Wem schadet der Boykott?

Joe Settler, The Muqata Blog, 16. Juli 2011

In Reaktion auf das Anti-Boykott-Gesetz gab Peace Now sein Äußerstes und erklärten einen Boykott über Produkte aus Judäa und Samaria. Sie druckten schicke Werbung, die die Top-Firmen auflisteten, die zu boykottieren sind. Andere Linke liefen herum und pappten in Geschäften Aufkleber auf „Siedler-Produkte“.

Das Ergebnis?

Die erste der Firmen auf der Liste, Meshek Achiya, Produzent von gutem Olivenöl, berichtete diese Woche von einem Rekordanstieg der Verkäufe in Israel. Dasselbe kam von der der Weinkellerei Psagot und den Tekoa-Farmen. In der Tat berichteten alle Firmen, gegen die die Linken schossen, einen kräftigen Anstieg der Verkäufe.

Warum? Weil der Durchschnittsisraeli seine Unterstützung der Siedler-Unternehmen zeigen und sich gegen Boykotte Israels und gegen die Linke aussprechen wollte und die Linke ihm sagte, wo er diese Unterstützung am besten zeigen kann.

Doch die tatsächliche Frage ist: Wen schädigt dieser Boykott wirklich?

Fangen wir mit Gush Katif an. Die 8.000 Einwohner von Gush Katif waren für 10% der internationalen Verkäufe landwirtschaftlicher Produkte aus Israel verantwortlich. Wen schädigte die Abkoppelung? Die israelische Wirtschaft.

Doch sie schädigte auch die Araber des Gazastreifens, die gewinnbringend zu Löhnen beschäftigt wurden, die über denen lagen, die sei im eigenen Markt erhalten hätten.

Aber reden wir von Judäa und Samaria.

Es gibt ca. 788 Fabriken in Judäa und Samaria (einschließlich natürlich der im Jordantal). Die Fabriken produzieren mindestens $100 Millionen an Export-Verkäufen (ich muss überprüfen, ob das im Monat oder im Jahr ist).

Von den 17.000 Beschäftigten dieser Fabriken sind 11.000 Araber („Palästinenser“). Rund 100.000 Familienmitglieder dieser 11.000 Araber sind von diesen Siedler-Fabriken abhängig. Das schließt noch nicht die arabischen Satelliten-Firmen ein, die dort eröffneten, wie Taxi- und Essensdienste. Und die Gehälter, die diese Fabrikmitarbeiter bekommen (zusammen mit den zugehörigen Sozialleistungen), sind weit mehr, als sie wohl im Arbeitsmarkt der PA erhalten würden.

Ich sollte auch erwähnen, dass diese Fabriken typische Vorbilder friedlicher Koexistenz sind (außer, wenn gelegentlich ein arabischer Mitarbeiter versucht ein paar Juden zu töten).

Vor einiger Zeit entschied sich eine israelische Firma, aus dem (Siedler-) Industriegebiet Barkan auszuziehen, weil die Linke so viel Druck ausübte. Das Ergebnis war: Ihre 90 arabischen Beschäftigten wurden entlassen, da sie nicht innerhalb der „Grünen Linie“ arbeiten konnten; die jüdischen Beschäftigten musste lediglich in die Gegenrichtung pendeln. Die Entlassung von 90 Arabern bedeutete, dass rund 800 Araber keinen Ernährer mehr haben.

Die Wahrheit ist: Ein erfolgreicher Boykott würde in Wirklichkeit die Palästinenser weit, weit mehr schädigen als die Juden. Aber verwirren Sie die Linken nicht mit dieser Information, denn ihre Boykott-Aufrufe helfen die Siedler-Wirtschaft zu stärken, die sie so sehr hassen.

Oh, hier ist noch eine Frage an Sie (wie sie in Makor Rishon gestellt wurde):

Wenn Ahmed Tibi, ein israelischer Staatsbürger, der derzeit jenseits der Grünen Linie lebt (was ihn zum Siedler macht) eine Fabrik aufmachen würde, würde die Linke dazu aufrufen auch ihn zu boykottieren? Oder sind ihre Boykott-Aufforderungen in Wirklichkeit rassistisch und richten sich nur gegen Juden?

5 Gedanken zu “Wem schadet der Boykott?

  1. Auch ich wuerde gerne Produkte aus Judea und Schomron kaufen. Leider ist keine Liste verlinkt mit Geschaeften, die diese Produkte fuehren.

    Dies vor allem um den Linken zu zeigen, wo der Hammer haengt, denn ich sehe in Deutschland immer mehr, dass Sozialismus stets mit Antisemitismus vergesellschaftet ist. Ganz gleichgueltig, ob der Sozialismus sich als links oder rechts bezeichnet.

    • Gibt’s wohl in Deutschland nicht. Aber hier wird ja auch lieber zum Komplett-Boykott aufgerufen. Dem kann man entgegenwirken, wenn die Tipps von oben rechts: „Kauft viel beim Juden“ angeklickt wird.

      • Ich kann israel-spezialitäten.de nur empfehlen… leider bekomme ich auch dort nicht diesen wunderbaren Honig vom Golan – aber es muß ja auch Gründe zum Hinfliegen geben 😉

  2. Nun, die beim „bösen Siedler“ beschäftigten Araber bekommen mindestens das Vierfache des von „Palästinensern“ gezahlten Gehaltes – plus Sozialleistungen…

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