Ein Friedensvorschlag für das Quartett

Dr. Jack E. Friedman, Aruz-7, 25. Februar 2011

Die Obama-Administration und ihre Teilhaber am Nahost-Quartett haben verbissen nach einer Friedensformel zwischen Israel und den Palästinensern gesucht. In ihrem ehrwürdigen Kollektivurteil sind die Haupthemmnisse für eine friedliche Lösung die „Siedlungen“ und die Besatzung von „palästinensischem Land“ jenseits der Waffenstillstandslinien von 1948 (die „Grenzen“ von 1967). Israel seinerseits hat direkte Verhandlungen gefordert, in denen die Parteien Themen behandeln, die mit Sicherheit und zu verteidigende Grenzen zu tun haben – unter anderen kritischen Fragen, die für die Erreichung einer „Zweistaaten“-Lösung unerlässlich sind.

Wie viele Israelis und – stelle ich mir vor – unsere Gegenüber unter unseren angeblichen Friedenspartnern habe ich Nächte lang wach gelegen und mich gefragt, ob wir jemals einen Weg aus dieser zerstörerischen Sackgasse finden werden. Neulich hatte ich eine Erleuchtung, die ich der Palästinenserführung und den gut meinenden Friedenssuchern der internationalen Gemeinschaft anbieten will.

In Anerkennung dessen, dass der Begriff „Besatzung“ sich auf die gewaltsame Übernahme von allem oder einem Teil eines anderen Landes bezeichnet (ich denke da z.B. an die Türkei auf Zypern), sollten die Obama-Administration und das Quartett einen Vorschlag erarbeiten, mit dem gefordert wird, dass Israel sich umgehend von jedem Zentimeter Territorium zurückzieht, das jemals einem souveränen palästinensisch-arabischen Staat im Bereich zwischen Mittelmeer und Jordan gehört hat. Der Plan würde natürlich Jerusalem einschließen und von Israel verlangen, dass es vollständig aus jedem Viertel der Heiligen Stadt abzieht, das jemals als Hauptstadt einer palästinensischen (oder arabischen) Regierung diente.

Die Vereinbarung würde dem Sicherheitsrat vorgelegt, wo ihre einstimmige Annahme sichergestellt würde. Um mögliche Beweise einer palästinensisch-arabischen Souveränität im Land oder in Jerusalem aufzudecken, müsste der Rat den Generalsekretär anweisen eine von einem angesehenen Experten geführte, ausgewählte Kommission zu schaffen, die gründliche Durchforschung der historischen Aufzeichnungen unternimmt. Der Sicherheitsrat müsste dann eine Resolution verabschieden, die die Parteien verpflichtet die Ergebnisse der Kommission als Vorgabe zu akzeptieren, um den Konflikt endgültig zu einem Ende zu bringen.

Ich würde gerne glauben, dass die von mir vorgeschlagene Initiative von beiden Seiten willkommen geheißen wird. Die Palästinenser könnten kaum der Verlockung widerstehen, dass eine Faktenbasis für ihren eisernen Anspruch gefunden werden könnte, dass Israel der illegale Usurpator von Land ist, das einem palästinensisch-arabischen Gemeinwesen gehörte. Und für Israel würde es die Gelegenheit bieten, ein für allemal diese gemeine Verleumdung zu beerdigen.

5 Gedanken zu “Ein Friedensvorschlag für das Quartett

  1. Nö. Würde gar nichts bringen. In Nullkommanichts würden die Palästinenser alle Beweise bringen, samt Nachweis, daß die Klagemauer uraltes islamisches Heiligtum ist. Und die ganze westliche Welt wird sagen: seht ihr wohl, wir wußten es immer schon.

    Leider ist die Chance verpaßt, mit der Wahrheit zu siegen. Die Lüge ist später aufgestanden, hatte längere Beine, und während die Wahrheit sich gemächlich auf den Weg machte, hat sie sie überholt.

    • Natürlich hast du recht, Lila. Es ist unrealistisch. Aber darum geht es ja nicht unbedingt. Ich habe diesen Text übersetzt, um Leute ans Nachdenken zu bringen. Ich weiß auch, wer sich davon absolut nicht beeinflussen lassen wird. Aber ich hoffe, dass es genügend Menschen gibt, die sich anfangen Gedanken zu machen, wenn sie so etwas zu lesen bekommen.

  2. Ich weiß, ich weiß. Aber ich wollte sagen: wer jetzt Forderungen an Israel stellt, die dem Selbstmord gleichkommen, der wird die Wahrheit nicht wahrhaben wollen. Die historische Wahrheit ist leider aus der Mode gekommen und durch gleichwertige „Narrative“ abgelöst.

    Natürlich hoffe ich auch immer, daß mal ein Leser stutzig wird und sagt: oh, so ist das…? Die Hoffnung darf man auch nicht aufgeben.

    Vielleicht findet sich ja irgendwann mal ein Kompromiß…?

  3. >>Die historische Wahrheit ist leider aus der Mode gekommen und durch gleichwertige „Narrative“ abgelöst.<<
    Ich würde ja eher „gleichwertige“ Narrative schreiben… 🙂

    Einen Kompromiss finden wir mit dem, oben im Eintrag steht, sicherlich nicht. Dafür ist das zu provokativ darauf ausgelegt zu zeigen, dass es so einiges nicht gibt, was die Araber behaupten bzw. dass von dort derart viele Unwahrheiten kommen, dass ein Kompromiss nicht möglich ist. Es braucht schon eine fundamentale Kehrtwende "im Herzen", wie Daniel Pipes so gerne sagt.

  4. Ich find’s großartig. Ich bin sicher, dass diese Forderungen, so formuliert, auf einem sagenwirmal Die Linke-Parteitag auf breite Zustimmung stoßen würden, weil solche Leute in ihrer besinnungslosen Israelkritik allem zustimmen, was in Duktus und oberflächlichem Eindruck nach palästinensischen „Verhandlungspositionen“ klingt.

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