Wer sind die Palästinenser

Yoram Ettinger, Israel HaYom, 13. Dezember 2011

Entgegen der politischen Korrektheit sind die palästinensischen Araber nicht seit undenkbaren Zeiten im Bereich westliche des Jordan gewesen; ein palästinensischer Staat hat nie existiert, keinem palästinensischen Volk wurde je sein Land geraubt und es gibt keine Grundlage für einen „Rückkehranspruch“ der Palästinenser.

Die meisten palästinensischen Araber sind Nachkommen der muslimischen Migranten, die zwischen 1845 und 1947 aus dem Sudan, Ägypten, dem Libanon, Syrien wie auch aus dem Irak, Saudi-Arabien, Bahrain, dem Jemen, Libyen, Marokko, Bosnien, dem Kaukasus, Turkmenistan, Kuridstan, Indien, Afghanistan und Balutschistan in die Region kamen.

Arabische Arbeitsmigranten wurden vom ottomanischen Reich und dem britischen Mandat (die Briten besiegten 1917 die Ottomanen) für Infrastruktur-Projekte importiert: den Hafen von Haifa , die Eisenbahnen Haifa-Qantara, Haifa-Edrei, Haifa-Nablus und Jerusalem-Jaffa, Militäreinrichtungen, Straßen, Steinbrüche, Trockenlegungen usw. Illegale arabische Arbeiter wurden vom durch jüdische Einwanderung angekurbelten relativen Wirtschaftsboom des britischen Mandats Palästina ebenfalls angezogen.

In einem Bericht der britischen Peel-Kommission von 1937 heißt es (Prof. Efraim Karsh: Palestine Betrayed. Yale University Press, 2010, S. 12): „Die Zunahme der arabischen Bevölkerung ist in urbanen Bereichen am stärksten, beeinflusst durch jüdische Entwicklung. Ein Vergleich mit den Zensusergebnisse von 1922 und 1931 zeigt, dass sechs Jahre später die Zunahme in Haifa 86%, in Jaffa 62%, in Jerusalem 37% beträgt, während sie in rein arabischen Städten wie Nablus nur 7% beträgt; in Gaza gab es einen Rückgang von 2 Prozent.“

Als Ergebnis der beträchtlichen arabischen Einwanderung zwischen 1880 und 1947 – und trotz von innenpolitischem Chaos und innerarabischer Gewalt verursachten arabischen Auswanderung – wuchs die arabische Bevölkerung von Jaffa, Haifa und Ramle jeweils um das 17-, 12- und Fünffache.

Die Eroberung durch das Ägypten Mohammed Alis in den Jahren 1831 bis 1840 wurde durch einen Zustrom ägyptischer Migranten gefestigt, die sich in den leeren Räume zwischen Gaza und Tulkarm bis hinauf ins Hule-Tal ansiedelten. Sie folgten den Tausenden ägyptischen Wehrdienstverweigerern, die vor 1831 aus Ägypten flohen und sich in Akko niederließen. Der britische Reisende H.B. Tristram identifizierte in seinem Buch „The Land of Israel: A journal of travels in Palestine“ (S. 495) aus dem Jahr 1865 ägyptische Migranten im Tal von Beit Shean, Akko, Hadera, Netanya und Jaffa.

Die British Palestina Exploration Fund dokumentierte, dass sich ägyptische Viertel im Bereich von Jaffa stark vermehrten: Saknet el-Mussariya, Abu Kebir, Abu Derwisch, Sumeil, Scheik Muwanis, Salame‘, Fejja usw. 1917 bestanden die Araber Jaffas aus mindestens 25 ethnischen Gruppen, darunter Perser, Afghanen, Hindus und Balutschis. Hunderte ägyptische Familien ließen sich in Ara‘, Kafer Qassem, Taiyiba und Qalansawa nieder.

Viele der Araber, die 1948 flohen, gingen zurück zu ihren Familien in Ägypten oder benachbarten Ländern.

„30.000-36.000 syrische Migranten (Huranis) kamen alleine während der letzten Monate nach Palästina“, berichtete die Zeitung La Syrie am 12. August 1934. Izzedin al-Qassam, das Vorbild des Hamas-Terrorismus, der die Juden schon in der Zeit des britischen Mandats Palästina heimsuchte, war Syrer, ebenso Said el-A’az, der Führer der antijüdischen Pogroma 1936-38 und Kaukji, der Oberkommandierende der arabischen Söldner, die die Juden in den 1930-er und 1940-er Jahren terrorisierten.

Libysche Migranten ließen sich in Gedera, südlich von Tel Aviv nieder. Algerische Flüchtlinge (Mugrabis) entkamen der französischen Eroberung von 1830 und siedelten in Safed (neben syrischen und jordanischen Beduinen“, Tiberias und anderen Teilen Galiläas. Tscherkessische Flüchtlinge, die vor der Unterdrückung durch die Russen flogen (1878) und Muslime aus Bosnien, Turkmenistan und dem Jemen (1908) diversifizierten die arabische Demografie westliche des Jordan.

Mark Twain schrieb in „Die Arglosen im Ausland“: „Von allen Ländern mit trostloser Landschaft, die es gibt, muss Palästina der Prinz sein… Palästina ist einsam und reizlos.“ John Haynes, pazifistischer unitarischer Priester, Mitgründer der American Civil Liberties Union und Autor von „Palestine Toady and Tomorrow – a Gentile’s Survey of Ziosnism“ (McMillan 1929) schrieb, als er Mark Twains Buch analysierte: „Dies ist das Land, in das die Juden gekommen sind, um ihre historische Heimat wieder aufzubauen… Auf all den Oberflächen dieser Erde gibt es keine Heimstätte für die Juden außer den Bergen und Quellen dieses alten Königreichs… Überall sonst ist der Jude im Exil… Aber Palästina ist seins… Kratze Palästina irgendwo an und du wirst Israel finden… [Es gibt] nicht eine Straße, eine Quelle, einen Berg, ein Dorf, das nicht den Namen eines großen [jüdischen] Königs wach ruft oder wo das Echo der Stimme eines großen [jüdischen] Propheten zu finden ist… [Der Jude] hat ein höheres, nobleres Motiv in Palästina als die Wirtschaft… Dieser Auftrag ist Zion wiederherzustellen; und Zion ist Palästina.“

Der arabische Versuch die moralische Überlegenheit zu gewinnen und den jüdischen Staat zu delegitimieren – indem sie die unmoralische Umkehrung der Geschichte und die Neuschaffung einer Identität verwenden – wurde von Arieh Avneris „The Claim of Dispossession“ (1982) und  Joan Peters‘ „From Time Immemorial“ (1986) entlarvt, die die oben erwähnten Daten – und viele weitere – bereitstellen.

Ein Gedanke zu “Wer sind die Palästinenser

  1. Wunderbar erklärt.
    Vielen Dank dafür.
    Wieso ist das so wenigen Leuten bekannt?
    Der Palästinenser als solcher, wurde in den siebziger Jahren „erfunden“.

    Die Welt kennt nur noch die „Geschichte“, wie sie die arabisch-islamische Welt erzählt. Und das ist nicht nur eine Halbwahrheit, das ist sogar neu erfunden, die Geschichte Palästinas und den damaligen Bewohnern dort.
    Interessant in der Hinsicht auch, wenn man Berichte über „Palästina“ oder Israel liest, dass vollkommen ignoriert wird, dass Juden immer schon dort lebten.

    Woher kommt das nur? Selbst wer in Geschichte pennt, aber die Bibel kennt, den Koran kennt, muss doch wissen, dass in dem Sinne die Juden zuerst in diesem Gebiet siedelten, ansässig wurden und es ihr Land war.

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