Tel Avivs antisemitische Schwester

Gerd Buurmann hat einen Aufruf gestartet (hier auch auf Englisch, im Januar überarbeitet), der unbedingt weiter verbreitet werden sollte.
Liebe israelische Blogger, wenn ihr diesen Eintrag lest: Wäre es nicht gut, den Text auch auf Hebräisch zu posten?

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Tel Aviv,

der Oberbürgermeister der Stadt Köln, Jürgen Roters, beginnt heute seine Reise in die israelische Partnerstadt Tel Aviv. Ich möchte diese Reise nutzen, um Sie darauf aufmerksam zu machen, dass die Stadt Köln zur Zeit Schauplatz einer der schlimmsten antisemitischen Propaganda in Deutschland seit 1945 ist.

Mitten auf dem Platz vor dem Kölner Dom, eines der meistbesuchten Orte Deutschlands, steht eine Installation, die sich „Kölner Klagemauer“ nennt. Diese Installation geht auf den notorischen Judenhasser Walter Herrmann zurück, der Israel täglich auf Transparenten weithin sichtbar mit Nazideutschland vergleicht. Täglich beleidigt er gemeinsam mit seine Kumpanen hörbar für alle Menschen, die Köln besuchen oder dort leben, Juden als Nazis und kindermordende Monster. Die Installation bedient sich dazu auch antisemitischer Karikaturen, die dem „Stürmer“ entnommen sein könnten.

Auf einer Karikatur zum Beispiel ist ein Jude zu sehen, der mit Messer und Gabel ein kleines palästinensisches Kind zerstückelt, um sich an seinem Fleisch und Blut zu laben. Bei dieser Karikatur ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass der dort abgebildete Kannibale nicht als Israeli sondern als Jude gekennzeichnet ist. Auf seinem „Schlabberlatz“ ist nicht die Israelfahne mit den blauen Tallitstreifen abgebildet, sondern nur der מגן דוד, das Symbol des jüdischen Volkes. Diese Karikatur beleidigt somit nicht nur Israel, was schon widerlich genug wäre, sondern alle Juden.

Israels Gesandter Emmanuel Nahshon sagt dazu:

„Diese Karikatur ist erniedrigend und widerlich. Sie geht beim besten Willen nicht als Israelkritik durch, die vollkommen legitim ist. Sie hat nichts zu tun mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt, der von beiden Völkern gemeinsam in einer Zwei-Staaten-Lösung überwunden werden wird – auf der Basis von Verhandlungen und eines Endes der Gewalt. Die Karikatur hat auch nichts zu tun mit dem realen Leid von Kindern in Gaza, das eine direkte Folge der Tatsache ist, dass Gaza von einer islamistischen Terrororganisation beherrscht wird. Vielmehr hat das an der „Klagemauer“ gezeigte Bild alles zu tun mit dem Versuch, Juden als Monster darzustellen und Hass zu sähen.

Eines Tages, hoffentlich bald, wird es Frieden geben zwischen Israelis und Palästinensern. Wir werden gemeinsam mit Gewalt und Konflikt fertig werden. Doch zuvor haben Tausende Kinder und Jugendlichen die Abscheulichkeit dieser „Klagemauer“ gesehen. Sie wurden vergiftet von diesem Samen des Hasses, der einen Juden als Monster zeigt und dazu geeignet ist, Intoleranz und Hass wachsen zu lassen. Haben wir nicht endlich genug gesehen?“

Jürgen Roters nimmt in diesem antisemitischen Spektakel eine ganz besondere Rolle ein. Während sich fast alle Parteien deutlich gegen diese Karikatur ausgesprochen haben, tolerieren Jürgen Roters und seine regierende Partei die Karikatur und den antisemitischen Stand.

Die Liberalen sagen: „Die FDP-Fration hat die von Ihnen gesandten Fotos, die bei der sog. Klagemauer auf der Domplatte gezeigt werden, wie Sie als unerträglich angesehen.“

Die Grünen sagen: „Wir sind erschrocken und entsetzt darüber, dass Herrmann zur Illustration seiner Kritik an der Politik Israels unter anderem eine Karikatur aufgehängt hat, die einen Juden zeigt, der mit Messer und Gabel ein palästinensisches Kind zerstückelt. Das ist widerwärtig. Das ist ganz klar antisemitisch. Egal, was man von der Politik Israels hält – Antisemitismus und Rassismus dürfen und wollen wir nicht dulden.“

Die Christdemokraten schreiben: „Im Namen der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln darf ich Ihnen versichern, dass wir die von Ihnen beschriebene Darstellung nicht akzeptieren können. Nach unserer Ansicht hat Herr Herrmann hier nicht nur die Grenzen des in einer politischen Auseinandersetzung Gebotenen weit überschritten. Vielmehr stellt sich durch die Darstellung eines Juden, der mit Messer und Gabel ein palästinensisches Kind zerschneidet, in der Tat die Frage nach der strafrechtlichen Verantwortlichkeit. Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft war der einzig gebotene und daher richtige Schritt.“

Oberbürgermeister Jürgen Roters redet sich damit heraus, dass er die antisemitische Mauer tolerieren müsse, da sie von der Meinungsfreiheit gedeckt sei, wie jüngst die Staatsanwaltschaft Köln tatsächlich bestätigt hat. Es ist interessant zu sehen, dass eine deutsche Staatsanwaltschaft eine eindeutig antisemitische Karikatur als Meinungsfreiheit durchlässt, während zur selben Zeit andere deutsche Gerichte entschieden haben, dass das Zeigen der Flagge von Israel unter Umständen keine freie Meinung sondern verboten ist! Folgende Urteile, Entscheidungen und Rechtfertigungen wurden zur selben Zeit in anderen deutschen Gerichten gefällt.

Da eine Frau in Bochum eine Israel-Flagge nur gezeigt aber nicht verbrannt hatte, wurde sie zu einer Geldstrafe von € 300,- verurteilt.

Da eine Person in Duisburg eine Israel-Flagge an seinem Fenster befestigt hatte, stürmte die Polizei die Wohnung, um die Flagge zu entfernen.

Die Stadt Kassel verbietet das Zeigen der Israel-Flagge.

Noch deutlicher kann es Deutschland nicht machen: Juden dürfen in Deutschland beleidigt werden, aber ihr Stolz wird gerichtlich beschränkt. Israelhass ist durch das Recht auf freie Meinung gedeckt – Israelliebe nicht! Solidartiät mit Juden darf es in Deutschland nicht geben und wenn sich doch so etwas wie Solidarität regt, dann schreitet ein deutsches Gericht ein.

Hiermit bitte ich Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Tel Aviv, Jürgen Roters ob seiner Toleranz gegenüber diesem brutalen Judenhass massiv zu kritisieren und gegebenenfalls sogar über eine Beendigung der Städtepartnerschaft nachzudenken.

Es kann und darf einfach nicht sein, dass Israels pulsierenste und weltoffenste Stadt mit einer von Deutschlands leider antisemitischsten Stadt befreundet ist.

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Liebe Leserinnen und dieser dieses Artikels, bitte kopieren Sie diesen Bericht, verbeiten Sie ihn massiv und senden Sie ihn vor allem an die Verantwortlichen der Stadt Tel Aviv, sowie an alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt, die sie kennen.

Hinweis: Es gibt eine Ergänzung dieses Eintrags, die einen (Teil-) Erfolg vermerkt.

5 Gedanken zu “Tel Avivs antisemitische Schwester

  1. Ich habe eben zum ersten Mal von diesem Skandal in Köln gehört und bin erschüttert. Sehr hoffe ich, dass der juristische Weg in höhere Instanzen beschritten wird. Wenn das die neue Realität in Deutschland wird und in der nächsten Instanz bestätigt werden sollte, dann kann es eine Strafbarkeit von Antisemitismus gar nicht mehr geben, dann ist damit eine gänzliche neue Qualität erreicht. Dagegen müssen wir Juden uns wehren! Der Zentralrat ist hier ebenso gefragt wie eine Vernetzung der Gemeinden untereinander! Und natürlich ist zu hoffen, dass Jürgen Roters für sein Herumeiern auch in Tel Aviv öffentlich massiv gerügt wird! Shawu’a tow, Daniel Kempin

  2. http://tapferimnirgendwo.wordpress.com/2010/12/17/die-mauer-muss-weg-2/

    Jürgen Roters (SPD) hat am 17. Dezember 2010 eine deutliche Resolution gegen die Kölner Klagemauer erlassen, in der er die sofortige Entfernung der „Kölner Klagemauer“ fordert.

    Damit nicht genug. Nicht nur er fordert die sofortige Entfernung der „Kölner Klagemauer“, sondern mit ihm noch folgende Personen und Institutionen, die alle die Resolution unterschrieben haben.

  3. Die Kölner SPD-Ratsfraktion weist den Vorwurf von Herrn Gerd Buurmann vom 16.12.2010 mit Nachdruck zurück, die SPD würde die antisemitische und volksverhetzende Karikatur an der „Kölner Klagemauer“ tolerieren. Seine Einschätzung, Köln sei eine antisemitische Stadt und die Stadt Tel Aviv solle deshalb darüber nachdenken, die Städtepartnerschaft mit Köln zu beenden, verletzt uns und erfüllt uns mit Befremden
    Zusammen mit dem Oberbürgermeister und zahlreichen Personen und Institutionen der Kölner Stadtgesellschaft hat die SPD-Ratfraktion am 17. Dezember 2010 eine deutliche Resolution veröffentlicht, mit der sich die Unterzeichner ausdrücklich gegen Formen menschen- und völkerverachtender Installationen und Veröffentlichungen in Köln aussprechen.
    Auch wenn sich die Initiatoren der Kölner Klagemauer juristisch auf das hohe Gut der grundgesetzlich geschützten Meinungsfreiheit berufen können, sehen wir es als unsere Pflicht an, grundsätzlich immer dann eine Grenzziehung einzufordern oder vorzunehmen, wo zum Hass gegen andere Völker aufgerufen wird und antisemitische – oder auch andere Religionen verunglimpfende – Botschaften verbreitet werden. Mit der in extremer Einseitigkeit gegen Israel gerichteten Dauerdemonstration „Kölner Klagemauer“ vor dem Kölner Dom sind nach unserer Auffassung die Grenzen der Meinungsfreiheit in einer Stadt, die für Toleranz und Frieden steht, schon lange überschritten. Die Dauerdemonstration vermittelt keine Botschaften des Friedens, sondern des Hasses gegen ein Volk, das wie kein anderes Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns wurde und dessen Existenzrecht als Staat nach wie vor von vielen Kräften in der Region nicht anerkannt wird. Sie verunglimpft die Klagemauer in Jerusalem, das religiöse Zentrum des jüdischen Volkes.
    Viele Kölner Vereine und Institutionen pflegen seit Jahrzehnten freundschaftliche Beziehungen mit Israel und den benachbarten palästinensischen Autonomiegebieten. Als einzige deutsche Stadt ist Köln durch Tel Aviv-Yafo und Bethlehem mit beiden Regionen städtepart-nerschaftlich verbunden. Völkerverbindende Kontakte wie diese stützen den immer wieder von Rückschlägen bedrohten Nahostfriedensprozess. Stadtgesellschaft und Stadtverwaltung stellen sich in vielfältiger Weise dem Extremismus und Antisemitismus durch die Entwicklung von Strategien, mit Bildungsangeboten, gemeinsamen Veranstaltungen, themenbezogenen Einrichtungen oder diversen anderen Initiativen entgegen. Die hier oftmals mühsam erzielten Erfolge werden durch Aktivitäten wie die der “Klagemauer“ konterkariert. Wir können und wollen die Vorgehensweise von Walter Herrmann, dem Betreiber der Dauerdemonstration, nicht länger hinnehmen und haben Walter Hermann daher gemeinsam mit den anderen Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern der Resolution aufgefordert, alle menschen- und völkerverachtenden Installationen umgehend zu entfernen – genauso, wie er es mit oben er-wähnter Karikatur Anfang 2010 getan hat – und künftig auf solche zu verzichten. Eine Verunglimpfung wie im Januar 2010 darf es nie wieder geben.

    • Sehr geehrte Kölner SPD,
      wie glaubwürdig ist eine solche Erklärung, wenn Sie bis zu Herrn Buurmanns öffentlicher Anklage brauchen, um eilig eine Erklärung im Stadtrat zu initiieren, die zufälligerweise mit dem Besuch des Oberbürgermeisters in Tel Aviv zusammenfällt?
      Wie glaubwürdig ist eine solche Erklärung, wenn seitdem weiterhin nichts geschieht, um diese Schande für ganz Deutschland, insbesondere aber Köln endlich zu beseitigen?
      Wie glaubwürdig ist diese Erklärung, wenn vor Herrn Buurmanns Aktion die SPD sich nicht ansatzweise kritisch zu diesem Hassobjekt äußerte, eher im Gegenteil?
      Wie lange wollen Sie noch dafür sorgen, dass dieses Hetz- und Hass-Projekt unbehelligt und ohne Widerspruch vor Ort bleibt?

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