Stimmen Palästinas (2) – Mahmud al-Zahar

FrontPageMag, 25. Oktober 2011

Als die Hamas den israelischen Soldaten Gilad Shalit nach fünf Jahren in Gefangenschaft im Tausch für mehr als 1.000 inhaftierte palästinensische Terroristen frei ließ, wurde dem mit beträchtlicher Opposition derer begegnet, die glaubten, es würde nur zu mehr Entführungen und Terror ermutigen. Fast auf der Stelle bestätigte Hamasführer Mahmud al-Zahar diese Sorge vollständig; er sagte in einem Zeitungsinterview: „Die Lektionen, die wir durch die Entführung israelischer Soldaten gelernt haben, führt uns dazu die Entführungen fortzusetzen. Wir haben immer noch 7.000 Häftlinge in (israelischen) Gefängnissen und sie müssen auch entlassen werden.“ Doch anders als Israel ist al-Zahar nicht an diesen Gefangenenaustauschen interessiert, damit unschuldige Palästinenser befreit werden. Er ist entschieden so viele Fußsoldaten wie möglich anzusammeln, um Israel auszulöschen und seine jüdische Bevölkerung ins Meer zu treiben.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat al-Zahars Hamas Jahrzehnte lang Selbstmordbombenanschläge und Raketenangriffe gegen israelische militärische und zivile Ziele eingesetzt. Zwar residiert al-Zahar derzeit im „politischen Arm“ der Hamas, doch davor seine Erfahrungen mit der Planung dieser Anschläge in dem Izzedin al-Qassam-Brigaden, dem „bewaffneten Arm“ der Hamas gemacht.

Als al-Zahar 2006 erstmals in seinen Ministerposten aufstieg, skizzierte er die außenpolitische Agenda der Hamas in einer Reihe öffentlicher Sendungen. In einer davon sagte al-Zahar, die Hamas „würde nicht ein einziges Wort in ihrem Bund ändern“, der zur Vernichtung Israels und den Völkermord an den Juden aufruft. Er fügte an: „Israel ist kein legitimes Gebilde und keine Menge an Druck kann uns zwingen sein Existenzrecht anzuerkennen.“ Dann – für diejenigen, die die Botschaft immer noch nicht begriffen haben – versicherte al-Zahar: „Bei Allah, wir werden nicht einen Juden in Palästina übrig lassen. Wir werden sie mit aller Kraft bekämpfen, die wir haben. Dies ist unser land, nicht das der Juden.“

In einer Fernsehsendung stimmte al-Zahar 2010 an: „Wir haben den Gazastreifen befreit, aber haben wir Israel anerkannt? Haben wir unser 1948 besetztes Land aufgegeben? Wir fordern die Befreiung der Westbank und die Gründung eines Staats in der Westbank und dem Gazastreifen, mit Jerusalem als seiner Hauptstadt – aber ohne Anerkennung [Israels]. Das ist der Schlüssel – ohne den israelischen Feind auf einem einzigen Zentimeter Land anzuerkennen… Ich sage dies laut und deutlich, damit niemand mich beschuldigen kann, ich würde politische Taktik verwenden. Wir werden den israelischen Feind nicht anerkennen.“

Natürlich würde, selbst wenn Israel alle „umstrittenen Gebiete“, wie sie genannt werden, abträte, würde das nicht genug sein, um al-Zahar und seine Hamas-Landsleute nicht zufriedenstellen. Al-Zahar stellte das schon 2005 klar, als er sagte: „Weder die Befreiung des Gazastreifens noch die Befreiung der Westbank oder selbst Jerusalems wird uns genügen. Die Hamas wird den bewaffneten Kampf bis zur Befreiung all unseren Landes verfolgen. Wir erkennen den Staat Israel nicht an, auch nicht sein Recht auch nur an einem einzigen Zentimeter Palästinas festzuhalten. Palästina ist ein islamisches Land, das allen Muslimen gehört.“

Al-Zahar ist gleichermaßen deutlich gewesen, was seine Pläne für die Juden angeht, nachdem Palästina „befreit“ ist: „Wir sind nicht schwächer oder weniger ehrenhaft als die Völker, die die Juden vertrieben und vernichteten. Der Tag, an dem wir sie vertreiben, kommt näher… Wir haben die Lektion gelernt – es gibt keinen Platz für euch unter uns und ihr habt keine Zukunft unter den Nationen der Welt. Ihr steuert darauf zu ausgelöscht zu werden.“

Es sollte vermerkt werden, dass al-Zahars Auftrag zur Auslöschung der Juden mit mehreren Vorbedingungen daher kommt. So erklärte er 2006: „Bevor Israel stirbt, muss es gedemütigt und entwürdigt werden. So Allah will werden sie, bevor sie sterben, jeden Tag Demütigung und Entwürdigung erleben.“

Ist das nur für Israel und die Juden ein Problem? Nicht, wenn es nach al-Zahar geht. Allahs Direktive in „Palästina“ zu erreichen ist nur der Anfang. 2004 sagte al-Zahar:

Wir sind Teil des Versprechens Allahs, dass der Islam Palästina und jedes Haus der Welt betreten wird, mit einer Offenbarung der Macht Allahs, des Allmächtigen – und mit einer Offenbarung der Unterlegenheit der Ungläubigen. Die Hamas führt diesen Plan im Gazastreifen, der Westbank und den Gebieten von 1948 an und die Muslimbruderschaft führt sie überall sonst an. Dies ist Teil der Vorbestimmung Allahs.

Al-Zahars islamistische Vision stand etwas später im selben zur Schau, als er auf der Beerdigung der ersten Hamas-Selbstmordbomberin sprach; dort versprach er: „Sie wird nicht die letzte sein, denn der Marsch des Widerstands wird weiter gehen, bis die islamische Flagge gehisst wird, nicht nur über den Minaretten Jerusalems, sonder über dem ganzen Universum.“

Al-Zahars Bewunderung für Tod und Zerstörung beschränkt sich nicht auf palästinensische Selbstmordbomber. Er preist auch seine islamistischen Brüder in Afghanistan, die Amerikaner tötenden Taliban:

Die Taliban sind tausendmal ehrbarer als die amerikanische Besatzung und ihre Kollaborateure… Jeder muss aufhören die Taliban für Dinge zu beschuldigen, die in Wirklichkeit für die Völker des Westens charakteristisch sind, der versucht die internationale Gemeinschaft in einen Sumpf aus Korruption und Zerstörung zu verwandeln und Abscheulichkeiten und im Namen der absoluten Freiheit Seuchen zu verbreiten.

Vielleicht entstammt al-Zahars Bewunderung für die Taliban aus dem regelmäßigen Einsatz von Selbstmordbombern durch die Gruppe; viele von diesen sind Frauen und Kinder, die zu der Tat gezwungen werden. Während der Al-Aqsa-Intifada von 2000 bis 2004 lancierte die Hamas 138 Selbstmord-Attentate auf Israels, wobei sie 319 israelische Soldaten und 745 Zivilisten töteten und 2.430 Soldaten und 5.032 Zivilisten verletzten. 69 der Selbstmordanschläge wurden von Kindern unter 18 Jahren verübt.

Man könnte zu dem Denken fehl geleitet werden, dass al-Zahars Forderung an Mahmud Abbas, den Führer der Fatah (Rivalin der Hamas) seinen einseitigen Mitgliedsantrag bei der UNO fallen zu lassen, ein Hinweis sei, dass seine Ansichten sich abschwächen. Doch in Wirklichkeit ist al-Zahar gegen den Zug, weil er keinen Palästinenserstaat Seite an Seite mit Israel will. Er ist nur an einem judenreinen Palästinenserstaat interessiert. So sagte er einmal: „Ich träume davon eine riesige Landkarte der Welt an die Wand meines Hauses in Gaza zu hängen, die kein Israel zeigt. Ich hoffe, dass unser Traum unsere unabhängigen Staat zu haben, im gesamten historischen Palästina verwirklicht wird.“

Keine Zahl an Gefangenenaustauschen oder Zugeständnissen durch die Israelis wird es al-Zahars Traum gestatten zu sterben. Er hat höchstselbst seine Haltung zum Thema perfekt klargestellt. Würde doch nur die Welt seine Worte ernst nehmen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s