Jordanien bereitete den Boden für die Vereinigung Jerusalems

Yaacov Lozowick, 12. Juli 2011

Danny Rubinstein schreibt darüber, wie die unterschiedliche Politik Israels und Jordaniens Jerusalem für die Vereinigung vorbereitete (Danny Rubinstein: „Vereinigung der Stadt und unbeantwortete Fragen“ [in Hebräisch], Achimeir & Bar-Siman-Tov, S. 471ff, hier online). Kurz nach der Teilung erkannte Israel, wie heikel die Lage in Jerusalem geworden war und begann eine Reihe Maßnahmen, um die Stadt zu stärken. Ihr Status als Hauptstadt wurde Gesetzeskraft gegeben und dem folgte der Bau vieler nationaler Institutionen. Die Hebräische Universität, die jenseits der Grünen Linie fest steckte, wurde einfach verlegt, dann wurde irgendwann ein neuer Campus geschaffen und einige Jahre lang war das weiter die einzige Universität in Israel. Große Hausbauprojekte waren im gesamten Land im Gang, weil die Zahl der Immigranten beträchtlich höher lag als die Zahlen der Alteingesessenen (viele davon waren nur im Vergleich der neuer Angekommenen Alteingesessene).

Die Jordanier machten genau das Gegenteil. Sie hatten Angst vor den örtlichen arabischen Eliten (heute würde man sie Palästinenser nennen), die von ihren neuen und nicht eingeladenen jordanischen Herrschern nicht gerade entzückt waren. Der Ermordung König Abdallahs auf dem Haram (Tempelberg) im Jahr 1951 durch ein Mitglied der Familie Husseini war nur der extremste Ausdruck dieser Feindseligkeit. Rubinstein ist die Archive der jordanischen Kommunalverwaltung Jerusalems durchgegangen und hat zahllose Beschwerdebriefe der Ortsansässigen gefunden, die ihre neuen Herrscher und ihre Politik nicht mochten. Als Ergebnis davon gab es sehr wenige Gelder, die in Jerusalem investiert wurden und dort fand sehr wenig Entwicklung statt. Die meisten der Araber, die ihre Häuser in dem verloren, was nicht das israelische Westjerusalem war, zogen in die Eastbank, insbesondere in die beliebte Stadt Amman, die Hauptstadt Jordaniens.

Dennoch sollte ich anführen, dass König Hussein ein Herrenhaus in Beit Hanina, nördlich von Jerusalem, hatte und 1967 einen neuen Palast baute, dessen verfallenes Betonskelett heute noch steht. Anfang 1967 vollendete er auch die große Aufgabe eine moderne Schnellstraße aus der Eastbank hinauf nach Jerusalem zu bahnen – also lagen die Dinge vielleicht nicht ganz so sehr schwarz/weiß, wie Rubinstein sagt.

Auf jeden Fall, so Rubinstein, gab es, als Israel im Juni 1967 plötzlich die gesamte Stadt unter seiner Kontrolle hatte, keine zwei gleichen Hälften, die zusammengefügt werden mussten. Es gab eine umtriebige, moderne israelische Hälfte und es gab eine verschlafene und sehr kleine jordanische Hälfte. Es stimmt, die Altstadt und die meisten der heiligen Stätten lagen auf der jordanischen Seite, aber aus der Perspektive urbaner Kraft und Wohlstands gab es keinen Vergleich. Die westliche Seite schluckte den Ostteil.

Rubinstein, ein säkularer Israeli, der mit der politischen Linken identifiziert wird, fasst seine Beschreibung mit dem Kommentar zusammen, dass es die „Ironie der Geschichte“ war, die sich so auslebte; es hätte ganz leicht anders sein können, hätten die Jordanier ernsthaft in ihre Hälfte investiert, so dass die israelische Annexion viel schwieriger hätte werden lassen.

Vielleicht. Manche würde es göttliches Eingreifen nennen, das den Ausgang sicherstellte. Als Historiker scheint es mir weniger Ausdruck historischer Ironie, als umfassender kultureller und politischer Unterschiede. Für Abdallah war die Kontrolle über Jerusalem (womit er natürlich die Altstadt meinte) im Krieg 1948 extrem wichtig. Doch als sie erst in seiner Hand war, haben er und sein Enkel anscheinend niemals die Möglichkeit in Betracht gezogen, die Stadt als ihre Hauptstadt zu behandeln – weil sie es nicht war. Für die Juden, auch wenn sie des historischen Zentrums in der Altstadt beraubt waren, war sie die Hauptstadt. Alles andere folgte aus diesem Unterscheidungsmerkmal; es gibt keine Ironie und keine Notwendigkeit für göttliches Eingreifen, wenn Ihnen diese Art des Denkens nicht liegt.

Ein Gedanke zu “Jordanien bereitete den Boden für die Vereinigung Jerusalems

  1. Komisch ist auch Folgendes:

    Die Zeitung der Vereinigten Arabischen Emirate Al-Bayan hat am Donnerstag, den 30.06.2011 berichtet, dass die jordanische Regierung gegen die einseitige Etablierung eines palästinensischen Staates stimmen werde. „Jordaniens Staatsräson wäre in Gefahr, sollten die Palästinenser einen eigenen Staat erklären – besonders in Bezug auf das Thema Flüchtlinge, Wasser, Jerusalem, und die Grenzen“, sagte ein ranghoher Vertreter des jordanischen Regimes. Die palästinensischen Araber machen 60 Prozent der jordanischen Bevölkerung aus, so würde das von Beduinen geführte Königreich bald von einem palästinensischen Staat in Judäa und Samaria abhängen. Es gibt sogar Spekulationen, dass die palästinensischen Araber die Kontrolle über Jordanien übernehmen würden. Die Entscheidung Jordaniens, einen einseitig erklärten palästinensischen Staat nicht zu akzeptieren, ist ein weiterer Beweis dafür, welch große Gefahr die Ausrufung eines solchen Staates mit sich bringen würde. Darüber hinaus wäre er eine Last für die internationale Gemeinde.

    Aus Israel heute

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