Mehr Pallywood: Die Dame protestiert etwas viel

Elder of Ziyon, 16. Oktober 2011

Dieses Video hatte ich verpasst:

In Abwesenheit anhaltenden Konflikts haben Rudel von Fotojournalisten und freischaffenden Fotografen sich daran begeben über die so genannten „Freitags-Demonstrationen“ zu berichten, die jede Woche von Palästinensern in Ostjerusalem und der Westbank gegen Siedlungen und die israelische Barriere in der Westbank veranstaltet werden. Jeden Freitag tauschen israelisches Militär und Grenzpolizei routinemäßig Tränengas gegen Steine palästinensischer Jugendlicher, was den Fotografen Gelegenheiten für dramatische Bilder präsentiert. Mit dem Taxis leicht zugänglich und sicherer als eine echte Konfliktzone, sind diese Demonstrationen zu einem Trainingsgelände (einige könnten sagen Schlachtfeld) für junge Konflikt-Fotografen geworden. Der Dokumentarfilmer Andrew Lampard bereitet einen einstündigen Film zum Thema vor. Dieses Video, das ein Auszug der längeren Dokumentation ist, untersucht die Probleme, die aufkommen, wenn „das Rudel“ diese Demonstrationen aufsucht.

In diesem Video sehen Sie zahlreiche Journalisten und Fotografen, die recht deutlich sagen, dass es, wenn es keine Journalisten gäbe, es keine Demonstrationen gäbe und dass es hier keine wirklichen Nachrichten gibt, doch es ist ein Spiel, bei den Fotografen sich drängeln, um einander zu überbieten. Sie sagen, dass die Intifada zwar eine echte Story war, die wöchentlichen Demonstrationen in Silwan und Bil’in wenig mehr als ein Spiel sind, bei dem Reporter, die vorgeben wollen sich in einer Kriegszone zu befinden, hingehen, um Tränengas auszuweichen und Machogefühle zu haben.

Dieses Video fand ich in einem Blogeintrag von Lisa Goldman im Magazin 972; sie behauptet unaufrichtig, dass dieses Video und ein weiteres, auf das ich früher verlinkte, nicht die wirkliche Wahrheit zeigen. Unglaublicherweise glaubt sie, dass die beiden Videos irreführender sind, als die von Nachrichtenagenturen eingereichten Fotos, auf denen man die Schar an Fotografen nicht sehen kann, die sich um einen einzelnen Steinewerfer drängen, der sein Publikum abzieht.

Doch es gibt einige Fragen, die von diesen Journalisten nicht gestellt werden… Fragen wie: Warum protestieren diese Palästinenser überhaupt? Warum kommen sie Woche für Woche, um israelischen Sicherheitskräften gegenüberzutreten, die ihnen mit Tränengas den Atem nehmen? Welche Beschwerden haben sie?

Dieses Video sagt, ziemlich deutlich, dass das Tränengas immer kommt, nachdem die arabischen Jugendlichen anfangen Steine zu werfen. Und dass die Steinwürfe von den Medien verstärkt. Die Verhaftungen erfolgen nicht ohne Grund. Aber Goldman ignoriert das ausdrücklich und gestaltet diese Ereignisse so, als ob diese Steine werfenden Jugendlichen friedlich demonstrieren würden und dann die böse IDF, ohne jeden Grund, anfängt sie zu würgen und zu schlagen. Wie objektiv sie doch ist!

Das Video zeigt auch, dass es nichts Nachrichtenwürdiges zu den Demos gibt, dass sie jede Woche dasselbe sind, dass es buchstäblich Tausende Fotos gibt, die alle dasselbe zeigen – und dass sie langweilig sind. Doch das empört unsere unerschrockene Journalisten Lisa Goldman:

Keiner der beiden Videoberichte beinhaltet irgendeinen Hintergrund oder eine Erklärung. Sie gehen auch nicht wirklich auf die Tatsache ein, dass sehr wenige der bei diesen Demos geschossenen Fotos und Videos jemals veröffentlicht werden. Die Redakteure sind nicht mehr interessiert. Ihre Leser habe sich abgewendet; Israel-Palästina wird al seine Story angesehen, die im Murmeltiertag feststeckt, dazu verdammt sich ewig zu wiederholen.

Stattdessen will sie, dass die Welt auf ewig empört bleibt! Wie können die Weltmedien es wagen zu entscheiden, dass wöchentlich inszenierte Demonstrationen – ein Spiel, das von arabischen Kids, den Journalisten und den Soldaten ausgetragen wird – irgendetwas Geringeres sind als der Ausdruck blanker Wut und Verzweiflung! Wie können Redakteure sich für Storys aus Syrien oder dem Jemen oder Tunesien entscheiden, statt schon wieder wie jede verdammte Woche einer Story von Bauern in einem Spiel in Silwan? Wissen sie nicht, was nachrichtenwürdig ist, wie es Lisa Goldman weiß?

Tatsächlich weiht Goldman uns in eine Geheimnis ein:

Die Teenager-Jungen in Jeans und Muscle-Shirts stolzieren herum und geben sich total macho, wenn ein Trupp Fotojournalisten seine großen Objektive in ihre Richtung richtet? Jau, tun sie. Spotten sie manchmal wegen der stressigen, beängstigenden Situationen um ihre Würde zu bewahren, ihre Coolness und ihre Straßen-Glaubwürdigkeit? Sicher. Heißt das, dass sie keinen Grund für ihr Demonstrieren haben oder kein Ziel? Natürlich nicht. Würden dieselben Leute demonstrieren, wenn es keine Medienpräsenz gäbe? Ja. Ich weiß das, denn ich habe an vielen Demonstrationen teilgenommen, bei denen die Medien komplett abwesend waren, und die Ereignisse spielten sich auf ziemlich genau dieselbe Weise ab, wie dann, wenn die Fotografen dort sind.

Es ist ein Mysterium, wie Goldmann – eine Journalistin – an Demonstrationen teilgenommen hat, bei denen keine Medien anwesend waren. Trug sie eine Burka? Sie offensichtlich aus dem Westen – behauptet sie allen Ernstes, dass sie kein Teil des Publikums für diese Demonstrationen ist?

Es gibt keinen Mangel an weiteren Beobachtern neben den Mainstream-Medien, die ihren Teil an der Scharade übernehmen. NGOS, so genannte „Friedenschaffungs“-Teams und andere Westler lungern bei diesen Übungen immer herum; und sie sind genauso Publikum wie die Fotografen. Auch ihre Handys machen Bilder und Videos und sie posten Einträge auf ihren Internetseiten.

Goldmans Text fasziniert damit, weil sie so wütend wird, dass die Wahrheit über die inszenierten Scharaden aufdeckt wird, die jede Woche stattfinden. Vielleicht weil sie weiß, dass ein großer Teil ihrer Gehaltsschecks eher der Inflationierung der Bedeutung dieser trivialen Ereignisse entstammt statt dem Aufdecken realer Nachrichten – Nachrichten, die sogar zeigen könnten, dass die palästinensischen Araber weniger sind als heroische Jugendliche, die darum kämpfen „ihre Würde zu erhalten“.