80% der pal-arabischen „Flüchtlinge“ haben eine Staatsbürgerschaft

Elder of Ziyon, 19. Juni 2011

Am Vorabend des Welt-Flüchtlingstags veröffentlichte das Palestinian Central Bureau of Statstics einige interessante Zahlen. Wafa schreibt:

Nach Angaben der UNRWA-Akten betrug die Zahl der registrierten palästinensischen Flüchtlinge im Jahr 2010 4,8 Millionen: 41,6% in Jordanien, 23,2% im Gazastreifen, 16,4% in der Westbank, 9,9% in Syrien und 8,9% im Libanon.

2011 stellen im palästinensischen Territorium Flüchtlinge 43,4% der Gesamtbevölkerung, 29,7% von ihnen in der Westbank und 67,3% im Gazastreifen.

Die überwiegende Mehrheit der in Jordanien lebenden „Flüchtlinge“ haben seit 1950 die jordanische Staatsbürgerschaft, was bedeutet, dass sie in keinem Sinn des Wortes als Flüchtlinge angesehen werden können –außer nach der gequälten Definition der UNRWA.

Doch noch bizarrer ist die Charakterisierung „palästinensische Flüchtlinge“, die in … Palästina leben! Wie können Leute als Flüchtlinge angesehen werden, wenn sie in ihrem angeblich eigenen Land leben? Was sie höchstens in Anspruch nehmen können, ist „displaced persons“ zu sein, was etwas ganz anderes ist.

Wenn man die jordanischen „Flüchtlinge“ mit Staatsbürgerschaft und die palästinensischen „Flüchtlinge, die auch Bürger der PA sind, addiert, dann sieht man, dass rund 80% der so genannten „palästinensischen Flüchtlinge“ nichts dergleichen sind. Man kann nicht Staatsbürger eines Landes und gleichzeitig Flüchtling sein.

Wenn die UNRWA und die palästinensisch-arabische Führung und Jordanien an der Lösung des so genannten Flüchtlingsproblems interessiert wären, würden sie diese einfachen Fakten zugeben und daran arbeiten diejenigen einzubinden, die immer noch in Lagern leben und in ihren jeweiligen jordanischen und palästinensisch-arabischen Gesellschaften von den UNRWA-Diensten abhängig sind. Ihre Weigerung das zu tun, zeigt mehr als alles andere, dass das „Flüchtlings“-Problem ein künstliches Konstrukt ist, ein künstlicher Streitpunkt, der von genau den Leuten verschärft und zeitlich in die Länge gezogen wird, die vorgeben, dass sie ihre Hauptsorge sei.

5 Gedanken zu “80% der pal-arabischen „Flüchtlinge“ haben eine Staatsbürgerschaft

  1. Es ist gut, dass Du darauf hinweist, wie mit dem Flüchtlingsstatus bis heute Schindluder getrieben wird.
    Allerdings zeigt ein Blick in die deutsche Vergangenheit, dass auch hier Menschen mit deutschem Pass und deutscher Staatsbürgerschaft noch lange Jahre einen Status als „Flüchtling“ hatten, was ihnen hierzulande zu finanziellen Vergünstigungen verhalf.
    Allerdings trifft das heute sicher nicht mehr auf die Enkel der Vertriebenen und Flüchtlinge aus den ehemals deutschen „Ostgebieten“ zu, um im Vergleich zu bleiben.
    Mehr als 60 Jahre nach Kriegsende (hier) und gut 60 Jahre nach der Staatsgründung Israels können die Enkel der ehemaliagen Flüchtlinge wohl kaum noch für sich einen Flüchtlingsstatus reklamieren, schon gar nicht, wenn sie tatsächlich Staatsbürger des aufnehmenden Staates geworden sind.

    Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob Jordanien oder der Libanon tatsächlich die Araber aus dem britischen Mandatsgebiet Palästina auch „eingebürgert“ hat oder sie nicht doch noch auf Kosten der Weltgemeinschaft in Flüchtlingslagern hält…
    Hast Du darüber genaue Angaben?

    • Jordanien hatte allgemein Palästinensern die Staatsbürgerschaft zuerkannt. Das änderte sich erst, als der Friedensvertrag mit Israel geschlossen wurde, also im Zuge von „Oslo“.
      Inzwischen gibt es viele Palästinenser, denen Jordanien die Staatsbürgerschaft entzieht, um mehr Verantwortung loszuwerden (nach arabischer Diktion – wenn sie keine Staatsbürger sind, hat der Staat keine Verantwortung für sie, sondern Israel; oder die UNO).

  2. genuine frage: warum sollte ich kein fluechtling mehr sein, sobald ich eine andere staatsbuergerschaft bekomme? ich bin mir nicht sicher, dass ich mich, sollte ich mich beispielsweise aus dem territorium eines massenmordenden regimes stehlen koennen und nach einer dekade in meinem gastland die staatsbuergerschaft ergattern koennen, nicht dennoch als fluechtling betrachten koennte.

    • Wer woanders angesiedelt und integriert ist, ist kein Flüchtling mehr.
      Das heißt nicht, dass er/sie/es nicht wieder dorthin zurück will, wo er/sie/es herkam.
      In allen anderen Fällen außer dem 1964 erfundenen Volk der Palästinenser kann der Flüchtlingsstatus nicht vererbt werden.
      Ganz einfache Frage: Würdest du denen, die 1945/46 und danach aus der Tschechei, Polen usw. vertrieben wurden, auch heute noch den Flüchltingsstatus zuerkennen? Und ihre Nachkommen auch?

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