Maroniten in Jerusalem

Yaacov Lozowick, 28. Janaur 2011

Ich verbrachte heute Morgen ein paar Stunden im maronitischen Gelände der Altstadt. Ich gebe zu, dass mir bis vor kurzem nicht einmal bewusst war, dass es einen solchen Ort gibt, auch nicht, dass es in der Stadt überhaupt Maroniten gibt. Es sieht so aus, dass sie da sind und dass sie seit dem 19. Jahrhundert dort sind. Sie sind extrem gastfreundlich und ihr kleiner Gebäudekomplex ist wunderschön. Er liegt im armenischen Viertel, ganz nahe an der Grabeskirche, die das Herz des christlichen Viertels bildet. (Die Kirche mit zwei Kuppeln befindet sich in der Mitte des Bildes.)

Während ich dort war, gingen mir ein paar Dinge durch den Kopf.

Erstens: In der ottomanischen Zeit war die gesamte Levante eine politische Einheit und die Menschen zogen ständig herum. Ich habe keinen Zweifel, dass es Palästinenser gibt, deren Familien seit Jahrtausenden hier gewesen sind, vielleicht sogar irgendwann jüdische Vorfahren hatten; doch eine große Zahl von ihnen kam im 20. Jahrhundert hierher oder im 19. oder 18. Sie sind nicht mehr Ureinwohner dieses bestimmten Fleckens Land als die Juden, die seit dem 16. Jahrhundert (und früher) hierher zogen.

Zweitens gibt es wahrscheinlich ein paar Tausend Arabisch sprechende Israelis (ich bin mir nicht sicher, wie „palästinensisch“ unser Hauptgastgeber war), die seit 1967 nach Jerusalem zogen und auf der „palästinensischen“ Seite der Grünen Linie leben. Wer ein Verfechter der Interpretation des internationalen Rechts ist, die sagt, dass es Israel verboten ist seine Bürger über die Grüne Linie ziehen zu lassen, muss auch die nicht jüdischen Israelis einschließen. Was bedeutet, das diese Araber, da sie in den jüdischen Vierteln leben, abgezogen werden müssen, wenn Israel die Stadt teilt.

Der Schwachsinn der Idee Jerusalem zu teilen, wird immer größer, je mehr man sich die Einzelheiten ansieht.

(Yaacov Lozowick schreibt in seinem Blog eine unregelmäßig ergänzte Reihe „Don’t Divide Jerusalem“, in der er darlegt, wie unmöglich und bescheuert eine Teilung ist.)

2 Gedanken zu “Maroniten in Jerusalem

  1. Teilen, eine (diese) Stadt – warum?
    Den Einen ist es Alles, den Anderen … manchmal.

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