Hamas macht Journalisten fertig – Medien, Menschenrechtsgruppen schweigen

Khaled Abu Toameh, Hudson New York, 18. März 2011

In den letzten Tagen wurden mindestens acht Journalisten schwer mit Knüppeln verprügelt oder zur Befragung vorgeladen, als sie ihren im von der Hamas kontrollierten Gazastreifen ihren Job machten und Hamas-Polizisten in Zivil anfingen Demonstranten anzugreifen. Von anderen Journalisten wurden Kameras und Notizblöcke konfisziert, als sie über verschiedene Ereignisse berichten wollten, die von den Hamas-Behörden als „provokativ“ angesehen wurden.

Die Hamas glaubt, dass Einschüchterung der Medien verhindern wird, dass die Wahrheit heraus kommt. Wie die meisten arabischen Diktaturen toleriert die Hamas keine Berichte, die ihr radikales Regime im Gazastreifen negativ spiegeln – der Grund, weshalb die Hamas-Regierung hart gegen die örtlichen Journalisten vor, die sich nicht fügen.

Obwohl einige der angegriffenen Journalisten für internationale Nachrichtenorganisationen arbeiten, ignorierten viele dieser Auslandsmedien die Story, offensichtlich aus Angst vor Vergeltung durch die Hamas-Behörden. Diese Journalisten, die sich entschieden der Hamas zu trotzen, sollten unterstützt werden – nicht nur durch ihre Kollegen aus dem Ausland, sondern auch von westlichen Regierungen und Menschenrechtsorganisationen. Ansonsten wird der Tag kommen, an dem die Welt überhaupt nicht mehr wissen wird, was innerhalb des Gazastreifens der Hamas tatsächlich geschieht.

Im Versuch die Aufmerksamkeit von ihren repressiven Maßnahmen abzulenken, gab die Hamas-Regierung diese Woche eine Entschuldigung an alle palästinensischen Journalisten aus, die während ihrer Arbeit verprügelt wurden. Doch die Entschuldigung ist nichts als eine Masche, um den wachsenden Groll wegen des totalitären Regimes der Hamas im Gazastreifen zu dämpfen.

Einige palästinensische Journalisten sind den Drohungen und der Gewalt erlegen und haben den Beruf gewechselt; andere machen ihren Job trotz der Gefahren weiter; viele palästinensische Journalisten könnten bald gezwungen sein in den Untergrund zu gehen, weil sie um ihre Sicherheit fürchten.

Die Angriffe auf palästinensische Journalisten erreichten am 15. März ihren Höhepunkt, als Hamas-Polizisten Gewalt anwandten, um Tausende Palästinenser zu zerstreuen, die sich auf einem öffentlichen Platz versammelt hatten, um „nationale Einheit“ zwischen Hamas und Fatah zu fordern. Die Demonstration war Teil einer Facebook-Kampagne, die von palästinensischen Jugendlichen organisiert wurden und zum Ziel hatten Druck auf die zwei rivalisierenden Gruppen auszuüben, damit sie ihren Streit beenden und eine Einheitsregierung bilden.

Die Vereinigung der Auslandspresse in Israel verurteilte den Angriff auf die Journalisten und sagte, sie sei „ernstlich besorgt angesichts scharfen Vorgehens der Hamas gegen die Medien“. Sie sagte: „An einem Tag, der anscheinend der palästinensischen Einheit gewidmet war, griff die Polizei Fotografen und Kameramänner brutal an, schlug auf die Ausrüstung ein, machte sie kaputt und beschlagnahmte Fotos und Videobilder. Das ist die jüngste einer ganzen Reihe von Angriffen auf Reporter im Gazastreifen.“

Aber der Westen sieht schweigend zu.