Evangelischer Theologe: Du sollst falsch Zeugnis reden gegen die Juden und Israel (3)

Im dritten bis fünften Teil seines Pamphlets (Der Staat Israel – ein Zeichen der Treue Gottes?) wird Pfr. Dr. Jochen Vollmer theologisch (bitte selbst lesen, es ist mir zu umfangreich, um es hier einzustellen). Er kritisiert die Rheinische Synode, die 1980 die „bleibende Berufung Israels“ erklärte, weil diese damit – auch wenn es nicht gesagt ist – in der Errichtung des Staates Israel »ein Zeichen der Treue Gottes gegenüber seinem Volk« sehen zu müssen glaubte. Mit Hilfe ausgesuchter Bibelstellen versucht er zu widerlegen, dass das möglich ist, vor allem über die „innerbiblische Kritik am Staat“. Er bedient sich hier zu des Alten wie des Neuen Testaments. Warum aber? Er nimmt die Bibel doch gar nicht ernst, lehnt er doch paulinische Lehre ab!

Wie auch immer, Vollmer „beweist“ theologisch, dass Israel sich von Gott abwendet, indem es einen Staat bildete (Altes Testament): Es gab „seine besondere Berufung, eben nicht wie die anderen Völker zu sein, an Gott zurück.“ Woraus er messerscharf schließt, dass das jüdische Volk von heute auch keinen Staat haben darf. „Wie könnte Israel, das seine Existenz der Befreiung aus staatlicher Gewaltherrschaft in Ägypten durch Gott verdankt, seine Identität als ein Staat verwirklichen und sichern wollen?“, schreibt er über die Israeliten und will das auf heute übertragen wissen. Wobei das Exil (nur das babylonische?) die Juden dazu führte, ihren Gott als den einzigen der gesamten Welt zu postulieren und so den Monotheismus zu erfinden. Der Mann ist nicht nur historisch unfähig und unwillig, er ist theologisch auch reichlich fragwürdig. Das bestätigt sich auch in dieser Äußerung:

Gott partikular machen, für ein Volk, eine Nation in Anspruch nehmen gegen andere Völker oder Nationen ist ein Missverständnis des einen universalen Gottes, der alle Menschen und Völker geschaffen hat und darum für alle Menschen und Völker in gleicher Weise da sein will.

Soll das heißen, dass der eine, universale Gott, der Gott Israels, der einzige Gott nicht existiert, sondern es diesen Gott in vielen Formen, Gottgestalten gibt? Will uns dieser angebliche Gottesmann wirklich erzählen, dass Buddha oder Allah oder sonst irgendein Naturgötze dieser Gott ist, dem Abraham (weitgehend) gehorsam war, der Isaak und Jakob leitete, der die Propheten anwies zu handeln? Der Gott, von dem ich glaube, dass er auch Jesus von Nazareth war? Der Dünnbrettbohrer wird mir nicht glaubhaft versichern können, dass der Mördergott des Islam derselbe Gott ist, der Israel aus Ägypten führte und sich am Kreuz für die Sünden der Menschen opferte.

Der Gott Israels hat klare Prophetien gegeben und eine davon heißt, dass er sein Volk – Israel – aus der ganzen Welt wieder in Israel sammeln wird. Das ist im Gang. Herr Pfarrer(!) Dr. Vollmer sieht das anders und verbiegt die Aussagen der Bibel um den Juden das Recht auf einen Staat abzusprechen, weil er behauptet, jüdischer Staat und jüdisches Volk seien unvereinbar!

Es gibt weitere Ungeheuerlichkeiten in diesem Teil, zu denen ich lieber nichts weiter sage, sonst vergesse ich mich.

In der Folge spricht er Israel ab sich auf die Bibel stützen zu dürfen, weil dort „widersprüchliche“ Angaben zu finden sind – unterschiedliche Stellen geben unterschiedliche Grenzen an, also kann Israel sich nicht danach richten. (Aber die Thora soll es schon einhalten – wie denn nun, wenn dieselbe Thora samt Tanach dazu benutzt wird seine Ansprüche zu negieren?) Er tönt vom universalen und partikularen Gott, aber hier lässt er weder das eine noch das andere zu. Er bezeichnet die Berichte über die Landnahme in Kanaan als falsch, so sei das gar nicht gewesen, das sind Märchen, um Gottes Größe zu demonstrieren – pure Fiktion. Die Stammesgesellschaften und ihre Gottheiten (auch die jüdische!) werden durch den Monotheismus überwunden – der aber doch erst im Exil begründet wurde, wie er früher schrieb. Merkt Vollmer nicht, wie widersprüchlich er hier ist? Und was für ein Glaubender will er sein, wenn er sein Heiliges Buch nicht ernst nimmt, sondern zum Märchenbuch erklärt?

Aber damit lässt sich wieder gut der Unterschied zwischen dem darstellen, was Vollmer als Gut und Böse deklariert: Hier die Fantasien der Thora, dort die bösen Siedler, die diese als „politischen Atlas“ missbrauchen und im Übrigen einem Gott anhängen, den es lauft Diktion des Herrn Theologen nicht gibt, weil er ganz anders war. Und so kommt er zu der Aussage:

„Was in der Frühzeit Israels keineswegs Realität war, die Vertreibung und Ermordung der Ureinwohner Kanaans, ist in den Jahren 1947 bis 1949 und danach für viele Palästinenser blutige Realität geworden.“

Wunderbar, nicht wahr? Weil es früher keine Eroberung gegeben hat, muss jetzt noch schnell die Lüge von Mord und Vertreibung 1947-1949 angeführt werden, um die Siedler von heute endgültig zu Menschenrechtsverbrechern zu stempeln. Man kann Siedlern sicherlich einiges vorwerfen, aber wenn Vollmer sie des Missbrauchs der Bibel zu bezichtigt, dann sollte er ganz vorsichtig sein – er betreibt das in einem Ausmaß selbst, das nun wirklich grenzenlos erscheint.

Pfr. Dr. Vollmer setzt fort: „Gott hat sein Volk herausgeführt aus der nationalreligiösen Gefangenschaft in den Glauben an seine universale Königsherrschaft über alle Völker.“ Mit anderen Worten: Israel, das jüdische Volk, darf gar nicht erst daran denken selbst einen Staat zu haben, das ist ein Verbrechen gegen seinen Gott. Israel solle – nach dem „zweiten Jesaja“ (wieder so ein moderntheologes Verbrechen der Vergewaltigung der Bibel) – seiner Berufung folgen, „den Völkern Gottes Wahrheit und Recht, Heil und Schalom zu bezeugen bis an die Enden der Erde. Wie sollte Gott, der die Völker geschaffen hat, um Israels willen die Völker der Vertreibung und Vernichtung durch Israel preisgeben?“

Verstanden? „Den Völkern Gottes“ – wenn Gott nur Israel als „Sein“ Volk auserwählt hat; er hat andere auch in diesen Stamm eingesetzt, aber das ficht den Theologen nicht an, die Völker sind alle auserwählt. Und welche Völker sollen jetzt der Vertreibung und Vernichtung durch Israel preisgegeben sein? Da ist doch nur eines, das er immer wieder angeführt hat – das 1964 von den Arabern aus taktisch-strategischen Gründen erfundene Volk er Palästinenser. Aber das ist ja von Israel schon so gut wie vernichtet, nicht wahr? Und weiter geht die Verleugnung der Selbstbestimmung des jüdischen Volkes:

Vom Exil an hat Israel die Erfahrung gemacht, dass Gott auch außerhalb des Landes verehrt werden kann. Nicht wenige Juden sind in Babylon geblieben. Das Exil und die Diaspora sind keine gottlosen Orte. Die Synagoge und das Rabbinat sind entstanden. Identitätsstiftende Heimat und Mittelpunkt der jüdischen Religion sind nun die Bibel und der Talmud. Das Judentum ist »eine internationale ›transportable‹ Religion« geworden. Alfred Grosser bezeichnet die Tora »als transnationale Identität des Judentums«.

Hat je ein Jude bestritten, dass sein Gott auch außerhalb Israels verehrt werden kann? Aber es ist nichts zu blöde, um dem jüdischen Volk das Selbstbestimmungsrecht als Volk abzusprechen. Aus der Not Geborenes wird zum Absoluten erhoben – und dabei ignoriert, dass auch hier die Sehnsucht nach Jerusalem, die Rückkehr ins Land Israel immer inklusive war. DAS streicht der theologische Supermann und Umdeuter aus den Traditionen, aus „identitätsstiftender Heimat und Mittelpunkt der jüdischen Religion“. Es geht halt nur darum, das zu nehmen, was gerade passt, um Israel abzusprechen, was ihm zusteht. So, wie es die moderne Theologie halt überall in der Bibel macht, um sie umzudeuten und zu pervertieren.

Ein klareres „Verbot“ der Selbstbestimmung des jüdischen Volks über einen eigenen Staat als die folgende Aussage kann es von „christlicher“ Seite wohl kaum geben:

Israel hat seine Identität wesentlich außerhalb des Landes erfahren, im Bundesschluss am Sinai und im Exil, wo ihm der universale Horizont seines Gottes aufgegangen ist. Im Exodus aus Ägypten hat Israel die Befreiung aus staatlicher Gewaltherrschaft erfahren, im Exil ging ihm die Befreiung aus dem nationalstaatlichen Missverständnis seines Gottesglaubens auf. Die Existenz Israels ist exterritorial begründet und daher von keinem Territorium abhängig. Dass Juden Gottes Tora in Freiheit leben können, ist in der Entsprechung zur Befreiung aus der Gewaltherrschaft in Ägypten der theologische Sinn der Landverheißung. Das bedeutet freilich, dass die Tora als Gabe er (sic) Freiheit ausgelegt wird nicht für Israel allein, sondern im Blick auf Gottes Fürsorge für alle Völker.

Es wird deutlich: Israel hat als Staat keine Berechtigung, weil es Religionsgruppe ist und nur in nicht staatlicher Form frei sein kann. Herzlichen Glückwunsch! (Wie wäre es, wenn Herr Pfr. Dr. Vollmer so etwas auch mal für den Islam zusammenschustert und damit z.B. den Mullahs das Recht abspricht einen Staat zu haben; oder Saudi-Arabien Lektionen erteilt, dass eine Religion nicht den Staat bestimmen darf, weil der verehrte Gott doch universal und für alle da ist und nicht staatsbestimmend genutzt werden darf?)

Heute leben weltweit etwa ein Drittel der Juden in Israel und zwei Drittel außerhalb von Israel. Das jüdische Volk besteht aus israelischen Juden und Diasporajuden. Die Diasporajuden in den verschiedenen Ländern verstehen sich als deren Staatsbürger jüdischen Glaubens. Wenn die Erde des Herrn ist und alle ihre Bewohner, dann wird die Erde zur Heimat, auf der man Gottes Tora leben und seinen Willen tun kann.

Rechnen müsste man können: Wenn es weltweit etwas über 13 Millionen Juden gibt und 6 Millionen davon in Israel leben (letzte Jahresstatistik zur Bevölkerung Israels), dann ist das mitnichten etwa ein Drittel. Und selbst wenn zwei Drittel außerhalb Israels leben – heißt das, dass Israel illegal ist und nicht sein dürfte? Vollmer will uns das weis machen, wenn er zur Untermauerung seiner gerade erst angeführten „Argumente“ jetzt noch damit kommt, dass mehr Juden in der Diaspora leben als in Israel. Auf Teufel komm raus will er uns eintrichtern, dass Jude zu sein ausschließlich ein religiöses Charakteristikum ist, dass es auf keinen Fall eins sein darf, das zu einer staatlichen Souveränität berechtigt. Die Juden haben gefälligst zu verzichten! Sie sind keine Nation. Basta!

Wie ein Repetiergewehr wiederholt Herr Pfr. Dr. Vollmer weiter, dass der Auszug aus Ägypten und die Landnahme in Kanaan keinesfalls ein israelitisches Staatsvolk produzierten oder produzieren sollten. Das Exil (und was er darin erkennen will) ist für ihn entscheidend und das heißt, dass es nach göttlichem Willen Israel als Staat und Staatsvolk nicht geben darf. Und überhaupt:

Das jüdische Volk als eine ethnische Größe in ununterbrochener Kontinuität von der biblischen Zeit an ist ein Mythos.

Warum? Weil sich „viele Menschen aus den Gastvölkern zum jüdischen Glauben bekehrten“.

Das jüdische Volk ist nicht mehr ethnisch konstituiert und auch nicht an das Land im geographischen Sinn gebunden. Es hat seine Identität in dem Bundesverhältnis mit Gott und in der Gabe und Verpflichtung der Tora – auf der ganzen Erde, die des Herrn ist. Dem jüdischen Volk als Glaubensgemeinschaft entspricht dann, dass Erez Israel für die überwiegende Mehrheit der Juden nicht mehr unabdingbare Voraussetzung ist, ihren Glauben zu leben. Wer eine Synagoge in der Diaspora baut, in Deutschland zuletzt in Mainz 2010, sagt damit, dass er als Jude in der Diaspora leben will und im Vollsinn auch leben kann.

Und ein sinnvolles Leben in der Diaspora schließt aus, dass es einen jüdischen Staat geben darf? Geht es noch kruder? Ja, geht es, das machen uns die Araber ständig vor. Aber für einen christlichen Theologen ist das eine einfach umwerfende Folgerung. Die Juden haben gefälligst für alle da zu sein und allen zu dienen, aber sich selbst und ihre Rechte sollen sie ansonsten verleugnen? Das ist ein wenig sehr heftig, Herr Dr. der Theologie! Wenn der Gott, an den Sie angeblich glauben, angekündigt hat, dass er sein Volk wieder in Israel versammeln wird, dann haben Sie nicht zu definieren, dass das nicht geschehen darf! Auch nicht mit böswilligen Sätzen wie diesen:

Das Judentum ist in sich tief gespalten. Die einen sind bereit, um des Landes willen Menschen zu opfern. Sie berufen sich auf die nationalistischen Traditionen einer exklusiven Erwählung Israels durch einen exklusiven Gott auf Kosten der palästinensischen Bevölkerung. Die anderen verstehen Gottes Wahrheit universal, sie glauben an Gott als den Schöpfer des Himmels und der Erde, der nicht nur Israel, sondern alle Völker geschaffen hat und seine Herrschaft der Gerechtigkeit über alle Völker und die ganze Erde ausüben wird.

Der Mann hat nicht ansatzweise verstanden, was die Erwählung des Volkes Israel durch Gott bedeutet. Statt zu sehen, dass Gott sich das Volk ausgesucht hat, um sich an ihm zu verherrlichen, stilisiert er anhand seines Auserwählungsbegriffs die Juden zu sich zu Herrenmenschen nationalsozialistischer Prägung erklärend, die sie nicht sind, nicht sein wollen. Er unterstellt diese Motive, damit sie schön in sein Bild der bösen Juden und der armen, guten, vernichteten Palästinenser passt. Er ist nicht bereit zu sehen, dass die „Palästinenser“ in Frieden mit den Juden leben können, wenn sie diese nur in Ruhe lassen – und dass die Juden nicht „auf Kosten der palästinensischen Bevölkerung“ leben wollen. Das Erstaunlich ist doch, dass sei gut 100 Jahren Araber dorthin ziehen, wo die Juden sind, um ein besseres Leben führen zu können. Die arabische Zuwanderung nach „Palästina“ spricht Bände, wird aber von Leuten wie dem Herrn Alttestamentler bestritten. Fakten haben diesen Menschen schon immer im Weg gestanden; und weil man sich nicht widerlegen kann, werden sie ignoriert bis abgestritten.

Oh, noch etwas: Welcher Jude, bitte, behauptet, dass Gott NICHT Himmel und Erde und alle Völker geschaffen hat? Welcher Jude bestreitet, dass Er seine Herrschaft der Gerechtigkeit NICHT über alle Völker ausüben wird?

Herr Pfr. Dr. Vollmer unterschiedet zwischen guten und bösen Juden. Für ihn sind seine „Quellen“ – jüdische Antisemiten, Lügner, Betrüger und Verleumder wie Rolf Verleger, Moshe Zimmermann, Ilan Pappe und Norman Finkelsten – die Guten (s. seine Anmerkungen). Säkulare, antireligiöse Juden erklärt er zu guten Juden. Ury Avnerys deutsches Krawall-Sprachrohr Ellen Rohlfs führt er ebenso als Kronzeugen und Gute an wie antiisraelische Lautsprecher wie Alfred Grosser. Was für Juden sind das, die ihrem Gott den Rücken kehren, von ihm nichts wissen wollen? Das sollen die richtigen Juden sein? Leute, die mit jüdischem Glauben nichts zu tun haben wollen? Der Herr Theologe erinnert mit ein wenig an einen fetten Ex-Piloten mit übergroßem Ego, der einmal feststellte, wer Jude sei, das entscheide er.

Aber was will man von einem erwarten, der „die Theologie befreien“ will? Und das ausgerechnet mit einer „sehr beachtenswerte[n] palästinensische[n] Theologie der Befreiung“ eines arabischen Antisemiten!

Wenn Ben Gurion im Blick auf die palästinensischen Araber betont »Unser Gott ist nicht der ihre«, dann erliegt er genau dem exklusiven Missverständnis Gottes, das Gottes Dasein für Israel und die Völker und damit die Heiligkeit eines jeden Menschen verleugnet.

Das ist theologischer und faktischer Mumpitz! Der Gott der Muslime, den Ben Gurion hier meinte, ist nicht der Gott der Juden. Der Gott der Muslime befiehlt die Vernichtung der Juden (und Christen und aller anderen) – der Gott Israels befiehlt das nicht, so sehr Vollmer den religiösen Juden das unterstellt (war Ben Gurion religiös?). Vollmer will auf Teufel komm raus eine Gleichheit der Götzen mit dem Gott Israels herstellen, ohne dass er erkennt, welche gewaltigen Unterschiede es zwischen ihnen gibt. Theologisch versagt er hier vollkommen.

Im Anschluss geht das Gesabbere von „nationalistischer Gefangenschaft“ der Theologie seitens Israels und der „vermeintlichen christlichen Freunde Israels“ weiter, gebetsmühlenartige Wiederholungen falscher Behauptungen und geschwollene Worte von Thora und Gottesvolk und vermeintlichen und gewollten Verletzungen der Menschenrechten der Araber, der Universalität und Vertreibung und dem fehlenden Friedenswillen seitens Israels.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass der Mann völlig losgelöst ist von historischer Realität und der Bibel als Ganzem. Er pickt sich vermeintliches Unrecht an Arabern heraus, aber er hat nicht mit einem einzigen Wort deren Völkermord-Ambitionen angesprochen, geschweige denn verurteilt. Er wirft Juden und christlichen Freunden Israels vor, sie betrieben bzw. befürworteten und rechtfertigten Völkermord, ohne sich auch nur ansatzweise um ernstzunehmende Belege zu kümmern, während er es offenbar ganz normal und in Ordnung findet, dass der Judenmord durch Araber, die er Palästinenser nennt, nicht einmal erwähnenswert findet. Anscheinend gibt es das nicht.

Die Einseitigkeit seiner Quellen zum „Beweis“ jüdischen Übelseins spricht Bände. Er bedient sich zur Kritik Israels bei notorischen Lügnern, Betrügern und Verleumdern (oben schon zum größten Teil aufgeführt), weshalb ich behaupten kann, dass er seine üblen Falschangaben nicht belegt. Belege sind Fakten, nicht die Fantasien und Lügen von Leuten, die Wahrheit Lüge heißen und Lüge Wahrheit; von Leuten, für die sich egomanisch alles um sie selbst und ihr Wohlergehen geht, die Geld machen auf Kosten eines ganzen Volks, das sie dem Feind zur Vernichtung ausliefern ohne mit der Wimper zu zucken und sich lauthals beschweren, wenn man sie als das bezeichnet, was sie sind.

Dieser Text des Herrn Pfarrer Dr. Jochen Vollmer ist eine Ansammlung von unverschämten Lügen, Geschichtsklitterungen, Auslassungen und Verdrehungen, die – auch angesichts seiner Quellen – nur den Schluss zulassen, dass er ein übelst antisemitisches Pamphlet vorgelegt hat und eine Schande für die Christenheit ist.

Quellen/Leseempfehlungen:
(Ich stelle hier nur Schriften/Links ein m.E. die einen Bezug zu Vollmers Machwerk haben; es gibt darüber hinaus weit mehr Lesenswertes zu den Auslassungen des Pfarrers mit Doktortitel.)

Resolution des Sicherheitsrats Nr. 194 von 1948
Resolution des Sicherheitsrats Nr. 242 vom 22. November 1967
Resolution der Vollversammlung Nr. 41/69 vom 3.12.1986
Die Geschichte und Bedeutung „Palästinas“ und der „Palästinenser“
Die Araber Palästinas
Das „historische Palästina“
– Joan Peters: From Time Immemorial. The Origins oft he Arab-Jewish Conflict over Palestine. Chicago 1984.
– Yaacov Lozowick: Israels Existenzkampf. Eine moralische Verteidigung seiner Kriege. Hamburg 2006 (dt. Ausgabe; Original: Right to Exist, New York 2003)
– Mitchell Bard: The Complete Idiot’s Guide to Middle East Conflict. Indianapolis 2001.
– Erwin Jenni: Israel im Fokus des Weltgeschehens. Fakten und Zahlen. Zürich, Mai 2004 (2. Aufl.)

Umstrittene Gebiete
Zur Geschichte und Rolle der „Siedlungen“
Die Geschichte der „Siedlungen“
Diplomatische und rechtliche Aspekte der Siedlungsfrage
Rechtsposition der israelischen Regierung zu den Siedlungen
Sind israelische Siedlungen in der Westbank wirklich illegal?
Sind israelische Siedlungen „illegal“?
Wie die Siedlungen „illegal“ wurden
Fiktive Geschichte – Israel ist kein Kolonialstaat
Behauptungen und Tatsachen (auf englisch ist das besser aktualisiert)

Beweis, dass frühe Zionisten keine Araber vertreiben wollten
Eine richtig langsame ethnische Säuberung
Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land
‘Land ohne Volk für ein Volk ohne Land’
Golda Meir, die UNO und „Palästinenser“

– Br. Tilbert Moser: Der Nahost-Konflikt. Seine Hintergründe im Licht der biblischen Prophetie und unsere christliche Antwort. Hamburg 2004 (2. Aufl.)
Die die Juden verfluchen und die die Juden segnen
Eine christliche Antwort auf die Synoden-Erkläung zum erwählten Volk
– David Brog: Standing With Israel. Lake Mary, FL, 2006

Teil 1Teil 2
Mehr Müll vom deutschen Pfarrerblatt
Der Pfarrerverband bezieht (keine) Stellung

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17 Gedanken zu “Evangelischer Theologe: Du sollst falsch Zeugnis reden gegen die Juden und Israel (3)

  1. Es ist wirklich unsäglich, was dieser Mann macht!
    Mich wundert allerdings auch, dass in dem „Blättchen“ so ein Schmunz überhaupt gedruckt wird und es nicht längst seitens der Pfarrerkollegen Proteste hagelt!

    Schwer vorstellbar, dass 22000 Pfarrer mit der Hetztschrift einverstanden sind. Dann hätte die Kirch wahrlich ein riesiges Problem mit der antisemitischen Deutung biblischer Texte und man müsste sich fragen, ob die letzten Jahrhunderte keinerlei Erkenntnisgewinn gebracht haben….

    Schlimm auch, dass der Pfarrer gleich noch eine Breitseite gegen „Fundamentalisten“ schießt, jene Christen also, die die Bibel noch nicht „befreit“ lesen, sondern immer noch als Weisung, Prophetie und Wort Gottes verstehen, das auch in unserer Zeit noch „redet“ und gültig ist.

    • Rika, wie könnte er nicht gegen die bösen Fundamentalchristen schießen? DIe sind ja nicht nur auf der Seite des Übels im Nahen Osten, sondern auch noch eine Truppe, die seine Art von Verständnis des Glaubens nicht teilen, sondern so wie die oberbösen nationalreligiösen Siedler (wer sagt eigentlich, dass die alles nationalreligiös sind????) die Bibel beim Wort nehmen und nicht zum Märchenbuch erklären. Das geht ja nun gar nicht! Wo wären wir denn da, wenn einem promovierten Moderntheologen die Deutungshoheit streitig gemacht werden könnte?

    • Rika, es ist schon mehrfach in den Kommentaren der vorhergehenden Einträge geschrieben worden: das „Pfarrerblatt“ gibt NICHT die Meinung sämtlicher evangelischer Pfarrer in Deutschland wieder. Es ist das Mitteilungsblatt einer Interessenvereinigung von Pfarrern, deren es aber eine ganze Reihe anderer gibt.
      Die Ansichten Dr. Vollmers mit denen von zweiundzwanzigtausend Pfarrern und Pfarrerinnen gleichzusetzen käme Dr. Vollmers Argumentationsniveau gefährlich nah.

      • Zu diesem Thema habe ich dem Pfarrerverband geschrieben:
        https://heplev.wordpress.com/2011/08/24/der-pfarrerverband-bezieht-keine-stellung/
        Es setzt keiner gleich, schon gar nicht mit den gesamten Mitgliedern des Verbands. Aber so, wie man sich dort – im Verband – verhält, ist eine Warnung angebracht.
        Was ich geschrieben habe, geht nicht gegen die deutschen Pfarrer als ganzes; es richtet sich gegen gewisse Theologen und ihre Hetze sowie – im Moment jedenfalls – gegen die Macher des Pfarrerblattes sowie die Verbandsfunktionäre, die versuchen sich ihrer Verantwortung zu entziehen.

  2. @heplev,

    ich bin immer noch bereit, das „Deutsches Pfarrerblatt“ um eine Gegendarstellung zu bitten,
    wenn Du mir die Erlaubnis erteilst deine 3 Ausarbeitungen zu verwenden.

  3. Vielen Dank für dein großes Engagement.

    Am Wochenende werde ich auch etwas zum Thema beisteuern – aber eher Grundsätzliches zum Verhältnis der Amtskirche gegenüber Israel, weil du und Rika schon sehr fleißig waren.

    Großes Kompliment!

  4. Danke,
    am Wochenende habe ich Zeit dazu.
    Über das Ergebnis werde ich berichten,
    neugierig bin ich schon, ob ich überhaupt Antwort bekommen werde.

  5. Meine Mail ist raus und meine Kontakte habe ich auch unterrichtet, aber Heplev, so eine Schmierschrift darf nicht unerwidert stehen bleiben, schon schlimm genug, daß diese Einstellungen evangelische Pfarrer haben, aber daß sie es auch noch veröffentlichen dürfen ist eine Schande für die ganze Kirche. Sollte man nicht einen offenen Brief an den deutschen Kirchenvorstand verfassen? Das ist antisemitische Hetze pur und seine Bibel kennt er auch nicht. Lieber verbrüdern die sich mit einer Religion, die das Christentum nicht einmal akzeptiert, denn wie verträgt es sich damit, daß der Islam sagt, Gott hätte keinen Sohn, wenn es doch Gott gefallen hat, erst seinen Sohn zu schicken und dann auch noch durch die Römer kreuzigen zu lassen?

    Das deutlichste Urteil, welches der Koran über die Christen, das „Volk der Schrift“ fällt, findet sich in folgenden Versen:

    Sure 98, Vers 6: Siehe, die Ungläubigen vom Volk der Schrift und die Götzendiener werden in Dschahannams Feuer kommen und ewig darinnen verweilen. Sie sind die schlechtesten der Geschöpfe.

    Sure 9, Vers 30: … Allah schlage sie tot! Wie sind sie verstandeslos

    Bezüglich der christlichen Trinitätslehre (Dreifaltigkeit) bzw. der vom christlichen Dogma vertretenen Gottessohnschaft offenbart Allah folgende Verse, in welchen er gebietet, daß

    „Ihm keine Gefährten“

    zur Seite gesetzt werden sollen, wie dies das in Sekten aufgesplitterte Christentum tue:

    Sure 2, Vers 116: Und sie sprechen: „Allah hat einen Sohn gezeugt.“ Preis ihm! Nein; was in den Himmeln und auf Erden, alles gehorcht ihm.

    Sure 30, Vers 31: Bekehrt euch zu Ihm und fürchtet Ihn und verrichtet das Gebet und setzet Ihm keine Gefährten zur Seite,
    Sure 30, Vers 32: wie jene, die ihren Glauben spalteten und in Sekten zerfielen, von denen sich jede Partei ihrer eigenen Meinung erfreut.

    Sure 19, Vers 88: Und sie sprechen: „Gezeugt hat der Erbarmer einen Sohn“
    Sure 19, Vers 89: Wahrlich ihr behauptet ein ungeheuerliches Ding.
    Sure 19, Vers 90: Fast möchten die Himmel darob zerreißen, und die Erde möchte sich spalten, und es möchten die Berge stürzen in Trümmer,
    Sure 19, Vers 91: Daß sie dem Erbarmer einen Sohn beilegen,
    Sure 19, Vers 92: Dem es nicht geziemt, einen Sohn zu zeugen.

    Hier wird festgestellt, daß das Konzept der Gottessohnschaft

    „ein ungeheuerliches Ding“

    ist. Es ist so ungeheuerlich, daß sich rechtgläubige Muslime veranlaßt sehen könnten, sich beim bloßen Gedanken daran das Leben zu nehmen:

    Sure 18, Vers 4: Und um jene zu warnen, die da sprechen, Allah habe einen Sohn gezeugt.
    Sure 18, Vers 5: Wovon weder ihnen noch ihren Vätern Wissen ward. Ein schlimmes Wort, das aus ihrem Munde kommt! Sie sprechen nichts als Lüge.
    Sure 18, Vers 6: Vielleicht nimmst du dir auf ihren Spuren, so sie dieser neuen Offenbarung nicht glauben, das Leben aus Gram.

    Nicht nachzuvollziehen, ja widersinnig sei die Vorstellung der Christen, daß Gott sich ein Kind zugelegt haben soll deshalb, weil sich der Allmächtige sicher (wie die oben erwähnten Verse schon andeuten) keine Gefährtin zu nehmen braucht, wenn Er einen Sohn erschaffen will:

    Sure 72, Vers 3: Denn Er – erhöht sei die Herrlichkeit unseres Herrn! – hat sich keine Genossin genommen und keinen Sohn.

    und:

    Sure 6, Vers 101: Der Schöpfer der Himmel und der Erde, woher sollte Er ein Kind haben, wo Er keine Gefährtin hat? Und erschaffen hat Er jedes Ding, und Er kennt jedes Ding.

    Aber alle gegen Juden, das ist wieder mal bezeichnend für die Kirche…..

    • aber daß sie es auch noch veröffentlichen dürfen ist eine Schande für die ganze Kirche.

      Die verfassungsmäßig garantierte Meinungsfreiheit ist eine Schande für die ganze Kirche? Hm. Das hab ich aber mal ganz anders gehört.

      Wie steht denn das Judentum zu Jesus als Gottes Sohn, zur Trinität und ähnlichen spezifisch christlichen Glaubensinhalten?

      • Die Meinung verbietet ihm keiner. Er kann auch schreiben, dass die Erde eine Scheibe ist. Das hat nichts damit zu tun, dass es eine Schande ist, dass so etwas vom Pfarrerblatt veröffentlicht wird.
        Was für ein Verständnis von Meinungsfreiheit haben Sie eigentlich?
        Heißt Meinungsfreiheit, dass man nicht mehr sagen darf, was für eine Schande es ist, wenn antisemitische Hetze veröffentlicht wird?
        Mir scheint, dass es eher so ist, dass eher Sie ein Problem mit der freien Meinungsäußerung haben, nicht Zahal.

  6. Vielen Dank für deine viele Arbeit! Großartig! Hab’s schon weitergeleitet. Jetzt muss man es nur noch dem Vollmer unter die Nase halten.;-)

  7. Wer nach nun mehr als 70 Jahren noch so ein Pamphlet schreiben kann und damit offensichtlich ein breites Publikum vorfindet, ist sich der Zustimmung der Masse doch recht gewiss. Dagegen zu protestieren is löblich. Was aber folgen muss ist, dass Menschen, die das nicht mehr mitzutragen bereit sind, nun sehr entschieden das Kreuz auf sich zu nehmen bereit sind und auch Babylon verlassen, denn was ist diese Kirche sonst, wenn sie solche Kollegen ungeschoren lässt?
    Jeder Arzt der einen Kunstfehler macht wird entlassen. Was hält die Kirche davon ab einen Wolf aus ihrer Mitte zu entfernen? Es sind die vielen, welche solange es geht, doch allzugerne glauben würden was der Herr Dr. ihnen da vorsetzt und damit die Buße der „heiligen Deutschen Nation erfolgreich“ unterbinden. Wie böse das ist, wird dieser Nation wohl erst in der Hölle aufgehen.
    Ich möchte bitte das Kreuz vorziehen. Es ist im Vergleich zu dem was Dr Vollmer erwartet sehr komfortabel.
    Denn Gott lässt sich nicht spotten. Mitläufertum ist nämlich seit 1945 kein Kavaliersdelikt mehr.
    Zögerlichkeit kann das Leben kosten, nein, sie kostet das Leben. Jesus hat es uns vorgelebt und ist deshalb vorgestorben um die Auferstehung zu erleben.

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