Realitätstest: Wird die Fatah-Hamas-PA Gilad Shalit freilassen?

Dr. Aaron Lerner, IMRA, 28. April 2011

Halten wir es einfach.

Palästinensische Terroristen entführen Israelis und halten sie als Geiseln.

Eine legitime Regierungsbehörde der Palästinenser macht das nicht.

Das ist nicht neu.

Selbst zu den gespanntesten Zeitpunkten der Beziehungen tauschte die Ramallah-PA niemals Israelis ein.

Das heißt nicht, dass sie keine Israelis ermordete. Aber es nie offizielle Politik, die sie offen übernahmen und umsetzten.

Es scheint so, dass die neue Fatah-Hamas-Regierung – wenn sie denn tatsächlich gebildet wird – versuchen wird der Welt ein westlich-zivilisiertes Gesicht zu präsentieren, indem sie Technokraten zu Ministern ernennt. Aber ein Kabinett aus palästinensischen Oxford- und Harvard-Professoren wird nicht in der Lage sein eine einfache Tatsache zu verbergen:

Bisher hält die im Gazastreifen herrschende Hamas-Regierung Gilad Shalit als Geisel.

Und in dem Moment, wo eine Fatah-Hamas-Regierung sowohl für die Westbank als auch den Gazastreifen verantwortlich ist, ist diese Regierung auch direkt für Gilad Shalit verantwortlich.

Was sollte Israel bei einer Fatah-Hamas-Regierung „eintauschen“, um Gilad Shalit frei zu bekommen?

Absolut nichts.

Denn es sind palästinensische Terroristen, die Israelis entführen und als Geiseln halten.

Eine legitime palästinensische Regierungsbehörde macht das nicht.

So einfach ist das.

Viele wichtige westliche Staaten mögen bezüglich der Hamas-Fatah-Regierung ihre Bedenken haben, aber es gibt einige Länder in der Welt, die Beziehungen zu Israel unterhalten, die die Fatah-Hamas-Einheit für eine positive Entwicklung halten.

Israel mag nicht in der Lage sein, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Aber Jerusalem sollte es sehr klar und deutlich machen, dass es von genau diesen Regierungen erwartet, dass sie von der Fatah-Hamas-Regierung verlangen, die sie so optimistisch betrachten, dass sie sofort und bedingunglos Gilad Shalit frei lässt.

3 Gedanken zu “Realitätstest: Wird die Fatah-Hamas-PA Gilad Shalit freilassen?

  1. Wir politisch interessierten und informierten Leute wissen doch alle, was diese „Fatah-Hamas-Einigung“ bezwecken soll bzw. weshalb es sie gerade jetzt gibt: Es ist die pure Angst der Hamas, die Ereignisse in der arabischen Welt könnten sie betreffen und aus Gaza fortfegen. Und bei der Fatah sieht man diese Einigung als Möglichkeit zu überleben und vielleicht mehr Einfluss in ihrer Machtlosigkeit gewinnen zu können.

    Wir befinden uns erst am Anfang oder in der Mitte der Umgestaltung des arabischen Raumes durch die Bürger. Am Ende steht zweifelsohne die Revolution im Iran. Mit dem Fall des iranischen Regimes wird die Hamas bedeutungslos werden. Es ist eine Frage der Zeit, und eigentlich sehe ich die zukünftigen Ereignisse nicht als israelische Bedrohung, sondern als positive Entwicklung und als eine nie da gewesene Chance eines echten Friedens der Bevölkerung.

    Der normale Mensch auf der Straße will Frieden, Wohlstand und Perspektiven – wenn die Hetzer- und Unterdrückerstaaten fallen, sind gute Möglichkeiten da – natürlich bin ich nicht so naiv zu glauben, es würde Friede in Israel einziehen, das dauert dann noch einige Generationen, so wie die arabische Welt von Kindesbeinen gegen Israel indoktriniert worden ist – auch nach dem Untergang der DDR hat es zwei/drei Generationen zur Normalität gedauert.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass die „Fatah-Hamas-Einigung“ ein letztes Aufbäumen darstellt, vermittelt durch Ägypten, die den Hamas-Vertretern vielleicht in panischen Appellen dazu rieten. Und ich glaube, es hat noch niemals zuvor so viel Angst bei den arabischen Despoten vor ihrer eigenen Bevölkerung bzw. vor ihrem Machtverlust gegeben wie heute. Es ist eine gewaltige Chance, die in der Luft liegt.

  2. wenn israel einige tausend gefangene palis frei lässt<<besteht die
    möglichkeit einer freilassung<<wenn der gefangene israel. soldat noch
    lebt.

    • Dafür muss Gilad Shalit nicht mehr leben – das haben wir vor ein paar Jahren mit den ermordeten israelischen Gefangenen im Libanon gesehen.

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