Mehr zum antiisraelischen NGO-Skandal

Elder of Ziyon, 25. Mai 2011

Gestern schrieb ich über einen Artikel von Kieron Monks in This Week in Palestine, der offen legte, dass die NGO-Industrie in den palästinensisch-arabischen Gebieten eine Geldverschwendung ist, die nur den Kreislauf antiisraelischer Stimmung in Gang hält, während den palästinensischen Araber in keiner Weise geholfen wird.

Monks hat Einwände zu meinem Gebrauch dieses Artikels. Er kommentierte:

Als Autor des Artikels ist es offensichtlich ein kritischer Blick auf die Hilfsblase, die in Palästina geschaffen wurde. Er ist übrigens von den Palästinensern seht gut aufgenommen worden, die eine nachhaltigere Wirtschaft haben wollen. Er wird in einem palästinensischen Magazin veröffentlicht und wird offensichtlich nicht gelöscht.

Das Land ist voll von Schmarotzern, das sollte jeder zugeben; und die NGO-Kultur hilft dem Widerstand gegen die Besatzung nicht – sie begünstigt sie. Dieser Artikel versucht nicht Punkte im pal/israelischen Konflikt zu machen – also ist es eine Fehlinterpretation, wenn Sie ihn auf diese Weise benutzen. ALLES in Schwarz-Weiß-Begrifflichkeiten zu sehen (Israel gut/Pal. schlecht oder umgekehrt) ist idiotisch. Ich hoffe, Sie haben aus meinem Artikel Einsicht gewonnen, aber er belegt nicht, dass jeder im Universum antisemitisch ist oder andere bizarre Theorien.

Zur Kenntnisnahme: einen anderen Artikel, den ich zum Thema schrieb ist „denke 3D“! (http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2010/nov/19/palestine-aid-models-must-change)

Sein früherer Artikel ist nicht weniger aufschlussreich:

Palästinas NGO-Sektor … ist zu einem Synonym für Korruption, Inkompetenz und sinnlose Arbeitsplatzschaffung geworden. Tausende NGOs sind aus dem Boden geschossen, die für alles werben, von Familienplanung bis zu geisteswissenschaftlicher Bildung, womit sie die Hilfs-Industrie aufblasen, ohne langfristige Folgen zu schaffen.

Nasif Mu’allem, Generaldirektor des Palästinensischen Zentrums für Frieden und Demokratie, offenbarte, dass „JICA – die Hilfsmission der japanischen Regierung – letztes Jahr 5 Millionen Dollar investierte, aber praktisch nur $600.000 ausgab. Der Rest wird für Gehälter, Unterkünfte, Hotels, Behandlungswiederholung und Reisen der Beschäftigten aus dem Ausland hier ausgegeben, aber nicht für die Palästinenser.“ Da die Spender ihre Investitionen nicht gründlich überprüfen, ist diese Art privater Gewinnmaximierung normal geworden.

Die Wahrnehmung der Auslands-NGOs durch die Palästinenser ist aufschlussreich. Eine Umfrage der Bir Zeit-Universität von 2008 stellte fest, dass lediglich 35% der Bevölkerung der Westbank das Gefühl haben, sie trügen zur Entwicklung der palästinensischen Gesellschaft bei. 78% sagten, sie spielen eine Rolle bei der Reduzierung menschlichen Leids und 55% hatten das Gefühl, sie tragen zur Verstärkung der israelischen Besatzung teil.

Nach Angaben von [Joseph] DeVoir schient die Kombination dieser Ergebnisse eine Wahrnehmung zu offenbaren, dass NGOs „politische Ziele nicht erreichen; sie fördern die Besatzung dadurch, dass sie ertragbar machen“. Sicher haben NGOs und internationale Organisationen finanzielle Motive zur Aufrechterhaltung der Besatzung, ohne die sie die Gelder für die Bekämpfung von deren Folgen nicht erlangen könnten.

Das aus dem Ausland an die NGOs strömende Geld hat Klassenunterschiede in die palästinensischen Gesellschaft eingegraben. Arbeitsplatzvergabe ist dort typischerweise auf die gebildete Klasse der Elite beschränkt, was durch Vetternwirtschaft weiter eingeengt wird. In Ramallah ist der Unterschied besonders offensichtlich; dort findet man schicke Nachtclubs in direkter Nachbarschaft zu Flüchtlingslagern – das Reservat der Ausländer und reichen Palästinenser, die zu komfortabel leben, um sich mit dem Kampf um die Unabhängigkeit zu identifizieren. Ihr Geld hat sie bereits gegen die schlimmsten Folgen der Besatzung immun gemacht; sie arbeiten in Jobs, die es ihnen erlauben Grenzen und Checkpoints zu überqueren, was ihren Ansporn den Status quo zu bekämpfen dämpft.

Dennoch schreibt Monks auch:

Einzelne NGOs haben versucht ihre Unabhängigkeit von Spendern zu beteuertn. Viele lehnen Gelder von USAID ab, weil damit politische Forderungen verbunden sind, die Hilfen für Projekte ausschließen, von denen Leute profitieren mit Verbindungen zu ungewünschten politischen Gruppen könnten.

Monks regt sich nicht über Hilfe auf, die an Terrorgruppen abgezweigt wird. Seine Sicht ist: Das ist die Wahl der palästinensischen Araber; dass der Westen nicht entscheiden oder überwachen dürfe, wo seine Milliarden Dollar hin fließen – wenn ein Prozentsatz für Raketen oder Panzerbekämpfungsflugkörper abgezweigt wird, geht das die Spender nicht an. Er impliziert, dass dies der Weg ist, wie sie wahre Unabhängigkeit erlangen werden.

Er geht an der Sache vorbei.

Israel hat nichts gegen Hilfe für die palästinensischen Araber. Niemand hat etwas dagegen, dass sie Institutionen aufbauen oder Jobs bekommen oder ihre Wirtschaft verbessern; Fakt ist, dass Israel mehr als alle NGOs zusammen getan hat, um ihnen zu helfen, genau das zu tun.

Offensichtlich ist Israel primär an einem Ziel interessiert: Sicherheit. Aus Sicht Israels und des Westens entstammt Sicherheit einer Kombination aus einem starken PA-Sicherheitsapparat, der Terror bekämpft und einer starken Wirtschaft, die den Menschen Anreiz gibt zu arbeiten und ein ehrhaftes Leben für ihre Familien zu führen, statt vom Extremismus angezogen zu werden. Fast genauso offensichtlich kann ein unabhängiges Palästina ohne wahren Frieden mit Israel nicht lange existieren, also ist – und sollte es gesehen werden – Hilfe, die zur Hamas und anderen Terrorgruppen abgeleitet wird noch kontraproduktiver für einen Palästinenserstaat als die derzeitige wirtschaftliche Abhängigkeit von Auslandshilfen.

Monks verbindet die Hilfe von Spendern, die dafür gedacht ist den terroristischen Einfluss auf die palästinensisch-arabische Gesellschaft zu vermindern, mit der nebulösen Vorstellung, dass Welster die „Besatzung“ zeitlich verlängern wollen Er hat nur teilweise recht.

Das Problem ist, dass die Ziele der NGOs, der westlichen Spender, der palästinensischen Araber und Israels nicht miteinander übereinstimmen.

NGOs wollen, wie Monk impliziert, ihre Absahne im Lauf halten. Ihre oberste Sorge ist im Geschäft und finanziell gut ausgestattet zu bleiben. Sie ziehen junge Menschen an, denen es nicht um palästinensisch-arabische Unabhängigkeit oder Selbstständigkeit geht – sie wollen oft Israel unter Druck setzen und am Ende vernichten. Viele haben kein Problem mit der Hamas und dem Islamischen Jihad; Fakt ist, dass sie deren Ziele implizit oder explizit unterstützen. Einen wirklichen palästinensisch-arabischer Staat in Frieden mit seinen Nachbarn haben sie nicht als Ziel – einen Palästinenserstaat oder zwei, die Israel ersetzen, ist es. (Ich rede von NGOs wie denen, die die „Flottillen“ sponsern.)

Die UNRWA hat null Interesse die Lager abzubauen, die es selbst innerhalb der Bereiche A und des Gazastreifens gibt. Sie wird nicht im Geringsten dazu beitragen eine Generation Menschen zu generieren, die selbstständig sind. Sie wird weiterhin um mehr und mehr Geld betteln, selbst obwohl sie keine Richtlinie hat jemandem den „Flüchtlingsstatus“ zu nehmen, außer er stirbt. Sie hat mehr als jeder andere, zur Verlängerung der palästinensisch-arabischen Elends beigetragen.

Die USA wollen wahren Frieden sehen, mit einem unabhängigen palästinensisch-arabischen Staat neben Israel, so wie Kanada neben den USA liegt. Terrorgruppen stehen diesem Wunsch diametral entgegen.

Die EU will auch das, was die USA wollen, haben aber mehr Verständnis für die Vorstellung, dass die korrupten NGOs entscheiden können, wohin das Geld ohne Beaufsichtigung gehen sollte.

Und niemand wirft wirklich einen Blick auf die langfristige Strategie, mit der eine echte Wirtschaft und starke Institutionen aufgebaut werden können – mit Ausnahme Israels und – das ist schon ironisch – des verhassten Likud.

Die wirkliche Frage ist: Was wollen die palästinensischen Araber? Wenn sie weiter den Terrorismus tolerieren und glorifizieren, dann wird ihr Staat nie zustande kommen. Ein solcher Staat wäre auch nicht wünschenswert.

Das Problem ist, dass Leute wie Monks glauben, Eigenstaatlichkeit, aufgebaut auf künstlichen, aber letztlich irrelevanten Forderungen wie die „Linien von 1967“ und „Jerusalem“, die zum Konzept eines unabhängigen Staates quer stehen, ein Recht ist, das gewährt werden sollte, egal, welche Form sie annehmen würde und unabhängig davon, ob ein Staat dem Frieden in der Region helfen würde oder nicht.

Monks versagt auch bei der Feststellung, dass alles Geld, das in diese korrupten NGOs fließt, besser genutzt werden würde, um echten Ländern mit wirklichen Armutsproblemen und Krieg zu helfen und das die Obsession der Welt mit Israel die Bedeutung „Palästinas“ über alle Maßen  der Notwendigkeit hinaus übertrieben hat. Ja, ein bedeutender Prozentsatz der Besessen heit der Welt mit der Region liegt beim modernen Antisemitismus, der als Antizionismus verkleidet ist. Es gibt keine andere Erklärung, die erläutert, warum die palästinensischen Araber einen Löwenanteil der Aufmerksamkeit der Welt erhalten, obwohl es anderen Arabern weit schlechter geht.

Während es also großartig ist, dass Monks die Korruption offen legt, die in der wuchernden NGO-Industrie in den Gebieten endemisch ist, geht er am Problem vorbei. Das Problem ist, dass alle Parteien aneinander vorbei reden und dass „Palästina“ kein Recht ist, sondern etwas, das sich die palästinensischen Araber verdienen müssen – indem sie beweisen, dass sie verantwortlich und friedlich agieren können, nach innen wie nach außen.

Wenn ein wahrhaft friedliches Palästina in den Karten läge – eines, in dem es keine Hetzte gibt, in dem Israel ein echter Partner ist, wo die gewöhnlichen Leute von der Hamas und dem Islamischen Jihad und den Al-Aqsa-Brigaden angewidert sind, wo Juden voller Zugang zu ihren heiligen Stätten gewährt wird, ohne dass sie fürchten müssen gesteinigt oder erschossen zu werden – dann würden alle anderen Probleme verschwinden. Letztendlich ist das das wirkliche Problem, eines, das weder die NGOs noch die palästinensischen Araber oder die EU oder die UNO bereit ist anzusprechen.