Knallchargen

Walter van Rossum, WDR5 – man lese seinen hetzerischen Erguss gegen jeden, der die LINKE und ihren Antisemitismus kritisiert. Für diesen Vogel gibt es keinen linken Antisemitismus und wer das behauptet agiert wie die Antisemiten. Er schreibt es nicht wörtlich, stellt aber ganz eindeutig klar: Die „Islamophobie“ ist der heutige Antisemitismus (s. Sarrazin). Ach ja: Der Antisemitismusvorwurf gegen DIE LINKE kann nicht belegt werden – ich könnte mich kringeln vor Lachen über diesen Hornochsen. Und Michael Wolffsohn sowie einige andere, die den linken Antisemitismus öffentlich analysiert haben, sind „durchgeknallte Propagandisten“, vor denen der Antisemitismus zu schützen ist. Geht’s noch? Und dann am Ende auch das noch: Es „haben soeben über hundert prominente Aktivisten der israelischen Friedensbewegung die Partei Die Linke aufgefordert, sich weiterhin für die Lage der Palästinenser einzusetzen“. Natürlich, Prominente – Leute, die in den deutschen Medien prominent gemacht werden, in Israel aber als das gelten, was sie sind: durchgeknallte Exoten und Vollidioten, die sich so weit weg an den Rand der Gesellschaft gestellt haben, dass sie keiner mehr ernst nehmen kann (mit Ausnahme der Michel-Presse) und dass sie ständig Gefahr laufen, von diesem Rand auch noch runterzukippen in große Nichts.

Ban Ki-moon, UNO-Generalsekretär – er lässt verlauten, Israel habe bei der Abwehr des Grenzsturms aus dem Libanon unverhältnismäßig gegen unbewaffneten Demonstranten gehandelt. Aha: Ein Angriff auf Grenzbefestigungen ist also eine „Demonstration“; Brandsätze und Steine werfende „Demonstranten“ sind unbewaffnet. Sonst noch was?

Anna Reimann, SPIEGEL – fragte im Mai: „Auf dem Ground Zero jubeln Menschen über den Tod Bin Ladens – zumindest die Bilder erinnern an feiernde Muslime im Gazastreifen nach den Anschlägen vom 11.September 2001. Finden Sie das in Ordnung?“ Die Frau setzt den Massenmord an fast 3.000 unschuldigen Menschen aus ideologisch-religiösen Gründen auf dieselbe Stufe wie die Tötung des Terrorführers! Freude über die Beseitigung einer üblen Gefahr gleich mit Jubel über Massenmord. Geht’s noch, Frau Pervers?

Herfried Münkler, Politologe (häufig für SPIEGEL) – „Aber es waren nur wenige Amerikaner, die ihre seelischen Empfindungen so ungeniert demonstriert haben, genauso wie es 2001 nur wenige Muslime waren, die sich über die Tausenden Toten der Anschläge freuten.“ Der Mann leidet unter Wunschdenken. Ganz nebenbei: Auch er ist offenbar nicht in der Lage die moralischen Unterschiede darzulegen, auch wenn er vorher (in Sachen bin Laden) konstatierte, dass „eine Demokratie töten darf“.

Nora Müller, Projektleiterin in der Körber-Stiftung – westliche Regierungen sollten ihre Berührungsängste, denen nicht selten ideologisch aufgeladene Feindbilder zugrunde liegen, überwinden. Also sich mit den schlimmsten Islamisten, Antisemiten, Terroristen an einen Tisch setzen, schön einen Kaffee trinken und sich deren Ideologie eintrichtern lassen, damit die „nicht selten ideologisch aufgeladenen Feindbilder“ abgebaut werden. Die der Westler, wohlgemerkt, NICHT die der Ideologen des Terrors. Dass die etwas ändern, fordert diese Geistesgröße natürlich nicht. Ach ja: Demokratie („das D-Wort“) ist „in der arabischen Welt zum Reizwort, zum Inbegriff westlicher Doppelmoral geworden“ – weil man im Westen den Wahlsieg der Hamas nicht begrüßt. Demokratie, Frau Müller, bedeutet auch, dass man ein Wahlergebnis, das man nicht mag, auch nicht bejubeln muss; und dass man einen Wahlsieger, der Scheiße ist, auch wie Scheiße meidet. Die Frau merkt offenbar nicht, wie sie den Unterdrückern den Weg ebnet. Lassen wir Harnasch zu Wort kommen, weil es so richtig ist (für das Beispiel Ägypten): Das Signal muss lauten: “Wenn Ihr, liebe Ägypter, Euch freiwillig dafür entscheidet, Euch von diesem Terrorverein unterdrücken zu lassen, dann gibt es keinen Cent Entwicklungshilfe mehr, dafür aber Reisewarnungen vom Auswärtigen Amt. Überlegt es Euch also gut!” Frau Müller wird das falsch finden. Undemokratisch. Weil demokratische Forderungen nicht von westlichen Demokraten gestellt werden dürfen, sondern nur von islamischen/arabischen Undemokraten.

3 Gedanken zu “Knallchargen

  1. Walter van Rossum hat noch einige Asse im Ärmel, die er von Wippermann übernehmen kann. Der Nolte-Schüler Wippermann ist beispielsweise der Meinung, dass jede Erforschung des kommunistischen Terrors der Verdrängung von Auschwitz dient, wovon auch die 68iger Bewegung nicht verschont bleibt, da diese nicht links gewesen sein kann, „weil der Kern der damaligen Revolteure seinerzeit heftige Kritik an der SU, der DDR, der KPdSU, der SED/SEW/DKP, also am kommunistisch-sozialistischen Lager geübt hatte. Denn, so weiß der Professor heute, wer dies tut, “relativiert Auschwitz”. “

    Demzufolge ist das Geschäft von Wolffsohn, Broder und uns allen Juden und Pro-Israelischen Kräften die „Relativierung von Auschwitz. Wir verdrängen mit unserer Kritik am linken Antisemitismus unsere eigene „Schuld“ an Auschwitz, beispielsweise in meinem Fall die „Schuld“ meiner Eltern von den Nazis eingeperrt und ausgepeitscht worden zu sein. Ich kann nicht umhin zu sagen, dass ich gerne einmal dabei sein möchte, wenn Walter van Rossum/Wippermann solche Weisheiten in meinem Beisein aussprechen. Der Anwalt meiner Familie wird sich der Sache ganz sicher liebend gerne annehmen.

    http://www.trend.infopartisan.net/trd1299/t111299.html

    http://www.dielinke-nrw.de/nc/themen/themen_aktuell/detailthemen_aktuell/browse/4/zurueck/themen-aktuell/artikel/medienkolumne-immer-mal-wieder-der-linke-antisemitismus-von-walter-van-rossum/

    • Vielleicht sollten sich die Antiisraeliten mal einigen – entweder übertreiben die Juden den Holocaust und/oder benutzen ihn zum Nachteil aller Nichtjuden (Raffgier, Geldgeilheit, Weltherrschaft); oder sie relativieren ihn, um ihre eigene Schuld am Holocaust zu kaschieren. Beides geht nicht.

      • anscheinend geht beides doch bei denen. Jedenfalls konnte ichsolche Statements, wie du ober ausgeführt hat, in den Äusserungen von Kadern der Die Linke bereits finden. Erschreckend die Nähe zur rechtsextremen Argumentation, welche die Kader der allgemein al „unschuldig“ betrachteten Die Linke sozusagen sanktionieren und damit den rechten Antisemitismus begünstigen. Erschreckend, ja erschlagend das alles.

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