Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (16.-22.10.11)

Sonntag, 16.10.2011:

Der Israelische Gefängnisdienst hat auf seiner Internetseite die Namen der Terroristen veröffentlicht, die beim Shalit-Deal entlassen werden sollen. Opfer haben 48 Stunden Zeit gegen die jeweiligen Entlassung Einspruch einzulegen.

Montag, 17.10.2011:

Die Hamas verlangt die Freilassung von 9 weiteren Terroristinnen, damit der Shalit-Deal über die Bühne geht.

Heckmeck:
Das Quartett will sich am 26. Oktober separat mit Israelis und den Terroristen treffen, um die „Friedens“-Gespräche wieder in Gang zu bringen.

Dienstag, 18.10.2011:

Shalit-Austausch:
M
ahmud Abbas behauptet, er habe auch einen Gefangenen-Handel mit Israel erreicht; nach dem Shalit-Deal würden, habe Israel ihm versprochen, weitere 1000 „palästinensische Gefangene“ freigelassen. Natürlich nicht, ohne dass er Massenmörder als „Freiheitskämpfer und Mujaheddin für Gott und Vaterland“ zu preisen. („Gott und Vaterland“ – da kennen wir doch was, oder?)
Die Hamas behauptet, Israel werde im Zuge des Shalit-Deals die Blockade aufheben und die Verhältnisse für die übrigen Gefangenen verbessern.
Zwei Terroristinnen weigerten sich in den Gazastreifen gebracht zu werden. Eine wurde von Ägypten aufgenommen, die andere war dann doch bereit nach Hamastan zu gehen.
Hamassprecher Abu Ubeida betonte, man habe Gilad Shalit „in Übereinstimmung mit unseren religiösen Gesetze behandelt“. Und man werde „weiter kämpfen, bis wir die Gefängnisse schließen und unsere Gefangenen befreien“. Es lebe der Frieden!
Der ägyptische „Botschafter“ bei der PA befindet: „Der Shalit-Deal war nicht der letzte, sondern erst der Anfang.“ Na, Mahlzeit!

Heckmeck:
Der Vollhonk von der Turtle Bay in New York verkündete: „Diese Freilassung wird weit reichende, positive Folgen für den festgefahrenen Nahost-Friedensprozess geben.“ Natürlich, aber nicht die, die der Schwachmat behauptet, denn die Terroristen fühlen sich in ihrem Vorgehen gestärkt, werden also keinen Frieden machen; und der Oberterrorist Mahmud Abbas muss mal wieder gegen die Hamas anstinken und das kann er nur mit Hetze, nicht mit „Frieden“.

Mittwoch, 19.10.2011:

Der stellvertretende Hamas-„Parlaments“-Sprecher Ahmed Bahr in einer Freitagspredigt im Al-Aqsa-TV: Wir werden die Geschwister der Schweine und Affen aus unserem Land fegen.

„Ich hoffe, ihr werdet denselben Weg gehen, den wir gingen und – so Gott will – werden wir einige von euch als Märtyrer sehen“, sagte Wafa al-Biss Dutzenden Kindern, die in ihr Haus im nördlichen Gazastreifen kamen. Nachdem sie sprach, jubelten die Kinder, schwenkten palästinensische Flaggen und skandierten: „Wir werden Seele und Blut geben, um die Gefangenen zu befreien. Wir werden dir Seele und Blut geben, Palästina.“ War das die Chance, von der die Westerwave schwadronierte?

Heckmeck:
Tony Blair verkündete, das Quartett werde Israel und die Palästinenser unter Druck setzen, ihre Vorschläge zu Sicherheitsarrangements und Grenzen für eine Zweistaatenlösung innerhalb von drei Monaten vorzulegen. Na, dann mal viel Glück (mit den Terroristen)!

Donnerstag, 20.10.2011:

Heckmeck:
Salam Fayyad: Die Zeit ist nicht reif für Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern. (Aber das wird von den westlichen Friedenshetzern nun überhaupt nicht so gesehen, nicht wahr?)
– Am 11. November soll der Sicherheitsrat über den Aufnahmeantrag der PA in die UNO beraten. Dazu macht die PA mächtig Werbung für sich.

Freitag, 21.10.2011:

Jetzt ist wohl raus, woher Mahmud Abbas‘ Behauptung kommt, Israel habe versprochen nach dem Shalit-Austausch weitere Häftlinge freizulassen: Ehud Olmert soll ihm das damals versprochen haben. Hm, wieso sollte sich Netanyahu an eine solche geheime Absprache halten – so sie denn überhaupt wahr ist?

Die versuchte Ermordung eines Israelis durch einen PA-Araberin an einer Bushaltestelle im Gush Etzion wurde auf Video festgehalten.

Heckmeck:
Saeb Erekat lässt wissen, dass Netanyahu einen Stopp von regierungseigenen Bauvorhaben in den umstrittenen Gebieten anbot – letzten Monat. Mit Unterstützung von Peace Now lässt er auch wissen, dass das abzulehnen ist. Es müssen alle Bautätigkeiten eingestellt werden. Das übliche Bild also: Nicht einmal ein Anfang wird akzeptiert, nur das Maximalziel gilt. (s. auch Lilas Kommentar)

Samstag, 22.10.2011:

Ein führender Hamasnik betonte noch einmal: Ein PA-Staat in der „Westbank“ und dem Gazastreifen ist in Ordnung, so lange er nur ein Zwischenschritt zur vollständigen Vernichtung Israels dient.

Ahmed Jabari vom „militärischen Arm“ der Hamas kündigte Samstag (erneut) an, dass weitere israelische Soldaten entführt werden sollen.

Heckmeck:
Jordaniens König Abdallah drängt Israel und die Palästinenser sich vom Arabischen Frühling inspirieren zu lassen und ihre hängenden Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Die Zukunft des Nahen/Mittleren Ostens und darüber hinaus liege bei der „Normalität des Friedens“. Klar doch, der Arabische Frühling, der in Ägypten den Antiisraelismus verstärkt, der in Tunesien und anderen nordafrikanischen Staaten den Antisemitismus zur Blüte bringt – davon soll sich Israel inspirieren lassen. Welcher Frieden soll das sein?
Mahmud Abbas in einem Interview in Ägypten: Auch wenn die Verhandlungen mit Israel wieder aufgenommen werden sollten, wird der Antrag bei der UNO weiter verfolgt.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2011“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).