Terroranschlag in Jerusalem

Im Zentrum von Jerusalem gab es, so hieß es im ersten Moment, „eine schwere Explosion“. Schnell war klar, dass es sich um eine Bombe handelte, die im Bereich des Zentralen Busbahnhofs gezündet worden war. Anfängliche Angaben reichten vom Busbahnhof selbst bis zum Jehuda Mahane Markt – eine ziemlich lange Strecke. Im WDR waren dazu falsche Angaben dazu zu hören, welche Buslinie da attackiert wurde.

Der Nebel lichtete sich im Lauf des Nachmittags. Die Bombe befand sich in einer Tasche, die an einer Telefonzelle an einer Bushaltestelle am internationalen Konferenzzentrum abgestellt war. Der Sprengvorgang beschädigte zwei Busse und deren Insassen sowie Fußgänger in der Umgebung. Hieß es anfangs, es gäbe 20 Verletzte, davon 4 oder 5 in ernstem Zustand, gingen die Zahlen später in die Höhe; am Abend waren es dann 39 Verletzte, davon 35 in Krankenhäuser verbrachte, sowie eine tote 60-jährige Frau. Die Opfer sind überwiegend im Alter von 15 bis 30 Jahren.

Eine weitere Folge: Einige Zeit waren die Telefonverbindungen in der Umgebung des Anschlgsortes gestört. Kurz vor 17 Uhr war aber alles wieder „in Ordnung“ – auch für den Verkehr war der Shazar Boulevard wieder freigegeben.

Das Traurige an dem Anschlag: Er wäre beinahe verhindert worden. Ein Mann rief bei der Polizei an, dass es an der Telefonzelle ein verdächtiges „Paket“ gab – dann explodierte die Bombe noch während des Gesprächs; der Anrufer gehört zu den Verletzten. Er hat aber offenbar dafür gesorgt, dass es nicht so viele Opfer gab, wie möglich gewesen wären, denn er sagte einigen jungen Leuten in der Umgebung, sie sollten sich entfernen.

Kurz nach der Tat priesen die Volkswiderstandskomitees den Anschlag und bezeichneten ihn als „direkte Antwort auf israelische Verbrechen“. Auch der Palästinensische Islamische Jihad großmäulerte in diese Richtung und fügte hinzu: „Das ist eine klare und deutliche Botschaft an Israel, dass seine Verbrechen nicht in der Lage sind den Widerstand zu brechen.“ Sollen wir hoffen, dass die ihre Einbildung nicht überleben werden? Das einzig „natürliche“ an dem Mord ist, dass er durch Hetze der offiziellen Führungen der PalAraber und ihrer Institutionen gut motiviert war.

Die PA-Führung „verurteilte“ den Anschlag in Jerusalem. Mahmud Abbas musste den Zusammenhang zu den Angriffen der Luftwaffe im Gazastreifen herstellen und diese mit verurteilten – wobei die massiven Massenmordversuche an Israelis der letzten Tage natürlich völlig unerwähnt blieben. Salam Fayyad macht sich ebenfalls in erster Linie Sorgen, dass der Anschlag unpassend gewesen ist, weil sie „der palästinensischen Sache schaden“.

Weitere Verurteilungen kommen aus den USA, vom britischen Außenminister. Obama schloss in seine Verurteilung die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen ein und betonte Israels Recht auf Selbstverteidigung, konnte es aber auch nicht lassen die versehentlich getöteten Gazaner mit ins Spiel zu bringen (umgekehrt kennt man das von ihm nicht). Außenminister Hague in London äußerte sich ausschließlich verurteilend zum Anschlag selbst. Außenminister Westerwelle gab den üblich emotionslosen Kommentar der Verurteilung des Anschlags und machte geltend. „Terror und Hass dürfen die Bemühungen um Frieden und Ausgleich in der Region nicht gefährden.“ (Ich würde sagen, die PalAraber gefährden das nicht nur, sie tun alles für das Gegenteil.)

Das war mal wieder ein Anschlag auf Juden, der es in die deutschen Medien schaffte.

Die tagesschau von 20 Uhr wertet den Anschlag: Es wird befürchtet, dass jetzt die Gewalt wieder eskaliert, heißt es dort. Ja, war das denn keine noch keine Eskalation, was die Terroristen heute und in den letzten Tagen veranstalteten? Können diese „Journalisten“ nicht wenigstens einmal die Wahrheit sagen?
Noch so ein nicht nur tagesschau-typisches Vorgehen: Es gab Proteste von Israelis, wütende Proteste. Und natürlich war ein “Ultraorthodoxer“ ganz deutlich im Bild. Die Rache-Forderungen mussten herausgestellt werden. Derart böse werden die Terroristen-Untertanen und die Terroristen in der Regeln nicht gezeigt – und der missbilligende Unterton ist auch nur bei Juden vorhanden. Dabei gibt es heute tatsächlich eine erwähnenswerte Szene, über die aber bei uns nicht informiert wird: Eine Gruppe Haredim griff im Umfeld des Anschlags einen britischen Journalisten verbal an und bezeichnete ihn als Antisemiten. Ob sie den Mann kannten und damit ihre Beschuldigung berechtigt war, ist bisher nicht festgestellt worden. Auch ein Reporter von Al-Jazira musste sich Beleidigungen anhören.

Für Richard C. Schneider (tagesschau) sind die Israelis schuld, dass „die Gewalt eskaliert“, weil Netanyahu den Friedensprozess nicht voran gebracht hat, sondern „auf Zeit spielte, um keine Zugeständnisse machen zu müssen“. Der Mann ist ein Drecksack sondergleichen: Dass die Araber noch nie Zugeständnisse machten, dass Abbas keinen Friedensplan hat außer Maximalforderungen zu stellen und gegebenenfalls – sollte Israel drohen sich diesen Forderungen anzunähern – immer noch eins draufzupacken; die Grundsatzverweigerung der Terroristen ist kein Problem, sondern Netanyahu (oder jede andere israelische Regierung).

Auch das ZDF sieht Israel als Ursache für die Eskalation – diese fand nach Meinung der Mainzer erst „nach dem blutigsten Angriff der israelischen Armee seit dem Gaza-Krieg vor mehr als zwei Jahren“ statt. Klar, vorher hat es massive Angriffe auf Israel gegeben, aber da war von Eskalation nichts zu spüren, nicht wahr?

N24 konzentriert sich darauf, dass „Netanyahu Vergeltung ankündigt“. n-tv sieht eine Zuspitzung an der Grenze zum Gazastreifen, weil Israel mit Konsequenzen auf palästinensischen Raketenbeschuss droht. Das gehört mit zum neutralsten, was ich bisher bei den Sendern gesehen habe.

Auch bei SPIEGEL Online droht Israel mit Gegenschlag, wobei dort Agenturmeldungen von ffr, dpa, AFP und dapd verarbeitet wurden. Die FAZ versucht sich tatsächlich mal in Neutralität.

Die Süddeutsche Zeitung versucht ARD-Schneider Konkurrenz zu machen: Die Überschrift „Am Anfang der Gewaltspirale“ soll wohl suggerieren, dass die letzten Tage harmlos waren; dann kommt sofort, dass „eine neue Eskalation der Gewalt“ befürchtet wird. Merke: Es werden die Israelis sein, die eskalieren; was die arabischen Terroristen die letzten Tage über machten, war keine Eskalation. Ach ja: „Jetzt rächt sich, dass die relative Ruhe in den vergangenen Jahren nicht für den Friedensprozess im Nahen Osten genutzt wurde.“ Raten wir mal, wer dafür verantwortlich ist…

Es endet, wie es enden muss:

Die Gewalt liegt im Kalkül der radikalen palästinensischen Gruppen wie der Hamas und dem Islamischen Dschihad. Doch diese Terrororganisationen haben sich bislang auch fast immer darauf verlassen können, dass Israel auf ihre Angriffe und Provokationen mit noch mehr Gewalt antwortete. Die Regierung hält das für eine angemessene Reaktion. Mit diesem Muster jedoch kann die Region nur wieder in die finstersten Zeiten des Konflikts zurückfallen – und es könnte sich bitter rächen, dass die zurückliegende Phase der relativen Ruhe nicht für Fortschritte im Friedensprozess genutzt worden ist.

Man sieht: Die Israelis sind schuld. Wenn die nicht so übermäßig gewalttätig reagierten, dann hätten die Terroristen keinen Grund zu provozieren. So wird das Opfer zum Täter gemacht und ausgeblendet, dass nicht auf den Terror zu antworten die Terroristen nur weiter ermutigt.

(Auch im Gazastreifen sind die Hamas-Terroristen diejenigen, die nur zurückschlagen – aber die dürfen das offenbar, ohne dass sie wie Israel an den Pranger gestellt werden. Und die Juden sind auch in diesem Fall wieder die Kriegstreiber, sie drohen mit einer Offensive.)

Auch der Focus kann nicht anders und muss zum Anschlag in Jerusalem die gestrigen Angriffe Israels im Gazastreifen eine Verbindung herstellen.

Offen sagt das allerdings keiner. Nur im WDR-Hörfunk konnte man am Nachmittag etwas in dieser Richtung hören: Das sei wohl eine Reaktion auf die Angriffe Israels mit 8 Toten vom Dienstag, hieß es dort. Wo bleiben die Stimmen, die sonst immer sagen, eine solche Tat sei so spontan nicht durchführbar?

Offen auch, wer die Tat beging und wie lange sie geplant war. Keine der Terrorgruppen bekennt sich bisher dazu (vielleicht sind sie ja inzwischen zu feige, weil sie doch die massive Verfolgung durch Israel fürchten?). Drei Gruppen jubeln offen. Eine gibt heuchlerische Verurteilungen ab. Das inzwischen übliche Bild, das von deutschen Medien aber nicht neutral vermittelt wird.

Advertisements

6 Gedanken zu “Terroranschlag in Jerusalem

  1. «Für Richard C. Schneider (tagesschau) sind die Israelis schuld, dass „die Gewalt eskaliert“, weil Netanyahu den Friedensprozess nicht voran gebracht hat, sondern „auf Zeit spielte, um keine Zugeständnisse machen zu müssen“. Der Mann ist ein Drecksack sondergleichen.»

    Ist dieser Schneider der, der heute abend auf ARD gesprochen hat, nehme ich an. Ich habe es auch gehört und traute fast meinen Ohren nicht. Kein Wort des Bedauerns oder so, die Botschaft lautete: sie haben es nicht anders verdient. Der Mann ist in der Tat ein Drecksack sondergleichen.

  2. Die Araber sind jetzt wohl völlig bekloppt geworden, aber der Wahnsinn hat Methode: erst das Massaker an der Familie Fogel, dann Raketenangriffe und jetzt der Bombenanschlag. Und begleitend dazu die aktuelle Hasskampagne im Internet, unterstützt von den nützlichen Idioten in Europa mit „Kauft nicht bei Juden 2.0“. Statt halbherziger und heuchlerischer Beileidsbekundungen sollten die westlichen Staaten ihre eigenen Werte verteidigen und Israel bei der Terrorbekämpfung beistehen. Die Araber verstehen halt nur die Sprache der Gewalt und legen Kompromissbereitschaft als Schwäche aus. Aber so kommt man zu keinem eigenen Staat, falls sie den denn überhaupt jemals wollten. Bisher wissen wir nur, was sie nicht wollen, nämlich einen jüdischen Staat als Nachbarn. Aber wenn sie es nicht mit den Juden aushalten, dann sollen sie doch in den Staat gehen, den sie schon haben, nämlich nach Jordanien.

  3. @ Richard C. Schneider (tagesschau) sind die Israelis schuld.

    Der Schneider war nicht immer ein Drecksack aber er hat schnell verstanden, dass er keine Wahl hat.

    Entweder kündigt er oder er befolgt der Linie der Redaktion, die israelfeindlich ist.

    Schneider macht Karriere und denkt an seine Rente. Ich nehme an, er ist jude und deshalb ist seine Haltung um so verwerflicher !

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s