Tsunami im Orient

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 26. Oktober 2011*

Das Epizentrum des Erdbebens im Orient wurde in Tunis ausgemacht. Dort hat sich ein junger Mann wegen Schulden angezündet.

Eine gewaltige Tsunamiwelle schwappte mit zerstörerischer Naturgewalt nach Libyen und Ägypten. Mutmaßlich starben zehntausende Menschen. Über 50.000 allein in Libyen. Der Tsunami erreichte Syrien, wo inzwischen mindestens 3000 Menschen Opfer der Naturgewalten wurden. Das sind doppelt so viele wie während des zweiten Libanonkrieges und des Gazakriegs. Doch bisher berief die UNO noch keine Untersuchungskommission ein, um zu prüfen, ob jene 3000 Syrer eines natürlichen Todes starben oder Opfer von Verbrechen wurden. Und kein südafrikanischer Richter fühlte sich berufen, einen neuen Goldstone-Report zu verfassen.

In Ägypten geriet die „Volkswut“ derart außer Kontrolle, dass die Aufständischen auch die israelische Botschaft ins Visier nahmen. Weil die Attacke auf eine diplomatische Vertretung als schlimmer Verstoß gegen das Völkerrecht gilt, setzte die ägyptische Militärjunta wieder die alten Notstandsgesetze in Kraft. Es sei daran erinnert, dass die Militärs in Ägypten seit 1952 an der Macht sind und auch den Sturz des von ihnen wie eine Marionette gelenkten „Diktators“ Mubarak unbeschadet überstanden haben. Am 25. Januar brachen die Unruhen auf dem Tahrir Platz aus, wegen dieser Notstandsgesetze, aber nicht, um die Militärs zu entmachten. Nach 854 Toten ist also in Ägypten fast alles beim alten geblieben.

Bekanntlich schlägt ein Tsunami überraschend zu, wie damals in Ostasien. Dabei gibt es Technologien, Tsunamiwellen vorherzusehen. In Nordafrika, im Jemen, in Bahrein und Syrien, gibt es seit Jahrzehnten Wetterstationen, die auf Graswurzelebene tektonische Bewegungen vorhersehen könnten. Die professionellen Seismologen nennen sich Diplomaten, Geschäftsleute und Korrespondenten. Was die Diplomaten berichten, ist geheim. Geschäftsleute interessieren sich nicht für Schwefeldünste, solange Öl und Geld fließen. Aber wo waren eigentlich die Korrespondenten, in Kairo, Amman und anderswo? Die hätten doch eigentlich riechen müssen, dass da etwas stinkt. Ihre Sensoren sind entweder veraltet oder aus Rücksicht auf ihre Gastländer ausgeschaltet. Denn wie lässt sich erklären, dass sie von Tunesien bis Pakistan immer nur einen einzigen Auslöser für Erdbeben ausmachten: die Siedlungen im Westjordanland und die „rechtsgerichtete“ Regierung in Jerusalem mit dem rechtsextremen Lieberman und dem „nationalenkonservativen“ Netanjahu an der Spitze. Der sozialistische Verteidigungsminister dieser nationalen Regierung wird tunlichst übergangen. National und sozialistisch in einem Wort passt nicht so toll.

Und neulich formulierte die Ostseezeitung: Die Regierung Netanjahu – gespickt mit ultraorthodoxen Politikern. Gespickt ist richtig, denn man nimmt ja nur ganz wenige Knoblauchzehen, wenn man einen Schweinebraten spickt. Und deshalb sitzen am riesigen israelischen Kabinettstisch mit 32 Ministern nur 5 Minister der frommen aber nicht ultraorthodoxen Schasspartei.

Die Ultraorthodoxen, Sie wissen schon, diese Typen, die wir doch alle bestens aus dem Stürmer kennen, jene mit den großen Hüten, den Schläfenlocken und den Kaftanen, also jene Ostjuden, die sitzen zwar in der Koalition, übernehmen aber keine Ministerposten. Sie sind a-politisch und mischen sich in die Siedlungspolitik überhaupt nicht ein. Wenn der Kommentator der Ostseezeitung die also als Spickwerk und letztlich als igitt bezeichnet, dann ist das selbstverständlich KEIN Antisemitismus, sondern NUR eine legitime Kritik an der Politik Israels. Bitte verzeihen Sie mir den absichtlich geschmacklosen Zynismus.

Sie kennen den Spruch eines amerikanischen Richters, dass er Pornografie nicht definieren könne, aber wisse, was das sei, wenn er die Bilder vor sich sehe.

Genauso kann man mit ein klein wenig Sprachkenntnis und historischem Wissen sofort erkennen, wo eine absolut legitime Kritik an Israel endet und wo klassischer Antisemitismus beginnt. Das kann eine fiese Bildauswahl sein oder wenn die halsstarrige israelische Regierung gemäß dem biblischen Prinzip Auge um Auge Vergeltung übt, wie es der jüdische Rachegott vorgeschrieben hat.

Bei Redaktionen gilt die Regel, fremden Politikern einordnende Adjektive beizufügen. Bei Merkel oder beim Papst käme jedoch niemand auf die Idee, sie als „hardliner“ zu bezeichnen in Sachen deutsche Interessen oder katholische Kirche. Offenbar gilt diese Regel nur für Israel. Assad wird von Spiegel und dpa respektvoll „Präsident“ oder „Staatschef“ bezeichnet, obgleich er doch der links-sozialistischen Baath-Partei vorsteht. Beim jemenitischen Präsidenten Saleh und anderen arabischen Herrschern behandeln die Tagesschau, das Neue Deutschland und sonstige Medien deren Ausrichtung nach rechts oder links wie ein Staatsgeheimnis. So kann der unbedarfte deutsche Medienkonsument gar nicht einschätzen, ob die rechts, also böse, oder links, also gut sind.

In Ägypten, Syrien und anderen Ländern (Israel natürlich ausgenommen) gab es vor dem arabischen Frühling keinerlei Verletzungen von Menschenrechten, keinerlei Diskriminierung (wie etwa „Apartheid“ in Israel) oder Verstöße gegen das Völkerrecht. Hüter der Menschenrechte wie Amnesty International oder Human Rights Watch lieferten nur wenig oder keine Kritik an den Zuständen in arabischen Ländern, während die Reports über Israel ganze Bibliotheken füllen.

Wo Rauch ist, muss auch ein Feuer sein, heißt der Bauernspruch, und wo kein Rauch ist, kann kein Feuer sein. Der ahnungslose deutsche Fernsehzuschauer oder Zeitungsleser muss also notgedrungen zum Schluss kommen, dass in Syrien, Libyen, Ägypten, Jemen, Bahrein und Tunesien bis vor wenigen Monaten nur glückliche Menschen in paradiesischen Verhältnissen lebten. Völlig unverständlich ist deshalb für mich und Otto-Normalverbraucher, wieso sich diese glücklichen Menschen plötzlich gegenseitig abschlachten und die ehrenwerten aber politisch farblosen „Präsidenten“ und „Regierungschefs“ sozusagen über Nacht zu „Potentaten“, „Diktatoren“ und „Unterdrückern“ geworden sind.

Mal ganz ohne Zynismus stellt sich die Frage, ob die Medien, von wenigen Ausnahmen abgesehen, aufrichtig und wahrhaftig über die arabischen Länder berichtet haben. Es ist doch kaum vorstellbar, dass Arbeitslosigkeit, Unterdrückung, mangelnde Zukunftsperspektive, willkürliche Verhaftungen und Verfolgung politischer Gegner ganz plötzlich aus dem Nichts auftauchen, nur weil Hunderttausende Ägypter auf dem Tahrir Platz den Sturz des Friedensgaranten, Pardon, nein, des Diktators Mubarak fordern. Hat tatsächlich dreißig Jahre lang keiner der zahlreichen Korrespondenten in Kairo bemerkt, dass Mubarak ein übler Unterdrücker seines eigenen Volkes war und in die eigene Tasche gewirtschaftet hat? Und falls sie es doch gesehen haben, warum haben sie darüber nicht berichtet? Haben sie sich etwa geduckt und geschwiegen, um nicht verhaftet oder ausgewiesen zu werden?

Diese Frage stellt ein deutscher Korrespondent in Israel. Niemandem wird da ein Haar gekrümmt, wenn man den Staatspräsidenten als Frauenjäger und Vergewaltiger verunglimpft, zumal Mosche Katzav deswegen zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden ist. Selbst dem Regierungschef darf man ungestraft nicht nachgewiesene Korruptionsaffären vorwerfen. Bekanntlich musste Netanjahus Vorgänger Ehud Olmert zurücktreten. Sein Prozess läuft noch. Und glauben Sie mir, wie viel Spaß es mir macht, über Sarah Netanjahu zu berichten, die mal wieder eine Hausangestellte fristlos entlassen hat, weil sie die Suppe anbrennen ließ. Wenn ich in Syrien oder Libyen nachgefragt hätte, wie es den Hausangestellten der Assads oder des Ghaddafi ergeht, würde ich wahrscheinlich hier jetzt nicht stehen.

Auch sonst gibt es kaum ein Thema in Israel oder in den besetzten Gebieten, das nicht aufgegriffen und in alle Welt hinausposaunt werden darf. Kaum eine soziale Ungerechtigkeit, kaum ein Missstand, eine echte oder vermeintliche Menschenrechtsverletzung, wird nicht bis ins letzte Detail thematisiert. Und weil eben Israel eine echte Demokratie mit freier Presse ist, wird Israel genauer unter die Lupe genommen, als alle seine Nachbarn. So produziert Israel mehr als jedes andere Land Negativ-Nachrichten. Das ist alles auch gut so und entspricht unseren Vorstellungen von Demokratie und Pressefreiheit. Dennoch sollten die Proportionen gewahrt bleiben. Natürlich macht es hämischen Spaß, die gesammelten Schweinereien und Skandale ausgerechnet von Juden zu Papier zu bringen. Da kann man endlich aus dem Vollen schöpfen und vor allem zu dem vermeintlich mit ultraorthodoxen Stürmer-Juden gespickten Schweinebraten der rechtsextremistischen israelischen Regierung ausholen. Derartiges haben die arabischen Nachbarn Israels nicht zu bieten. Zynismus Ende.

Ein langjähriger Israel-Korrespondent hatte mal die Nase voll vom Nahostkonflikt und suchte sein Glück im kanadischen Ottawa. Nach einigen Monaten stellte er fest, dass die gleichen Skandälchen, die in aller Welt Schlagzeilen machen, wenn sie aus Israel kommen, niemanden interessieren, wenn sie in Ottawa passieren. Der Kollege musste nach Deutschland zurückkehren, wo er sich damit profiliert, achtzigjährige chronische Kritiker der israelischen Regierung zu interviewen, um seinem Publikum die vermeintlich wahre Meinung der sogenannten schweigenden Mehrheit der Israelis zu präsentieren.

Vermutlich ahnen Sie, wen ich meine. Es gibt da auch noch eine Tochter und eine mit dem Bundesverdienstkreuz ausgestattete Menschenrechtsaktivistin. Als Alibi-Juden verbreiten auch sie die wahre Meinung der schweigenden Mehrheit Israels aufrichtig und ehrlich.

Völlig unverständlich ist mir, wieso eigentlich die Mehrheit der Israelis bei demokratischen Wahlen neben der „rechtsnationalen“ Regierung des Netanjahu auch noch Zipi Livni gewählt hat. Livni stammt aus dem gleichen politischen Stall wie Netanjahu, nämlich dem Likud.

Die sogenannten fortschrittlichen und vermeintlich friedenswilligen Linksparteien hingegen mussten um die Hürde der Sperrklausel genauso kämpfen, wie hier in Deutschland die DKP. Ich frage mich, was man in Deutschland sagen würde, wenn CNN oder BBC immer wieder auf den typischen Repräsentanten der schweigenden deutschen Mehrheit zurückgreifen würden. Zum Beispiel Horst Mahler.

Ein in Deutschland sehr populärer jüdisch- israelischer Interviewpartner mit viel Einfluss auf die öffentliche Meinung in Deutschland hat mir mal lachend eingestanden, dass seine Anhänger in Israel Platz in einer Telefonzelle hätten.

Als es darum ging, dass tausend Israelis sich bei der Deutschen Botschaft einen deutschen Pass abholen, weil der ihnen zusteht, war der Tenor in der Berichterstattung hier, dass diese Israelis in Torschlusspanik sich rechtzeitig ins Ausland absetzen wollen, weil Israel doch bald zerstört werde, wegen der Siedlungspolitik oder wegen der iranischen Bombe. Dass auch Israelis die Vorzüge eines EU Passes genießen wollen, kommt da nicht in den Sinn. Und dass sechs Millionen jüdische Israelis keinen deutschen Pass erhalten, wird auch vergessen.

Ich möchte bei der Gelegenheit eine andere Frage in den Raum stellen. Anwar el Sadat war 1973 davon überzeugt, dass Israel die Atombombe besitze. Sadat glaubte, dass Israel unbezwingbar sei. Deshalb hat sich Sadat für einen Friedensschluss mit Israel entschieden. Ob Israel tatsächlich die Atombombe besitzt oder nicht, weiß ich nicht. Offiziell ist es nie bestätigt worden. Aber Israel dementiert es auch nicht, weil es von der Abschreckung profitiert, solange alle arabischen Staaten glauben, dass Israel echte Bomben und nicht nur Attrappen im Keller lagert.

Neu für Sie ist vielleicht, dass die arabischen Staaten relativ gelassen auf die sich mehrenden Indizien über die israelische Atombombe reagieren. Offenbar weil sie Israel für einen vernünftigen Staat halten. Doch sie reagieren geradezu panisch und bewaffnen sich bis an die Zähne wegen der mutmaßlichen iranischen Atombombe. Dies nur als Stoff zum Nachdenken.

Wie falsch und tendenziös berichtet wird, sieht man am besten anhand des größten Freiluftgefängnisses, dem Gazastreifen, mitsamt offener Grenze zu Ägypten. Es ist das „dichtest besiedelte Territorium“ der Welt. Völlig korrekt, wenn man Macau, Monaco, Hongkong und Singapur außen vor lässt. Mit 4.600 Einwohnern pro Quadratkilometer steht der Gazastreifen an fünfter Stelle auf der Weltliste, noch vor Gibraltar und gefolgt vom Vatikanstaat.

Wie jämmerlich die Gesundheitsversorgung im Gazastreifen ist, kann man anhand offizieller Statistiken zur Kindersterblichkeit ablesen. Gaza steht auf Platz 17 zwischen Mexiko und Bulgarien. Die Kindersterblichkeit ist in Gaza jedenfalls deutlich niedriger als in Libyen, Ägypten, Algerien, Tunesien, dem EU Kandidaten Türkei, Marokko, Indonesien, Irak, Iran, Indien und Jemen. Nein, ich will die Zustände im Gazastreifen nicht schönreden. Es geht mir nur um die Proportionen.

Entweder verstehe ich die Welt nicht mehr oder aber die Welt legt sich ihre Meinung nach Gutdünken zurecht, gemäß dem Prinzip: Stör mich nicht mit Fakten.

Abschließend noch ein Wort zu Gilad Schalit. Selbst manche Araber bemerkten verschreckt: Ist etwa ein Jude/ein Israeli so viel wert wie tausend Araber?

Der Gefangenenaustausch bedeutet, dass selbst Massenmörder nach kurzer Haft wieder frei kommen. Exakt 926 lebenslängliche Haftstrafen, jeweils für eine Mordtat, bleiben ungesühnt. Nach Angaben von Ahmad el Dschabri von der Hamas seien 596 Israelis getötet worden. Die Diskrepanz ist logisch, denn in einigen Fällen von Anschlägen erhielten der Planer, der Bombenbauer und der Fahrer des Selbstmordattentäters jeweils ein lebenslänglich für jeden Toten. Diese verurteilten Mörder wurden jetzt von der Hamas in Gaza als „Kulturhelden“ bejubelt. Kindermörder als Kulturhelden. Das sollten wir Deutsche uns mal auf der Zunge zergehen lassen. Bei aller berechtigten Freude über die Freilassung von Gilad Schalit ist dies ein Punkt, der im Westen überhaupt nicht beachtet oder gar kritisiert worden ist. Das Freipressen rechtskräftig verurteilter Häftlinge bedeutet, dass die Hamas jegliche rechtsstaatliche Grundsätze außer Kraft setzen darf. So wird Mord legitimiert und niemanden scheint das in Europa zu stören. Wer dazu schweigt, meint wohl, dass es legitim ist, Schulbusse und Restaurants mitsamt Kindern und Frauen zu sprengen, solange diese Taten „politisch motiviert“ sind. Nicht Israel ist hier zu kritisieren, sondern jene, die nun ein Ende der Gaza-Blockade, einen Dialog mit der Hamas, deren Anerkennung und vieles mehr fordern, weil sich doch die Hamas als „gemäßigt“ und „pragmatisch“ erwiesen hat…

(C) Ulrich W. Sahm – mit freundlicher Genehmigung des Autors

* Bei diesem Text handelt es sich um die vollständige Version des auf dem Israelkongress gehaltenen Kurzvortrags im Workshop „Die Rolle der Medien … in Bezug auf den Nahost-Konflikt

6 Gedanken zu “Tsunami im Orient

  1. wieviele tote hat der nahostkonflikt in den letzten 60 jahren eigentlich gefordert? in sri lanka wurden 2009 allein mehr als 40000 zivilisten weggebombt, ohne dass irgendjemand darueber berichtet haette.

    • Berichtet wurde – aber wie: nebenher erwähnt, nicht weiter wichtig, waren ja keine Juden dran beteiligt. Was meinst du wohl, was los gewesen wäre, hätten die Sri Lanker auch nur einen einzigen israelischen Militärberater gehabt!

      • nun Tote hat er genug gefordert, aber anders als es die Presse immer wieder (Spirale der Gewalt) schreibt – ich habe mir mal die Mühe gemacht und seit 1900 die arabischen Übergriffe auf Juden aufgeschrieben – es kommt einiges zusammen. Allein von 1900 bis 1929…..

        Ich führe hier nur die festgehaltenen Übergriffe auf….

        12. September 1900:
        Angriff von Beduinen auf Hadera, die Herde des Dorfes wird geraubt, Ruhe kehrt erst nach Eingreifen der türkischen Behörden ein, die eine Besiedlung durch Juden ausdrücklich wünschten.

        März 1908:
        Blutiger Zwischenfall zwischen Juden und Arabern in Jaffa – nachdem Araber jüdische Einwanderer überfallen haben.

        06. August 1910:
        Araber aus Kalkija überfallen das kleine Dorf Kfar Saba und zerstören es. Raub der Viehherde des Dorfes Javne’el, Bauern und Viehhütern gelingt es, die Tiere zurückzuholen.

        25.Mai 1911:
        Zusammenstösse zwischen Juden und Arabern, der Wächter Mordechai Yig’al wird von Arabern angegriffen, in dem sich daraus entwickelten Handgemenge wird ein Araber getötet, daraufhin umzingeln Hunderte von Arabern das Dorf und dringen, unterstützt von der türkischen Polizei, in Merhavia ein. Aber nicht die Araber, sondern die Juden wurden verhaftet und verurteilt.

        November 1911:
        Nachdem sich herausgestellt hat, dass arabische Wächter eher dem Terror dienten, wird Schomer gegründet, eine jüdische Einheit von Freiwilligen, die die neuen jüdischen Siedlungen überwachen.

        September 1912:
        Die Beziehungen zwischen Juden und Arabern verschlechtern sich – Überfälle von Arabern in mehreren Orten, unter anderem Merhavia, Sedschera und Gedera….

        23. Juli 1913:
        Die Bewohner des arabischen Dorfes Sarnuga greifen das jüdische Nachbardorf Rehovot an.

        22. bis 24.November 1913:
        Der Mord an zwei Juden durch Araber im Jordan Tal schockiert den Jischuw – das erste Opfer ist Moshe Barski, er wird am 22. November bei Degania ermordet. Zwei
        Tage später wird Joseph Salzmann in der Nähe des Dorfes Kinneret ermordet.

        08. September 1914:
        Die Türkei tritt in den Krieg und kämpft an der Seite Deutschlands und Österreichs, somit wird Palästina als Teil des osmanischen Reiches kriegsführende Partei.

        10. November 1914:
        Die Türken durchsuchen die jüdischen Ortschaften nach Waffen.

        17. Dezember 1914:
        Der „Schwarze Donnerstag“ in Jaffa und Tel Aviv, die Türken verweisen Hunderten von Juden des Landes und Ende Dezember verbieten sie alle jüdischen Zeitschriften bis auf „Ha Cherut“.

        April 1915:
        Die Türken beschlagnahmen Brunnenmotoren und Wasserleitungen in den jüdischen Dörfern.

        Mai 1915:
        Die Lage in Palästina ist bedrückend: Hunger, türkische Schikanen und Krankheiten bestimmen den Alltag.

        Juli 1917:
        Die Lage der jüdischen Siedlungen verschlechtern sich, obwohl erst ins Land von den Türken gerufen, beschlagnahmen die Türken jetzt alles, was sie bekommen können, vor allen Arbeits -und Reittiere, sowie Lebensmittel.

        15. November 1919:
        Araber stehlen im Kibbuz Gwar Gil’adi Arbeitstiere, Waffen und Geld.

        Dezember 1919:
        Die Lage im Norden verschlimmert sich, die Muslime erheben sich gegen die französische Herrschaft und beschuldigen die Bewohner der vier jüdischen Ortschaften Galiläas (Metulla, Kfar Gi’ladi, Tel Hai und Hamara) mit den Franzosen zu kooperieren.

        12. Dezember 1919:
        Bei einem arabischen Überfall auf Tel Hai, wird der Jude Schneor Schloschnick getötet.

        01. Januar 1920:
        Hamara in Galiläa wird von Beduinen angegriffen und von den Bewohnern aufgegeben.

        06. Februar 1920:
        Aaron Sar stirbt bei einem Angriff der Araber auf Tel Hai.

        08. bis 09. Februar 1920:
        Arabischer Überfall auf Metulla…die überlebenden jüdischen Bewohner ziehen nach Sidon und Kfar Gil’adi.

        03. März 1920:
        Kfar Gil’adi wird aufgegeben aus Furcht vor weiteren arabischen Angriffen.

        04.bis 06. April 1920:
        Unruhen in Jerusalem, arabischer Angriff auf jüdische Stadtviertel – sechs Tote und mehr als 200 Verletzte. Die Engländer verhaften natürlich jüdische Verteidiger und nicht die Angreifer…..

        17. bis 26. April 1920:
        Arabische Angriffe auf Dörfer im Jordan Tal und in Galiläa, darunter Ajellet ha Schachar und Degania Beth.

        01.bis 06. Mai 1921:
        Blutige Zusammenstösse im ganzen Land, bei arabischen Angriffen werden 47 Juden getötet und 116 verletzt. Kurz nach dem Besuch des Kolonialministers Winston Churchill greifen Araber durch Aufhetzung Hadsch Amin al Husseini, Juden in Jaffa, Tel Aviv, Petach Tikva, Rehovot, Hadera und Kfar Saba (Kfar Saba muss evakuiert werden), allein in Jaffa werden mehr als 40 Juden umgebracht.

        02. November 1921:
        Arabische Ausschreitungen in Jerusalem anlässlich des 4. Jahrestages der Balfour Erklärung, fünf Juden werden getötet, Dutzende verletzt. Eine Haganna Abteilung schlägt den Angriff auf das jüdische Viertel zurück und wird von den Briten zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt.

        22. bis 28. Oktober:
        Erste Volkszählung in „Palästina“, Jordanien eingeschlossen, Einwohner gesamt: 757 000, bestehend aus Beduinen, Fellachen, Tscherkessen, Türken, Christen und Arabern, davon westlich des Jordans 83 000 Juden.

        24. November 1924:
        Zusammenstösse in Afulla, jüdische Handwerker werden von Arabern provoziert, bei dem Handgemenge stirbt ein Araber.

        Danach bleibt es ein gewisse Zeit ruhig.

        20. Oktober 1928:
        Araber fallen über betende Juden her, viele Verletzte.

        06. Januar 1929:
        Schwerer Zwischenfall in Hadera, Beduinen wollen das Land nicht räumen, das jüdische Bauern gepachtet haben, Verletzte.

        03. Mai 1929:
        Übergriffe von Arabern an betenden Juden an der Klagemauer. Von den wöchentlichen Störungen schweigen wir – am 05. Juli, 13. August ect.

        17. August 1929:
        In Jerusalem wird ein junger Jude von Arabern erstochen.

        23. bis 29. August 1929:
        Blutige Unruhen: 133 Juden werden ermordet, mehr als 300 verletzt, 8000 Juden auf der Flucht. Kein Jude Hebrons bleibt von den Ausschreitungen unberührt, Dutzende werden getötet, viele verletzt und die gesamte Gemeinde (600 Personen) wird nach Jerusalem evakuiert. Am Freitag, den 23. August, eilen mit Keulen und Messern bewaffnete in die Jerusalemer Altstadt und dringen in die jüdischen Stadtviertel ein, die Gewalttätigkeiten dauern sechs Tage, bis die britische Verwaltung Verstärkung aus Kairo bekommt, allein in Hebron werden 60 Juden ermordet, das jüdische Viertel Safed geht in Flammen auf, Ramat Rachel, Moza, Hartuv, Kfar Urije, Be’er Tuvia und Hulda werden vom arabischen Mob zerstört, in Tel Aviv und Haifa kann die Haganna die Angriffe zurückschlagen.

        01. November 1929:
        In der ersten Monatshälfte nimmt die Gewalt gegen Juden in den Regionen Jerusalem und Hadera zu. Am 12. November attackieren Araber den Jerusalemer Arzt Abraham Ticho mit Messern.

        24. November 1929:
        Ein Araber verübt einen Anschlag auf den jüdisch-arabischen Berater der Mandatsregierung.

        03. Dezember 1929:
        In Galiläa greifen Araber einen mit Juden besetzten Wagen an, Verletzte.

        • und ja Herr Sahm, nichts trifft es besser als ihr Zitat:

          Entweder verstehe ich die Welt nicht mehr oder aber die Welt legt sich ihre Meinung nach Gutdünken zurecht, gemäß dem Prinzip: Stör mich nicht mit Fakten.

          In 63 Jahren des Bestehens Israel verabschiedete der UN-Sicherheitsrat mehr als 200 Resolutionen gegen Israel – (dafür aber empfingen sie den Terroristen Arafat mit Pistolenhalfter) die UNESCO anerkennt einen NICHT bestehenden, weiteren arabischen und totalitären Staat, der antisemitische Propaganda betreibt, hat Schiss vor Sanktionen weiterer totalitärer Staaten – und macht fröhliche Geschäfte mit denen – nur Israel, bzw. die Juden, müssen für alles und jedes wieder herhalten……. Obwohl sie der Menschheit mehr als Gutes gebracht haben. Ich verstehe diese Welt auch nicht mehr.

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