Deutschland wetteifert mit Großbritannien beim Israel-Bashing

Benjamin Weinthal, The JC.com, 19. Mai 2011

Britannien ist in Europa der Hauptausgangspunkt für Gruppen gewesen, die für Boykott, De-Investionen und Sanktionen (BDS) gegen den jüdischen Staat werben. Doch Deutschland hat Politik beschlossen, die es jetzt zu einem großen Konkurrenten der hardcore-antiisraelischen Bewegung des Vereinigten Königreichs macht.

Man denke über die Berichte der letzten Woche nach, als die deutsche Regierung die Deutsche Bahn AG (DB) aufforderte ihre Beteiligung am lange geplanten Eisenbahnprojekt von Tel Aviv nach Jerusalem zu beenden, weil die Strecke durch einen kleinen Teil des umstrittenen Territoriums der Westbank verläuft. Der Bundesverkehrsminister und CSU-Abgeordnete Peter Ramsauer bot die folgende Begründung für die Beendigung des Projekts: „Der palästinensisch Außenminister Riyad Al-Malki, Mitglieder des deutschen Parlaments und der Medien haben ein Projekt kritisiert, bei dem die DB International als Berater für die staatliche Eisenbahn Israels agiert.“

Eine der deutschen Bundestagsabgeordneten, die ihm schrieben, war Inge Höger von der LINKEN. Letzten Monat verbreitete sie wilde Verschwörungstheorien, die israelische Regierung habe zwei pro-palästinensische Aktivisten ermordet, weil deren Tod der – vorgesehenen – zweiten Flottille nach Gaza einen „schweren Schlag“ versetzen würde.

Im Mai stimmte der Bürgermeister Wuppertals, CDU-Mitglied Peter Jung, der Vermietung eines städtischen Zentrums an mit der Hamas verbundenen Terrorgruppen zu. Zu den kooperierenden Sponsoren der Konferenz – die die BDS-Taktiken begrüßen – gehört das Palestinian Return Centre (PRC – Palästinensisches Rückkehrzentrum), eine Gruppe mit starken Banden zur Hamas, so Berlins Inlands-Geheimdienst. Das Amt listet das PRC in seinem Bericht in der Rubrik „regionale, Gewalt ausübende Praktizierer des Islam“.

Im April stellte der Duisburger Zweig der Partei DIE LINKE einen Flyer auf ihre Website, in dem ein Hakenkreuz in einen Davidstern überging und forderte einen Boykott israelischer Produkte. „Treten Sie der moralischen Erpressung mit dem so genannten Holocaust entgegen“, heißt es auf dem Flyer, der Israel einen „Schurkenstaat“ und „Kriegstreiber“ nennt. Seit 2009 hat ein Stadtrat der Linkspartei in der Stadt, Hermann Dierkes, eine Boykott-Kampagne gegen Israel angeführt und Israels Existenzrecht als „läppisch“ genannt.

Im März veranstaltete eine Gruppe namens „Bremer Friedensforum“ in der norddeutschen Stadt Bremen – mit Unterstützung der Website der örtlichen LINKSPARTEI – Proteste vor Supermärkten, mit denen die Deutschen gedrängt wurden israelische Produkte zu boykottieren. Die Demonstranten des Forums zeigten auf ihren Plakaten Bilder blutiger Orangen.

Was zum Aufkommen der BDS-Bewegung in Deutschland vielleicht am meisten verunsichert, ist die offensichtliche Ironie, dass der Geburtsort behördlich zugelassener Angriffe auf Juden das faschistische Deutschland war.

3 Gedanken zu “Deutschland wetteifert mit Großbritannien beim Israel-Bashing

  1. Widerlich. Deutschland widert mich immer mehr an. Ich bin zwar kein Atheist, aber die Art und Weise, in der Juden in ganz Europa behandelt werden, ist ekelhaft. Und das alles aus „political correctness“ gegenüber der neuen erstarkenden Ideologie Islam.
    Man hofft wohl, auf diese Weise Pluspunkte bei den Muslimen zu sammeln. „Schlachte den Jud’ und der Muselmann lässt dich in Ruhe.“ Diese Rechnung wird nicht aufgehen. Das wird man ihnen als Schwäche und Dummheit auslegen. Wie ein alter islamischer Spruch lautet: „Nach dem Samstag (Juden) kommt der Sonntag (Christen).“ Daran hält auch die Hamas fest. Und andere Terroristen auch. Schade nur, dass Europäer strunzdumm und ignorant sind.

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