Glenn Becks entlarvender Besuch

Caroline Glick, 26. August 2011 (Jerusalem Post)

Der Besuch des amerikanischen Superstar Glenn Beck in Israel diese Woche war ein entlarvendes und bemerkenswertes Ereignis. Er legte offen, was nötig ist um ein Freund Israels zu sein. Und er entlarvte die Gründe für Israels Probleme dabei seine Feinde von seinen Freunden zu unterscheiden.

Viele Weltführer, Meinungsmacher und andere Honoratioren bekunden andauernde Freundschaft zu Israel. Von Washington über London, Paris bis nach Spanien setzen alle Politiker und andere Koryphäen ihren Ansprachen vor jüdischem Publikum solche Bemerkungen voran. Ist ihre Äußerung erst einmal gemacht – und oft ohne einmal Luft zu holen – gehen sie dazu über die Politik Israels zu denunzieren und ihm seine Grundrechte zu verweigern. US-Präsident Barack Obama veranschaulicht diese Gepflogenheit. Obama beginnt seine Äußerungen zu Israel immer mit der Proklamation seiner fortwährenden Freundschaft zu Israel. Dann sagt er uns, wir sollten jüdische Eigentumsrechte leugnen, nicht zu verteidigende Grenzen akzeptieren oder es unterlassen uns gegen Aggressionen zu verteidigen.

Die israelische Linke hat die Gewohnheit, selbsterklärte Freunde wie Obama mit offenen Armen zu begrüßen. Oft ermutigen linke Führer solche Freunde dazu Israel zu schaden und zu behaupten ihm damit zu helfen. Zum Beispiel forderte 2007 Ha’aretz-Redakteur David Landau die damalige US-Außenministerin – die die Angewohnheit hatte ihren Freund Israel mit dem amerikanischen Süden des Jim Crow zu vergleichen – auf, den jüdischen Staat zu „vergewaltigen“. Oppositionsführerin Tzipi Livni ermutigte erst kürzlich Obama den Druck auf Israel zu verstärken.

Wenn antisemitische Intellektuelle wie der verstorbene Nobelpreisträger Jose Saramago Israel mit Nazideutschland gleich setzen, spielt die israelische Linke deren Äußerungen herunter. Als Saramago zum Beispiel auf dem Höhepunkt des palästinensischen Terrorkriegs im Jahr 2002 sagte Israel sei schlimmer als die Nazis und dass Juden kein Recht hätten vom Holocaust zu reden, bezeichnete Ariella Melamed von Yediot Aharonot Saramago als „einen der meist geliebten Auslandsromanciers in Israel“.

Am Donnerstag war der israelisch-arabische Schauspieler und Filmemacher Muhammad Bakri Thema eines zweiseitigen hagiographischen Profils in Yediot. Bakris verleumderischer Film Jenin, Jenin von 2003, in dem er IDF-Soldaten fälschlich als Mörder und Kriegsverbrecher darstellt, wurde als lediglich „umstritten“ heruntergespielt.

Yediot porträtiert diesen Feind als Helden, ohne jemals Bakris familiäre Verbindungen zu terroristischen Mördern und Terrorismus und Krieg gegen Israel unterstützende Äußerungen zu erwähnen. Bakri, der sein beträchtliches Talent dazu benutzt hat das Land zu kriminalisieren und zu dämonisieren und seine terroristischen Feinde zu unterstützen, wurde als widerspenstiger Kulturkrieger vergöttert, der viel lieber schauspielern würde als zu kämpfen, aber das Gefühl hat, er könne seiner Pflicht zum Kampf für die große Sache nicht entkommen, die ihm so am Herzen liegt.

Ebenfalls am Donnerstag brachte Yediot eine Story zu Glenn Becks Restoring Courage-Kundgebung unterhalb des Tempelbergs in Jerusalem. Die Schlagzeile lautete: „Glenn Becks messianische Show“.

Allgemein antworteten die israelischen Medien auf Becks Besuch in Israel entweder als Nicht-Ereignis oder sie verfälschen, wer Beck ist und was er zu tun versucht. Der Donnerstag-Printausgabe von Ma’ariv genügte ein Foto von Becks Kundgebung vom Vortag in Jerusalem. Indem sie Becks Besuch als unbedeutend beiseite legte, erwies Ma’ariv ihren Lesen einen schlechten Dienst. Beck ist eine der einflussreichsten Medienpersönlichkeiten der heutigen USA.

Anders als die Intellektuellen der linken Öffentlichkeit wie New York Times-Kolumnist Tom Friedman, die von den linken israelischen Medien gefeiert werden und über die sie obsessiv berichten, übt Beck tatsächlich Einfluss auf die öffentliche Meinung in den USA aus. Seinen Aufrufen zum Handeln wird von Hunderttausenden Menschen entsprochen. Seine Äußerungen sind für Millionen Amerikaner Wegweiser. Abgesehen vom Radiomoderator Rush Limbaugh hat keine Medienpersönlichkeit in den USA so viel Einfluss. Es ist höchst bezeichnend, dass Tausende der Unterstützer Becks seinem Aufruf folgten und mit ihm für eine Woche nach Israel kamen, um ihre Unterstützung für Israel und das jüdische Volk zum Ausdruck zu bringen. Es ist gleichermaßen von Bedeutung, dass Millionen weitere Unterstützer sein Tun im Internet verfolgten.

Die Medien, die nicht versuchten die Bedeutung von Becks Besuch herunterzuspielen, entschieden sich dazu zu entstellen, wer er ist und was er tut. Wie die Schlagzeile bei Yediot andeutete, stellten die Medien ihn als labilen Messianer hin oder sie geißelten ihn als Extremisten und marginale Kraft in den USA. Sowohl Ha’aretz als auch Globes brachten Artikel, die Beck als Antisemiten angriffen. Diese Behauptungen sind empörend und stellen nur einen weiteren widerlichen Bärendienst an denjenigen der israelischen Nachrichtenkonsumenten dar, die selbst keine unabhängigen Mittel zur Beurteilung Becks, seiner Botschaft und Taten haben.

Beck kam nach Israel um eine weltweite Bewegung von Aktivisten zu starten, die sich der Unterstützung Israels verpflichten, nicht um es zu „vergewaltigen“, sondern um es zu stärken, damit es seine Feinde besiegt und sich gegen eine zunehmend feindliche Welt behauptet. In seiner Rede unterhalb des Tempelbergs ermunterte er sein Publikum – das entgegen der Medienberichte aus einem Mix aus amerikanischen Christen und amerikanischen Juden bestand, denen sich jede Menge Israelis anschlossen – zu handeln. Mit fesselnden Worten sagte Beck seinen Zuhörern, sie sollten die „bequemen“ Lügen zu Israel nicht beachten, sondern sich die Wahrheit zu eigen machen.

Diese Wahrheit, sagte er, ist: „In Israel gibt es mehr Mut innerhalb einer Quadratmeile als in ganz Europa. In Israel hat ein israelischer Soldat mehr Mut als in den kalten Herzen aller UNO-Bürokraten zusammen. In Israel kann man Menschen finden, die sich gegen unglaublich schlechte Chancen stellen, gegen die gesamte Flut der weltweiten Meinung, für das, was richtig und gut und wahr ist. Israel ist kein perfektes Land. Kein Land ist perfekt. Aber es gibt sich Mühe und es ist mutig.

Von Israel reiste er Mittwochabend weiter nach Südafrika, um die wahre Geschichte der Apartheid zu erzählen und die populäre Lüge zu zerstreuen, dass Israel irgendeine Ähnlichkeit mit dem Südafrika der Apartheid hat. Von dort aus wird er nach Lateinamerika weiterreisen, um sich mit kommunalen Führern zu treffen und sie zur Unterstützung für Israel zu mobilisieren. Und von dort wird er in die USA zurückkehren, wo er seine globale Bewegung zur Unterstützung Israels nächste Woche vor einem riesigen Publikum gründen will.

Am bemerkenswertesten an Becks Botschaft ist, dass sie so selten ist. Beck sagte nichts faktisch Falsches. Die überwiegende Mehrheit der Israelis würde gewiss nichts Strittiges in einer seiner Aussagen finden. Doch trotz seiner Aufrichtigkeit und seiner vernünftigen Interpretation der Strategie Israels und der diplomatischen Umstände ist Becks Stimme die eines Rufers in der Wüste. Man begegnet fast nie einem Ausländer – oder auch einem Israeli – der bereit ist in der Öffentlichkeit solche Grundwahrheiten ausspricht. Sowohl die Seltenheit wahrhaftiger Beurteilungen der Realität wie durch Beck, wie auch die krasse Verzerrung seiner Botschaft und Bedeutung durch die Medien sind die Folge von intellektueller und sozialer Einschüchterung, die bei den Mitgliedern der Medien und der kulturellen Eliten in Israel und einem Großteil der westlichen Welt zu Gruppendenken geführt hat. Beck drückt das so aus:

„Die großen Gremien der Erde verurteilen Israel. Auf der anderen Seite der Grenze schlachtet Syrien seine eigenen Bürger ab. Die großen Gremien schweigen… Diese internationalen Gremien, diese Ausschüsse so genannter Diplomaten verurteilen Israel nicht, weil sie glauben, dass Israel ausgebessert werden müsste. Sie tun es, weil es so bequem ist. Jeder tut es. In einigen Ländern ist es ein Verbrechen, es nicht zu tun. Die Diplomaten haben Angst, also unterwerfen sie sich. Sie ergeben sich der Lüge. Die Wahrheit interessiert nicht. Für die Hüter der gängigen Meinung ist die Opferung der Wahrheit ein kleiner Preis, den man bezahlt. Welchen Unterschied macht es schon, wenn wir das kleine Israel verbläuen? Das ist das Tun der Ängstlichen und Feiglinge.“

Und angesichts dieser Feigheit organisierte Beck seinen Besuch in Israel unter dem Banner „Restoring Courage“ (Mut erneuern). Er sagte seinem Publikum: „Ich stehe hier, um euch zu sagen: Angst ist der Weg zur Kapitulation. Und um die Angst zu überwinden, müssen wir Mut haben.“

Beck ist ungewöhnlich, denn er lehnt es ab sich der intellektuellen Einschüchterung und dem Gruppendenken zu beugen, die den Diskurs zu Israel in Israel selbst und rund um die Welt plagen. Er lehnt es ab nach den Regeln zu spielen, bei denen Freunde Israels heftig als messianisch Verrückte und Extremisten gegeißelt und Israels Feinde als Freunde, große Künstler und mutige Dissidenten gepriesen werden. Er ist eine Ausnahme von der geforderten Regel.

Israels Medien fanden den Weg zum Hass auf Beck nicht von alleine. Das meiste davon wird von amerikanischen linken Juden angetriben. Beck geriet mit dem linken amerikanisch-jüdischen Establishment durch seine unverblümten Angriffe auf George Soros in Konflikt. Im Januar brachte Beck mehrere Sendungen über Soros, den linksextremistischen, antiamerikanischen und antizionistischen, globalen Finanzier, der radikal linken Gruppen mehr als 100 Millionen Dollar spendete.

Unter anderem strahlte Beck ein Interview aus, das Soros 1998 Steve Kroft von CBS für 60 Minutes gab. Im Verlauf des Interviews gab Soros zu, dass er als Junge im von den Nazis besetzen Ungarn beim Konfiszieren von jüdischem Besitz mit den Nazis kollaborierte. Beck verweilte bei Soros‘ Äußerung und seinem erklärten Mangel an Schuld für sein Tun. Beck dachte über den Einfluss auf die Bildung von Soros‘ Persönlichkeit nach.

Dafür wurde Beck vom von Soros finanzierten Jewish Fund for Justice als Antisemit angegriffen. Die Gruppe, die Gemeindearbeit in liberalen jüdischen Gemeinden durchführt, sammelte die Unterschriften mehrerer Dutzend Rabbiner und schaltete eine $100.000 teure Anzeige im Wall Street Journal, mit der Fox News-Eigentümer Murdoch zum Handeln gegen Beck aufgefordert wurde. Nach Angaben von JCCWatch.org hat die UJA-Jewish Federation in New York der von Soros finanzierten Organisation mehr als eine Million Dollar gespendet.

Die Angriffe der Linken auf Beck werden von der Tatsache angetrieben, dass er ein christlicher Zionist ist. Der Standardmodus der Linken ist es, christliche Zionisten einer versteckten Agenda zur Konvertierung von Juden und eines geheimen Wunsches zu beschuldigen, dass wir in einem Armageddon getötet werden.

In Wirklichkeit jedoch offenbaren die Begrüßung der Feinde Israels durch die Medien, ihre Zurückweisung Becks und – am wichtigsten – Becks Weigerung sich ihrer gängigen Meinung zu beugen, dass Israels Feinde gepriesen und seine Freunde verurteilt werden sollen, dass Israelis christlichen Zionisten vertrauen und sie begrüßen können. Christliche Zionisten – wie religiöse jüdische Zionisten – sind durch ihren Glauben an Gott und ihr Vertrauen auf die heilige Schrift von der Einschüchterung durch die Medien ungerührt. Ihr Glaube stattet sie mit einem Mittel zur Beurteilung der Realität aus, die weitgehend unabhängig vom postreligiösen intellektuellen Kommissariat ist, das die Medien und die kulturelle Elite der westlichen Welt bestimmt. Sie streben nicht danach für ihr Tun das Lob der New York Times oder anderer postreligiöser Totems zu erhalten. Und Becks Botschaft an die Israelis ist, dass wir das auch nicht tun sollten.

Für die meisten Israelis klingt diese Botschaft glaubhaft. Doch für die Medien – in Israel und überall im Westen – ist es gefährliche Aufwiegelung, die ausgegrenzt und vernichtet werden muss.

Beck sagte, seine Bewegung werde eine von Einzelpersonen sein, die zusammen arbeiten, um Israel und die Juden vor denen zu verteidigen, die ihre Vernichtung anstreben. Er räsoniert, dass normale Menschen weit fähiger sind zu verstehen, was getan werden muss, als die gut betuchten Experten, die uns den Gartenpfad in die Schwäche und Entmutigung entlang führen wollen.

Und er hat Recht.

Damit, dass er diese Botschaft nach Israel bringt, hat er seine Freundschaft demonstriert. Wir sollten uns damit revanchieren, dass wir seinen Rat annehmen. Wir sollten uns selbst und unseren Instinkten trauen und aufhören auf „Experten“ zu hören, die Schwäche und Kapitulation predigen.

8 Gedanken zu “Glenn Becks entlarvender Besuch

  1. Lieber Heplev,

    erst mal vielen Dank für deine Übersetzung!

    Natürlich hat Caroline Glick Recht mit ihrer Analyse, was Becks mutiges Auftreten betrifft. Da stimme ich mit ihr zu 100 Prozent überein. Er hat sich großartig verhalten.

    Andererseits weiß ich aber auch, dass Beck als Mormone missionarische Interessen vertritt.

    Ein gemeinsamer Bekannter schrieb mir, dass Gott auch Menschen wie Beck gebrauche, um die Geschichte zu ihrem Ziel zu bringen. Glick schreibt (zitiert) das ja ähnlich.

    Das mag ja in dem einen oder anderen Fall zutreffen (wir wissen es nicht): Gott hat ja auch Nebukadnezar, Kyros und andere Feinde Israels gewähren lassen. Ich schrieb bewusst „gewähren lassen“, weil Gott sicher nicht wollte, dass Israel Schaden zugefügt wird, so wie er es bei uns auch nicht explizit will bzw. beabsichtigt, um uns zu bschaden. Und man könnte noch an weit scheußlichere Personen in der neueren Geschichte denken als Nebukadnezar….

    Wogegen ich mich wehre ist allein, dass Glenn Beck dem Christentum zugerechnet wird. Caroline Glick sollte sich mal über die Mormonen und deren zutiefst antibiblische Gesinnung informieren, die im Buch Mormon dokumentiert ist. Das ist ein derartig abstruses Kauderwelsch, dass einem ganz schummrig wird. Übrigens gibt es dort auch Anleihen zum Islam: 7 Himmel, Leugnung der Trinität etc.

    Aber wie eingangs gesagt: Was C. Glick für die Medien schlussfolgert, kann ich sehr gut nachvollziehen.

  2. Ob evangelikale Christen oder Mormonen, mir sind alle christlichen oder pseudochristlichen Missionierer suspekt, auch dann, wenn sie sich als Freunde Israels gebärden.

    Die Judenmission ist seit 2000 Jahren ein Übel. Sie ist es umso mehr, als sie sich gegen eine Religion richtet, die selbst nicht missioniert und als einzige der monotheistischen Religionen das Heil auch jenen verspricht, die ihr gar nicht angehören, wenn sie bloß 7 Gebote halten, die sowieso jede zivilisierte Gesellschaft in ihrem Normenkanon festschreibt.

    Ich verstehe daher die jüdisch/israelische Zurückhaltung gegenüber christlicher/mormonischer Freundschaftsbezeugung.

    Gerade Mormonen sind besonders eifrige Missionare, die auch tote Juden durch „Stellvertretertaufe“ erretten wollen.

    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/3047

    Caroline Glick scheint über Mormonen wenig zu wissen.

    Wenn sie schreibt, dass es der Standardmodus der Linken ist, „christliche Zionisten einer versteckten Agenda zur Konvertierung von Juden …… zu beschuldigen“ offenbart sie ihre Unkenntnis.

    Missionierung von Juden war und ist die wichtigste Agenda aller christlichen Gemeinschaften. Das gilt auch für Mormonen. Eschatologisch ist die Bekehrung der Juden der letzte Wahrheitsbeweis für das Christentum. Wer aber die Judenmissionierung nicht aufgibt, kann kein wahrer Freund Israels sein.

    Ich verstehe daher auch die Reserviertheit der Israelis gegenüber einem mormonischen „Zionisten“.

  3. Bernd, Caldonazzi, ich weiß nicht, was ihr von Becks Besuch mitbekommen habt, aber vielleicht solltet ihr ihn mal an dem messen, was er tut, statt an euren Vorstellungen davon, was ihr meint, wie er ist.
    Alle, die Beck mit offenen Ohren begegnet sind, bestätigen, dass hier nichts, aber auch gar nichts in Sachen Missionierung gewesen ist. Genauso ist es mit seinen Fernseh-Sendungen über den Nahost-Konflikt.
    Caldonazzi: Es gibt überall Leute mit Vorurteile, auch bei den Juden. Leider gehörst du dazu. Du hast Gründe aus der Geschichte, die für deine Meinung sprechen. Aber vielleicht registrierst du irgendwann, dass es heute eine Generation Christen gibt, die nicht so sind, wie du es ihnen unterstellst. Ich jedenfalls werde mir von solchen Anfeindungen mein Eintreten für das jüdische Volk und den jüdischen Staat nicht vermiesen lassen oder gar einstellen.

  4. Lieber heplev,
    du täuscht dich, wenn du meinst, ich sei Jude. Ich bin eher ein agnostischer Kulturkatholik mit Bezug zur jesuanischen Ethik und vielen jüdischen/israelischen Freunden und Verwandten. Ich habe auch kein Interesse, Glenn Beck, den Israel unterstützenden Freikirchen oder den pro-Israel eingestellten Konservativen unredliche Motive zu unterstellen. Mir ging es einzig und allein um die Zurückhaltung, die israelische Medien praktizieren, wenn es um missionierende Christen/Mormonen geht. Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich eine Auseinandersetzung mit Messianischen Juden, die sich in Wien in das Jüdische Institut der VHS eingeschlichen hatten, um dort Juden aus der ehemaligen Sowjetunion zu missionieren.

    Und es sind nicht nur linke Juden/Israelis, die sich gegenüber fundamentalchristlichen Unterstützern reserviert verhalten, sondern auch konservative und orthodoxe Juden/Israelis. Es ist nicht so einfach, 1600 Jahre Erfahrung mit christlicher Gewaltmissionierung und Verleumdung abzuschütteln.

    Vielleicht informierst du dich nächstes Mal bei Uli Becker, bevor du mir wieder Anfeindungen und Vorurteile unterstellst.

    Und ich schließe mich Lila an, wenn sie meint, es sei höchste Zeit, aus der Kirche auszutreten.

    Gruß

    PS: Ich habe wenig Zeit und überlasse das Schreiben lieber jenen, die höchst professionell das vertreten, wovon ich überzeugt bin. Deine Blogroll findet sich zur Gänze auf meiner Leseliste unter Lesezeichen.

    Am Israel Chai

    • Okay, das war missverständlich. „Du auch“ bezog sich nicht auf „auch bei Juden“, sondern auf die Vorurteile, denn ob du Jude bist konnte ich nicht wissen. Die Vorurteile bestätigst du gerade.
      So weit ich Lila verstehe, ruft sie zum Austritt aus der (evangelischen) Kirche auf, nicht zum Abfall vom christlichen Glauben. Und sie hat gute Gründe dafür. Ich bin auch ausgetreten, vor 18 Jahren schon; allerdings nicht, um den Glauben aufzugeben, sondern weil ich jetzt Freikirchler bin.
      Die 1600 Jahre Geschichte sollen übrigens gar nicht abgeschüttelt werden. Es geht darum, dass die Augen aufgemacht werden, statt „christliche Zionisten“ mit allen anderen über einen Kamm zu scheren. Dass das schwer fällt, ist mir klar. Seltsam nur, dass unter meinen jüdischen Freunden gerade mal einer säkular ist, die anderen orthodox; bei Bekannten (unter diesen auch Uli Becker) sieht das nicht mehr ganz so einseitig aus, aber es gehören genügend Orthoxe dazu.
      Bitte fang‘ mal an zu differenzieren, was Kirchen und Christen angeht. Sieh dir an, was die Leute tun. Und sieh dir bitte nochmal an, was Glick über die israeilschen Medien schreibt. SIch auf diese zu verlassen ist leider auch nicht viel besser, als sich auf unsere zu stützen. Vorbehalte aus der Geschicte, okay. Aber Verleumdungen – die solltest du nicht akzeptieren.

  5. Lieber heplev, wenn ich mich als Kulturkatholiken bezeichne, meine ich damit, dass ich zwar der Kath. Kirche noch immer angehöre, sie aber für meinen persönlichen Glauben bedeutungslos ist. Für mich ist sie nur noch Teil meiner Sozialisation und eine wichtige Einflussgröße der Zivilisation und Kultur, in die ich hineingeboren wurde. Der dogmatische Glaube der Kirche ist mir genauso fremd, wie die fundamentalistische Lesart der Bibel der Evangelikalen oder deren eschatologischer Jesuswahn. Ich glaube nicht, dass Jesus der verheißene jüdische Messias ist, noch jemals sein wird, auch nicht am Ende der Zeit. Aber ich teile die Meinung Herzls, dass für die Sache Israels jede Unterstützung hilfreich ist, besonders auch die protestantischer/evangelikaler Christen, sofern sie auf Judenmissionierung verzichten.

    Messianische Juden lehne ich ab, und wo ich kann, trete ich gegen sie auf. Durch Messianische Juden werden gerade jene Juden getäuscht, die vom Judentum wenig Ahnung haben, indem sich diese evangelikale Gruppe des jüdischen Ritus wie eines Krämerladens bedient, um so Jüdischkeit nachzuäffen. Wer an Christus glaubt, kann nicht gleichzeitig Jude sein. Der G’tt Israels ist Einer!

    Aber bei Glenn Becks Restore Courage geht es ja nicht so sehr um Glaubensinhalte, sondern um die politische Unterstützung Israels. Und Israel kann auf keinen echten Freund verzichten. Es hat nicht viele.

    In diesem Sinn liebe Grüße, und sei versichert, dass ich deine Arbeit sehr schätze.

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