Rassismus in Israel (gegen Juden)

Yaacov Lozowick, Jan. 30, 2011

Ich habe derzeit nicht so viel zu Ägypten zu sagen. Gestern Abend gab es allerdings in Tel Aviv eine Demonstration, bei der die Demonstranten die ägyptischen Demonstranten unterstützten – und die Story hat eine köstlichen Drall.

Sie werden sich zweifellos daran erinnern, dass vor eine Weile einige Rabbiner einen furchtbaren Brief dagegen schrieben, dass israelische Araber in jüdische Teil von Safed zogen. Jemand, ich glaube, es war Jeffrey Goldberg, schrieb damals, die Folge-Ergnisse seien für ihn der Beweis, dass Israels Immunsystem ziemlich gut gegen diesen schädlichen Virus arbeite, da fast jeder, von der Rechten bis zur Linken, vom Premierminister bis zu den meisten Rabbinern, in der Verurteilung des rassistischen Briefs und seiner wenigen Unterstützer vereint war.

Das war damals. Jetzt befindet sich sozusagen der Schuh auf dem anderen Fuß, da arabische Aktivisten in Jaffa gegen Juden demonstrieren, die in ihr Gebiet ziehen. (Natürlichl haben Juden in Jaffa immer wieder gelebt – seit den Tagen, als Jonah mit dem Wal rumschipperte.) Gestern Abend marschierten rund tausend Demonstranten – Araber und Juden – in Jaffa gegen die rassistischen Juden die dort zu leben wünschen. Sie skandierten ihre Unterstützung für die Ägypter und ihre Abscheu gegen Juden oder jedenfalls gegen religiöse Juden.

Zu den Demonstranten gehörte der Hadash-Knessetabgeordnete Dov Khenin; er sagte: „Wir sind gekommen, um mit klarer Stimme Nein zu Rassismus und Siedlung zu sagen. Gerechtigkeit und Gleichheit werden Rassismus und die Siedler besiegen.“

Wenn Ihnen das nicht köstlich genug ist, dann denken Sie über das Dilemma von Joseph Dana nach, einer der extremsten Stimmen in der israelischen Demokratie; er ist einer, der regelmäßig mit Palästinensern gegen die Soldaten seiner eigenen Armee demonstriert. Ich haben nichts gefunden, das er direkt zum Rabbi von Safed geschrieben hat, allerdings verlinkte er zustimmend einige seiner Kollegen, die damals darüber schrieben, wie furchtbar und rassistisch die israelische Gesellschaft ist. Gestern Abend nahm er an der Demonstration teil, doch sein Bericht ist uncharakteristisch kurz gefasst, enthält hauptsächlich Bilder und diesen kurzen Text:

Während Ägypten mit seiner Revolution auf der Straße weiter macht, hielten die Bürger Jaffas einen Marsch durch die Statt ab, gegen Rassismus und Siedlungen. Rund 800 palästinensische und israelische Einwohner der Stadt marschierten durch die Straßen und skandierten auf Arabisch und Hebräisch gegen die Welle des Rassismus, die die israelische Gesellschaft erobert. „Juden und Araber gegen den Hass und Terror von Siedlern“ und „Von Jaffa bis Kairo ist alle Volksmacht revolutionär“. Einige der Protestierenden trugen ägyptische Flaggen und viele schienen von den sich in Ägypten entfaltenden Ereignissen angetrieben. Trotz starker Polizeipräsenz und sogar Polizeihubschraubern wurden von dem nicht gewalttätigen Protest keine Gewalt-Vorfälle berichtet.

Sie sehen, Dana hat ein Problem: Er ist ein Jude … der in Jaffa lebt.

[Und wegen eines Kommentars bei Yaacov Lozowick für alle, die es nicht begreifen wollen: Hier geht es nicht darum, dass der Rabbiner-Brief relativiert werden soll. Es geht darum, dass diese Linken und die PalAraber denen in Safed Rassimus vorwerfen, selber aber genau solchen Rassismus betreiben.]

2 Gedanken zu “Rassismus in Israel (gegen Juden)

  1. Schade, es ist in Ägypten zu dem gekommen, was wohl unvermeidlich war. Jetzt wird um die Macht gekämpft. Brandbomben fliegen, Schüsse fallen, Menschen werden gejagt. In Kairo findet eine regelrechte Schlacht zwischen Regimegegnern und Mubarak-Getreuen statt. Am Abend forderte die Armee im Staatsfernsehen den Abzug der Demonstranten vom Tharir-Platz. Mir tun die ganzen armen Menschen einfach leid. Warum, musste es nur dazu kommen.

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