Warum „provoziert“ das Kruzifix Muslime?

Raymond Ibrahim, Hudson New York, 2. November 2011

Für eine Religion, die ununterbrochen „missverstanden“ wird, ist die Beständigkeit des Islam bemerkenswert. Man denke daran, wie anscheinend mannigfaltige Themen – Beschwerden über „Menschenrechtsverletzungen“ an amerikanischen Universitäten und Morde in einem ägyptischen Klassenzimmer – miteinander verzahnt sind.

Zuerst die amerikanische Geschichte. Fox News gibt an:

Das Büro für Menschenrechte in Washington D.C. bestätigte, dass es die Vorwürfe untersucht, die Catholic University of America [CUA] habe die Menschenrechte muslimischer Studenten verletzt, indem sie ihnen nicht erlaubt eine muslimische Studentengruppe zu bilden und ihnen für ihre täglichen Gebete keine Räume ohne christliche Symbole zur Verfügung zu stellen. Die Ermittlung führt an, dass muslimische Studenten „ihre Gebete umgeben von Symbolen des Katholizismus verrichten müssen – zum Beispiel hölzerne Kruzifixe, Gemälde von Jesus, Bilder von Priestern und Theologen, die viele muslimische Studenten unangemessen finden.“

Hinter der Beschwerde steckt John F. Banzhaf III, ein Professor der George Washington University, dessen Internetseite damit prahlt, seine „Feinde“ würden ihn einen „Jura-Terroristen“ und „den Osama bin Laden des Schadensersatzrechts“ nennen. Er behauptet, dass muslimische Studenten „besonders beleidigt“ sind, weil sie in den Kappen und der Kathedrale der Schule „meditieren“ müssen, wo sei beten, während sie „auf ein Jesuskreuz hochstarren müssen und dieses auf sie herunterblickt“.

Selbst Banzhaf gibt zu, dass es für die Catholic University als private christliche Institution „technisch nicht illegal ist es abzulehnen Räume ohne jegliche religiösen Abbildungen zur Verfügung zu stellen“. Dennoch legt nach Angaben dieses so genannten „Jura-Terroristen“ die Ablehnung der CUA zu ihrem katholischen Image Kompromisse zu machen, nahe, „dass man dort unpassend und vermutlich böswillig handelt“.

Es wird dem Leser überlassen zu entscheiden, wer wirklich „böswillig“ handelt: eine private Institution, die entsprechend privater – in diesem Fall christlicher – Prinzipien handelt oder angeblich „beleidigte“ Muslime, denen es frei steht nicht christliche Institutionen zu besuchen?

Banzhaf verusuchte die CUA weiter zu verleumden, indem er damit prahlte, wie seine benachbarte Georgetown University – eine nominell „christliche“ Universität – „ihren muslimischen Studenten einen separaten Gebetsraum und sogar einen muslimischen Geistlichen zur Verfügung stellt“ – als wäre nicht bekannt, dass Georgetowns arabische und islamische Fachbereiche reichlich Gaben in Form von Spenden der radikalen Wahhabiten in Saudi-Arabien erhalten (die es zufälligerweise ablehnen Kirchen auf saudischem Boden zu gestatten).

Newt Gingrich stellte zu dieser Angelegenheit fest: „Seid ihr [die Muslime] bereit einen christlichen Missionar in Mekka zu finanzieren? Denn wenn ihr nicht bereit seid Religionsfreiheit in Saudi-Arabien zu sponsern, dann kommt nicht und meckert bei uns mit heuchlerischem Schwachsinn.“

Auch bemerkenswert ist, warum muslimische Studenten die Schaffung islamischer Oasen (oder Enklaven) an Universitäten anstreben. Einer formulierte es so: „Arabische [Code für „muslimische“] und amerikanische Studenten haben es schwer Freundschaften zu schließen, weil die Menschen natürlicherweise zu anderen mit gleichem Hintergrund und Interessen hingezogen werden.“ Fakt ist, dass dies ein Produkt der islameigenen Doktrin der wala‘ wa bara‘ ist, die Muslimen vorschreibt einander gegenüber loyal zu sein, während sie sich von Nichtmuslimen völlig fern zu halten.

Man bedenke nun das muslimische Verhalten gegenüber christlichen Symbolen, insbesondere das Kruzifix, dort, wo Muslime die Mehrheit stellen und damit das Sagen haben – wo Macht nicht nur vor Recht geht, sondern oft die wahren Gefühle offen legt.

Vor ein paar Tagen wurde aufgedeckt, dass ein christlicher Schüler in Ägypten von seinem muslimischen Lehrer und seinen Mitschülern zu Tode stranguliert und geprügelt wurde – einfach nur, weil er sich der Anordnung des Lehrers widersetzte sein Kreuz zu verdecken. Als der Schulleiter über den im Gang befindlichen Angriff informiert wurde, ignorierte er diesen und „nippte weiter an seinem Tee“. Und wie gewöhnlich vertuschten die ägyptischen Medien das; sie bestanden darauf, der „Konflikt“ sei „nicht konfessionell bedingt“ (Es war schlimmer: Es war „direkte Christenverfolgung“).

Die prominente ägyptische Kolumnistin Fairda El-Shobashy formulierte es so, als sie in der unabhängigen Zeitung Masry Youm schrieb: „Ich war zutiefst erschüttert, al sich die Nachricht las, dass ein Lehrer einen Schüler zwang das Kruzifix abzunehmen, das er trug; und als der christliche Schüler an seinem Recht festhielt, stritt der Lehrer mit ihm, andere Schüler schlossen sich ihm an, er wurde bestialisch angegriffen, bis sein letzter Atemzug ihn verließ.“

In der Tat begann das Maspero-Massaker, bei dem das ägyptische Militär Dutzende demonstrierende Christen tötete – wobei diese auch mit Panzerfahrzeugen überfahren wurden – mit Feindseligkeit gegenüber christlichen Symbolen: Muslimi bestanden darauf, dass von einer koptischen Kirche die Kuppel und das Kreuz abgebaut werden soll, damit sie nicht weiter wie eine Kirche aussieht. Ein Muslimi formulierte es so: „Das Kreuz provoziert uns und unsere Kinder.“ Als die Christen sich weigerten, zerstörten Muslime die Kirche. Dagegen protestierten Christen, als das ägyptische Militär sie unter „Allahu Akbar“-Rufen niedermähte.

Diese beiden Geschichten – die eine in Washington D.C., die andere in Ägypten – demonstrieren eine bemerkenswerte Beständigkeit; nur die Methoden unterscheiden sich, angepasst an die Umstände. Wo der Islam schwach ist, beschweren sich „terroristische Anwälte“ und islamistische Organisationen wie CAIR über „Menschenrechtsverletzungen“ an Muslimen; wo der Islam dominant ist, nehmen Islamisten die Dinge selbst in die Hand und verletzen die Menschenrechte anderer.

Doch wenn auch die Methoden sich unterscheiden, ist die Motivation dieselbe: Der Sieg des Islam über alles andere, oder mit den Worten des Koran (Sure 8,39): „Und kämpft gegen sie [die „Ungläubigen“], damit keine Verführung mehr stattfinden kann und (kämpft,) bis sämtliche Verehrung auf Allah allein gerichtet ist.“

7 Gedanken zu “Warum „provoziert“ das Kruzifix Muslime?

  1. wäre der Kroan von einem Deutschen geschrieben worden, wäre er heute als faschistisches Gedankengut verboten, tja.

  2. Unverständlich ist aber auch, dass überhaupt eine Diskussion aufkommen kann über solchen Schwachsinn (wie in den USA). Eine katholische Universität ist katholisch und Muslime sind dort ganz einfach völlig fehl am Platz. Auch Evangelisten haben dort kein Anrecht darauf, ihre Auslegung des Christentums zu fordern. Darum heisst es ja katholisch.
    Hier zeigt sich wieder mal, dass das Problem vor allem in der westlichen Kultur verankert liegt, die bereitwillig jede Selbstverständlichkeit zur Diskussion stellt, wenn irgendwelche Schwachköpfe dies fordern.

      • Ah, jetzt hab ichs erst kapiert, was beweist, dass man am frühen Morgen noch keine Antworten geben sollte.
        Ja, ich weiss im Prinzip, was oder wer die Evangelisten waren, benutzte im obigen Post den Begriff aber auf diese unpräzise neuzeitliche Art und Weise, bei der damit Freikirchler und andere Reformierte/Protestanten gemeint sind.
        Hey, wir leben im Zeitalter der sprachlichen Schluddrigkeit, da darf ich auch mal! Die Gesellschaft ist Schuld! 😀

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