Eine kleine Nachricht von wenig Interesse für wen auch immer

John Hinderaker, PowerLine blog, 25. Mai 2011

Wie die Lage ist, handelt es sich hierbei wohl um keine große Sache. Die Wahl zum Weltpressefoto findet dieses Jahr in Beirut statt. Fotografen aus der ganzen Welt stehen zur Auswahl. Die Ausstellung sollte bis zum 1. Juni dauern, musste aber vorzeitig geschlossen werden:

Die Ausstellung, die mit Preisen ausgezeichnete Fotos der Wahl zum Weltpressefoto zeigte, wurde am 12. Mai eröffnet und sollte bis zum 1. Juni dauern. In einer letzte Woche ausgegebenen Presseerklärung sagte die Organisation World Press Photo, dass sie sich entschieden habe die Ausstellung vorzeitig zu schließen, nachdem „die Anwesenheit einer ausgezeichneten Arbeit eines israelischen Fotojournalisten in der Ausstellung vor Ort Proteste auslöst; die Beiruter Ausstellungsorganisatoren hatten das Gefühl, sie könnten nicht länger die Sicherheit der Besucher beziehungsweise der Ausstellung selbst garantieren, wenn die Bilder weiter ausgestellt würden.

Der geschäftsführende Direktor von World Press Photo, Michiel Munneke, sagte Sonntag: „Die Integrität unserer Ausstellung stand auf dem Spiel. Mit einem Preis ausgezeichnete Fotos zu entfernen würde auf Zensur hinauslaufen, was für uns inakzeptabel ist. In diesem Fall war die Ausstellung zu schließen der einzige Weg, wie wir unseren Prinzipien der Werbung für Informationsfreiheit treu bleiben konnten.“…

Die Wahl zum Weltpressefoto wird weithin als prestigeträchtigster Foto-Wettbewerb der Welt angesehen.

Muslime bedrohen also die Ausstellung, wenn das Werk eines israelischen Fotografen nicht unter Bann gestellt wird und man muss ihr zugute halten, dass die Leute von World Press Photo die Ausstellung lieber schlossen, als den Forderungen der Muslime nachzugeben.

So weit, so gut. Aber uns wäre offensichtlich lieber, dass solche Ausstellungen aus Angst vor Drohungen geschlossen würden. Wenn der Islam endlich reformiert wird, dann wird vielleicht der Tag kommen, an dem Muslime nicht länger damit drohen diejenigen in die Luft zu jagen, mit denen sie Meinungsverschiedenheiten haben.

Inzwischen wollen wir dem Werk des israelischen Fotografen Anerkennung zollen, der Opfer dieser Drohung wurde, Amit Sha’al. Die mit der Ausstellung von Word Press Photo geehrten Fotos waren interessant und nicht erkennbar politisch. Was Sha’al machte, war ein vor Jahrzehnten aufgenommenes Foto in sein eigenes, zeitgenössisches Foto zu integrieren. Der Effekt ist sowohl ansprechend als auch historisch interessant. So wie dieses zum Beispiel; die Bildbeschreibung lautet:

Das Haus der Familie Aaronsohn in Zikhron Ya’aqov bei Haifa im Jahr 1949 und 2010. Die Aaronsohns befanden sich im Zentrum von Nili, einem Untergrund-Netzwerk, das den Briten im ersten Weltkrieg im Kampf gegen das ottomanische Reich in Palästina half.

Sha’als Fotos sind allesamt interessant und auf keine offensichtliche Art politisch. Doch Muslime verlangen, dass sie nicht gezeigt werden. Warum? Die logischste Erklärung, die mir einfällt, ist, dass sie die Tatsache dokumentieren, dass Juden seit langem in Israel lebten, was der palästinensischen Propaganda widerspricht. Aber ich glaube nicht wirklich, dass das der Schlüssel ist. Sha’al ist Jude und das reicht im Nahen Osten, wie auch zunehmend in Europa, zur Rechtfertigung des Verbots seiner Arbeit aus.

3 Gedanken zu “Eine kleine Nachricht von wenig Interesse für wen auch immer

  1. Echt? In Europa werden Arbeiten von Juden verboten? Da sollte man doch aber von gehört haben. Oder? Andererseits, wenn Du meinst, es finden sich keine Aussteller, aus welchen Motiven auch immer, dann ist das kein Verbot.

    Irgendein Fotograf in Rußland, Name entfallen, hat Fotomontagen gemacht, die heutige Orte mit Szenen aus der Kriegszeit kombinieren, die an eben diesen Lokalitäten auf Bildern festgehalten wurden. Das war auch sehr interessant. Überhaupt ist es schön zu zeigen, daß da früher auch einmal Menschen gelebt haben, man vergißt es sonst völlig.

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