Ich bin eine Organisation!

Ein launiger, persönlicher Rückblick auf den 2. Deutschen Israelkongress – wer nicht dabei war, ist selbst schuld und hat etwas verpasst. Und noch eine Anmerkung vorab: Ich schreibe hier über mich auf diesem Kongress, nicht über irgendetwas, was ich daran zu kritisieren habe.

Hatte der diesjährige Israelkongress im Verhältnis zum letzten Jahr Sparpotenzial? Konnte man nicht von ausgehen, denn statt bescheiden und „klein“ irgendwo in der „Peripherie“ Frankfurts (na ja, nicht wirklich draußen) zu tagen, ging es in den teuersten Bereich, der möglich ist: die Messe. Mal abwarten.

Zuerst einmal klappte das mit dem Sparen, denn ich hatte Mitfahrgelegenheit angeboten und ein Ehepaar aus Köln hatte sich gemeldet. Benzinkosten: gespart.
Die Teilnamegebühr war das Gegenteil – 15 Euro statt 5 Euro. Sparen zu Ende.
Das „Kongresspaket“ – etwas dünner als letztes Jahr, selber Preis, also teurer.
Das Essen zwar preislich niedriger angesiedelt, dafür die Portionen kleiner – unentschieden. Getränke waren in etwa gleich (Sparmaßnahme: eine 1,5l Wasserflasche vom Aldi, war hinterher noch nicht leer, dafür 4 oder 5 Becherchen Cola konsumiert).
Der Parkplatz unterm Messeturm (falsche Einfahrt genommen?) – reden wir nicht davon, da kann ich am Kölner oder Düsseldorfer Flughafen günstiger parken!

Da sind ja die Stände der Organisationen, Geschäfte, Verlage – für mich endgültig teurer als im letzten Jahr, aber was kaufe ich da auch so viel? Selbst Schuld also, dass der Geldbeutel so dünn wurde. Und ich hatte nur ein einziges Buch zwar aus Interesse, aber vor allem zum Signieren gekauft (das aktuelle von Uli Sahm hatte ich schon und extra mitgebracht), insgesamt waren es 3 Bücher für €66, außerdem 3 Israel-Kalender von Israelnetz (2 zum Verschenken, Porto gespart!) für €26,70. Dazu noch etwas Bamba (eine israelische Variante der Erdnuss-Flips, was mir sofort den Tadel eines älteren – erkennbar jüdischen – Herrn einbrachte: Das Zeug ist nicht gesund!)

Podiumsdiskussionen – es gab nur eine, aber ich glaube, das war gar nicht falsch, dafür gab es „Workshops“ zu einigen Themen, die dann aber doch mehr den Podiumsaspekt hatten (jedenfalls in dem, das ich besuchte), weil die Stargäste vorne an Mikrofonen saßen und Einleitungen abhalten mussten, was dann die Zeit für die Fragen verknappte, die oft in Stellungnahmen des teilnehmenden Publikums ausarteten. Allerdings waren die Einleitungs-Statements es schon wert gehalten zu werden, insbesondere das von Ulrich W. Sahm, der in seiner bekannt ironischen Art das Publikum (das ja eigentlich Mitarbeiter sein sollte) mächtig zum Grinsen bis Lachen brachte.

Mit einem Freund hatte ich mich doch tatsächlich auf dem Kongress verabredet. Eigentlich ist das vor allem der Sohn eines guten Freundes, gerade (o.k., seit Frühjahr 2010) verheiratet – die Hochzeit musste ich bedauerlicherweise aus beruflichen Gründen sausen lassen – und im Februar Vater geworden, der wollte mit der kompletten Family auftauchen. Irgendwann am frühen Nachmittag ging das Handy: „Ey, wir sind jetzt da. Wo bist du?“ Die waren doch tatsächlich erst jetzt gekommen, hatten sich eine Rede angehört und wollten auch gleich wieder weg!

Beim Signieren durch den „Sohn der Hamas“ ging mein Handy wieder: „Ey, was machst du grade?“ Kleiner Wortwechsel mit ein paar Missverständlichkeiten seinerseits, dann sollte ich mich mal zur Seite drehen – hat der Blödmann doch tatsächlich nur drei Meter daneben in der Schlange gestanden!

Und dann war da noch ein ganz besonderer Aspekt, der auch eine Verbindung nach Israel hat: Vor ein paar Jahren meinte ein Freund in Israel spaßeshalber, er kenne keine deutsche zionistische Organisation außer mir. Das hat der 2. Deutsche Israelkongress jetzt offiziell gemacht, denn unter „Die Organisationen“ findet sich im Bereich „Unterstützende Organisationen mit Sitz oder Repräsentanz in Deutschland“ auch mein Blog (einer von nur zweien, direkt daneben steht ARO1). Da bin ich mal richtig geehrt.

Auf dem Kongress fand ich mich dann in gleicher Position wieder. Das Kölner Ehepaar, das mit mir nach Frankfurt gefahren war und von mir und meinem Blog noch nie etwas gehört hatte, war dann auch gebührend beeindruckt, mich sowohl auf der überall laufenden Organisations-Projektion (Bild oben) wie auch auf dem großen Plakat in der Eingangshalle der Messe auf diese Weise vorzufinden. Sogar ein Foto haben sie gemacht – ich aber auch, gleich zwei, das oben von der Projektion und hier das vom Banner:

Und na ja: Organisationen lassen sich den Einsatz auf solchen Veranstaltungen halt was kosten. Ich darf mich also nicht beschweren. 🙂

4 Gedanken zu “Ich bin eine Organisation!

    • Entweder steht das in der Überschrift.
      Oder wir nehmen die englische Variante: I’m an organization. Dann kann es beides sein.

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