Von Antisemitismus keine Spur oder: Deutsche Bildung in Aktion

Die Stiftung Erinnerung – Verantwortung – Zukunft soll eigentlich dafür sorgen, dass die von Nazideutschland benutzten Zwangsarbeiter entschädigt werden. Nebenher betreibt sie aber auch „Friedensprojekte“, darunter eines, das jetzt mächtig unter Beschuss kam: eine „Bildungsbroschüre“, die von Austauschschülern aus Nazareth und dem ostdeutschen Wernigerode erstellt wurde. Ulrich Sahm scannte die Broschüre und berichtete über sie, die Berichterstattung und die Reaktion der EVZ sowie der Beteiligten Lehrerin auf die Kritik:

Deutsche EVZ Stiftung zensiert israelische und deutsche Medien

„Sie verbreiten Hass“, berichtet eine israelische Zeitung über jene deutsche Stiftung, die Sklavenarbeiter aus der Nazizeit entschädigen und Antisemitismus bekämpfen sollte. In einer von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) finanzierten Broschüre eines Jugendaustausches zwischen der Gerhart Hauptmann Schule in Wernigerode in Sachsen-Anhalt und der arabischen Massar-Schule in Nazareth seien antisemitische und anti-israelische Stereotype zu erkennen. Mit 21.590 Euro hatte die EVZ jenen „deutsch-israelischen“ Jugendaustausch unterstützt.

So berichtete die israelische Zeitung Yedioth Ahronot. Am Tag darauf erschien beim Online-Dienst, Ynet, eine englische Übersetzung, und Israelnetz aus Wetzlar ein deutscher Artikel dazu.

Postwendend erhielten Ynet und Israelnetz ein englischsprachiges Schreiben des EVZ-Vorstandsvorsitzenden Dr. Martin Salm mit der Aufforderung, eine Gegendarstellung zu veröffentlichen, denn der Bericht „impliziert, dass die Stiftung EVZ antisemitische und anti-israelische Aktivitäten unterstützt“. Kopien der Email gingen an die israelische Botschaft in Berlin und die deutsche Botschaft in Tel Aviv.

Ynet-Chefredakteur Eran Tiffenborn erhielt zusätzlich einen Anruf. Die EVZ drohte ihm mit rechtlichen Schritten. „Bei uns rotierte die Redaktion wegen der UNO-Reden und Demonstrationen in Ramallah. Ich hatte keine Zeit, mit dem Herrn zu diskutieren und beschloss, den Text aus dem Netz zu nehmen“, erzählte Tiffenborn. Zudem sei Ynet nicht befugt, in der Zeitung abgedruckte Texte zu redigieren, sondern dürfe sie nur unverändert auf Englisch veröffentlichen. Auch der deutsche Online-Dienst Israelnetz kippte die Geschichte. Ein Israelnetz-Redakteur sagte: „Ich rieche, dass die uns rechtlich einen Strick drehen wollen“.

Dr. Salm von der EVZ hatte in einer ersten schriftlichen Stellungnahme die Antisemitismusvorwürfe von Yedioth Ahronot „entschieden zurückgewiesen“, aber schon fünf Tage später in einem weiteren schriftlichen „Statement“ die „missverständliche Projektpublikation“ bedauert. „Insbesondere zwei Zeichnungen wurden von israelischer Seite als antisemitisch gelesen. Dies bedauere ich zutiefst. Ich erkenne, welche bildlichen Elemente als antisemitischer Stereotyp gelesen werden könnten. Ich bin der festen Überzeugung, dass sie nicht antisemitisch motiviert sind.“

Der Sinneswandel kam bei Salm, nachdem die Zeitung Jerusalem Post negative Reaktionen jüdischer Organisation in den USA und Deutschlands veröffentlicht hatte und deutsche Behörden, darunter das Auswärtige Amt, um Erklärungen gebeten hatte.

Salm schrieb nun: „Die Stiftung EVZ wird in keiner Weise zulassen, dass Kritik an gesellschaftlichen Zuständen zur Delegitimierung des Staates Israel dient. Sie nimmt die entstandenen Missverständnisse um dieses Projekt zum Anlass, ihre Förderpraxis in diesem Programm zu überprüfen.“

Als antisemitisch hatte zunächst der Korrespondent von Yedioth Ahronot Zeichnungen der Schüler aufgefasst. So sitzen da orthodox-jüdische Schüler mit Kippa und Schläfenlocken lachend in einem gut ausgestatteten Klassenraum, unter der Tafel „jüdische Schule“. Dem gegenübergestellt wurde ein überfüllter Klassenraum mit Spinnwegen und Gitterfenster einer „palästinensischen Schule“. Auf einem anderen Bild ist ein weißer israelischer Junge zu sehen, der einem dunkelhäutigen palästinensischen Altersgenossen die Hand reicht und fragt, ob er mit ihm befreundet sein wolle. Hinter ihm richtet ein israelischer Panzer sein Rohr auf die Kinder. So wird der Eindruck erweckt, als werde der Palästinenser zum Handschlag genötigt. Weiter werden in der Broschüre Parallelen zwischen der Teilung Deutschlands und der Teilung Palästinas, sowie zwischen Israel und der DDR gezogen, wobei beschrieben wird, wie Israel arabische Kinder diskriminiere.

Der Antisemitismusforscher Matthias Küntzel sagte auf Anfrage dem Europa-Korrespondenten der Jerusalem Post, Benjamin Weinthal, dass die EVZ mit ihrem „deutsch-israelischen Schülerprojekt“ einem Etikettenschwindel auf den Leim gegangen sei: „In ihrer Selbstdarstellung betont die [Massar] Schule, dass es bei ihr weder einen jüdischen Schüler noch einen jüdischen Lehrer gibt. Die Schule wird von einer privaten Organisation betrieben, die dem israelischen Bildungssystem vorwirft, die arabische Minderheit des Landes einer ‚sozialen Kontrolle’ und einer ‚sozialen Ausgrenzung’ zu unterwerfen. Dieses Projekt grenzt sich inhaltlich und methodisch von Israel ab. Es zielt nicht auf Integration, sondern auf Exklusion.“

Deidre Berger, Direktorin des „American Jewish Congress“ (AJC) in Berlin, erklärte derweil: „Eine Stiftung, die von der Deutschen Bundesregierung zusammen mit der deutschen Industrie ins Leben gerufen wurde, um die Zwangsarbeiter zu entschädigen, die unter nationalsozialistischer Herrschaft ausgebeutet wurden, sollte sich zum Ziel setzen, gute Beziehungen zu Israel zu fördern und gegenwärtige  Formen des Antisemitismus zu bekämpfen“

Das zweite „Statement“ der EVZ enthält eine „entsetzte“ Reaktion der SchülerInnen und Lehrkräfte auf die „negativen Lesart“ des Projekts. Die Lehrerin Constanza Röthing vom Gerhart-Hauptmann-Gymnasium im Namen der deutschen Schüler: „Wir, die Schüler, die an einem Projekt der Stiftung EVZ zwischen unserer und einer Schule aus Nazareth beteiligt waren, sind empört über den Artikel („Compensating with Hatred“) eines Journalisten, der unsere gemeinsam erstellte Broschüre zum Anlass nimmt, um uns antisemitisches Gedankengut zu unterstellen. Ohne je mit einem Schüler oder Verantwortlichen des Projektes gesprochen zu haben, projiziert er in unsere Schülerreflexionen negatives Gedankengut hinein.“

Der Lehrerinnenfrage, ob das recherchierter Journalismus sei, folgt die Beschreibung eines positiv empfundenen „Zusammenlebens der Menschen in Nazareth, einer israelisch-arabischen Stadt“ Die Lehrerin verschweigt freilich, dass in der größten arabischen Stadt Israels, Nazareth, im Rahmen dieses „Zusammenlebens“ nach Angaben der Stadtverwaltung Null Juden leben. Ein deutscher Bewohner Nazareths meint vorsichtig: „Es könnte ein paar Araber hier geben, die vielleicht eine Jüdin geheiratet haben.“

Es ist immer wieder entlarvend, wie ahnungslos rechtfertigend und bestreitend Menschen antisemitische Darstellungen verharmlosen und weit von sich weisen, dass irgendetwas Schlimmes in dem steckt, was sie treiben. EVZ-Chef Salm ruderte noch zurück, konnte sich aber nicht aufraffen seine Überreaktion gegenüber der Kritik einzugestehen und die antisemitischen Aspekte der Broschüre zu verurteilen. Dass er weiter der Überzeugung ist, dass die inkriminierten Bilder „nicht antisemitisch motiviert“ seien, ist lächerlich. Es mag sein, dass die zeichnenden Schüler das nicht antisemitisch sehen, aber dann lediglich deshalb, weil sie diese Haltung als völlig normal betrachten. Objektiv ist das Antisemitismus und das darf nicht heruntergespielt oder gar entschuldigt werden, auch nicht mit „Nichtwissen“ oder als „unbeabsichtigt“. Ross und Reiter müssen genannt und gegen sie vorgegangen werden.

Die Lehrerin der Schule aus Wenigerode ist da noch ein ganz anderer Fall. Sie streut Desinformation, indem sie der Öffentlichkeit in ihrer Stellungnahme entscheidende Fakten verschweigt. Neben der stolz propagierten Judenreinheit der Schule in Nazareth sowie dem dort nicht existierenden Zusammenleben von israelischen Arabern und Juden verschweigt sie mehr, wie tw24 herausfand; die Dame hatte eine Frage hinzugefügt, die Sahm nicht zitierte (Heraushebung durch tw24):

Wir, die Schüler, die an einem Projekt der Stiftung EVZ zwischen unserer und einer Schule aus Nazareth beteiligt waren, sind empört über den Artikel (‘Compensating with Hatred’) eines Journalisten, der unsere gemeinsam erstellte Broschüre zum Anlass nimmt, um uns antisemitisches Gedankengut zu unterstellen. Ohne je mit einem Schüler oder Verantwortlichen des Projektes gesprochen zu haben, projiziert er in unsere Schülerreflexionen negatives Gedankengut hinein. Ist das recherchierter Journalismus?

Sie greift die Journalisten also bei ihrer Berufsehre und liest ihnen die Leviten, dass sie nicht ordentlich arbeiten. Das hätte man der Dame selbst vorher schon vorwerfen können, denn sie hat sich nicht um die Umstände gekümmert, unter denen die arabischen Schüler einer offensichtlich rassistischen Schule, betrieben von einer israelfeindlichen Organisation, zu ihren Darstellungen kamen. Sie hätte als Pädagogin dafür sorgen müssen, dass ihre eigenen Schüler nicht nur die einseitigen Darstellung der Muslime aus Nazareth erfahren. Sie hätte dafür sorgen müssen, dass das rassistische Element aus Nazareth wenigstens deutlich wird, wenn sie schon nichts dagegen setzt. Aber vermutlich – nun, das ist spekulativ – haben die Gehässigkeiten aus der Massar-Schule ihr ganz gut ins eigenen Bild gepasst, das natürlich völlig gerechtfertigt, neutral und vorbildlich ist.

Haben die Schüler der Frau Röthing etwas davon erfahren, wie Muslime in Nazareth ihr christlichen Mitbürger unter Druck setzen und drangsalieren? Wie sie versuchten eine Megamoschee zu bauen, die die Verkündigungskirche verdeckt und dominiert? Wie sie randalierten, als die Behörden ihre Pläne nicht genehmigten? Haben die Schüler offensichtlich nicht. Das wäre auch Aufgabe der Lehrerin gewesen, die von so wunderbarem Zusammenleben fantasiert, das es da in Nazareth gibt.

So weit zu den sträflichen Unterlassungen. Allerdings leistet sie sich dann eine dreiste Lüge, die im obigen Zitat hervorgehoben wurde:

Ohne je mit einem Schüler oder Verantwortlichen des Projektes gesprochen zu haben, projiziert er in unsere Schülerreflexionen negatives Gedankengut hinein.

tw24 hierzu:

Das darf man, zurückhaltend formuliert, wohl einigermaßen dreist nennen – denn es wurde nicht nur recherchiert, es gab auch Bemühungen, mit “Schüler[n] oder Verantwortlichen des Projektes” zu sprechen:

“Dr. Ralf Possekel, head of programs for EVZ, wrote the Post on Thursday, ‘The German students, to my knowledge, do not want to speak with journalists after this incident, because they do not trust that the reporting will be correct.’”
(Dr. Ralf Possekel, Chef der Programme der EVZ, schrieb der Jerusalem Post am Donnerstag: „Die deutschen Schüler wollten meines Wissens nach dem Vorfall nicht mit Journalisten sprechen, weil sie kein Vertrauen haben, dass die Berichterstattung korrekt sein wird.“ – Übers. heplev)

Erst Kontakte mit jüdiisraelischen Journalisten ablehnen, dann darüber klagen, diese hätten doch gar nicht gefragt – wahrlich, zum Glück gibt es seit 1945 keine Antisemiten mehr in Deutschland, man müßte sonst den Alliierten Vorwürfe machen…

Das ist dann wohl gewollte, wahrheitswidrige Falschdarstellung – also klare Lüge. Wie verträgt sich das mit dem Lehr- sowie dem pädagogischen Auftrag?

Fazit: Einmal mehr erweist sich Kritik an „Israelkritik“ als gerechtfertigt, einmal mehr erweisen sich „Israelkritiker“ als unredlich, einmal mehr muss Hetze gegen Israel festgestellt werden, die sich ganz „unschuldig“ in eine harmloses Schülerprojekt kleidet. Junge Menschen, die lernen sollen Informationen zu sammeln, zu verarbeiten und kritisch damit umzugehen, um Falsches zu erkennen und sich ein eigenes Bild zu machen, werden indoktriniert, indem ihnen einseitige „Fakten“ übergestülpt werden, ohne dass sie die Gegenposition kennenlernen. Dafür werden Ressentiments geschürt und auch noch in Menschenrechts-Ikonografie gekleidet, als objektiv und richtig. Antisemitismus wird nicht erkannt, abgestritten und Einsicht ist bei gewissen Leuten schon mal gar nicht zu erkennen. Und wer merkt, dass er da etwas falsch gemacht oder gesehen hat – wie Herr Salm – tüncht das über und ergeht sich in hehren Worten, statt mal zu sagen, dass er Mist gebaut hat. Bloß nichts zugeben! Wunderbare neue Welt!

33 Gedanken zu “Von Antisemitismus keine Spur oder: Deutsche Bildung in Aktion

    • Was ist zum Kotzen?

      Der oben stehende Kommentar oder das Ergebis des Schülerprojekts?

      Ich meine Erstes, oder?

      • Nein, das Ergebnis des Schülerprojekts und ich denke, das weiß Carsten auch – der sich dann auch unter „zum Kotzen“ einordnen darf.

  1. Frau Röthing sitzt im Stadtrat der Stadt Ilsenburg im Harz für die SPD.

    Nebenbei ist es sehr erschreckend, dass in Ilsenburg Bündnis 90/Die Grünen und die die LINKE eine gemeinsame Fraktion bilden!

    • Wenn ich ihn anklicke, fragt mich Firefox, ob die PDF-Datei heruntergeladen (heißt: gespeichert) oder geöffnet werden soll. Anklicken mit der rechten Maustaste funktioniert nicht, wieso auch immer.

  2. Wenn man dem Ductus folgt, dass die Palästinenser die Opfer der Opfer sind, dann müssen wir uns mit den Geldern, die eigentlich für die Opfer bestimmt waren, auch um die Opfer der Opfer kümmern.

    • Die Gelder der EVZ waren/sind für ehemalige (nicht jüdische) Zwangsarbeiter gedacht. Da kannst du es drehen, wie du willst, die Araber in Judäa und Samaria oder im Gazastreifen gehören nicht dazu.

  3. Deutsche Bildung jetzt mit Scharia.

    :::

    Islamischer Religionsunterricht in NRW:
    Beiratsmodell illegal?

    Die muslimischen Kooperationspartner sollen außerdem laut Gesetzentwurf „eigenständig und unabhängig“ sein. … Gebauer hält die Mitwirkung der DITIB, dem verlängerten Arm einer ausländischen Macht, für grundgesetzwidrig. … Anderen aber erscheint die Übergangsregelung schon zu weitgehend und sogar verfassungswidrig, wie sich während der Expertenanhörung im Landtag herausstellte. … Wer (noch) keine Religionsgemeinschaft ist, kann auch (noch) keinen im Grundgesetz verbürgten Religionsunterricht verlangen und keine Lehrer damit „bevollmächtigen“. Schon mal so tun, als ob, das sei ein gewagtes Spiel mit der Verfassung.

    http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2011-09/islam-unterricht-nordrhein-westfalen/komplettansicht

    Stoppt den von Ministerin Löhrmann mit dem KRM vereinbarten Beirat

    Petition I.3/15-P-2011-05451-00
    Der Landtag möge beschließen:

    Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) ist gegenwärtig kein Ansprechpartner für Nordrhein-Westfalen auf dem Weg zu einem bekenntnisorientierten Islamunterricht; die am 22.02.2011 in Düsseldorf diesbezüglich getroffene Gemeinsame Erklärung des Koordinationsrats der Muslime (KRM) und der Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, in der die Einberufung eines im Einvernehmen mit dem KRM zu besetzenden Beirats verabredet worden ist, ist für den Staat, hier vertreten durch das Bundesland NRW, nicht bindend; der von KRM und Schulministerin geplante Beirat ist nicht einzurichten.

    http://eifelginster.wordpress.com/2011/09/19/260/

    :::

  4. […] vom Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Wernigerode „empört und betroffen, das uns [sic!]“ bescheinigt werde, in einer Broschüre antisemitische Motive verwendet zu haben. „Wir … weisen … jede […]

    • Die Frage von tw24 sollte hier ruhig auch zu lesen sein:
      Und wie kommt es dann, dass in der gesamten immerhin dreisprachigen Broschüre kein einziger Text in Hebräisch zu finden ist?

        • Und alle einen Sch… auf jüdische Israelis geben. Die WOLLTEN nichts anderes als Israel auf Israel eindreschen, wie ihre Lehrer und die Gehirnwäscher vor Ort es sie lehren.

            • Und wie wäre es, wenn man sich dann nicht nur mit „palästinensischer“ Propaganda berieseln lässt?
              Von einer arabisch-israelischen Schule eingeladen zu sein muss doch nicht bedeuten, dass man alles andere weglässt und sich nur mit denen und ihrer Sichtweise beeinflussen lässt!

  5. Die Schüler wurden nicht nach ihrer Meinung dazu gefragt. Ich finde es echt zum kotzen, dass die, die daran beteiligt sind, nicht ihre Meinung äußern konnten und über ihre Köpfe hinweg irgendein Mist verbreitet wird. Um wen geht es hier eigentlich???!! Die Schüler hätten auch zu Wort kommen sollen, denn die stecken jetzt in dem Mist drin.

    • ??? Können Sie lesen? Offenbar nicht. Es war nicht möglich, mit den Schülern zu sprechen, das wurde verweigert.
      Die Schüler haben ihre Meinung übrigens in der antisemitischen Broschüre geäußert.
      Wie aber sollten die Journalisten die Schüler noch einmal zu Wort kommen lassen, wenn der Kontakt verweigert wird?

      • Oh er/sei kann schon lesen: Sie selbst schreiben:
        „(Dr. Ralf Possekel, Chef der Programme der EVZ, schrieb der Jerusalem Post am Donnerstag: „Die deutschen Schüler wollten meines Wissens nach dem Vorfall nicht mit Journalisten sprechen, weil sie kein Vertrauen haben, dass die Berichterstattung korrekt sein wird.“ – Übers. heplev)“.

        Wohlgemerkt NACH dem Vorfall, nach den Artikeln. Ich kann die Schüler absolut verstehen. Sorry, aber hier wird auf die Falschen gehetzt.

        • Ah, Carsten meint, der Vorfall sei der Artikel in Israel gewesen? Das war kein Vorfall, der Vorfall war die üble Broschüre und die Art und Weise, wie von gewissen Seiten mit der Recherche der Jerusalem Post umgegangen wurde.
          Die Verweigerung spricht auch Bände – darüber, wie diese Schüler von seiten ihrer Lehrer/in schon geprägt sind: Israelischer Journalist – mit dem wird nicht geredet, der ist nicht vertrauenswürdig.

          • Wenn man will, kann man einem jedes Wort im Mund umdrehen und es so klingen lassen wie man es haben möchte.
            unsere absichten waren weder ansemitisch noch diskriminierend und ich find es absolut unverschämt, dass so auszulegen, als wären sie es !!

            • Ist das jetzt ironisch gemeint?
              War Jana Köhler Teil des Schüleraustauschs?
              Sie schreiben von „unsere(n) Absichten“ – soll ich also davon ausgehen, dass Sie dabei waren.
              Das ist interessant und ein Punkt, den ich immer wieder sehe: Da fahren Leute nach Israel (und in die PA-Gebiete) und bekommen von interessierter Seite Dinge gezeigt und meinen, sie wüssten damit alles. Aber sie begreifen nicht, dass sie nur einen Bruchteil zu sehen bekommen haben und auch diesen ohne die tatsächlichen Hintergründe.
              Was hat man den Schülern beigebracht? Wieso konnte keiner Hebräisch? Die arabischen Schüler haben arabischsprachige Schulen, aber auch sie müssen Hebräisch lernen. Die hätten es also gekonnt. Man hätte sich auch mit nicht arabischen Israelis treffen und von denen unterstützen lassen können. Sogar in der hetzerischen Weise, wie in der Broschüre geschehen – so Leute gibt es in Israel auch, notfalls wendet man sich einfach an Gush Shalom oder die Redaktion von Ha’aretz.
              Nicht die Absicht? Das glaube ich sogar. Nach einer solchen Einseitigkeitsreise wissen die betreffenden Teilnehmer gar nicht mehr, was antisemitisch ist. Sie merken gar nicht mehr, dass sie Hetze betreiben. Weil Hetze für sie Normalzustand ist. Das wird als „Kritik“ verkauft. Es ändert aber nichts am Ergebnis. Wer antisemitischen Müll verbreitet, der muss sich auch gefallen lassen, dass es ihm vorgeworfen wird. Vielleicht schwant dem einen oder anderen der Teilnehmer ja doch noch, was sie da verbrochen haben und dass sie hinters Licht geführt wurden.

  6. @Carsten: Der nächste, der keine Ahnung hat, was ein Blog ist und wie die Kommentarfunktion hier angelegt ist: Der „Kommentar“ war nie online, ich habe ihn nicht freigeschaltet. Das mache ich immer, wenn ich etwas zu unangemessen, blöde oder sonstwie nicht geeignet ist.

  7. naja das gehirn haben sie bestimmt gewaschen bekommen … aber ich weis nicht was an den bildern so antisemitisch sein soll … habt ihr euch die mal angeschaut … naja gut ganz neutral sind sie auch nicht aber so radikal antisemitisch … ich weis nicht

    • Natürlich habe ich sie mir angeschaut. Ich habe ein PDF der gesamten Broschüre. Und die Tendenzen darin darf man nicht herunterspielen. Diese Bilder – wenn auch nicht alle – verbreiten Hass. Hass gegen Israel, damit Hass gegen Juden. Und das ist antisemitisch.
      Ich finde es ziemlich heftig, dass so etwas immer noch erklärt werden muss.

  8. echt so schlimm? ich habe nämlich nur einige bilder gefunden und textabschnitte … wollte auch mehr wissen … aber auf die idee die ganze broschüre reinzustellen ist ma lwieder keiner gekommen … ich hätte gerne gewusst was die da noch so geschrieben haben

  9. Die Schüler können eigentlich am wenigsten dafür, die lernen es nicht anders. Am fragwürdigsten sind diese Pädagogen, die nicht mehr vermitteln selbstständig Informationen zu sammeln und zu verarbeiten und sich ein eigenes Bild von der Sache zu machen, sondern die Schüler in eine Richtung drücken. Allerdings könnte sich dann seitens der Schüler zeigen, wer sich eine Unabhängigkeit von den Lehrern bewahrt und nicht nur deren Vorgaben nutzt und nachplappert. Rar gesät, diese Eigenschaft in dem Alter.

  10. Einer mit einer unflätigen (und ich vermute: unechten) E-Mail-Adresse behauptet „Wir waren auch bei einer israelischen Organisation“ und deshalb könne niemand behaupten, „wir“ hätten die andere Seite nicht kennengelernt.
    Da besteht zum einen die Frage: bei welcher? B’Tselem? Breaking the Silence? Oder einer der vielen anderen von der EU finanzierten antiisraelischen NGOs? (Hier gibt es eine winzige Auswahl von israelischen Truppen, die gegen Israel hetzen und sich nicht zu schade sind völlig einseitige Sichtweisen über das Land zu vermitteln. Also: Welche Organisation war das? Ich wette, ein kurzer Blick bei (z.B. bei NGO-Monitor) zeigt, dass es ein Hass-Verein war, der den Terroristen das Wort redet.
    Solche Organisationen haben eine Agenda und sie haben Erfolg. Ulrich Sahm hatte dieses Jahr ein Erlebnis in Rendsburg (YouTube-Video), als einer aus dem Publikum auch in Israel war und mit eigenen Augen sah – ohne dass er begriff, wie er verarscht wurde, damit er gegen Israel Stellung bezieht. Kennzeichnend für solche Leute ist dann, dass sie ja selbst sahen und damit andere, die vor Ort leben nichts mehr zu melden haben. Die „Wissenden“ sind lieber zu Tode beleidigt, als sich von Fakten korrigieren zu lassen. Da werden unsere EVZ-Programm-Schüler keine Ausnahme machen, denn sie können es nicht besser wissen – weil sie ja „die andere Seite“ kennen (so wie der durchgeknallte Uri Avnery immer als Kronzeuge gilt) und ihre Lehrer ihnen nicht beibringen sich unabhängig ein eigenes Bild zu machen. Traurig.

    • Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, dass sie tatsächlich die andere Seite vorgeführt bekamen – um dann ganz flux erklärt zu bekommen, wieso das alles Mumpitz ist, was Leute erzählen, die nicht die Haltung der Palli-Seite einnehmen. Das passt dann auch wieder ins Bild der nicht unabhängig denkvermögenden deutschen Schülerschaft.

  11. @Jana & Anna

    Ich habe Eure Namen in der Broschüre gesehen, was bedeutet, daß Ihr beide an diesem Austauschprogramm teilgenommen habt. Prinzipiell ist an solchen Programmen, bei denen sich Jugendliche verschiedener Länder treffen eine gute Sache. Doch leider muß ich sagen, daß dieser Austausch sehr bedenklich ist.
    Ihr wurdet in eine Gegend der Welt geschickt, in der ein Konflikt zwischen zwei Parteien herrscht. In diesem Konflikt kommt es auch immer wieder zu gewalttätigen Konfrontationen. Schon deshalb finde ich es von Euren Lehrern unverantwortlich, Euch in Lebensgefahr zu bringen. Auch wenn Ihr nichts von der Gefahr mitbekommen habt, sie ist dort unten allgegenwärtig.

    Das nächste Problem, welches ich sehe, ist an einem solchen Programm als Außenstehende teilzunehmen, in dem nur die eine Partei betrachtet wird. Ihr habt mit Arabern gesprochen und die haben Euch ihre Sicht des Konfliktes geschildert. Was ihr an Informationen bekommen habt, das kann man sich anhand der Broschüre einigermaßen vorstellen.

    Was sich Eure Lehrer sicherlich vorwerfen lassen müssen ist, daß sie nichts getan haben, um Euch die Möglichkeit zu geben, auch die andere Seite kennenzulernen. Warum nicht als Kontrast noch ein paar Tage in Israel dranhängen und dort mit Jugendlichen in Eurem Alter sprechen? Man hätte Euch die Chance geben sollen, beide Seiten zu sehen und anzuhören. So, ist das eine sehr einseitige und unfaire Veranstaltung gewesen. Euch wurde ein verzerrtes Bild der Realität vermittelt.

    Ich kann Euch beiden nur empfehlen, nicht alles, was Ihr während dieses Programmes gesehen und gehört habt, als unerschütterliche Wahrheit anzuerkennen und zu einem späteren Zeitpunkt in Eurem Leben auch mal eine Reise nach Israel zu unternehmen, um Euch auch eine eigene Meinung über die Sichtweise auf der anderen Seite zu machen.

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