zynisch nehmen, so wie dieser hier:

Bleibt zu hoffen, dass die UNO auch baldmöglichst Ground Zero als Moschee bezeichnet, weil dort möglicherweise einige Muslime beten.

Was allerdings die UNESCO nicht kratzen würde.

3 Gedanken zu “Was die Desinformation durch unsere Medien so hervorbringt

  1. Ich denke mir, die Schweizer werden ihrerseits auch hübsch Demut ihren arabischen Nachbarn gegenüber zeigen. Immer schön buckeln.

    Wenn ich sowas lese, denke ich mir: gut, daß ich in Israel lebe! Ich würde es in Europa nicht aushalten. Was für ein verlogenes Pack.

  2. „Islamische Tradition“ – diese Tradition ist die seit 1996 verbreitete Lüge, es handle sich beim Rahelgrab um eine Moschee.

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    Ist es nicht seltsam, bei den Arabern reichen der UNO vierzehn Jahre, um eine Tradition zu begründen. Bei Israel reichen der UNO nicht einmal viertausend Jahre.

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