Israels nächster Krieg

Op-ed: Paradoxerweise könnte die Begrüßung eines Palästinenserstaats durch die UNO den Kriegsausbruch auslösen.

Yoel Meltzer YNetNews.com, 7. April 2011

Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Palästinenser innerhalb des nächsten Jahres einseitig in Judäa und Samaria einen Staat ausrufen. Das ist kein Trick oder ein verzweifelter Versuch ihrerseits, sondern eine klare, rationale Entscheidung. In klarer Abschätzung des harten Kontrast zwischen der massiven internationalen Unterstützung für ihre Sache gegen die stetig zunehmende Delegitimierung Israels als „Apartheidsstaat“ haben die Palästinenser sich weise entschieden direkte Verhandlungen zu umgehen, da es keinen Sinn macht für etwas zu zahlen, das man kostenlos bekommen kann.

Und so tragen die Palästinenser, da ein Land nach dem anderen Unterstützung zusagt, ihren Fall vor die Vereinten Nationen.

Dort haben die Palästinenser nichts zu verlieren, selbst wenn der Sicherheitsrat ihr Gesuch auf Eigenstaatlichkeit ablehnt, wird sie mit größter Wahrscheinlichkeit von der Vollversammlung anerkannt. Obwohl das weniger von Bedeutung ist als eine Befürwortung durch den Sicherheitsrat, hat auch die Genehmigung durch die Vollversammlung einigen Biss. Insbesondere, so stellen viele Kommentatoren heraus, gibt es da etwas, das als „UNGA Resolution 377“ bekannt ist, die es der Vollversammlung erlaubt Sanktionen und sogar militärische Gewalt gegen ein Land zu fordern, das seine Empfehlungen nicht umsetzt.

Wenn die „zivilisierte Welt“ hilft den palästinensischen Plan zu verwirklichen, dann wird das sehr wahrscheinliche Ergebnis solchen Tuns ein Kriegsausbruch sein. Damit wird es in einer auf den Kopf gestellten Welt die UNO sein, ein Gremium, das gebildet wurde, um zu helfen den Frieden in der Welt zu fördern, die direkt verantwortlich sein wird den nächsten großen arabisch-israelischen Krieg in den Nahen Osten zu bringen.

Besonders ist, dass die Palästinenser vor mehr als 60 Jahren einen ähnlichen Staat zurückwiesen, der ihnen von der UNO zuerkannt wurde. Ein paar Monate später, als Israel die „Chutzpe“ hatte einen Staat auszurufen, statt ihn in dem ihm von der UNO zugestandenen Teil abzulehnen, griffen mehrere arabische Armeen den neuen jüdischen Staat an. Das war der erste Unabhängigkeitskrieg, das Ergebnis der arabischen Ablehnung auch nur ein Fitzelchen weniger als 100% zu bekommen.

In den folgenden Jahren hat sich diesbezüglich nichts Grundlegendes geändert; der einzige Unterschied bestand darin, dass die Araber endlich lernten, wie sie ihr Ziel erreichen können. Daher sind sie bereit zu akzeptieren, was sie formell ablehnten – es ist ein Mittel schließlich alles zu bekommen.

Ein Tsunami kommt

Das bringt uns zum Heute und dem sich rasch nähernden zweiten Unabhängigkeitskrieg. Anders als vor 60 Jahren wird diesmal fast die gesamte internationale Gemeinschaft sich auf Seiten der Palästinenser gegen Israel einreihen, Israel zum einzigen Verbrecher machen.

Der Krieg wird nicht sofort ausbrechen, sondern eher langsam eskalieren. Zuerst wird es Forderungen nach Sanktionen gegen Israel geben, weil es nicht sofort sein Militär und seine Bürger aus dem neuen arabischen Staat in Judäa und Samaria entfernt. Dann wird es den vorhersagbaren Ausbruch an Terroranschlägen in Judäa und Samaria geben, die den Juden dort das Leben zur Hölle machen werden. Die Anschläge werden dann in den Rest Israels überschwappen, was Erinnerungen an die Schrecken ein Jahrzehnt davor zurückbringt. Als nächstes werden Raketenangriffe der Hamas im Süden und der Hisbollah im Norden kommen. Dank einer porösen Grenzen mit Ägypten wie auch anderer regionaler Veränderungen wird der Iran kein Problem haben seine Stellvertreter ständig wieder zu bewaffnen.

So wie die Angriffe sich intensivieren, wird Israel gewohnheitsmäßig dafür gescholten werden, dass es zurückschlägt und nicht die angemessene Zurückhaltung übt, während die arabischen Angriffe angesichts der fortgesetzten israelischen Nichtbeachtung als verständlich angesehen wird. Darüber hinaus werden israelische Vergeltungsaktionen wahrscheinlich einige Nachbarstaaten sich mit ins Getümmel stürzen, weil sie allesamt Israels Sturz zu sehen beginnen.

Sollte Israel nach den Sanktionen und die arabischen Angriffe weiter stur bleiben, dann könnte die UNO militärische Intervention fordern, um den Willen der internationalen Gemeinschaft durchzusetzen. Konsequenterweise werden sie mit Israel tun, was sie mit dem Iran niemals tun würden. Em Ende wird Israels weitere Anwesenheit in Judäa und Samaria – und nicht die arabische Gewalt, der Terror, der Hass, der Antisemitismus und die Unnachgiebigkeit – wie heute als Hauptgrund angesehen werden, dass Frieden und Harmonie in der Region fehlen.

Nach den isolierenden Auswirkungen der Sanktionen und der Delegitimierung, zusammen mit den unaufhörlichen Terroranschlägen und Raketenregen, der Bedrohung durch militärische Intervention, werden wahrscheinlich ihren Zweck erfüllen. Von den angehäuften Folgen all des Handelns gezwungen sich zu Ducken, wird Israel ausreichend gefügig sein allem nachzugeben – der Entfernung aller jüdischen Präsenz aus Judäa und Samaria, der Akzeptierung der Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge nach Israel, der Teilung und Internalisierung Jerusalems. Damit wird der palästinensische Unabhängigkeitskrieg, die erste Stufe der totalen Eliminierung des Staates Israel, zu Ende gehen.

Ist das ein übertriebenes Szenario? Vielleicht, doch man sollte im Hinterkopf behalten, dass es vor der Abkoppelung vom Gazastreifen die gab, die warnten, dass der Abzug aus dem Gazastreifen zum Ergebnis haben würde, dass Raketen in nahe gelegenen Ashkelon einschlagen. Wie erwartet wurden solche Stimmen verhöhnt und letztlich ignoriert. Die Geschichte zeigte natürlich, dass diese „rechts gerichteten Falken“ sich irrten. Sie waren viel zu konservativ in ihren Vorhersagen, denn Raketen explodierten nicht nur im nahe gelegenen Ashkelon, sondern reichten bis nach Beer Sheva, fast 50km östlich.

Israel, der Tsunami ist im Anmarsch. Wach auf!

3 Gedanken zu “Israels nächster Krieg

  1. Leider sieht es so aus, wie in dem Artikel beschrieben. Nicht vergessensollte man, dass die Amerikaner 30’000 Palästinensische Soldaten ausgebildet hat, Russland 50 Schützenpanzer geliefert hat und noch viel mehr an Waffen, von denen offiziell nichts bekannt ist. Sie werden die von Israel besetzten Gebiete zurückhaben wollen und dafür ihr Militär einsetzen, wenn Israel nicht klein beigibt.
    Die Welt ist gegen Israel. Das muss man endlich als Tatsache annehmen.

  2. heplev, Du bist schuld, wenn ich von einer Depression in die nächste falle.
    Leider ist das was Du geschrieben hast nicht wirklichkeitsfremd.

    Welchen Ausweg gibt es? Israel muss seine Feinde ‚in’s Meer treiben‘. Sonst wird es weder Ruhe noch Frieden geben.
    Das Dilemma, genau das will Israel nicht. Es will sich Ruhe und Frieden ‚erkaufen‘.

    Anscheinend liegt es an der Mentalität der Araber, jedes Nachgeben und das den Frieden kaufen wollen, als Schwäche zu deuten. Ständig weitergehende Forderungen sind die Folge.

    Auch Waffenstillstand gibt es erst, wenn sie den Angriff im Augenblick nicht fortführen können. Anscheinend müssen derzeit abschussbereite Raketen nachgeführt werden. Sobald das geschehen ist geht es wieder los. Also, etwa in spätestens 2 Wochen. Darauf bin ich bereit Wetten anzunehmen.
    Inzwischen will man ein Überflugsverbot für Gaza, damit die Raketenstellungen und Werkstätten nicht mehr aus der Luft zerstört werden können.
    Warum fordern sie nicht gleich, dass Israel überhaupt keine Aktivitäten in Gaza entfalten darf? Warum fordern sie nicht ein völliges Verbot der Verteidigung durch Israel?

    Es ist schrecklich.

    „Oh G’tt, warum prüfst Du Dein auserwählte Volk so sehr?“

  3. Interessant ist, dass schon in der Bibel steht, die ganze Welt wird sich gegen Israel wenden. Aber, und dies tröstet mich, Andonai wird es niemals mehr zu lassen dass Israel sein Land verliert. im Übrigen lassen wir uns den Mund nicht verbieten und setzten wir uns für Israel ein!!! Lea Plüss

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