„Plötzlicher Jihad“-Syndrom am Frankfurter Flughafen?

Ein 21-jähriger Kosovo-Albaner schoss am Frankfurter Flughafen auf einen Bus des US-Militärs, tötete den Fahrer und einen weiteren Soldaten und verletzte weitere. In den Nachrichten im Radio war immer zu hören, dass man erst noch ermitteln müsse, ob das Terror war – und dass man das wohl eher ausschließe. Dann hieß es, es sei „zu früh um sagen zu können, ob die Tat politisch motiviert oder ein Terrorakt war“. Der hessische Innenminister befindet, es gäbe keine Hinweise auf einen Terrorangriff.

Wie glaubwürdig ist dieses Herunterspielen?

Der Anschlag passt in die Kategorie des „bewaffneten Jihad-Angriffs“, wie er von Anwar al-Awlaki gefordert wird.

Als Kosovare dürfte der Mann Muslim sein (ein Onkel des Festgenommenen sagt, er sei deutscher Muslim und habe am Flughafen gearbeitet) – und es gibt eine recht hohe Zahl kosovarischer Jihadisten.

Es gibt zunehmend Berichte, dass der Attentäter bei seinem Anschlag islamische Parolen brüllte.

Es riecht gewaltig nach Jihad. Es sieht aus wie Jihad…

Die Frage dürfte lediglich noch sein: War es ein „plötzlicher“, quasi „spontaner“ Jihad-Akt oder war das länger geplant?

Ein Gedanke zu “„Plötzlicher Jihad“-Syndrom am Frankfurter Flughafen?

  1. Mittlerweile gibt es über den hr anderslautende Meldungen: http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36082&key=standard_document_40951867
    Überschrift: „Flughafen-Schütze offenbar Islamist“

    Was mich allerdings noch mehr beunruhigt, als das ein islamistisch, terroristischer Hintergrund zunächst heruntergespielt wurde ist, dass der Täter unseren Sicherheitsbehörden wohl gar nicht bekannt war.
    Zitat aus dem Artikel: „Beim Bundeskriminalamt und dem Verfassungsschutz habe es keine Erkenntnisse über den Mann gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur „dpa“ in Berufung auf Sicherheitskreise.
    Allerdings gehörte der Mann nach ARD-Informationen offenbar zum Umkreis eines marokkanischen Hasspredigers, der ebenfalls in Frankfurt lebte. „Die Sicherheitsbehörden schließen daher nicht aus, dass es sich um einen islamistischen Anschlag handelt“, sagte ARD-Terrorismusexperte Joachim Hagen. Bei einer Razzia in Frankfurt vor wenigen Tagen sei der Hassprediger festgenommen worden.
    Auch im Internet war Arif U. aktiv. Nach hr-Recherchen hatte er im Internet-Portal „Facebook“ unter einem Pseudonym ein Profil eingerichtet. In dem Online-Netzwerk finden sich Kontakte zu mehreren islamischen Predigern, die als radikal eingestuft werden. Das Profil zeigt auch, dass der mutmaßliche Täter ein Freund von Egoshooter-Computerspielen und Waffen ist.“ Zitat Ende

    Daraus ergeben sich für mich zwei Fragen:
    sind 1. unsere Behörden einfach unfähig bzw. fatal schlampig gewesen oder haben 2. islamistische Terroristen ihre Tarnung dem vorherrschenden westlichen Sicherheitsstandard so exakt anpassen können, dass eine Überprüfung ihrer Vita zu falschen Erkenntnissen führte?

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