Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (07.-13.03.11)

Montag, 07.03.2011:

Dem arabischen städtischen Arbeiter, der am Sonntag in Gilo die Mülltüte aufhob, die dann explodierte, verlor einen Arm. PA-Agentur Ma’an behauptet inzwischen, „extremistische Juden“ hätten die Bombe gelegt – klar, in einem jüdischen Viertel, wahrscheinlich wollten sie Juden umbringen!

Khaled Meshaal macht wieder deutlich, was Sache ist: Versöhnung zwischen den Terrorgruppen ist nur drin, wenn man sich auf weiteren Terror einigt.

Heckmeck:
Ban Ki-moon mal wieder: Israel soll Tausende arabische Gefangene frei lassen, das würde Vertrauen zwischen den beiden Seiten schaffen. Das umgekehrte kommt dem Heini nicht in den Sinn – Freilassung von Gilad Shalit als Vertrauen bildende Maßnahme seitens der Terroristen. Ach, wie kämen wir denn dazu?
Die größte Frechheit dabei ist eigentlich noch, dass Ban die hinter Gitter gebrachten Terroristen und Verbrecher als „politische Gefangene“ bezeichnete!

Dienstag, 08.03.2011:

Heckmeck:
Premier Netanyahu sagte, eine Friedensregelung müsse beinhalten, dass die IDF die Grenze im Jordantal kontrolliert. Angesichts der gegenwärtigen Unruhen wird die Kontrolle (zur Verhinderung von Waffenschmuggel, insbesondere dem von Raketen) noch dringlicher als bisher. Salam Fayyad hält natürlich sofort dagegen: Die IDF hat da zu bleiben, wo immer die Grenzen bei einer zukünftigen Regelung festgelegt werden – und das sind die „Grenzen von 1967“.
Großbritannien stuft die PA-Vertretung in London von „Delegatin“ auf „Mission“ hoch. Das erleichtert die Vergabe von Visa, die Vertreter der Mission haben aber (noch) keinen diplomatischen Status. In Europa haben bisher Frankreich, Irland, Spanien und Portugal den Schritt vorgelegt. (Süffisanter Kommentar der israelischen Botschaft: „Es fehlt eine wirklich Höherstufung, nämlich die Bereitschaft der Palästinenser sich an den Verhandlungstisch zu setzen.“)
Lange hat es gedauert, jetzt macht die britische Regierung es vielleicht vor: Dem Besucher Mahmud Abbas werden sie sagen, dass das Durcheinander im Nahen Osten es überlebenswichtig macht die Friedensgespräche mit Israel wieder aufzunehmen. (Mal sehen, wie viel Wirkung das zeigt und wie sie bei einer Ablehnung durch Abbas reagieren.)

Mittwoch, 09.03.2011:

Die Fatah hat ihre ganz eigene Art, den internationalen Frauentag zu begehen: Sie pries die palästinensischen Frauen als „Gefangene, Märtyrerin, Schöpferin von Helden und Männern“ usw. Vor allem aber wurden die Selbstmord-Attentäterinnen hervorgehoben. Es lebe der Friedhofsfriede!

Heckmeck:
Heute noch einmal Fayyad: Keine Lösung ohne „volle  Souveränität“, ohne Jordantal, Israel ist für Terror verantwortlich (den angeblichen gegen die Araber).
Sekundiert von Mahmud Abbas: Ein „vorläufiger Staat“ wird nicht akzeptiert.
Dänemark zog nach: Wie in Großbritannien wurde dort der Status der PA-Vertretung aufgewertet.

Donnerstag, 10.03.2011:

Der Friedenspartner: Das PA-Fernsehen hat wieder enorm Lehrreiches zu verkünden: „Der Koran sagt, dass die Juden sich nur um Geld kümmern.“ Natürlich ist das die Wahrheit, nicht Antisemitismus. Ach ja: Israels Vernichtung ist „die Hoffnung aller Palästinenser“.

Die PFLP schließt sich der „Kritik“ der Hamas an: Dass die UNRWA darüber nachdenkt, in ihren Schulen im Gazastreifen den Holocaust zu lehren, ist zu verurteilen. Damit würde versucht das hässlische Gesicht des Rassismus geschönt, so dass das zionistische Gebilde seine Verbrechen an Arabern und Palästinensern rechtfertigen könne. Juden als Opfer – das geht nicht in einem Frieden, den die Araber anstreben.

Heckmeck:
Eine Delegation des Nahost-Quartetts wurde in Ramallah erwartet, um Gespräche über den politischen Prozess vor einem Treffen der Außenminister der Quartett-Staaten und dem UNO-Generalsekretär zu diskutieren, das diesen Monat stattfinden soll. Freitag soll die Delegation einen Repräsentanten Israels treffen.
Abbas, die nächste: Kein Staat mit vorläufigen Grenzen!

Samstag, 13.03.2011:

Die Hamas versucht den Terroranschlag von Itamar zu nutzen: Einmal sagen sie, sie würden jede Tat unterstützen, die sich gegen Israel richtet; zum zweiten behaupten sie, die PA würde für Israel Handlangerdienste erledigen und hätte im Zusammenhang mit Itamar 3 Hamas-Leute festgenommen. Und natürlich betonen sie, dass die Morde unter dem internationalen Recht absolut in Ordnung seien. Was ist perverser: die Terroristen, die morden und prahlen oder die Medien und Gutmenschen, die ignorieren, wie bestialisch die Terroristen sind?

Fayyad heuchelt Betroffenheit: „Wir sind gegen Gewalt und verurteilen sie, egal, wie die Umstände aussehen, wer die Opfer sind oder was die Ziele.“ (Sieht man ja anhand der von PMW dokumentierten PA-Fernsehsendungen, -Predigten und -Schulbücher…)
Im Gazastreifen sind sie ehrlicher, aber auch um so ekliger: Sie feiern, in Rafah werden Süßigkeiten verteilt.

Fars News behauptet, die Morde seien von den Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden begangen worden, die die Verantwortung dafür übernommen hätten. Nach Aussage von Ulrich Sahm hat die Fatah-Terroristengruppe das nicht getan.

Arabische Quellen im PA-Gebiet behaupten, Siedler würden arabische Häuser in Burin und Harawa angreifen. Die Orte befinden sich bei Nablus und in der Nähe von Itamar. Klar, doch, religiöse Juden kümmern sich immer einen Scheiß um den Sabbath, wenn sie Araber angreifen können, nicht wahr?
Als nächstes sollen Siedler Steine auf ein Auto der arabischen „Zivilverteidigung“ in Hebron mit Steinen beworfen haben.

Frankreich verurteilte den Terroranschlag in Itamar – um gleich darauf „maximale Zurückhaltung“ seitens Israel einzufordern, damit „Eskalation verhindert“ wird. Da ist mir die Einschätzung eines israelischen Polizeichefs doch um einiges realistischer: Der Mord zeigt das Potenzial für weiteren Terror. Aber warum soll Sarko de Funès es anders machen als die Witzfigur im Sessel des UNO-Generalsekretärs?

Sonntag, 13.03.2011:

Die israelische Regierung hat sich – mit Genehmigung der Familie der Toten – entschlossen zum ersten Mal Bilder von Terrormord-Opfern in dem Zustand, wie sie vorgefunden wurden, zu veröffentlichen. Es sind grausame Bilder – die aber einen Herrn Westerwelle sicherlich nicht dazu animieren werden weniger distanziert und gefühllos dummzuschwätzen. Oder die Antisemiten und Terroristen-Freunde zum Umdenken zu bewegen; die werden daran eher einen runterholen.

Natürlich, dass da ein Zusammenhang gesehen wird: Kabinettsmitglieder in Jerusalem beschlossen die Genehmigung von fünfhundert Wohneinheiten in Gush Etzion, Ma’ale Adumim und Kiryat Sefer. (Das ist eine Ausdehnung bestehender Orte.) Das wird von anderer Seite als „Antwort“ auf die Morde von Itamar bezeichnet (zumal Innenminister Yishai forderte für jeden Toten „1000 neue Häuser“ zu bauen). Mahmud Abbas und sein Sprachrohr Nabil Abu Runeideh finden das „inakezptabel“. Was auch sonst – sie müssen sich ihre Gründe zusammenbasteln, warum sie sich jeglicher Friedensregelung verweigern.

Nebenher geben sie aus, die Mörder von Itamar hätten auf eigene Faust gearbeitet und die PA sei für nichts verantwortlich. (Äh, ja – s. Medienhetze, Moscheehetze und Schulhetze der PA…)

Abbas, Fayyad und andere „verurteilen“ die Terrormorde von Itamar – auf welcher Grundlage eigentlich? Mit Sicherheit nicht auf der des eigenen Handelns und der eigenen Hetze wie eine ganze Reihe von Meldungen zeigt, die von Monitor-Organisationen wie CAMERA oder Palestinian Media Watch dokumentieren. Und sie können es aktuell auch nicht lassen: PA-TV glorifizierte wieder einen Terroristen, der – wer mag das für Zufall halten? – 2002 in Itamar mordete! Ein Berater von Abbas will aktuell auch wieder einen Platz nach der terroristischen Massenmörderin Dala Mughrabi benannt bekommen (was die Fatah umgehend zur selben Zeit in die Praxis umsetzt, in der die Mordopfer beigesetzt werden). Und derselbe Abbas-Berater verkündet, die Waffen der Palästinenser müssten sich gegen den Hauptfeind [Israel] richten, statt interne Konflikte auszutragen. Ach, was sind sie friedlich, die vom Westen hofierten Friedenspartner!

Heckmeck:
Der Kadima-Abgeordnete Gideon Ezra fantasiert anhand des Mordes in Itamar sich die Notwendigkeit zur schnellstmöglichen Aufnahme von Friedensgesprächen zusammen. Ich denke, es gibt andere Gründe, um das zu befürworten. Und leider jede Menge besserer dagegen.
UN-Sonderkoordinator Robert Serry hat Sorgen – wegen 500 geplanter jüdischer Wohnungen, nicht wegen 5 von arabischen Terroristen ermordeter Juden.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).