Islam und Islamismus

Robert Spencer, Jihad Watch, 21. Oktober 2011

Der Begriff „islamistisch“ ist im allgemeinen Gebrauch, um muslimische Einzelpersonen und Organisationen zu bezeichnen, die den sich an die politischen Aspekte des islamischen Gesetzes halten (auffallend vor allem in seiner Leugnung jeglicher Legitimität einer Trennung zwischen Religion und Staat) und konsequent erbittert gegen Amerika, Israel und den Westen allgemein opponieren. Impliziert wird, dass der Islam selbst in seiner authentischen Form keinen notwendigen politischen Aspekt und keine Inkompatibilität mit westlichen Werten oder demokratischen Regierungsformen besitzt.

Das Problem damit besteht darin, dass es sich um eine künstliche Unterscheidung des Westens handelt, die der islamischen Welt von Nichtmuslimen aufgedrückt wurde und der jede wirkliche Substanz bezüglich des islamischen Rechts fehlt, wie es schon immer von der sunnitischen wie schiitischen madhahib (Rechtsschulen) formuliert wurde. Der Islam ist immer politisch gewesen und die Einheit der Religion und des Staates ist für sein politisches Programm immer unerlässlich gewesen; die Vorstellung, dass al dies vom echten Islam getrennt werden kann und soll, ist Wunschdenken westlicher Analytiker, die sich nicht den Folgen der Tatsache stellen wollen, dass diese Ideen das islamische Mainstream-Denken repräsentieren.

Damit übereinstimmend erhielt ich vor kurzem diese E-Mail eines Jihad Watch-Lesers in Kanada:

Ein Gespräch mit mehreren Freunden auf Facebook brach in etwas ziemlich Außergewöhnliches aus. Ein 18 Jahre alter muslimischer Student von der Western University, in Mississauga geboren, hatte dies über die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus zu sagen:

„weshalb ihr den Islam nicht begreift. Niemand macht diese Unterscheidung [zwischen Islam und Islamismus] außer der westlichen Welt, um ein sauberes kleines System zu haben, mit dem alles klassifiziert wird. Unsere Religion und politische Ideologie sind eins. Außerdem würde ich den Begriff islamistisch oder Islamismus nicht benutzen. Viele Muslime, auch ich selbst, finden den Begriff höchst beleidigend.

Mit andere Worten: IN KANADA gibt es eine komplette Generation Muslime, die offen unterschreiben, dass ‚Islamismus‘ nicht vom Islam unterscheidbar ist.

Und das sollte nicht überraschen. Außer willentlich blinde, nicht muslimische Analysten im Westen.

3 Gedanken zu “Islam und Islamismus

  1. Na das ist doch mal entlich eine klare Ansage, die sich wohltuend von allem rumgeschwurbel in den Medien unterscheidet.
    Jede Religion hat eine Verbindung zum Staatswesen und ist bestrebt über diesen Weg auch weltliche Macht auszuüben. Auch bei der Katholischen Kirche war das über viele Jahrhunderte so. Erst neuere gesellschaftliche Entwicklungen haben diesen Prozess, jedenfalls für die Katholische Kirche, beendet und sie dadurch befähigt ihre innere Verfasstheit auch an das äußerliche Erscheinungsbild anzupassen. Natürlich ist die Theorie, d.h. die Glaubensinhalte, weitgehend idealtypisch. Die Umsetzung ist wegen der menschlichen Unvollkommenheit weitgehend unzulänglich und hält den Abgleich mit dem Ideal nicht stand.

    Der Islam befindet sich in einer historischen Entwicklungsphase, die der Katholischen Kirche des Mittelalters entspricht. Die religiöse Macht ist weitgehend identisch mit der staatlichen, weltlichen Macht.

    Aber niemand kann vorhersagen, welche Entwicklung der Islam nehmen wird und wann er welche Stufe erreicht.
    Gegenwärtig wird der Islam noch durch eine Allmachtphanrtasie bestimmt und er geht davon aus, dass er alle anderen Religionen über kurz oder lang verdrängen wird.

    Diese Gedanken haben die Katholiken, hoffe ich jedenfalls, für immer überwunden.

    Den Nahostkonflikt halte ich für einen Religionskrieg. Die Aggression geht vom Islam aus und deshalb befindet er sich in einer strategisch günstigeren Position.
    Der Angreifer bestimmt den Spielverlauf, während der Verteidiger sich immer in der unvorteilhaften Abwehrsituation befindet.
    Deshalb ist das Ansehen Israels, in der Weltöffentlichkeit auch so beschädigt. Das könnte Israel nur durch den Übergang in den Angriff verändern.
    Aber der nächste Krieg müsste dann auch, wie der 2. Weltkrieg bis zum Ende geführt werden. Alle Kriege Israels waren bisher ‚unvollendete‘, d.h. um im Bild mit dem 2. Weltkrieg zu bleiben, Israel ist an Rhein und Oder stehen geblieben.
    Wenn das die Alliierten damals gemacht hätten, dann gäbe es heute noch keinen Frieden in Mitteleuropa.

  2. Naja, bloß weil ein durchgeknallter Muslim das behauptet, ist es noch lange nicht so. Die Unterscheidung von Islam und Islamismus hat ja auch was für sich: sie ermöglicht es zwischen der historischen Religion und ihrer Interpretation innerhalb moderner Verhältnisse zu unterscheiden. Was den IST-Zustand betrifft, fällt die Unterscheidung dahin, das ist sicher richtig. Allerdings muss man hinzufügen, dass der Mainstream es vorzieht, die Begriffe Islamismus und Terrorismus synonym zu gebrauchen, was völlig zu Recht von den Muslimen als Beleidigung angesehen wird.

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