Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (30.05.-05.06.11)

Dienstag, 31.05.2011:

Munir Maqdah, Fatah-Repräsentant im Libanon, kündigte gegenüber einer französischen Zeitung an, die die im Libanon residierenden „Palästinenser“ am Sonntag (44. Jahrestag des Sechstagekriegs von 1967) auf die israelische Grenze losgehen werden. Ähnliche Märsche sollen von Syrien, Jordanien und dem Gazastreifen ausgehen.

Die Hamas im Libanon hat gegenüber einem Vertreter des UNO-Generalsekretärs einmal mehr bekräftigt, dass unter keinen Umständen auf das „Rückkehrrecht“ der „Flüchtlinge“ nach Israel verzichtet wird.

Mittwoch, 01.06.2011:

Super und ganz im Sinne der Resolution 1701: UNIFIL unterrichtete IMRA, dass man nur dann die Geschehnisse im Südlibanon und an der Grenze zu Israel beobachten werde, wenn die libanesische Armee das einfordert.

Eine Umfrage der PA ergab, dass die Mehrheit der Araber in Jerusalem das Leben unter israelischer Herrschaft dem Leben unter arabischer Herrschaft vorziehen.

Heckmeck:
Ägypten erwägt ernsthaft in Gaza ein Konsulat einzurichten. Das Büro wäre ein Ableger des Konsulats in Ramallah.

Donnerstag, 02.06.2011:

Ein hochrangiger Abbas-Berater ließ wissen, dass die Ereignisse vom „Nakba-Tag“ nur eine Übung für den „Naksa-Tag“ – dem 7. Juni, dem Tag der Wiedervereinigung Jerusalems im Sechstage-Krieg 1967. Diesmal sollen die Bauernopfer der Terroristen auf Jerusalem marschieren. Außerdem soll eine „dritte Intifada“ losgetreten werden, wenn Israel in Sachen „Friedensgespräche“ nicht spurt.

Logisch: Ein Mitglied des Zentralkomitees der Fatah erklärt, weshalb diese Israel nie anerkannt hat – weil nur Staaten Staaten anerkennen und die Fatah nun mal kein Staat ist, sondern nur eine politische Partei (hahahaha!). Und weil das so ist, muss der Palästinenserstaat im September ausgerufen werden. Soso.

Hamas-„Premier“ Haniyeh ganz klar: Ein Palästinenserstaat wird nicht durch guten Willen (vor allem des Auslands) entstehen, sondern durch Standhaftigkeit, Blut, Jihad und den „Widerstand“ des palästinensischen Volks. Friedliche Lösungen werden also gar nicht erst gesucht.

Auch wenn Experten für internationales Recht anderer Meinung sind, unterstützt Ban Ki-moon die Gründung eines Palästinenserstaates, hält aber fest, dass das Sache der Vollversammlung sei. Hm, hat der keine Rechtsberater, die ihm sagen, dass der Sicherheitsrat darüber entscheidet?
Oder er hat es nicht gesagt und die PA lügt. Die UNO schreibt jedenfalls im Internet, Ban wüsste, dass die Hauptpriorität der Palestinian „National“ Authority (die gibt es nicht) sei die Rückkehr an den Verhandlungstisch. Was nun aber kompletter Blödsinn ist, die verweigern nur. Selbst der Besuch bei Ban dient nur der VERMEIDUNG des Verhandlungstischs!

Freitag, 03.06.2011:

Die libanesischen Naksa-Märsche auf die israelische Grenze sind gestrichen, offenbar weil die libanesische Armee den Südlibanon zum militärischen Sperrgebiet erklärte. Dafür wollen die Dödel in den „Flüchtlings“-Lagern streiken. Sollen sie, sie schaden nur sich selbst.

Noch eine klare Aussage der Hisbollah: „Es kann [im Nahen Osten] keine Lösung geben, bevor nicht das Problem der Existenz Israels gelöst ist… Der Widerstand kann nicht nachgeben. Wer seine Abschaffung fordert, fordert die Abschaffung des Libanon… Israel ist der Feind der Araber und der Muslime… und die Quelle jeder Krise in der Region und in unserem Land… Die unterdrückerischen Herrscher des Nahen Ostens sind von Israel geschaffen.“ (EoZ kommentiert: Hört sich die Hisbollah nicht an wie die arabischen Diktatoren, gegen die jeder ist und die für all ihre Probleme Israel verantwortlich machen?)

Heckmeck:
Der Vatikan sagt nach einem Treffen des Papstes mit Mahmud Abbas, ein Palästinenserstaat „müsse ‚bald‘ Seite an Seite in Frieden und Sicherheit mit Israel leben“. Da wäre es gut, wenn vom Pontifex mal definiert würde, wie er und seine Truppe „Seite an Seite in Frieden und Sicherheit“ definiert – es könnte sein, dass sich das deutlich von dem unterscheidet, was die Terroristen darunter verstehen.

Samstag, 04.06.2011:

Mahmud Ahmadinedschad mal wieder: Im Nahen Osten wird es keine Ruhe geben, so lange Israel existiert. Er drückt das etwas anders aus: „So lange das zionistische Regime existiert – und wenn auch nur auf einem kleinen Streifen Land in Palästina – wird die Region keine Ruhe erleben. Klar, Typen wie er werden schon dafür sorgen, dass Ruhe nicht einkehren kann.

Sonntag, 05.06.2011:

Bei den gestrigen Protesten in Tel Aviv wurde – wer auch sonst – ein Aktivist von Gush Shalom interviewt. Der Heini meinte, Israel müsse endlich Frieden mit den Palästinensern schließen. Wie wäre es, wenn die Palästinenser endlich zu Frieden mit Israel bereit wären? (EuroNews)

Liebesgruß aus dem Gazastreifen: Die Hamas eröffnete ein „Tourist Resort“ im Gazastreifen, das nach der israelischen Stadt Beit Shean „Bisan“ benannt wurde. Ismail Haniyeh verkündete, die PalAraber seien kurz vor einer viel versprechenden Zukunft, die sie in Haifa, Aschkelon, Beit Shean und anderen Städten im besetzten Palästina atmen werden. „Innenminister“ Fathi Hammad sagte, „die Besatzung solle sich darauf vorbereiten aus unserem Land zu fliehen“.

Heckmeck:
– Benjamin Netanyahu hat sich bei Frankreich für dessen (ungefragten) Bemühungen bedankt, Verhandlungen mit der Hamas aber abgelehnt.

Zum Abschluss noch eine aufschlussreiche Karikatur aus der Palestine Times, wozu das angebliche „Rückkehrrecht“ der „Palästinenser“ dient:

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).