Das Fleisch gewordene Israel Derangement Syndrom

Meryl Yourish, 28. Juni 2011

Wussten Sie, dass 7.000 sudanesische Zivilisten von „Rotkreuz-Mitarbeitern“ gezwungen wurden ein UNO-Gelände zu verlassen und an einen nicht näher genannten Zielort im südlichen Sudan gebracht wurden?

Ein interner UNO-Bericht, den Associated Press erwerben konnte, besagt, , dass sudanesische Geheimdienstler, die sich als Mitarbeiter des Roten Kreuzes ausgaben, den Zivilisten am 20. Juni befahlen das UNO-Lager zu verlassen.

Niemand weiß, wo sie sind, in welchem Zustand sie sich befinden oder was mit ihnen geschah.

Auf was konzentrieren sich aber die Medien der Welt?

Auf die Gaza-Flottille. Weil die natürlich viel wichtiger ist. Da fahren diesmal weniger als 300 Leute mit und zwölf Prozent der Passagiere auf den Schiffe sind Journalisten. Sie haben richtig gelesen: Einer von acht Passagieren ist ein Journalist.

Offenbar ist die Lage im Gazastreifen viel grässlicher als die Lage im Sudan. Siebentausend vermisste Zivilisten? Was ist das schon, verglichen mit dem „Freiluft-Gefängnis“, zu dem der Gazastreifen geworden ist?

Und nur die UNO, so scheint es, hat überhaupt angefangen sich das anzusehen, was den vermissten Sudanesen geschehen ist. Wenn die Massengräber freigelegt werden, werden die Leute ihren Kopf schütteln und etwas über die Schande murmeln, die das darstellt. Und dann werden sie auf ihrer nächsten Dinnerparty die furchtbare Lage im Gazastreifen diskutieren – insbesondere die Alice Walkers der Welt, die in ihrem Herzen wissen, dass Israel der größte Menschenrechtsverletzer der Welt ist. Der Sudan? Nun, ja, das ist eine Schande, aber – ist es nicht schlimm, was sie diesen armen Palästinensern antun?