Der Moment der Wahrheit für die Linken

Op-ed: Nach Anschlägen müssen die Linken sich entscheiden, ob sie „nützliche Idioten“ oder Antisemiten sind

Assaf Wohl, YNetNews, 12. März 2011

Hallöchen, du globaler Linker:

Fast jeden Tag wird den Bürgern Israels von weiterer Zurschaustellung von Feindseligkeiten gegen uns berichtet. Oft werden wir über die verschiedenen Boykotte informiert, die gegen israelische Waren verhängt werden, von der Absage von Kulturveranstaltungen in Israel und sogar von Versuchen die israelischen Universitäten zu boykottieren.

Gerade letzte Woche sah ich, wie Pink Floyds Roger Waters auf einen Boykott Israels drängte. Zu seinen Argumenten gehörte eine peinliche Kombination an Vorwürfen, einschließlich der schönsten Sätze der Propaganda von Al-Jazira. Das bedeutendste Argument war Israels Bezeichnung als rassistischer „Apartheidstaat“, der eine Mauer baut, die Araber und Juden trennt.

Nun, schau mal, was am Samstag passierte. Einer oder mehrere Terroristen drangen in die Gemeinde Itamar ein, die sich jenseits des Schutzzauns befindet. Sie schlachteten fünf Familienmitglieder mit Messern ab, darunter ein elfjähriges Kind, einen vierjährigen Jungen und ein drei Monate altes Baby, ein Mädchen.

Einwohner des Gazastreifens feierten das Massaker, das ist also kein Fall individuellen Wahns. Das sind dieselben Palästinenser, die den Tod Tausender in den Twin Towers feierten. Das sind dieselben Leute, die auf den Plätzen Teherans, Damaskus‘, Beiruts und sogar Istanbuls standen und „Tod Israel“ brüllten. Wie sich herausstellt, kann auch ein Baby „Israel“ sein.

Stellen wir die Ideologie einen Moment beiseite und reden von Zahlen. Bevor der Zaun gebaut wurde, wurden in Israel regelmäßig vorsätzlich geplante Horrorakte begangen. Allein im Jahr 2002 wurden 189 Israelis bei 53 Terroranschlägen massakriert. Während der Zaun ausgebaut wurde, gingen diese Feindseligkeiten zurück, bis sie 2009 bei Null standen. Das sind die Zahlen.

Meine Schlussfolgerungen, die sich auf die oben vorgelegten Daten stützen, sind einfach: Mit einem Zaun vor Ort gibt es keine Massaker. Ohne Zaun werden hunderte Zivilisten massakriert. Also unterstützen die, die an einer Entfernung des Zauns interessiert sind, die Abschlachtung von Israelis. Warum also befürwortest du, lieber Linker, konkrete Massaker?

Nützliche Idioten

Stelle dir die folgende Frage: Warum setzt du geplantes Abschlachten von Zivilisten der nicht beabsichtigten Schädigung von Zivilisten gleich, die als menschliche Schutzschilde für Raketenschießer und Selbstmordbomber dienen? Dafür gibt es zwei mögliche Antworten.

Die erste Antwort, lieber linker Genosse, ist: Du bist schlicht ein Idiot. Sei nicht beleidigt, mein Freund, du bist nicht „einfach“ ein Idiot. Du bist ein Idiot des Typs, den Lenin als „nützlichen Idioten“ bezeichnete. Was bedeutet das? Du wirst einfach ausgenutzt.

Du wirst von einem globalen Islam ausgenutzt, der versucht einen demokratischen Staat zu eliminieren. Immerhin wärst du nicht in der Lage auch nur fünf Minuten in der Alternative zu überleben, die sie für dich bereiten. Wenn du willst, kannst du dir den Zustand der freien Meinungsäußerung, der Verfolgung von Christen, der Steinigung von Frauen und des Henkens von Homosexuellen in der muslimischen Welt näher ansehen.

Du glaubst wahrscheinlich, dass du den Staat Israel legitim kritisierst. Doch hier belügst du dich selbst. ein wenig. Es gibt keinen Staat wie Israel, umgeben von einem Ozean an Milliarden von Menschen, die nach seiner Auslöschung rufen. Seine Nachbarn, die erkannten, dass sie ihn auf dem Schlachtfeld nicht besiegen können, nutzen dich einfach aus: Sie schießen Raketen auf unsere Kindergärten, aus dem sicheren Ort hinter deinem Rücken – ja, deinem, desjenigen, der Boykotte fordert und „Apartheid“ brüllt.

Antisemitismus

Der zweite und weniger schmeichelhafte ist: Du bist kein „nützlicher Idiot“, sondern ein einfacher Antisemit. Gibt es eine andere Möglichkeit wie du deine Besessenheit von Israel erklären kannst? Zeigst du dasselbe entschlossene Missfallen gegenüber China, dem Iran, Syrien, Venezuela oder Nordkorea?

Der Feldzug gegen den jüdischen Staat ist auf eine Weise unverhältnismäßig, die nicht wegerklärt werden kann. Auch ich muss zugeben, dass die Juden ein besonders nerviges Volk sind. Doch wir neigen nicht dazu als eine Art von Vergeltung in Bussen zu explodieren; nicht einmal in Deutschland. Bestenfalls werden wir mit dir mit Worten streiten, bis du vor Langeweile stirbst.

Vielleicht glaubst du, dass du in der Lage bist dein Gewissen von der Verfolgung der Juden und dem Holocaust zu reinigen, wenn du nur beweisen kannst, dass wir schlimmer sind als du. Vielleicht treibt dich die Tatsache, dass die– jedenfalls sagt das die Bibel – nervenden Juden, Moral in die Welt einführten, auf der der Islam und das Christentum gründeten, in den Wahnsinn. Vielleicht interessiert dich die Hervorhebung unserer Ungerechtigkeiten, weil jemand uns als „auserwähltes Volk“ brandmarkte. Wie auch immer, ich habe nicht die Absicht wegen einer 3000 Jahre alten Geschichte noch einmal in die Gaskammern zu marschieren.

Übrigens, rate mal, wer das nächste Ziel der Auslöschung ist? Weißt du das wirklich nicht? Geh und sieh in den Spiegel. In Brüssel, Paris, London und Malmö wird du bald eine ausgestorbene Spezies sein, die unter dem islamischen Gesetz ums Überleben kämpft. Und wenn du schon in den Spiegel blickst, sieh dich an und sage das Folgende: „Jetzt, nachdem ich dies gelesen habe, bin ich nicht länger ein nützlicher Idiot. Ich bin ein Antisemit, der konkret bei der Ermordung von Juden hilft.“

Das scheint dir übertrieben? Vielleicht. Aber unter dem Strich ist das, was den Ausgang angeht, genau das, was du tust.

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4 Gedanken zu “Der Moment der Wahrheit für die Linken

  1. Das ist alles war, trotzdem mag ich als israelsolidarischer Linker nicht mit diesen anderen ‚Linken‘ pauschal in einen Topf geworfen werden.
    MfG.

    • Dann warten wir mal ab, wie lange die anderen Linken dich noch als Linken akzeptieren. 🙂
      Keine Sorge, ich weiß, welche Linken ich mit solchen Texten meine – und die Leser hier auch.

  2. In Israel herrscht bei so einer Tat Trauer, Verzweiflung und die Frage, wie ein Mensch so etwas Bestialisches machen kann. Würde ein Israeli so etwas in Gaza machen und von Israel gefaßt werden, der bekäme keinen Applaus, sondern würde wie der allerletzte Dreck behandelt und zu Höchststrafen verurteilt werden.

    Bei den Palis (vornehmlich in Gaza) hingegen werden solche Bestien auch noch gefeiert und weitere animiert, diesem Helden nachzueifern.

    Ich empfinde tiefsten Ekel vor dem Täter, aber Abneigung gegen Menschen, die das, da der Ideologie und dem Täter-Opfer Profil nicht entsprechend, weitestgehend ignorieren.

    Das einzige Problem dieser Familie war nicht, dass sie Siedler sind, sondern dass sie Juden sind.

  3. „““Übrigens, rate mal, wer das nächste Ziel der Auslöschung ist? Weißt du das wirklich nicht? Geh und sieh in den Spiegel. In Brüssel, Paris, London und Malmö wird du bald eine ausgestorbene Spezies sein, die unter dem islamischen Gesetz ums Überleben kämpft.“““

    Dem kann ich nur Zustimmen. Längst weht in Europa ein neuer kalter Wind, ein Wind des Importantisemitismus durch Zuwanderer. Aber dieser Wind, weht nicht nur in Brüssel, Paris, London und Malmö, man findet ihn auch schon in Frankreich und Deutschland.
    Spätestens nach dem Erscheinen des antisemitischen Hetzfilm “ Tal der Wölfe P.“ der nur in der Originalfassung, also in türkischer Sprache, in den Kinos und das auch noch am Tag des Gedenkens
    der Opfer der Shoah uraufgeführt wurde, war klar, in welche Richtung Europa und somit auch Deutschland rudert.
    In einem Land, das Land der ewigen Gutmenschen, der Ermahner und Sarrazinhasser, ist es längst durch diesen Improtantisemitismus gängig und so cool geworden, gegen Israel und das Judentum mitzuhätzen und es beginnt eine spürbare Zunahme der Auswanderung ( Alijah) nicht nur aus den oben erwähnten Europäischen Stadten.
    Und da kommen auch schon die LINKEN in Israel mit in Spiel.
    Natürlich hat Israel keine Verpflichtung und Verantwortung für die in Europa lebenden Juden.
    Es hat aber eine Moralische Verantwortung für diese Familien.
    Wer in so einer eisigen Zeit, in dem in ganz Europa ein neuer Wind weht und in Israel eine neue Intifada ausbricht noch fordert, sich aus den Siedlergebieten zurückzuziehen handelt mit dieser Forderung unmoralisch und schlichtweg hinterhältig.

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