Gute Frage aus einer unerwarteten Quelle

Elder of Ziyon, 29. Dezember 2010

„Kaffir“ stellte meine Bagatellfrage aus dem Eintrag von gestern bei Reddit ein und der erste Kommentierende fragte:

Boah, Alter, was zur Hölle ist denn deine Perspektive, Israel wird nie einen friedlicheren Palästinenserführer als Abbas bekommen. Ist das der Grund, dass du ihn nicht magst?

Und in diesem einzelnen Satz fasst der Kommentierende die ganze Auseinandersetzung zwischen der Linken und der Rechten zusammen.

Sollte Abbas nach seinen Worten und Taten beurteilt werden oder im Vergleich zu anderen palästinensisch-arabischen Führern?

Die eine Seite, diejenigen, die gerne sagen, dass man Frieden nur mit seinen Feinden schließen kann, sieht Abbas schlimmstenfalls als mit Fehlern behaftet, aber als die beste Chance auf Frieden. Ohne ihn ist der Frieden „zum Untergang verurteilt“.

Die andere Seite betrachtet das in absoluten Begriffen, nicht in relativen. Wenn Israels viel versprechendster „Friedenspartner“ null Interesse an Kompromissen zeigt und kein Problem damit hat die widerwärtigsten Terroristen öffentlich zu feiern, warum sollte er überhaupt als Friedenspartner in Betracht gezogen werden?

Die Frage lässt sich auf das hier eindampfen: Welche Art von Frieden kann Abbas bringen? Wenn er weiter auf dem „Rückkehrrecht“ und keinerlei territorialen Kompromissen besteht, dann ist er kein Friedenspartner, egal, wie man es definiert – und er beweist, dass sein Interesse an einem Staat weniger wichtig ist als das, was her „Prinzipien“ nennt.

Die Verwirklichung der palästinensisch-arabischen Selbstbestimmung an sich gefährdet Israels Sicherheit nicht. Aber Abbas‘ „Prinzipien“ drehen sich um viel mehr als einen Staat – sie stehen Israels Existenz als jüdischem Staat und der bloßen Idee einer jüdischen Selbstbestimmung grundsätzlich entgegen. Die Menschenrechte von Israelis in Sicherheit zu leben und der jüdischen Nation ihr eigenes Recht auf Selbstbestimmung auszuüben sind weit wichtiger als Abbas‘ „Prinzipien“; das ist ein Punkt, den die Welt nicht begreift.

Abbas führt das Recht auf palästinensisch-arabische Selbstbestimmung – was übrigens nicht notwendigerweise Eigenstaatlichkeit bedeutet – mit seinen „Prinzipien“ der Waffenstillstandslinien von 1949 und dem „Rückkehrrecht“ und höchstwahrscheinlich auch dem Recht ein Militär zu haben und den Iran auf etwas Tee und Raketen einzuladen.

Sein Handeln deutet an, dass Selbstbestimmung gar nicht sein Ziel ist, sondern die „Prinzipien“ – „Prinzipien“, die von Arafat dazu geschaffen wurden Israel zu vernichten.

Mit anderen Worten: Abbas scheint „Frieden“ als ein Trojanisches Pferd zu betrachten, um die Wünsche seiner Vorgänger Arafat und dem Mufti zu erfüllen, nicht als Mittel einen palästinensisch-arabischen Staat zu schaffen.

Abbas‘ „Frieden“ ist ein exakter Widerspruch zu echtem Frieden. Er würde mehr Blutvergießen auf beiden Seiten zur Folge haben als der Status quo.

Die Frage ist also nicht, ob man Abbas als Friedenspartner betrachten kann, denn es gibt keine moderatere Alternative. Die Frage ist, ob Abbas überhaupt ein echter Friedenspartner ist und wie seine Ziele aussehen – Fragen, die er sehr aus ausdrücklich und sehr oft beantwortet.

Nur, dass keiner der „Friedens“-Fürsprecher diesen Antworten zuhört.

Ein Gedanke zu “Gute Frage aus einer unerwarteten Quelle

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.