Die in Obamas Rede fehlenden Worte

Meryl Yourish, 20. Mai 2011

Die in Obamas Rede von gestern fehlenden Worte: verteidigungsfähige Grenzen. Er sagte „sichere und anerkannte Grenzen“, was sich vom Konzept der „verteidigungsfähigen Grenzen“ ziemlich unterscheidet.

Omri hat eine Zusammenstellung an Experten, die die bedeutende Verschiebung in der US-Politik feststellten. Und die gesamte JBlogosphäre ist überschwemmt mit Blogeinträgen und Kommentaren.

Was mich am meisten an Obamas Rede in Sorge versetzt ist, dass ich ziemlich sicher bin, dass er sich Israel gegenüber anständig verhalten hat. Das tut auch Hillary Clinton, die, wie man sich erinnern mag, daneben saß und nichts sagte, als Suha Arafat Israel beschuldigte palästinensische Kinder zu vergiften.

Die Linien von 1967, wie sie richtig genannt werden, waren niemals Grenzen. Eine Grenze ist eine international anerkannte Linie, die das Ende des Gebiets des einen Staats und den Anfang des Gebiets eines anderen Staates darstellt. Die Linien von 1967 sind die Waffenstilstillstandslinien, die das Gebiet beschreiben, wo Juden und Araber am Ende des israelischen Unabhängigkeitskriegs getrennt wurden. Sie waren nie international anerkannte Grenzen. Die UNO-Resolution 242 ließ ausdrücklich Sprachgebrauch aus, über die sie als Grenzen missverstanden werden könnten. Die UNO wollte immer, dass Israel mit den Arabern (die 1949 noch nicht einmal Palästinenser waren) um die Grenzen der Staaten Israel und Palästina verhandeln. Die Araber aber akzeptierten nie den Verlust des fiktiven Landes Palästina (das wirkliche Palästina war das Britische Mandat Palästina, ein Gebiet, das Israel, den Gazastreifen, die Westbank und Jordanien einschloss); „Transjordanien“ war das Gebiet östlich des Jordan. Die Westbank wurde 1949 von Jordanien annektiert, das es im Sechstage-Krieg von 1967 verlor. Der Spruch von „22% Palästinas“ ist eine Lüge, die von den antiisraelischen Kräften in Stein gemeißelt wurde. Sie rechnen Transjordanien nicht ein, denn das würde zeigen, dass Israel zum kleineren Anteil des Mandatsgebiets Palästina gehört.

Jetzt erzählt Obama seinen Beratern, dass Netanyahu niemals „das Nötige tun wird“, um Frieden mit den Palästinensern zu machen – Worte, die für ein hammermäßiges Treffen zwischen den beiden Männern heute sorgen. Und Obamas Rede am Sonntag vor der AIPAC – das heißt, wenn er sie nicht aus Feigheit absagt – sollte ein weiterer großer Augenblick in unbequemen Treffen sein. Immerhin hat Obama den Israelis gerade erst gesagt, sie könnten den Tempelberg nicht behalten, weil er auf der falschen Seite der Waffenstillstandslinie von 1949 liegt. Der Abgeordnete Rory Lancman formulierte es so:

Lassen Sie mich das klarstellen: Präsident Obama glaubt, die Juden sollten die Westmauer – den heiligsten Ort des Judentums – zurückgeben, die sie vor 1967 nicht einmal besuchen konnten?

Das ist der Tempelberg, Rory. Der Tempelberg. Wenn Israel auf die Linien von 1967 zurückgeht, dann werden die Juden nicht länger in der Lage sein an unserem heiligsten Ort zu beten. Aber hey, die Palästinenser werden ihren eigenen Staat haben und damit wird es im Nahen Osten keinerlei Streit welcher Art auch immer mehr geben.

Bestimmt.