Osama bin Laden ist ins Jenseits befördert worden – Stimmen dazu

Präsident Obama rechtfertigte und lobte die Kommando-Aktion in Pakistan, mit der der Terrorchef beseitigt wurde. Unter anderem sagte er: „Die Amerikaner verstehen die Kosten des Krieges. Doch als Land werden wir niemals tolerieren, dass unsere Sicherheit bedroht wird, noch werden wir tatenlos bleiben, wenn unsere Menschen getötet worden sind. Wir werden in der Verteidigung unserer Bürger unermüdlich sein.“
Frage von IMRA an Präsident Obama: Und welche erwartet Herr Obama, dass Premierminister Netanyahu sie verfolgt?
Gute Frage, denn bisher ist ja vom Westen immer geschimpft worden, wenn Israel einen Todfeind, der unbarmherzig Zivilisten (Staatsbürger) ermordet, verfolgt und beseitigt.

Darüber hinaus betonte Obama natürlich, dass die USA keinen Krieg gegen den Islam führen. (Ob die Muslime ihm das glauben, ist eine völlig andere Sache, da geht es ihm wie Bush.) Und dann kam ein Satz, der völlig irre ist:

Bin Laden war kein muslimischer Führer. Er war ein Massenmörder an Muslimen. In der Tat hat die Al-Qaida eine Menge Muslime in vielen Ländern abgeschlachtet, auch in unserem.

Clemens Heni schrieb zurecht in einer E-Mail:

Vielleicht wissen Sie mehr als ich über die „Menge“ an Muslimen, die in den USA getötet worden sind. Am 9/11? Opfer von Ehrenmorden? In Fort Hood?…

Aber zu sagen, wie es Obama tut, dass bin Laden kein muslimischer Führer war, ist eine Lüge und eine Verdrehung der Geschichte.

Vielleicht habe ich das verpasst und bin Laden war tatsächlich kein muslimischer Führer – trotz der Hunderte Millionen von bin Laden-Fans einschließlich nicht muslimischen, antiamerikanischen Ideologen in Deutschland und vielen anderen Ländern.

Was genau in Pakistan abgelaufen ist, beschreibt – so weit möglich – Ulrich Becker auf aro1. Auch sonst findet sich dort einiges zum Hintergrund und eine realistische Einschätzung der Wirkung der Aktion.

Ein asiatischer Sender berichtet, dass zwei Ehefrauen bin Ladens und sechs Kinder sowie vier engen Freunden bei der Aktion festgenommen wurden.
Das Weiße Haus lässt wissen, dass eine Ehefrau bin Ladens getötet wurde; der Terrorchef nutzte Frauen zuerst als menschlichen Schutzschild, eine von ihnen starb in dem Gefecht – man geht davon aus, dass es sich um eine weitere seine Ehefrauen handelt – aber es ist nicht klar, ob sie freiwillig Schutz gab oder von bin Laden oder einem seiner Söhne dazu gezwungen wurde.

Soll man’s für möglich halten: Ein Guantánamo-Gefangener, den sie gewaterboarded hatten, lieferte den entscheidenden Hinweis auf den Kurier, über den man den Oberterroristen jetzt in Pakistan fand. (Peinlich, dass Obama sich den Erfolg so sehr ans eigene Revers heftet, der mit Mitteln in einem Lager erzielt wurde, die er immer so mächtig beschimpfte.)

YNet hat Informationen, dass die USA angeboten haben die Leiche bin Ladens nach Saudi-Arabien zu überstellen; das Königreich habe dankend abgelehnt. (Ob das stimmt, kann wohl guten Gewissens bezweifelt werden.)

Der „offizielle“ Irak hat sich zufrieden mit dem Tod bin Ladens geäußert. Saudi-Arabien und der Jemen ebenfalls. (Im Jemen allerdings eher nur die Regierung, nicht das Volk – Tagesschau, 20 Uhr.)

Die Terrormullahs befinden, mit bin Ladens Tod hätten die USA die Legitimierung ihrer Anwesenheit in der Region verloren. (Als gäbe es nicht noch genug Terroristen und Terrorstaaten, die ihnen helfen.)

Aus Pakistan kommt Nachricht, dass dort Verärgerung (in der Bevölkerung) herrscht, dass US-Streitkräfte auf ihrem Staatsgebiet agierten. Die Regierung in Islamabad hält sich sehr zurück. Die haben mächtig einzustecken, denn es dürfte klar sein, dass sie zumindest wussten, wo der Mann sich aufhielt.
Ganz nebenbei widerlegen sie Obamas Ansicht, bin Laden sei kein muslimischer Führer gewesen: Auf einer Demonstration skandierten sie: „Bin Laden war der Held der muslimischen Welt“, und noch ein paar Nettigkeiten mehr.

EU Referendum führt – nicht zu Unrecht – an, dass die Amerikaner keine Beweise für den Tod von Bin Laden vorgelegt haben und erinnert daran, dass es schon seit Jahren Gerüchte und gefälschte Bilder in Sachen Bin Ladens Ableben gegeben hat. Bei anderen, wie Saddam oder Abu Musab al-Zarqawi haben sie Beweise vorgelegt – seien es Fotos, Berichte unabhängiger Zeugen oder DNA-Nachweise. Das alles fehlt bei bin Laden (bisher?), auch wenn Offizielle immer wieder sagen, dass man solche habe und diese bestätigen, dass Osama beseitigt wurde. Im Moment ist die Lage so, dass in manchen Ländern wohl Gerüchten geglaubt werden wird, dass der Terrorist nicht tot ist. Aus dem Iran wird schon entsprechend bezweifelt, dass OBL tatsächlich getötet wurde.

Cem Özdemir lässt wissen (Tagesschau 20 Uhr), dass es besser gewesen wäre OBL vor ein Gericht zu stellen.

Jimmy Carters Schlüssel-Friedensengel im Nahen Osten – die Hamas – ist gar nicht begeistert. „Premier“ Haniyeh verurteilte die „Ermordung“ (der Terrorist starb kämpfend) „eines muslimischen und arabischen Kriegers“ (na, Obama?) und bezeichnet das Schwein als „Mujahid“ (Heiligen Krieger). Vielleicht ist das ja ein Thema, bei dem sich die frisch „versöhnten“ Terrortruppen schon wieder in die Haare bekommen können? Denn die PA fand lobende Worte für die Beseitigung. Sein Tod sei „gut für den Frieden“.

Aus Indonesien kommt auch eine Widerlegung Obamas: „Wenn Osama bin Laden wirklich tot ist, dann starb er als Märtyrer. Er kämpfte für den Islam und er kämpfte für die von Amerika kolonisierten Länder.“ So viel zu „Osama war kein muslimischer Führer“.

Die kurioseste Begrüßung des Todes Osamas kommt wohl aus den USA. Dort „feiert“ ein arabischer Amerikaner, weil bin Laden „nicht nur Partner“ der CIA und amerikanischer Neocons in Afghanistan war, sondern auch beim 9/11 und letzten Endes ein Zionist!

Die Muslimbruderschaft ist ebenfalls auf dem Gift-Trip: Der Mann war ein „Scheik“, kein Terrorist; und die westliche Welt sollte gefälligst aufhören den Islam mit Terrorismus in Verbindung zu bringen. Den Widerspruch in diesem beiden Sätzen erkennen die Typen natürlich nicht.

Elder of Ziyon hat weitere Reaktionen aus der arabischen und islamischen Welt zusammengestellt: In Afghanistan behaupten sie, der Mann lebe noch; im Gazastreifen beschwören sie den Jihad, preisen ihren Helden und schwören Rache; aus Mesopotamien (im Irak) kommt ein Abschiedsgruß: Leb wohl, Meister der Märtyrer.

Roland Shirk hat bei Jihad Watch Reaktionen aufgelistet. Bemerkenswert: Noam Chomsky, Hätschelkind der Israelshasser, jammert über die üblen Kapitalismus, der sich hier wieder darin zeigt, dass in einem vom Westen brutal ausgebeuteten Land ein Auftragsmord inszeniert wurde. Ansonsten sei übrigens der Niedergang der amerikanischen „narko-terroristischen Plutokratie“ nicht aufzuhalten.
Auch Kongressmann Ron Paul kann Ursache und Wirkung nicht in die richtige Reihenfolge bringen; Dennis D’Souza findet, das werde nur weitere Terroristen hervorbringen (als wenn die Terroristen nicht zu bekämpfen den Terror verringern würde).

Im Deutschen Mediendschungel versucht die Terrorpostille der SED/PDS/LINKE mächtig sich aus dem Grau herauszuheben: „Terroristen töten Osama bin Laden“!

Claudio Casula hat einen herrlichen Vergleich aufgemacht (wer sich auch emotional nichts entgehen lassen will, bitte dem Link folgen und diesen Absatz nicht zu Ende lesen!): Er ersetzte in Pressemeldungen zur gezielten Eliminierung des „spirituellen Führers der Hamas“, Scheik Ahmed Yassin, einfach ein paar der Übeltäter durch aktuelle, ebenso das „Opfer“ durch Osama. Einfach mal wirken lassen…

Auf der Achse des Guten gibt es eine Sammlung von Pressereaktionen. Natürlich auch einige, die konsequent sind – die von den Arschlöchern.
Dann haben sie noch weitere Fundstücke von „Experten am Rande des Nervenzusammenbruchs“ – na ja, „Experten“ eben…

Ob man allerdings Broders Kolumne in WELT debatte verlinken sollte? Jedenfalls nicht ohne den Hinweis darauf, dass Broder hier alle Klischees anführt, die in Fällen benutzt werden, in denen ein anderer Staat gegen (Chef-) Terroristen vorgeht. Damit nicht wieder so etwas los ist wie beim vermeintlichen Übertritt Broders zum Islam.

Einen der kürzesten und besten Kommentare hatte Yaacov Lozowick: Die Tötung Osama bin Ladens ist eine ungetrübt gute Sache. Gratulation an alle amerikanischen Offiziellen, die dazu beitrugen und an jeden anderen, der dabei half.
Eine der launigsten Reaktionen kommt von Gerd Buurmann:
US-Armee tötet Osama bin Laden.
‘Tschuldigung, mehr Infos gibt es zu diesem Thema hier nicht. Ich schreibe es halt einfach nur so gerne: Osama bin Laden ist tot!

Gerrit Liskow zählt auf, wer außer den Sozialisten der Nation sonst noch alles in Deutschland traurig und entsetzt ist: vor allem das Gut- und Bessermenschentum, wo es am gutsten und bessersten scheint: also in der Leserschaft von Spiegel, taz, FR und SZ, um nur die bekannteren dieser symptomatischen Zentralorgane zu nennen, sowie bei „Die Zeit“ – national-liberale Stichwortgeberin der „legitimen“ „Israel-Kritik“. (Der Text ist auch in seinen übrigen Teilen lesenswert.)

Die Süddeutsche Zeitung – Qualitätsmedium! – „spielt“ ein wenig mit der Wahrheit – durch Auslassung, durch Schlagzeilen, durch üble Kommentare.

4 Gedanken zu “Osama bin Laden ist ins Jenseits befördert worden – Stimmen dazu

  1. „Darüber hinaus betonte Obama natürlich, dass die USA keinen Krieg gegen den Islam führen. (Ob die Muslime ihm das glauben, ist eine völlig andere Sache, da geht es ihm wie Bush.)“

    Das Problem ist, daß der Islam Krieg gegen die USA und den Westen führt. Seine Vertreter äußern es ständig, aber einige wollen es nicht hören.

    Im ZDF sieht man ausgerechnet Prinz Turki al-Feisal Abdul Aziz, den Freund (!) des Osama, seinen Kommentar abgeben. Turki wurde vom damaligen saudischen König deshalb Ende August 2001 (!) seines Postens enthoben.

    Und der ZDF-Terrorismus-Experte Elmar Teveßen ist ’ne Lachnummer, er war neulich in Pakistan und hat da u.a. hochrangige pakistanische Militärs und ISI – Mitarbeiter befragt: Na, wo isser denn, der Osama? Die hätten undefinierbar geantwortet.

    Jeder weiß, daß er gerade vom ISI unterstützt wurde. Er wohnte jetzt in unmittelbarer Nähe der Militärakademie.

  2. Eigentlich ein Tag der Freude und Gerechtigkeit!

    Bis auf diese „GEZ-‚cui bono‘-Verräter-der-Demokratie“ auf dem Weltverschwörungsblog Tagesschau:

  3. Wir haben mit Meldungen der Antenne-der-Freiheit von den Mainstreammedien auf dieses Posting verlinkt und das Posting in unsere BlogSchau aufgenommen.
    Freiheitliche Grüße!

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