Islam aus 9/11-Gedenkveranstaltungen gelöscht

Das Gedenken an den 9/11 vermied das politisch inkorrekte „I“-Wort

Amiel Ungar, Arutz-7, 12. September 2011

Die Zeremonie am Ground Zero von heute vermischte Gedenken und Trauer. Im Bemühen eine Feier zu produzieren, die Einheit schaffen könnte und die ungleichen Persönlichkeiten George W. Bush und Barack Obama zusammenzubringen, vermied man die unterschiedlichen Einschätzungen des Ereignisses.

Das Offensichtliche, der radikale Islam und seine breite Unterstützer-Basis, wurden fast nicht erwähnt.

Wenn irgendjemand das Thema Islam aufbrachte, dann waren es die linken Zeitungen. Liest man die Huffington Post, könnte man beinahe zu der Annahme gelangen, dass die Hauptopfer von 9/11 die amerikanischen Muslime seien. In anderen Zeitungen gab es Stellungnahmen zuhauf zum harmlosen Scharia-Recht und Jihad als nicht gewalttätigem Ringen.

Das Paradox des Amerika, das versucht vorwärts zu gehen und zu gesunden, während in New York Polizisten Fahrzeuge angesichts eines Tipps des Geheimdienstes zu drei Pakistanis überprüften, die mit dem Ziel in die USA einreisen Terrorgräuel zu begehen, war offensichtlich und befremdlich.

Peres schreib Obama unter anderem:

„Der 11. September war der Inbegriff des Bösen und das Symbol des Mutes des amerikanischen Volks. Der 11. September diente auch als Meilenstein im von den Vereinigten Staaten angeführten kollektiven Krieg gegen den Terror, der das Ziel hat unseren Kindern und Enkeln eine bessere und sicherere Welt zu bauen. In der Folge dieses Tages führte Amerika einen entschiedenen Krieg gegen den Terror, der seinen Höhepunkt im Tod des Osama bin Laden fand und die Welt von dieser Geißel befreite, die die Menschheit bedrohte, ohne die Sicht auf die Freiheit und die Rechte des Menschen zu verlieren.“

Der Brief Peres‘ erwähnt nicht, was Osama bin Laden repräsentierte, außer dem allgemeinen Bösen. Mit all den intensiven Zielen hätte Bin Laden etwas wie der Joker des Comicbuches Batman sein können. Das „I“-Wort fehlt in dem Brief völlig. Es wird der Eindruck geweckt, als sei mit dem Tod des Osama bin Laden der Krieg praktisch gewonnen.

Vergleichen Sie diese Darstellung mit der Version Netanyahus vor der Kabinettsitzung:

„Es ist ein Terrorkrieg der Kräfte und Regime des radikalen Islam. Der radikale Islam bedroht moderate islamische und arabische Regime.
Er bedroht die bloße Existenz des Staates Israel; und indem er sich mit radikalen Regimen verbündet bringt er die Werkzeuge des Terrorismus – Raketen und Geschosse – gegen israelische Zivilisten zum Einsatz.

Doch heute hängt dies über uns allen… Daher befindet sich der Kampf gegen den radikalislamischen Terrorismus, der praktisch eine Beschreibung des letzten Jahrzehnts ist, auf seinem Höhepunkt. Er ist noch nicht vorbei. Wir müssen uns vereinen – Länder, die nach dem Leben streben, natürlich die Demokratien, die das Leben wertschätzen und gemeinsam gegen diesen Pesthauch handeln.“

Das „I“-Wort wird häufig genutzt.

Tony Blair klang in einem Interview mit der AP eher wie Netanyahu:

„Es ist völlig falsch zu glauben, der Kampf zum Sieg über extremistische Ideologien sei gewonnen… Wir sollten keinerlei Zweifel dazu hegen. Unglücklicherweise, so sage ich, geht diese Ideologie weit über das Vorgehen der Al-Qaida hinaus.

Sehen Sie sich zum Beispiel den Libanon an und wie die Hisbollah dort die Kontrolle übernommen hat; sehen Sie sich die Aktivitäten der Hamas an. Der Jemen, fürchte ich, ist noch weit von einer Lösung entfernt… Selbst in einem Land wie Pakistan, das übrigens über einige der stärksten Institutionen verfügt, spielt das immer noch eine Rolle. Der Kampf ist also keinesfalls vorbei, sondern es ist der richtige Kampf, der geführt wird…“

Blair nutzt das „I“-Wort nicht, aber angesichts der von ihm erwähnten Länder muss man völlig begriffsstutzig sein, den Schritt von A nach B nicht zu gehen.

Der ehemalige Bischof von Rochester, Michael Nazir-Ali, kam nach England, um der religiösen Verfolgung in Pakistan zu entkommen; er ging in seiner Warnung, dass der Kampf weit davon entfernt ist zu Ende zu sein, weiter als Blair. In seinem Interview mit dem Telegraph nannte der die Bedrohung sogar beim Namen:

Im Kern des Extremismus steckt eine Ideologie, eine Weltsicht – und nicht nur einfach bezüglich des empfundenen Unrechts, das der muslimischen Umma (Volk) angetan worden sein soll. Solch eine Ideologie erwartet vom Islam, dass er dominiert statt im Weltgeschehen eine untergeordnete Rolle zu spielen. Sie fördert einen Pan-Islam und die ultimative Ablehnung von Nationalstaaten, selbst wenn es muslimische sind. Es mag sein, dass einige Extremisten in dem einen oder anderen Teil der Welt von einem islamischen Staat plappern; das ultimative Ziel aber ist ein einziges islamisch politisches, soziales, wirtschaftliches und spirituelles Gemeinwesen.

Für viele ist die Wiederherstellung des Kalifats ein integraler Bestandteil dieses Projekts; und angesichts der Vergangenheit sollten wir nicht optimistisch sein, dass westliche Mächte nicht damit zusammenwirken, wenn sie glauben, dies fördere dem zeitweiligen eigenen Interesse. Eine solche Vision des Pan-Islam beschränkt sich nicht auf die muslimische Welt, wie sie jetzt aussieht, sondern schließt Länder ein, die dem Islam „verloren“ gingen, sei es Indien, Palästina, Osttimor, der Südsudan oder die iberischen Länder.

Robert Spencer merkt auf Jihad Watch an (bevor er den Text von Ungar zitiert):

Wie erwartet waren die gestrigen Zeremonien eine politisch korrekte Scharade, die jegliche Erwähnung derer, die uns angriffen oder warum sie es taten, vermied. Stellen Sie sich eine Feier zu Pearl Harbor während der Zweite Weltkrieg noch im Gang war vor, die jegliche Erwähnung des Japanischen Kaiserreichs mied. Und diese Zeremonie wäre von denen wäre von denen veranstaltet worden, die alle poltische Macht in diesem Land in Händen hielten – was wieder einmal die Tatsache offen legt, dass wir während eines Krieges von Leuten regiert werden, die den Krieg, in dem wir uns befinden, nicht begreifen, es kategorisch ablehnen, irgendetwas über diesen Krieg zu lernen und darauf bestehen, eine auf Hirngespinsten gründende Politik zu verfolgen, die – wenn sie nicht aufgegeben wird – letztlich zu unserer Vernichtung führen wird.

3 Gedanken zu “Islam aus 9/11-Gedenkveranstaltungen gelöscht

  1. Was ich nicht begreife ist, dass all die friedliebenden Moslems, die es ja geben soll, nicht gemeinsam aufstehen und gegen all ihre terroristischen Brüder laut und ausdauernd protestieren. Sie beklagen sich darüber, dass man alle (die friedliebenden) Moslems verdächtigt, den Terror gut zu heißen, tun aber nichts dagegen um sich von den Extremisten abzugrenzen oder ihnen Einhalt zu gebieten. Daher ist es kein Wunder, dass die Welt den Eindruck hat, auch die „friedliebenden“ Moslems wären im Stillen mit den Taten ihrer radikal-islamistischen Glaubensbrüder einverstanden. Wo hört man Imame beim Freitagsgebet laut gegen diese Mörder protestieren? Wo sieht man bei Demonstrationen Schilder, auf denen gegen die schrecklichen Attentate Stellung genommen wird, sie mißbilligt werden? Statt dessen sieht man auf Youtube feiernde Moslems, die Süßigkeiten ihren Kindern verteilen. Hätten wir Christen ebensolche radikalen Glaubensbrüder, die heutzutage alle Nicht-Christen töten und Angst und Schrecken auf der Welt verbreiten bzw. die Urheber der Katastrophe in New York gewesen wären, würden wir Christen sicherlich nicht darüber so schweigen, wie es die übrigen Moslems über all die terroristischen Verbrechen tagtäglich im Namen Allahs tun.
    Margot

    • Das ist das Grundproblem überhaupt. Einerseits ist es wohl schon auch so, dass moderate Muslime, die sich äußern, reichlich gefährlich leben.
      Zum anderen herrscht wohl eine grundsätzliche Solidarität, die eigentlich moderaten Muslimen verbietet ihre Glaubensgenossen öffentlich anzugehen, eben weil sie doch auch zur Umma gehören. So ein ganz, GANZ klein wenig vergleichbar damit, dass wir als Deutsche erst einmal eine gewisse Sympathie für irgendwo festgenommene Deutsche haben und für sie Partei ergreifen. Nur, dass sich das bei Muslimen anscheinend nicht ändert. Kritik untereinander gibt es nicht, jedenfalls nicht öffentlich, außer ein Extremist versucht den anderen noch zu übertreffen.

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