Außenministerium findet die Begriffe „Mutter“ und „Vater“ so veraltet

Doug Powers, MichelleMalkin.com, 8. Januar 2011

In Monty Phythons „The Meaning of Life“ (Der Sinn des Lebens) fragte eine Frau, die gerade entbunden hatte, die Ärzte, ob ihr Baby ein Junge oder ein Mädchen sei. Ein Arzt antwortete missbilligend: „Es ist doch etwas zu früh damit anzufangen Rollen aufzuzwingen oder sehen Sie das anders?“ Dieser Film wurde gedreht, als diese Art von Antwort noch fiktiv genug war um lustig zu sein. Etwas ähnliches geschieht jetzt mit den Begriffen „Mutter“ und „Vater“.

Gestern Abend las ich, dass das US-Außenministerium plan die Worte „Mutter“ und „Vater“ aus US-Reisepässen zu entfernen und diese beleidigenden und veralteten Begriffe durch „genderneutrale Terminologie“ zu ersetzen“ – in diesem Fall durch „parent one“ und „parent two“ (Elternteil 1, Elternteil 2) – Prostest der mehr als zwei Eltern beinhaltenden Familien in 3… 2… 1… ).

Die Nachricht machte mich neugierig, weil meine Frau und ich dieses Jahr eine Reise in ein fremdes Land (Kalifornien) planen und wir zweifellos neue Pässe brauchen werden. Ich erwarte, dass ein Streit darüber ausbricht, wer von uns „Elternteil 1“ und wer „Elternteil 2“ sein darf.

Ich freue mich auf den Film während des Fluges. „Parent One Dearest“*, aber wenn das langweilig wird, werde ich meinen iPod voller Klassiker des Außenministeriums haben, darunter „Parent Two was a Rolling Stone“* von den Temptations und „Your Parent One Don’t Dance“* von Loggins and Messina.

Anmerkungen heplev:
Zum einen wäre es interessant zu sehen, welche verbalen Verrenkungen z.B. spanischsprachige Länder unternehmen würden, um „genderneutrale Terminologie“ einzuführen (Eltern heißt da einfach „padres“ und padre heißt auch Vater).**
Zum anderen zeigen solche Sprachmonster-Schöpfungen sich immer da, wo Freiheit eingeschränkt wird. Man denke an Pseudo-Begriffe aus der Nazizeit oder auch aus dem „real existierenden Sozialismus“, mit denen das Volk terminologisch-denkerisch auf die dem Regime gefällige Spur gebracht werden sollte. (Beim noch harmlosen „Jahresendzeitflügelfigur“ – klingelt da etwas?)

* Mommie Dearest, deutsch: Meine liebe Rabenmutter; „Papa was a Rolling Stone“; „Your Mama Don’t Dance“
** Ein Vögelchen berichtete, dass es in Spanien jetzt „progenitores“ gibt und das wären dann „progenitor A“ und progenitor B.

6 Gedanken zu “Außenministerium findet die Begriffe „Mutter“ und „Vater“ so veraltet

  1. Am besten vergibt man dann Elternteil 1 und Elternteil 2 immer abwechselnd – bei jeder neuen Geburt wird die Reihenfolge vertauscht, so daß ganz gerecht alle mal drankommen mit Nr. 1.

    Darf ich dann nicht mehr „mein Mann“ sagen? Das ist ja sowieso gräßlich veraltet, wieso sag ich das eigentlich noch? Noch dazu, wo es auf Hebräisch tatsächlich „mein Besitzer“ heißt – oder auch „mein Götze“ oder „mein Herrchen“ (baali).

    Muß ich dann sagen „der andere Elternteil meiner Kinder“? Aber besitzanzeigende Fürworte sind ja eigentlich auch ein Verstoß gegen die Menschenrechte.

    „Der Erzeuger der Nachkommenschaft, die unseren Namen trägt“? Wieder so ein „unser“. Und mit „Erzeuger“ reduziere ich ihn auf seine biologische Rolle. Ich mache ihn eigentlich zum Objekt. Oh weh.

    Ich bin gewiß für gleiche Rechte für alle denkbaren Geschlechter, aber diese symbolischen Tänzchen um Begriffe halte ich für Energieverschwendung.

    • Nein, Lila, „mein Mann“ darfst du dann nicht mehr sagen, das ist jetzt das Privileg der Schwulen. 🙂
      Aber du kannst ja „Elternteil 1 (bzw. 2) dieser Familie sagen“, dann ist das verpönte Possesivpronomen los. Allerdings könnte es sein, dass dann wieder von den Alternativlingen geschimpft wird, dass du einen Amerikanismus einführst, wenn auch auf Deutsch. „Diese Familie“ – oft schreiben amerikanische Journalisten „this journalist“, wenn sie sich selbst meinen. Und Amerikanismen sind ganz, ganz böse!

  2. Ich bin gewiß für gleiche Rechte für alle denkbaren Geschlechter, aber diese symbolischen Tänzchen um Begriffe halte ich für Energieverschwendung.

    Ich fürchte, liebe Lila, da liegst Du falsch, weil Du immer noch in den Begriffen einer gemäßigten Spielart des 80er-Jahre-Feminismus denkst. Allein dass Du die Formulierung „alle denkbaren Geschlechter“ offenbar sarkastisch meinst, zeigt schon, dass Du nicht auf der Höhe der Zeit bist. Es gibt nämlich gar keine „Geschlechter“ mehr, was ja bedeuten würde, dass „Geschlecht“ etwas mit Biologie zu tun hat; es gibt nur noch „Gender“, und die sucht man sich selber aus. Selbstverständlich ist das Quatsch, aber es ist Konsens der linken „Wissenschafts“-Mafia. Wenn Du an einer deutschen Uni das Wort „Geschlecht“ verwendest, bekommst Du beim ersten Mal eine strenge Ermahnung von Deinem Dekan, beim zweiten Mal boykottieren die Studenten, Deine Vorlesung, beim dritten Mal bist Du Deinen Job los. Nein, das ist keine Satire.

    Es ist mit dem Feminismus wie mit allen linken Ideologien: Sie kennen kein Ende. Wenn die Gleichberechtigung erreicht ist, dann wird die Gleichheit eingeführt, und zwar ganz wörtlich in dem Sinne, dass es die Kategorien „Männer“ und Frauen“, „Väter“ und „Mütter“ nicht mehr geben soll.

    Es handelt sich mitnichten um „Energieverschwendung“, sondern um die Verwirklichung eines Projektes der Zerstörung der Familie. Die Vorstellung, dass zur Elternschaft ein Paar von Mann und Frau gehört, ist in den Begriffen „Mutter“ und „Vater“ enthalten, und deshalb sollen die weg. Wenn man die „Elternteile“ nummeriert, dann kann ein Elternteil genauso normal sein wie deren vier oder fünf, und es kann sich notfalls auch um eine Gruppe von drei Lesben handeln.

    Das, worum es hier geht, ist die Steuerung von Gedanken mithilfe der Sprache, also genau das, was Du bei Orwell nachlesen kannst.

  3. ‚Steuerung von Gedanken mithilfe der Sprache‘, ja, Sprachmanipulation ist interessant, grad wenn wir die letzten zwo Diktaturen auf dt. Boden ansehen. Schwer, diese Macht zu überschätzen, weshalb es ja auch Gegenbewegungen gab (literarische), die extra ‚Kahlschlagsprache‘ benutzten wegen dem vorhergehenden krassen Missbrauch. Manche Worte sind so gründlich versaut worden, dass man sie besser nicht benutzt, aber hier gehts subtiler zu, noch. Anflug von Übelkeit, weiterdenken mag ich solche Gedanken grad nicht wirklich ernsthaft. Dann doch lieber grimmig amüsieren über die Vorstellung, wer sich so alles als Elternteil 1-x ausgeben könnte, warum eigentlich keine Musikgruppen oder Kegelbrüder.

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