Das Recht, nicht ins Meer getrieben zu werden

Michael Freund, The Jewish Press, 15. Juni 2011

Dieser Monat verzeichnet den 44. Jahrestag eines der bedeutsamsten Wunder der Modern, als Israel, das sich der Vernichtung durch die Hand seiner Feinde gegenüber sah, triumphal aus dem Sechstage-Krieg von 1967 hervorging.

Existenzangst löste sich schnell in atemberaubende Freude auf, als der jüdische Staat seine Feinde bezwang, Jerusalem wieder vereinigte und große Landstriche seiner historischen Heimat wiedergewann.

Unsere Gegner, die hämisch geschworen hatten uns den Fischen des Mittelmeers zum Fraß zu geben, wurden gezwungen zuzusehen, wie ihre Truppen einen hastigen und erniedrigenden Rückzug antraten.

Der verblüffenden Sieg von 1967 hatte alle Kennzeichen göttlichen Eingreifens. Er war ein Geschenk des Himmels an ein belagertes und überlastetes Volk. Nach fast zwei Jahrtausenden waren wir endlich wieder mit der Wiege der jüdischen Zivilisation in Judäa und Samaria vereint – und mit den Herz der Nation, dem Tempelberg in Jerusalem. Und doch scheint es vier Jahrzehnte später so, als könnten viele Juden und Israelis einfach sich selbst nicht vergeben gewonnen zu haben.

Es ist ein jährliches Ritual, dass eine Reihe Experten der Medien, linke Aktivisten und sogar einigen Offizielle eine schwermütige Veranstaltung starten, auf der sie ihre Hände wringen und sich an die Brust schlagen. Sie beklagen den Ausgang des Sechstage-Krieges, murren wegen Israels Erfolg bei der Rückgewinnung Judäas, Samarias und Ostjerusalems und klingen, als würden sie es vorgezogen haben, in einer Niederlage untergegangen zu sein.

Diese Kritiker stellen ein außerordentliches Fehlen von Anerkennung ein außergewöhnliches Fehlen historischer Perspektive zur Schau; damit sehnen sich diese Kritiker danach, die hart erworbenen Früchte dieses Verteidigungskriegs den Palästinensern zu übergeben, alles in der eingebildeten Hoffnung einen unverbesserlichen Feind zu beschwichtigen.

Wie konnten so viele so viel in so kurzer Zeit vergessen?

Es scheint so, dass die einzige Möglichkeit dieses Phänomen zu erklären, darin besteht einen Begriff aus der Psychologie zu borgen: Gewisse Teile der israelischen Öffentlichkeit und des Weltjudentums leiden klar unter dem, was ich das „Syndrom der verprügelten Nation“ bezeichne.

Wie das Opfer von ständigem häuslichen Missbrauch, können die Advokaten der Kapitulation gegenüber den Palästinensern das Nötige aufbringen, um sich gegen den Missbrauchenden zu wehren. Alle Kennzeichen des Syndroms sind vorhanden.

Natürlich hat diese verdrehte Weltsicht eine fast obsessive Konzentration auf Israels angebliche Fehler zu Folge, so Lügen zur Wurzel des Konflikts mit unseren Nachbarn. Konsequenterweise werden die Taten der Palästinenser heruntergespielt und minimiert, es werden Ausreden dafür gefunden und sie werden ignoriert; und stattdessen beginnt Israels politischer Entscheidungsprozess einem altmodischen, selbst zugefügten Schuld-Trip zu ähneln.

Es ist an der Zeit endlich aus diesem Kolletivschiss auszubrechen und anzufangen die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist.

Zunächst sollte Israel aufhören sich dafür zu entschuldigen, dass es 1967 die arabischen Staaten besiegt hat. Wie jede andere Nation haben wir das Recht uns zu verteidigen und wir haben das Recht nicht ins Meer getrieben zu werden. Viele der Defätisten entscheiden sich bequemerweise dazu zu ignorieren, was zum Krieg von 1967 führte: zunehmender palästinensischer Terror, massive arabische Massierung von Militär und öffentliche Drohungen arabischer Früher den jüdischen Staat auszulöschen.

Sie vergessen ebenfalls, das zwei Jahre vor 1967, als Israel die Gebiete noch nicht „besetzt“ hatte, Premierminister Levi Eshkol einen Vorschlag vorlegte, der den arabisch-israelischen Konflikt ein für alle Mal hätte lösen können. In einer Rede vor der Knesset schlug Eshkol am 17. Mai 1965 vor die Waffenstillstandslinien von 1949 in Friedensverträge zu formulieren und bot direkte Gespräche mit den arabischen Staaten an, um genau das zu tun. Der Premier stellte heraus, dass Ägypten, Jordanien, Syrien und der Libanon zusammen sechzig mal so viel Land wie der jüdische Staat hatten und merkte an, dass es für die Araber keinen logischen Grund gab weiter den Weg des Kriegs einzuschlagen.

Dafür bot er eine Friedensvision an, zu denen offene Grenzen gehörten, bilateraler Handel, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Zugangsfreiheit zu den heiligen Stätten. Alles, was er im Gegenzug forderte, sagte Eshkol, war „volle Respektierung der Unabhängigkeit, Souveränität und territorialen Integrität aller Staaten in der Region“.

Israels Friedensangebot wurde jedoch zwei Jahre später mit einer klaren und unmissverständlichen arabischen Antwort begegnet. Ägypten und Syrien mobilisierten ihre Armeen und ihre Völker und schwören den jüdischen Staat zu vernichten. Glücklicherweise konnten wir sie mit Gottes Hilfe besiegen und unseren Feinden die territoriale Plattform nehmen, von der sie unsere Vernichtung angestrebt hatten.

Statt wegen des Resultats zu murren, sollten wir darüber glücklich sein.

Fakt ist, dass Israel 1967 weder um Krieg nachsuchte, noch ihn initiierte, also hören wir auf so zu tun, als hätten wir das doch gemacht.

Wir schulden den Arabern nichts dafür, dass wir sie besiegten und wir müssen ihnen schon gar kein weiteres Territorium geben, von dem aus sie uns angreifen.

Sie haben versucht uns umzubringen. Wir haben gewonnen. Findet euch damit ab.