Nationalheldinnen, nationale Katastrophen

This Ongoing War, Sept. 19, 2011

Die Wahl der Helden, die ein Volk vornimmt, kann eine Menge rüber dieses Volk und seine Werte aussagen.

Die palästinensischen Araber sind in den letzten zwei Wochen mit einer Reihe symbolischer öffentlicher Veranstaltungen im Endspurt ihrer Kampagne zur Anerkennung durch die Vereinten Nationen beschäftigt gewesen. Mehr als sie begreifen haben Mahmud Abbas und seine Muqata-Clique mehr zu ihren Werten offenbart, die sie motivieren, als ihre sorgfältig erstellten Reden verbergen.

Fast jede Nation und jedes Volk der Erde haben hat seine weiblichen Kultgestalten. Hier folgt ein sehr kurzer Blick auf einige ausgewählt Nationalheldinnen und Mütter der Revolution aus verschiedenen Teilen der Welt.

Die Spanier

Agustina de Aragón („Agustina, das Mädchen aus Aragón“, auch als spanische Johanna von Orléans bekannt) verteidigte Spanien während des spanischen Freiheitskampfs gegen Napoleon als Zivilistin und später als Berufsoffizierin in der spanischen Armee. Bei der blutigen Belagerung von Saragossa, lief sie, als die spanischen Truppen ihre Positionen verließen, um nicht den französischen Bajonetten zum Opfer zu fallen, alleine nach vorne, lud eine Kanone, setzte die Lunte in Brand und zerfetzte eine Angreiferwelle auf kürzeste Distanz. Die Ansicht einer einsamen Frau, die mutig die Kanone bediente, spornte die fliehenden spanischen Truppen und weitere Freiwillige an umzukehren und ihr zu helfen.

Die Franzosen

Die Heilige Johanna von Orléan, das Mädchen von Orléans (1412-1431), eine Nationalheldin Frankreichs und katholische Heilige, war ein in Ostfrankreich geborenes Bauernmädchen, die göttliche Führung beanspruchte. Sei führte die französische Armee bei einer erstaunlichen Siegesserie, die den Verlauf des Hunderjährigen Krieges drehte und den Weg für die Krönung Karls VII. ebnete. Von den Burgundern gefangen genommen und an die Engländer verkauft, wurde sie von einem Kirchengericht abgeurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt, als sie 19 Jahre alt war. 25 Jahre nach der Hinrichtung untersuchte Papst Kalixt III. das Gerichtsverfahren, verkündete ihre Unschuld und erklärte sie zur Märtyrerin. Sie wurde 1920 heilig gesprochen und ist eine der Landesheiligen Frankreichs.

Die Australier

Mary Helen MacKillop (1842-1909), auch bekannt als Saint Mary of the Cross, war ein australische römisch-katholische Nonne, die zusammen mit Vater Julian Tenison Woods die Sisters of St. Joseph oft he Sacred Heart und eine Reihe von Schulen und Wohlfahrtsinstitutionen überall in Australien und Asien gründete, wobei der Schwerpunkt auf Bildung der Armen, insbesondere in ländlichen Bereichen lagt. Seit ihrem Tod hat sie in Australien und international viel Verehrung erfahren. Sie ist die einzige australische Person, die von der römisch-katholischen Kirche als heilig anerkannt wird.

Die Argentinier:

María Eva Duarte de Perón (1919–1952) war die zweite Frau von Präsident Juan Perón (1895-1974) und First Lady Argentiniens von 1946 bis zu ihrem Tod im Jahr 1952. Sie wird oft einfach Eva Perón oder mit der zärtlichen spanischsprachigen Verkleinerung Evita genannt. Unehelich in einem ländlichen argentinischen Dorf geboren, strebte sie in der Hauptstadt eine Karriere als Bühnen-, Radio- und Filmschauspielerin an. Eva traf Oberst Juan Perón am 22. Januar 1944 in Buenos Aires während einer Wohltätigkeitsveranstaltung im Luna Park-Stadion, die für Opfer eines Erdbebens in im argentinischen San Juan stattfand. Die beiden heirateten im Jahr darauf.

1946 wurde Juan Perón zum Präsidenten Argentiniens gewählt. Im Verlauf der nächsten sechs Jahre gewann Eva Perón innerhalb der pro-peronistischen Gewerkschaften Macht, hauptsächlich, weil sie für Arbeiterrechte eintrat. Sie leitete auch das Ministerium für Arbeit und Gesundheit, gründete die gemeinnützige Eva Perón-Stiftung, trat für das Frauenwahlreich in Argentinien ein und gründete sowie leitete die erste größere frauenpoltische Partei des Landes, die Peronistische Frauenpartei. 1951 verzichtete Eva Perón auf die peronistische Nominierung für das argentinische Vizepräsidentenamt. Bei diesem Angebot erhielt sie starke Unterstützung von der peronistischen politischen Basis, einkommensschwachen Argentiniern und solchen aus der Arbeiterklasse, die als Descamisados („Hemdenlose“) bezeichnet wurden. Doch Opposition aus dem Militär des Landes und aus der Bourgeoisie, zusammen mit ihrer abnehmenden Gesundheit zwangen sie letztlich ihre Kandidatur zurückzuziehen. 1952, kurz vor ihrem Krebstod im Alter von 33 Jahren, wurde Eva Perón vom argentinischen Kongress der offizielle Titel „Geistige Führerin der Nation“ verliehen.

Die Israelis:

Hannah Szenes (1921 – 1944) war eine ungarische Jüdin, eine von 37 Juden aus dem britischen Mandat Palästina (jetzt Israel), die von der britischen Armee ausgebildet wurde, um während des Zweiten Weltkriegs über Jugoslawien mit dem Fallschirm abzuspringen, um bei der Rettung der ungarischen Juden zu helfen, die kurz vor der Deportation in das deutsche Todeslager in Auschwitz standen. Szenes wurde an der ungarischen Grenze festgenommen, ins Gefängnis gesteckt und gefoltert, doch sie weigerte sich Einzelheiten ihres Auftrags zu verraten und wurde schließlich vor Gericht gestellt und durch ein Erschießungskommando hingerichtet. Sie wird in Israel als Nationalheldin betrachtet; mehrere Straßen, der Hauptsitz der zionistischen Jugendbewegung Israel  Hatzeira und ein Kibbutz wurden nach ihr benannt; ihre Gedichte sind weithin bekannt.

Die palästinensischen Araber:

Was uns zu den palästinensischen Arabern und deren Regierungen bringt. Sie erfreuen sich der Erfahrung derart, dass sie zwei davon haben (d.h. Regierungen) – eine Tatsache, die weder die UNO noch die meisten internationalen Regierungen irgendwie zu stören scheint, von der wir aber glauben, dass sie in den kommenden Wochen und Monaten ein wenig knifflig erweisen könnte, wenn das palästinensisch-arabische Gebilde danach strebt auf die Füße zu kommen und seinen Sitz in der UNO-Vollversammlung einzunehmen. (Wie immer sind wir hier nicht so sehr an den politischen Fragen interessiert. Dieser Blog [This Ongoing War; heplev] konzentriert sich auf Terrorismus und Terroristen.)

Hier ist eine ihrer prominentesten Heldinnen, wie sie von der prominentesten der palästinensischen Nachrichtenagenturen, Maan, beschrieben wird:

Führerin der weiblichen Hamas-Häftlinge begeht 11 Jahre im Gefängnis

Freitag, 16.09.2011 (mit Update vom 19.09.2011)

Gaza Stadt (Ma’an) – Die Häftlingsministerium in Gaza lenkte Freitag die Aufmerksamkeit auf den Fall von Ahlam al-Tamimi (31), die von Israel vor genau 11 Jahren verhaftet wurde. Al-Tamimi wurde im Haus ihrer Familie in Ramallah festgenommen und wegen des Vorwurfs einen Selbstmordbomber nach Jerusalem gefahren zu haben zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie leitet die weibliche Häftlingsgruppe im Gefängnis und ist derzeit im Hasharon-Gefängnis in Isolationshaft, nachdem sie vor den Häftlingen am Id al-Fitr eine Rede hielt. Al-Tamimi, die Journalismus studierte, ist mit Nizar al-Tamimi verheiratet, der 1993 eine lebenslange Strafe im israelischen Gefängnis erhielt. Das Ministerium sagte, al-Tamimi leide derzeit an schweren Rückenschmerzen, die das Ergebnis ihrer Haft sind.

Seit 11 Jahren in Haft und sie leidet an Rückenschmerzen und so. Gibt einem wegen den Israelis und ihrer Rachsucht zu denken, nicht wahr?

Die Reporter und Redakteure bei Maan vergessen irgendwie zu erwähnen, dass diese Frau vor einem Gericht stand und wegen fünfzehnfachen Mordes verurteilt wurde. Nicht ein einziger feindlicher Soldat, nicht ein einziger zionistischer Bürokrakt oder israelischer Polizist oder jüdischer Steuereintreiber erscheint auf der Liste ihrer Opfer. Das ist so, weil sie das Massaker so plante, dass seine Opfer Frauen und Kinder sein würden. Damit hatte sie Erfolg. Unsere Tochter Malki, die fünfzehn Jahre alt war, als ihr Leben von diesem Monster und der Hamas-Bande gestohlen wurde, die ihr bei der Ausführung des Plans half, ist eines dieser unschuldigen zivilen Opfer.

Diese Zuchthäuslerin wurde mehrfach in ihrem israelischen Gefängnis interviewt und hat sich die Mühe gemacht, jedes Mal jeglichen Zweifel auszuräumen, die jemand zu ihrem Geisteszustand gehabt haben könnte. Sie macht klar, dass sie keinerlei Gewissensbisse hat; sie ist stolz, dass sie von sich behaupten kann so viele Kinder, Frauen und zivile Männer ermordet zu haben.

Warum auch nicht? Ihre Regierungen haben beide immer und immer und immer wieder gesagt, dass diese verurteilte Mörderin eine Heldin ist. Eine Nationalheldin eines neuen Staates, der Vorbilder und Helden braucht. Kinder des Feindes töten? Was könnte besser die Gefühle ausdrücken, die die palästinensisch-arabische Führung dazu brachte noch einen arabischen Staat haben zu wollen? Nach jeder Bedeutung des Wortes eine Barbarin, ist sie der Inbegriff des Geistes unserer Zeit.

Dann gibt es da Frau Latifa Abu Hmeid (im Bild rechts). Sie erhielt letzte Woche weltweite Aufmerksamkeit, weil sie es war – eine einfache und gebeugte Bäuerin – die dem örtlichen Repräsentanten des UNO-Generalsekretärs im Namen der palästinensisch-arabischen Regierung (jedenfalls einer davon) ein entscheidend wichtiges Dokument übergab.

Frau Abu Hmeid passt offenkundig in die Vorstellung des Regimes Abbas von palästinensischer Mutterschaft. Der Grund dafür: Sie näht Steppdecken. Sie sammelt Bohnendosen, um sie zu recyceln. Und sie komponiert patriotische Lieder.

Eigentlich nicht. Nach den Worten eines palästinensischen Regierungsfunktionärs namens Issa Karake, der im Regime Abbas Minister ist, erhielt sie die Plakette für Entschlossenheit und Großzügigkeit „und sie verdient, dass wir uns vor ihr beugen, um sie zu ehren.“

Der Grund für die Ehre? Den wird man nicht irgendwo in den Agenturberichten von Reuters, AP, AFP und den anderen finden. Sie sind zu sehr damit beschäftigt ohne zu überlegen die Presseerklärungen zu recyceln, die ihnen von den Spin-Meistern in Ramallah ausgehändigt werden.

Die offizielle PA-Tageszeitung schrieb lakonisch, dass die Frau die „Mutter von sieben Häftlingen“ ist. Aus Gründen, die man nur erraten kann, ließen sie den Teil darüber aus, dass vier der sieben verurteilte Mörder sind. Um es platt auszudrücken: Frau Abu Hmeid wurde von ihrer Regierung geehrt, weil sie eine Reihe von Söhnen gebar, die Killer und Terroristen wurden. [Lesen Sie Mother of 4 terrorist murderers chosen by the PA to launch statehood campaign“, hier online.] Werfen Sie einen Blick auf das Anklageprotokoll aus dem Jahr 2002 für nur einen von ihnen, Naser bin Mohammed Yusuf Abu-Hmeid, einen Verbündeten des berüchtigten Marwan Barghouti; es zählt eine lange Liste auf, darunter Mord, versuchten Mord, Verschwörung zum Mord und allerlei Akte barbarischen Terrorismus.

Was sagt uns all dies also über die Aussichten auf friedliche Beziehungen mit einem konstruktiven, auf Wohlergehen konzentrierten demokratischen Staat nebenan? Nach unserer Ansicht nicht sonderlich viel. Die meisten Israelis – lange vertraut mit den Blutbädern, die regelmäßig die Beziehungen zwischen Bürgern und ihren despotischen Herrschern in Jordanien, Ägypten, Syrien, und dem Libanon und allesamt an unseren Grenzen – haben eine realistische Sicht darauf, wie das läuft.

Doch was könnten die palästinensischen Araber – und ihre europäischen Betreuer und Finanziers – sich dabei denken?