Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (11.-17.04.11)

Montag, 11.04.2011:

Der Palästinensische Islamische Jihad schwört Israel zu vernichten. Das nennt man dann Waffenstillstand.

Amr Mussa, der so gerne ägyptischer Präsident werden möchte, macht sich seine Freunde auf die übliche Weise der arabisch-muslimischen Welt: mit antiisraelischen Sprüchen.

Dienstag, 12.04.2011:

Die Hamas leugnet weiter mit hanebüchenen Behauptungen einen Schulbus beschossen zu haben: Der Bus sei durch viel zu abgelegenes Gelände gefahren, es gäbe keine Bilder von verletzten Schulkindern und sie evakuierenden Krankenwagen usw. Erst feige Ratten und jetzt noch feige Lügner.
Die Leugnungsstrategie wenden die Hamas-Terroristen allerdings nur auf Englisch für den Westen an; da gehen sie sogar so weit zu behaupten, sie würden nicht gegen Israel hetzen. Auf Arabisch geht die Hetze ungebrochen weiter, wenn sie nicht sogar verstärkt wird. Da heißt es dann z.B.: „Der rassistische Apartheidstaat Israel ist unfähig sich dem Frieden und der Koexistenz zwischen Nationen zuzuwenden. Diese Aggression wird derzeit auf den Gazastreifen konzentriert, unter dem Vorwand einer auf einen israelischen Bus abgefeuerten Granate.“

Propagandaschweine: Der PIJ droht, die „Waffenruhe bedeutet nichts“ und wenn Israel wieder eine Aggression begeht, dann wird man „zurückschlagen“. Dafür, dass Israel eine „Aggression begeht“, werden sie schon zu sorgen wissen, die Terroristen – denn „Aggression“ liegt per arabisch-muslimischer Definition immer dann vor, wenn Israel auf versuchten Judenmord reagiert.

Premierminister Netanyahu hat den Bürgermeister von Asheklon informiert, dass für die Bildungseinrichtungen transportable Schutzräume besorgt werden. (Es lebe die Waffenruhe!)

Die USA haben das nächste Treffen des Nahost-Quartetts verschoben. Grund ist das Versagen der Europäer bei der Wiederbelebung des Friedensprozesses und die Palästinenser zurück an den Verhandlungstisch zu bringen. Die USA erkennen den Fehlschlag der Europäer und wollen die Sache wieder selbst in die Hand nehmen.

Heckmeck:
Die UNO befindet, die PA sei bereit für einen Staat. In sechs Bereichen, in denen die UNO sich am stärksten engagiert, sind die Regierungsfunktionen jetzt gut genug, dass die PA einen Staat führen kann. Aha. Gibt nur sechs wichtige Bereiche? Was ist, wenn die UNO die nicht mehr unterstützt, können die dann diese Aufgaben auch ohne die Unterstützung der UNO erledigen? Und könnte es sein, dass die UNO ihre Prioritäten ein wenig schief setzt?

Mittwoch, 13.04.2011:

Heckmeck:
Tony Blair soll Mittwoch in Brüssel dem Nahost-Quartett einen Bericht vorlegen, in dem die sofortige Anerkennung palästinensischer Eigenstaatlichkeit begrüßt wird.

Donnerstag, 14.04.2011:

Bei einer Sitzung im Verteidigungsministerium wurde beschlossen, eine Straße zu verlegen, die zum Kibbutz Nachal Oz führt. Auf dieser Straße wurde letzte Woche der Schulbus mit einer Panzerabwehrrakete beschossen. Eine Verlegung soll die Nutzer der Straße besser schützen.

Es ist immer wieder „erfrischend“, wenn die PA (oder sonst irgend ein Terrortrupp) Terror „verurteilt“. Jetzt tönen Vertreter von PA und Fatah zusammen mit Kolumnisten gegen den Raketenregen aus dem Gazastreifen: das sei „unverantwortlich und gefährlich für die Palästinenser“, heißt es. Dass es für Israelis gefährlich ist und versuchter Massenmord nicht in Ordnung ist – kein Wort. Das ist schon in Ordnung.

Samstag, 16.04.2011:

Danny Ayalon (stellvertretender Außenminister) forderte den Sturz des Hamas-Regimes im Gazastreifen; das sei die einzige Möglichkeit den Raketenterror zu stoppen.

Prof. Mordechai Kedar von der Bar Ilan-Universität warnte vor einem Palästinenserstaat zum jetzigen Zeitpunkt. Das sei selbstmörderisch angesichts des Revolutionsfiebers, das derzeit in den arabischen Staaten umgeht. Außerdem zeigen die Äußerungen z.B. von Mohammed al-Zulfa (königlicher Berater in Saudi-Arabien), dass die Arabische Liga nicht die Absicht hat irgendetwas anders zu unternehmen als Israel zu besiegen ohne selbst zu schießen – aber nicht Israel als gleichwertigen Verhandlungspartner anzuerkennen. Ziel ist die Beseitigung des jüdischen Staates, nicht echter Frieden.

Sonntag, 17.04.2011:

Der Kommandeur der Shomron-Brigade der IDF gab bekannt, dass zwei der am Mord an der Familie Fogel beteiligten Terroristen verhaftet wurden. Beer7 hat genauere Informationen. (Elder of Ziyon auch – mit etwas Stück Häme: „Die sehen mir nicht allzu sehr wie Thais aus“, schreibt er dazu angesichts der Terroristen-Behauptung die Israelis hätten die wahren Täter unter den thailändischen Gastarbeitern zu finden, die sie angeblich allesamt festgesetzt hätten.)
Einer der Täter sagte, er habe „als Märtyrer sterben“ wollen. (Das hätte er aber auch haben können ohne ein Familie auszurotten.) Die Geständnisse der Täter wertet der Dorfhäuptling von Awarta übrigens als „falsch und unter Druck abgegeben“ – es stimme einfach nicht.

Bevor die Festnahme der Mörder der Familie Fogel bekannt gegeben wurde, kamen Mitglieder linker bis linksextremer Gruppen mit organisierten Bustouren in das Dorf der Mörder, um den Arabern dort einen Solidaritätsbesuch abzustatten. (Was sie nach der Bekanntgabe der Verhaftung und Geständnisse zu sagen hatten, wird leider nicht berichtet.)

Der beim Angriff auf den Schulbus schwer verletzte Daniel Wipliech ist seinen Verletzungen erlegen. Wir warten darauf, dass die Hamas oder die Fatah den Mord verurteilt.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).