Evangelischer Theologe: Du sollst falsch Zeugnis reden gegen die Juden und Israel (2)

Im zweiten Teil seines Machwerks widmet sich Pfr. Dr. Jochen Vollmer dem „Dilemma des Staates Israel“. Zunächst spricht er der jüdischen Demokratie ab, wirklich demokratisch zu sein:

Der Staat Israel will ein jüdischer und ein demokratischer Staat sein. Als jüdischer Staat ist Israel seinen religiösen Traditionen verpflichtet, die nicht allen Staatsbürgern zugänglich sind. Als demokratischer Staat ist Israel der Gleichheit aller seiner Bürger und Bürgerinnen vor dem Gesetz und den allgemeinen Menschenrechten verpflichtet. Die demokratischen Elemente Israels sind auf Grund seiner vorrangigen jüdischen Identität erheblich eingeschränkt. Israel hat bis heute keine Verfassung. Umfang und Geltungsbereich religiöser Gesetze konnten bislang nicht in einem Konsens geklärt werden.

Er erklärt nicht, worin die angeblichen Einschränkungen denn bestehen sollen. Werden z.B. die Nichtjuden gezwungen den Sabbath zu halten? Nein. Die Nichtjuden öffnen ihre Geschäft am Sabbath (und säkulare Juden gehen dort einkaufen). Die christlichen Kirchen feiern ihren Gottesdienst am Sonntag, ohne dass das Probleme mit den Juden gibt (hingegen machen Muslime oft Stimmung). Verweigert der jüdische Charakter des Landes den Nichtjuden politische Teilhabe oder Ämter? Es gibt arabische Parteien in der Knesset, die sich teilweise israelfeindlich gerieren; es gibt und hat arabische Diplomaten und Minister gegeben, zeitweise war ein Araber amtierender Staatspräsident (als Katsav zurücktreten musste und der nominelle Stellvertreter auf Auslandsreise war). Wie üblich werden keine Fakten genannt, sondern Pfr. Dr. Vollmer übernimmt unbelegte Behauptungen.

Das Scheinargument „Israel hat keine Verfassung“ müsste übrigens dazu führen, dass auch Großbritannien keine echte Demokratie ist. Schließlich haben die Briten auch bis heute keine Verfassung. Und was ist mit Deutschland? Haben wir eine Verfassung? Das Grundgesetz ist ausdrücklich als „vorläufig“ verfasst worden und bisher ist meines Wissens kein Beschluss gefasst worden, dass wir aus dem Grundgesetz eine Verfassung machen. Dass Israel keine Verfassung hat, ist völlig ohne Bedeutung. Es gibt Gesetze und es gibt den Obersten Gerichtshof. Das reicht aus, um Grundsätzliches zu klären. Wenn das Herrn Dr. Vollmer nicht reicht, ist das sein Problem, aber keines für Israel. Es Israel negativ anzukreiden, ist schlichtweg böswillig und wirklichkeitsfern.

In direktem Zusammenhang mit dem angeblichen Verfassungs- und Demokratieproblem sieht Herr Vollmer dann Benachteiligungen von Arabern:

In Israel sind etwa 20% der Bevölkerung Palästinenser. Sie sind in vielen Hinsichten Bürger minderen Rechts. Sie werden in Sozialleistungen und im Bildungsbereich benachteiligt. Arabischen Bewohnern Ost-Jerusalems werden Baugenehmigungen verweigert, jüdische Siedler in den besetzten Gebieten erhalten wider das internationale Recht Baugenehmigungen. Eigentum von Palästinensern wurde konfisziert, viele ihrer Häuser wurden zerstört, Tausende ihrer Olivenbäume ausgerissen. Palästinenser waren und sind Kollektivstrafen und Folter ausgesetzt. Israelische Araber und Palästinenser gelten als hohes Sicherheitsrisiko, womit Verletzungen der Menschenrechte gerechtfertigt werden. Juden sind erheblich privilegiert.

Die „Palästinenser“ werden nicht systematisch und undemokratisch diskriminiert. Sie haben in manchen Bereichen Nachteile, die sich aus gewachsenen Strukturen ergeben, die einerseits der Bürokratie, aber andererseits auch ihren eigenen Traditionen erwachsen. In den meisten Fällen geht es schlicht auch darum, dass viele Araber sich nicht die Mühe machen sich der Bürokratie zu stellen, insbesondere auch arabische Kommunen, die Anträge nicht stellen, die nötig wären. Die ausgelutschte Behauptung nicht erteilter Baugenehmigungen ist so legendär wie falsch. Juden machen da ihre Erfahrungen genauso wie Nichtjuden – die Bürokratie Israels ist so legendär, dass eine (praktizierend jüdische) Freundin in Jerusalem auf dem Rentenamt dem Sachbearbeiter gegenüber Jesus zitierte, um ihrem Unmut Luft zu machen. Wer illegal baut, muss damit rechnen, dass sein Bau abgerissen wird, das ist selbst in Deutschland so. Und in Jerusalem gilt es für Juden weitaus stärker als für Araber – deren illegale Bauten bleiben zu über 90% stehen, während jüdische Bauten zu 100% beseitigt werden, sollten sie ohne Genehmigung erstellt worden sein.

Die Behauptung der zu Tausenden ausgerissenen Olivenbäume ist ebenfalls Legende. Journalisten und andere haben nachgewiesen, dass das Teil des arabischen Propagandakriegs gegen Israel ist – es ist schon erstaunlich, dass die Abholzungsbeschwerden (inklusive Entschädigungen durch den Staat Israel!) immer kurz nach der Olivenernte kommen, vor allem, wenn die Bäume beschnitten werden, damit sie bei der nächsten Ernte wieder richtig gut Frucht tragen. Einmal mehr übernimmt der Gottesmann muslimische Lügen, die er nicht beweisen kann.

Was das „Staatsrisiko“ angeht, als das „israelische Araber und Palästinenser“ (hm, eben waren Araber in Israel noch „Palästinenser“, jetzt nicht mehr?) gelten – seit wann ist das denn so? Gibt es keine Gründe dafür? Und wie wirkt sich das aus? Aus eigenem Erleben weiß ich, dass Araber vielleicht tatsächlich am Flughafen noch etwas genauer untersucht werden als sonstige Reisende. An Bahnhöfen, Busbahnhöfen, Einkaufszentren, Supermärkten usw. ist das nicht der Fall. Die angebliche erhebliche Privilegierung der Juden führt unser Superexperte nicht aus, er stellt sie einfach in den Raum und belegt sie nicht. Der Realität entspricht sie nicht so, wie er behauptet.

Als nächstes soll die Staatsgründung und die nicht definierten Grenzen die Benachteiligung der Araber und die fehlende Demokratie belegen:

Der Staat Israel tendiert seinem jüdischen Selbstverständnis gemäß zu einer exklusiv jüdischen Bevölkerung. Die Unabhängigkeitserklärung vom 14.5.1948 füllt die Leerstelle der fehlenden Verfassung aus. Darin heißt es: »Der Staat Israel wird für die jüdische Einwanderung und die Sammlung der zerstreuten Volksglieder geöffnet sein; er wird für die Entwicklung des Landes zum Wohle aller seiner Bewohner sorgen; er wird auf den Grundlagen der Freiheit, Gleichheit und des Friedens, im Lichte der Weissagungen der Propheten Israels gegründet sein; er wird volle soziale und politische Gleichberechtigung aller Bürger ohne Unterschied der Religionen, der Rasse und des Geschlechts gewähren.« Die Unabhängigkeitserklärung erwähnt weder die UN-Resolution 181 noch die Grenzen des neuen Staates. Ein Staat ist definiert durch ein klar begrenztes Territorium. Es wird nicht gesagt, im Lichte welcher Propheten Israel gegründet sein wird. Die Erklärung lässt in mehrfacher Hinsicht die Identität Israels offen und ist ein Grund seiner Friedlosigkeit. Das Versprechen sozialer und politischer Gleichberechtigung aller Bürger ist nicht eingelöst worden und wird täglich gebrochen.

Da zitiert der Typ die Erklärung mit „er wird volle soziale und politische Gleichberechtigung aller Bürger ohne Unterschied der Religionen, der Rasse und des Geschlechts gewähren“ – aber vorher behauptet er, sie sage das nicht? Für wie blöde hält er die Leser (vielleicht macht er das ja nicht ohne Grund und es gibt genügend Vollhonks, die das genauso sehen)? „… tendiert … zu einer exklusiv jüdischen Bevölkerung“ – wie denn, wenn 20% der Bevölkerung Araber sind? Das hat sich seit Staatsgründung nicht geändert und die arabische Bevölkerung schließt durchaus eine ganze Reihe „Palästinenser“ ein, die aus der Feindbevölkerung stammen.

Warum sollte die Erklärung die Resolution 181 erwähnen? Die war doch ohnehin hinfällig. Die Vollversammlung hatte sie verabschiedet, damit war sie nicht rechtskräftig; die Araber lehnten sie ab, damit war sie ohne Bedeutung. Und welche Grenzen sollte die Unabhängigkeitserklärung angeben, wenn an diesem Tag niemand wissen konnte, wie die aussehen würden, weil gleichzeitig die Araber mit 5 Armee über diesen neuen Staat herfielen? Folgt man der Argumentation des Experten für internationales Rechts Pfr. Dr. Vollmer, sind die USA illegal, weil deren Unabhängigkeitserklärung auch keine Grenzen festlegt. (Gut, greifen wir in die Vorurteilskiste: Man kann sich vorstellen, dass einer wie Pfr. Dr. Vollmer die USA nur zu gerne für illegal erklären würde, nicht wahr?)

Der einzig wirkliche Grund für Israels „Friedlosigkeit“ ist der Drang der arabischen Staaten den jüdischen Staat zu vernichten. Er bekommt gar keine Chance auf die Weise friedlich zu sein, wie Pfr. Dr. Vollmer es gerne entgegen aller Realität zwingen würde!

Die im letzten Absatz begonnene „Kritik“ der jüdischen Einwanderung nach Israel wird dann fortgesetzt:

Die mit der Unabhängigkeitserklärung betonte Offenheit für die jüdische Einwanderung wird in dem Rückkehrgesetz vom 5.7.1949 bestätigt: Jeder jüdische Einwanderer erhält die israelische Staatsbürgerschaft. Das Rückkehrgesetz schreibt die Privilegierung der jüdischen Bevölkerung fest. Das zionistische Projekt eines jüdischen Staates mit weitgehend jüdischer Bevölkerung war unter den bestehenden demographischen Verhältnissen mit der großen Mehrheit der arabischen Bevölkerung nur zu erreichen auf dem Weg der Vertreibung arabischer Bevölkerungsteile. 1930 erklärte Chaim Weizmann in Berlin, es sei nicht möglich, Palästina in einen jüdischen Staat zu verwandeln, denn »wir können nicht und wollen nicht die Araber vertreiben«.

Nun, Weizmann sagte es: Sie wollten die Araber nicht vertreiben. Trotzdem behauptet Vollmer, dass sie es wollten und taten. Kein Wort davon, dass die Araber auf Druck der eigenen Führungen gingen, warum auch, es würde Israel besser da stehen lassen. Und warum sollte Israel den Juden der Welt die Einwanderung verweigern? Die Geschichte hat bewiesen, dass Juden sich im Zweifelsfall auf niemanden verlassen können und der eigene Staat ist die beste Garantie für Schutz und die Möglichkeit der erfolgreichen Selbstverteidigung. Mich würde darüber hinaus interessieren, ob Herr Pfr. Dr. Vollmer auch die Bundesrepublik Deutschland zum Unrechtsstaat erklärt, weil die bevorzugte, direkte Einbürgerung von Russlanddeutschen, Rumäniendeutschen und Deutschstämmigen aus anderen Ländern (auch z.B. den USA oder Südamerika) praktiziert. Nein, das muss ausschließlich am jüdischen Staat ausgelassen werden. Dieser hat kein Recht sich seinen Bedürfnissen und Notwendigkeiten entsprechend zu verhalten, denn das ist angeblich Diskriminierung von „Ureinwohnern“.

Obwohl in der jüdischen Bevölkerung religiöse Juden in der Minderheit sind, gelten in Israel religiöse Gesetze, auch Sabbat- und Speisegesetze. Von Rabbinern des konservativen wie des Reformjudentums vollzogene religiöse Handlungen (auch Trauungen) werden vom Staat nicht anerkannt. Die anderen Religionen haben autonome Institutionen.

Ach, die Juden haben keine Autonomie, nur die anderen Religionen? Ja, wer wird denn dann diskriminiert? Doch wohl die Juden, oder? Der Mann merkt nicht einmal, wie widersprüchlich er „argumentiert“. Mal abgesehen davon, dass der Staat sich Grundsätzlich aus Religiösem heraushält, auch dem jüdisch Religiösen. Es hatte mal eine Einigung gegeben, dass die jüdisch-orthodoxe Regelung gilt. Wer das ändern will kann das – im demokratischen Prozess, nicht per Ordre de Mufti! Es sind immer wieder Überlegungen zu Zivilehe im gemacht worden, nur hat sich bisher keine qualifizierte Mehrheit darauf einigen können. So ist das nun mal in der Demokratie. Der Staat erkennt übrigens auch andernorts geschlossene Ehen an – weshalb (was natürlich nicht allzu bequem ist) so manche israelische Ehe in Zypern geschlossen worden ist.

Übrigens Sabbat- und Speisegesetze: Diese einzuhalten wird niemand gezwungen. Bei meinem ersten Aufenthalt in Israel habe ich in einem nicht koscheren Kibbutz Schweinefleisch zu essen bekommen. Selbst im „jüdischen“ Jerusalem bin ich dieses Jahr am Sabbat an zwei offenen kleinen Supermärkten vorbei marschiert. Letztes Jahr fuhr eine Bekannte am Sabbat in Beer Sheva in einen Baumarkt, weil sie Batterien für Taschenlampen brauchte, die wir bei der Erkundung von zwei Höhlen einsetzen wollten – am Sabbat. Dieses Jahr habe ich in Haifa in einem Supermarkt an der Fleischtheke Fleischwurst gekauft – aus Schweinefleisch hergestellt. Wie verträgt sich das mit der Darstellung des Superexperten Vollmer?

Die religiöse Diktatur geht aber nach Aussage des Gottesmannes weiter:

Seit dem Sechs-Tage-Krieg im Juni 1967 sind religiöse Parteien in wechselnden Koalitionen in allen Regierungen vertreten. Für sie ist die Verwirklichung der biblischen Überlieferungen mit der Schaffung von Groß-Israel unabdingbar Gottes Gebot. Seit 1967 hat Israel die Westbank, die Golanhöhen, Ost-Jerusalem und den Gazastreifen (2005 die Siedlungen im Gazastreifen geräumt) völkerrechtswidrig besetzt, verbrauchen Israelis Wasser, das ihnen nicht gehört. Ost-Jerusalem wurde annektiert. Die Zahl der Siedler im Westjordanland nahm ständig zu und erreichte bis 2006 eine Viertelmillion. Bis heute dauert eine zweite stetige Vertreibungswelle an.

Wie viel Gebiet hat Israel seit 1967 erobert? Und das vielleicht auch noch in Angriffskriegen, die dem „Landraub“ dienten? Israel hat nach 1967 noch im Libanon Land besetzt, aber nicht, um sich dieses einzuverleiben, sondern um den Terror fernzuhalten. Seit 1967 – dem ständigen Angebot von „Land für Frieden“, das von den Arabern mit den „3 Nein von Khartum“ vehement abgelehnt wurde – hatte Ägypten unter Sadat dieses Angebot angenommen und Israel sich aus dem Sinai zurückgezogen. 90% der 1967 eroberten Gebiete waren wieder abgegeben. Seitdem ist Israel noch ohne Vertrag aus dem Libanon abgezogen, was die Hisbollah und viele Araber als Sieg über Israel und Ermutigung zum Weitermachen gegen den jüdischen Staat feierten. Es ist ohne Vertrag aus dem Gazastreifen abgezogen, was die Hamas und viele Araber als Sieg über Israel feierten und als Ermutigung zur Weiterführung des Terrorkriegs gegen Israel nahmen. Israel ist im Zuge des Oslo-Friedensprozesses aus großen Teilen von Judäa und Samaria abgezogen, was ebenfalls zu Terror geführt hat, während der arabische „Friedenspartner“ (Arafat) seinen Verpflichtungen aus „Oslo“ nicht einmal ansatzweise nachkam, ganz im Gegenteil. Wo also sind die Folgen der angeblich so einflussreichen religiösen Parteien mit dem angeblichen Ziel des Großisrael?

Herr Pfr. Dr. Vollmer schreibt von Völkerrecht – aber er hat offenbar keine Ahnung davon. Die „völkerrechtlich besetzten Gebiete“ waren vor 1967 völkerrechtlich besetzt, von Jordanien und Äypten. Das stört heute niemanden mehr. Seit 1967 sind sie umstrittene Gebiete. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn heute mit Völkerrecht hantiert wird, um diese Gebiete als von Israel völkerrechtswidrig besetzt zu bezeichnen, beruht das auf rechtswidrigen Umdeutungen des internationalen Rechts und dem Versuch der Anwendung von Artikeln des Völkerrechts, die nicht auf diese Situation angewendet gehören.

Das Scheinargument des „Wasserdiebstahls“ darf natürlich auch nicht fehlen. Woher hat Herr Pfr. Dr. Vollmer diese Angaben? Wie belegt er sie? Er postuliert lediglich, führt keine Beweise an. Dass es Verträge zwischen der PA und Israel – so ziemlich die einzigen, die funktionieren – gibt, die die Wasserversorgung regeln, weiß er vermutlich nicht. Dass Israel zwischen einem Viertel und einem Drittel mehr Wasser an die PA liefert, als vertraglich vereinbart, wird ihm mit Sicherheit völlig entgangen sein, wenn er es denn überhaupt wissen will. Dass ein Teil des Wassers wegen defekter Leitungen im Boden versickert, die die PA einfach nicht zu reparieren bereit ist – für das Geld kauft man dort lieber Waffen – ist ihm unbekannt, wenn er es denn überhaupt wissen will. Wenn es ein Problem nicht gibt, dann ist es das Wasserproblem. Es gibt haufenweise Parks, Wasserspiele, Schwimmbecken im „Westjordanland“ – aber die zeigt man dem naiven Westler nicht, dann macht man lieber die Israelis dafür verantwortlich, dass die PA ihr Volk nicht anständig versorgt.

Die „zweite Vertreibungswelle“, wo ist die? Weil die Zahl der „Siedler“ inzwischen auf über eine Viertelmillion gestiegen ist, ist gleichbedeutend mit der Vertreibung von Arabern? Welches dünne Brett bohrt der Mann da? Die „Siedlungen“ haben ihre Fläche seit mehr als einem Dutzend Jahren nicht vergrößert, Ausbau geschieht lediglich innerhalb der Orte. Und was für eine Vertreibung ist es, wenn die arabische Bevölkerung der PA weiter wächst? Wenn die Araber zu 95% unter PA-Verwaltung und –Herrschaft leben, wer nimmt dann Vertreibungen vor? Herr Pfr. Dr. Vollmer lügt. Aber das ficht ihn nicht an, weiter Behauptungen aufzustellen, die bar jeder Realität sind:

Die fortgesetzte völkerrechtswidrige Siedlungspolitik schränkt die Palästinenser immer mehr ein, macht ihr Leben zunehmend unerträglich und zielt auf ihre endgültige Vertreibung. Das Verhalten der israelischen Besatzung gegenüber der palästinensischen Bevölkerung ist menschenverachtend und demütigend, dient nicht dem Frieden, sondern schürt täglich neuen Hass. Die Berliner Erklärung Schalom 5767 stellt fest »Das Grundübel ist die seit 1967 andauernde Besetzung palästinensischen Gebiets.« Der Staat Israel verdankt seine Entstehung einer Entschließung der Staatengemeinschaft, fordert die Anerkennung durch die Staatengemeinschaft ein, missachtet aber fortlaufend UN-Resolutionen, sich aus den seit 1967 besetzten Gebieten zurückzuziehen und den Siedlungsbau zu stoppen. Grundlegend ist die Resolution 242 vom 22.11.1967: Das Existenzrecht Israels innerhalb sicherer Grenzen und der Rückzug israelischer Streitkräfte aus den besetzten Gebieten werden zur Vorbedingung eines dauerhaften Friedens erklärt.

„Völkerrechtswidrig“ ständig zu wiederholen macht es auch nicht richtiger. Inwiefern die Palästinenser eingeschränkt werden sollen, sagt der Superheld der Menschenrechte nicht. Israelische Verteidigungs- und Sicherheitsmaßnahmen gegen Terror sind bei ihm per se Aggressionen gegen unschuldige Bevölkerung. Herr Pfr. Dr. Vollmer will nicht gelten lassen, dass es Gründe für gewisse Verhaltensweisen gibt; nein, die Israelis sind böswillige Verächter von Menschenrechten und schüren den Hass. Hat der Herr Pfarrer mal die „palästinensischen“ Schulbücher, Freitagspredigten, Radio- und Fernsehsendungen wahrgenommen? Mit Sicherheit nicht, denn sonst wüsste er, wer Hass schürt.

Die „Berliner Erklärung Schalom 5767“ ist eine Ansammlung von Lügen und Anschuldigungen, die alle Realitäten vor Ort ignoriert. Natürlich lässt sich hervorragend mit rechtlich nicht bindenden UNO-Beschlüssen hantieren, wenn man ignoriert, wie diese entstanden sind. Herr Pfr. Dr. Vollmer will die Weltregierung von New York zum Maßstab dafür machen, wer Recht handelt und wer nicht? Dieser Bazar der Diktaturen und Gewaltverbrecher fasst ständig Beschlüsse gegen Israel, wobei den Vorgaben der OIC gefolgt wird, die jeden antiisraelischen Terroristen begeistert unterstützt und zum Friedensengel erhebt, während im Sudan, im Kongo (früher Zaire) und an hundert anderen Stellen in der Welt Menschen abgeschlachtet, ausgebeutet und entrechtet werden, ohne dass die Helden der Menschenrechte auch nur darüber diskutieren mögen. Wenn die „Berliner Erklärung Schalom 5767“ behauptet, die Besatzung seit 1967 sei „das Grundübel“ und die Ursache dafür, dass es keinen Frieden gibt, dann haben die Verfasser willentlich keine Ahnung von der Sache. Das Grundübel und die Ursache für fehlenden Frieden ist die Hetze der Araber, ihre Ablehnung jeglicher Anwesenheit eines jüdischen Staates, ihr Drang nach dessen Vernichtung. Es hat derart viele Gelegenheiten gegeben Frieden zu schließen, dass es langsam schwierig wird sie noch zu zählen – sie sind von den Arabern allesamt abgelehnt worden. Die „Palästinenser“ hätten ihren eigenen Staat schon lange haben können – sie haben alles getan, um ihn nicht zu bekommen und weiter Israel zu terrorisieren. Für den Gottesmann spielt das alles keine Rolle, DAS blendet er aus. Für ihn geht es ausschließlich darum Israel fertigzumachen.

Bezeichnend für ihn ist auch die Art, wie er die Resolution 242 wiedergibt – die sagt nämlich gerade nicht, dass Israel sich komplett auf die Linien von 1967 gefordert. Darüber hinaus führt die Resolution weitere Voraussetzungen für Frieden an, die der Herr Pfarrer geflissentlich unterschlägt, offenbar weil sich diese Forderungen der UNO an die Araber richtet, nicht an Israel. Wie sollen wir das finden? Könnte es ein, dass der Mann ein wenig einseitig ist? Nein, wer ausschließlich Israel „Vorhaltungen“ macht, der kann nicht einseitig sein!

Die Siedlungspolitik macht einen Frieden mit den Palästinensern faktisch unmöglich. Die Landnahme ist das oberste Ziel israelischer Politik. Die nationalreligiösen Siedler, der Gush Emunim, ihre extremistische Speerspitze, wollen keinen Frieden, sie wollen im Gehorsam gegenüber Gottes Gebot das Land vom Meer bis zum Jordan, sie wollen es allein, sie wollen es nicht mit den Palästinensern teilen. Sie verstehen sich als Werkzeug des göttlichen Heilsplans. Selbst die Mahnungen seines wichtigsten Verbündeten, der USA, ohne deren Unterstützung Israel als Staat nicht überleben würde, werden ignoriert. Menschenrechtsverletzungen an den Palästinensern werden im Gehorsam gegen Gott auf dem Weg zu Groß-Israel bewusst verübt, solange die Palästinenser wider Gottes Willen auf der Teilhabe des Landes bestehen. Eine Regierung, die sich an das Völkerrecht hielte und die Räumung der Siedlungen in der Westbank, in Ost-Jerusalem und auf den Golanhöhen durchsetzen wollte, würde wahrscheinlich einen Bürgerkrieg riskieren.

Die Wiederholung der Lüge des Ziels der Landnahme, gar als „oberstes Ziel israelischer Politik“ dient wohl nur der eigenen Bestätigung – die Geschichte beweist, dass das Gegenteil der Fall ist (siehe oben). Die Formulierung „das Land vom Meer bis zum Jordan“ kenne ich vor allem aus dem arabischen Sprachgebrauch – Hamas, Fatah, PA-TV, PIJ, PFLP, PFLP-GC und wie sie alle heißen predigen das ihrem Publikum, trotz „Oslo“. (Und ihre Helfershelfer im Westen skandieren es ebenso gernen auf ihren Demonstrationen.) Und: Sie verstehen sich als Speerspitze des göttlichen Heilsplan, verdienen aber offenbar keine Kritik deswegen. Aber während diese Haltung bei den „Palästinensern“ der Mainstream und allgemein akzeptiert ist, hat Israel mehrfach bewiesen, dass es notfalls bereit ist einen großen Anteil der Bevölkerung beim Versuch Frieden zu schaffen, eben nicht mehr zu berücksichtigen (siehe Abzug aus dem Gazastreifen). Übrigens Bürgerkrieg: Den gibt es bei den Hätschelkindern des Herrn Pfr. Dr. Vollmer schon längst, nur dreht der sich nicht um Frieden oder Krieg, sondern ausschließlich darum, wer die Macht hat und ob Israel nun ganz schnell oder nicht ganz so schnell vernichtet werden soll. Das Ziel ist dort für alle das Gleiche, nur der Weg, über den sind sie sich nicht einig. Im Gegensatz dazu hat Israel nicht vor die Araber zwischen Jordan und Mittelmeer vernichten, so sehr Herr Pfr. Dr. Vollmer das auch gerne hätte und behauptet.

Seit 2003 wird auf palästinensischem, von den Israelis besetztem Gebiet eine Sperrmauer errichtet. Ihr Verlauf – nicht auf der Grenze, sondern auf palästinensischem Gebiet und Siedlungen und Städte zum Teil von drei Seiten einkreisend – dient nicht der Sicherheit Israels. Sie soll das alltägliche Leben der Palästinenser bis zur Unerträglichkeit erschweren, die vorhandenen jüdischen Siedlungen schützen und verbinden und einen lebensfähigen Palästinenserstaat unmöglich machen. Die Sperranlage wurde durch den Internationalen Gerichtshof am 9.7.2004 verurteilt.

Die „Mauer“ darf natürlich auch nicht fehlen. Der Grund dafür wird nicht akzeptiert, gar negiert. Dass sie keine politische Mauer ist, die rein nach Sicherheitsaspekten errichtet wurde und dass sie nur zu weniger als 5% eine Mauer ist – wieso sollte man das erwähnen? Könnte ja Israel nützen und das geht nicht! Dass die „Mauer“ abgebaut werden kann – in Gilo geschieht das gerade – ist auch unerheblich für die Einschätzung. Nein, die Sicherheitsmaßnahme wird zur böswilligen Aktion stilisiert. Wie die „Mauer“ die Siedlungen schützen soll, bleibt ebenfalls unklar; diese haben ihre eigenen Sicherheitsanlagen und brauchen die Anlage nicht, von der Herr Pfr. Dr. Vollmer schreibt. Eine Verbindung zwischen den Siedlungen schafft sie schon gar nicht. Die nächste dicke Lüge also.

Was die Verurteilung durch den Internationalen Gerichtshof angeht: Der hat etwas „begutachtet“, für das er a) nicht zuständig war und das auch noch b) ohne Berücksichtigung aller Fakten, sondern nur mit Hilfe von ausgesuchten Angaben, die zudem nicht alle korrekt gewesen sind.

Das einzige, was am letzten Absatz des zweiten Teils des Pamphlets stimmt, sind die beiden letzten Worte:

Der Staat Israel hat in seinem jüdischen und demokratischen Anspruch seine Identität nicht gefunden. Als jüdischer Staat geht er zwangsläufig mit der Vertreibung und Unterdrückung der nicht-jüdischen einheimischen Bevölkerung einher. Er ist in seiner Siedlungspolitik in der Geiselhaft der religiösen Rechten, national gespalten und international isoliert.

Wir sehen: Jüdische Selbstbestimmung ist nicht akzeptierbar für den Theologen. Der Staat Israel hat seine Identität nicht gefunden? Da sollte man mal die Israelis fragen. Auch die arabischen. Außer den religiösen Eiferern, den Islamisten – einer Minderheit unter den muslimischen Arabern, die leider wächst – finden sie nicht, dass sie vertrieben und entrechtet sind. Erstaunlich, nicht wahr? Die attestierte Geiselhaft versuchen die Linken und Scheinchristen a la Vollmer zu verwirklichen – Leute, die weder für Israel einstehen noch für Israel stehen. Leute, die alles, aber auch alles unternehmen werden, um Israel zu beseitigen und einen weiteren Terrorstaat an seiner Stelle zu etablieren.

Noch ein Gedanke zu den UNO-Entschlüssen: Wie kommt es eigentlich, dass der Herr Pfarrer die Resolution 181 anführt, aber 194 auslässt? Könnte es sein, dass die darin enthaltenen Forderungen an die arabische Seite dem Herrn Pfr. Dr. Vollmer nicht in den Kram passen? Dass es nicht sein darf, dass die Araber etwas für den Frieden tun müssen und nicht nur ausschließlich die Isarelis?

Teil 1Teil 3 (dort dann auch die Literaturhinweise)
Mehr Müll vom deutschen Pfarrerblatt
Der Pfarrerverband bezieht (keine) Stellung

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11 Gedanken zu “Evangelischer Theologe: Du sollst falsch Zeugnis reden gegen die Juden und Israel (2)

  1. Ich las im „Deutschen Pfarrerblatt“ den Artikel von Dr. Jochen Vollmer. „Vom Nationalgott Jahwe zum Herrn der Welt und aller Völker“. Ich selbst bin Mitglied der evangelischen Kirche und habe in diversen evangelischen Veranstaltungen, z.B. an Israelsonntagen und auf christlichen Bildungsreisen Juden- und Israelhetze verschiedenster Art gehört. Dieser Artikel hat mich aber doch erschüttert. Er ist ein bösartiges Gemisch aus Halbwahrheiten, vermengt mit Lügen und Geschichtsklitterung. Es ist für mich als Laie interessant zu erfahren, wie Pfarrer denken, wenn sie sich in ihrem internen Blatt „unter sich“ wähnen.
    Dieser Artikel wirft ein sehr schlechtes Licht auf die deutsche Pfarrerschaft – sie sollte sich besser völkische Pfarrerschaft nennen -. Man kann diesen Artikel nicht anders als ein antisemitisches Machwerk bezeichnen.

    Beste Grüße A-M C. (Ostseebad Zingst)

    • Bitte verwechseln Sie nicht „deutsche Pfarrerschaft“ und die Abonnenten des „Deutschen Pfarrerblatts“.
      Damit würde Sie sich auf eine Stufe mit Dr. Vollmer stellen.

      danke.

  2. Eigentlich muß man nur das Ende lesen, um zu wissen mit was für einer Gestalt man es zu tun hat:
    Über den Autor

    Pfarrer Dr. Jochen Vollmer, Jahrgang 1939, Promotion im Fachgebiet AT, zuletzt Gemeindepfarrer in Balingen, lange Zeit Vorsitzender des Konvents der Beistandspfarrer für Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende in der Evang. Landeskirche Württemberg; verschiedene Arbeiten zur Gewaltproblematik und zu Friedensthemen.

    Bei den Fakten handelt es sich um die 1:1 Übernahme palarabischer Propaganda. da hätte man hier gar nicht so viel schreiben müssen.
    Der Mann findet ja sogar ein religiöse Motivation zur Delegitimierung vom Israel. Da wäre es interessant zu wissen, ob die haltbar ist.

  3. Der Pfarrer bedient ja wirklich alle antijüdischen Klischeès, die es überhaupt gibt. Ich warte jetzt auf den dritten Teil und werden dann schreiben, ist ja ungeheuerlich, wie sich die deutschen Pfarrer verhalten, er ist ja leider nicht der Einzige. Der Bischof Markus Dröge schlägt in die gleiche Kerbe…..

    Palästinensische Christen fordern ihre Schwestern und Brüder weltweit auf, den Staat Israel als ein rassistisches Apartheidregime wie das frühere Südafrika anzusehen und analoge Maßnahmen zu ergreifen. Der Bischof der Berliner Landeskirche, Dr. Markus Dröge, erklärte vor der Synode seiner Landeskirche, dass er den Boykottaufruf für ein „beachtliches Beispiel, die Versöhnung zu bezeugen“ halte, wenn man auch „die politischen Konsequenzen“ als Christen in Deutschland wohl kaum unterstützen“ könne.

    http://www.christlich-juedisch-interessen.de/?site=interessen_detail&id=21&c=5

    Hat sich nichts geändert….

  4. Der Vollmer-Artikel gibt in seiner Einseitigkeit und Pauschalität weder die Meinung des Pfarrerverbandes noch die eines Großteils der Pfarrerschaft wieder. Er kann wenn überhaupt als einzelner Debattenbeitrag angesehen werden. Seine Thesen halten jedoch genauerer Betrachtung nicht stand.
    Andreas Dreyer, Pfr.
    Mitglied im Verbandsvorstand und Vors. des Hannoverschen Pfarrvereins.

  5. Wenn ich mir noch den Hinweis erlauben darf: Dr. Vollmer sollte nicht ständig mit dem Titel „Pfr.“ geführt werden. Auch wenn er vermutlich seine Ordinationsrechte nicht abgegeben oder verloren hat, ist dieser Titel so unkorrekt.
    Zum einen ist „Pfr.“ kein Titel, der zum Namen gehört (im Gegensatz zum Doktortitel), zum anderen müßte es korrekt „Pfr. i.R.“ heißen. Der Mann ist 72 Jahre alt und aus dem aktiven Dienst ausgeschieden.

    • Auch wenn er im Ruhestand ist, ist er immer noch Pfarrer. Und das hebe ich hervor: Ein Pfarrer, ein Theologe, der theologischen Müll, Hetze produziert. Von dem sich meiner Meinung nach jeder anständige Pfarrer distanzieren sollte.

  6. Sehr geehrter Herr Wolfram,

    Pfarrer oder nicht Pfarrer, das ist hier die Frage. Herr Wolfram, das ist Korinthenkackerei.

    MaVa

    • Die Zeit wird kommen- und das ist gewiß- wo sich die Spreu vom Weizen trennen wird. Ich bin immer wieder erstaunt wieviele Pfarrer es gibt, die die Bibel nicht zu kennen scheinen oder sie pervertieren auch in Beug auf Israel.

      SiMa

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