Keine Parodie: „Frieden Jetzt“ angesichts der Entdeckung geschockt, dass die Araber keinen Frieden wollen

Jonathan S. Tobin, Commentary/Contentions, 28. Februar 2012

Was ist nötig, um Unterstützer von „Frieden Jetzt“ zu überzeugen, dass der Imperativ des Namens ihrer Organisation mehr von den Arabern abhängt als von den Juden? Nach mehr als 18 Jahren arabischen Terrorismus und Ablehnung von Friedensangeboten seit den Oslo-Vereinbarung kann man kaum sagen, ob irgendetwas, das die Palästinenser tun oder sagen, sie zum Umdenken in ihrer kurzsichtigen Weltsicht veranlassen würde. Aber wir sollten Lara Friedman von Americans for Peace Now etwas Anerkennung zollen. Nachdem sie sich zu einer Konferenz der Arabischen Liga zu Jerusalem schleppte, hatte sie zumindest so viel Verstand zu bemerken, dass so ziemlich jeder dort sich auf die Delegitimierung Israels konzentrierte, seine Existenz innerhalb jeglicher Grenzen verurteilte und Tausende Jahre jüdischer Geschichte leugnete.

Es fällt allerdings schwer nicht wenigstens etwas über den ungehaltenen Ton zu schmunzeln, den Friedman in ihrem im Forward veröffentlichten Op-Ed vorgibt, in dem sie ihr Erschrecken und Bestürzung vermittelt, weil sie entdeckt, dass die arabische Welt glaubt Juden hätten an Jerusalem oder irgendeinem Teil Israels keinerlei Rechte. Sie und ihre Gruppe hatten sich derart selbst davon überzeugt, dass es, um Frieden „jetzt“ zu schaffen, lediglich nötig ist, dass die Israelis eine Zweistaatenlösung unterstützen und verhandeln, dass es so scheint, als hätten sie nie die Zeit und die Anstrengung unternommen zu erkennen, dass die andere Seite wenig Interesse an Frieden hat, weder jetzt noch irgendwann sonst. Das gibt ihrem Text den Ton einer Parodie, die The Onion würdig wäre, obwohl sie todernst gemeint ist. In der Tat muss man darüber nachdenken, dass sie mit dem Schreiben eines solchen Artikels die völlig Ahnungslosigkeit ihrer Gruppe besser demonstrierte als mit allem, womit die Kritiker der Gruppe hätten kommen können.

Was an Friedmans Text so rührend ist (aber auch mehr als ein wenig komisch): Vieles von dem, was sie sagt, ist wahr, zum Beispiel:

Wenn Präsident Abbas die jüdischen Ansprüche in Jerusalem nicht anerkennen kann, selbst wenn er palästinensische Ansprüche erhebt (ein Problem, unter dem Yassir Arafat litt), sollte er nicht überrascht sein, wenn es für Israelis und Juden, wo immer sie sich befinden, schwieriger ist zu glauben, das ihm bei einem Friedensabkommen vertraut werden kann, das die den Juden kostbaren Stätten Jerusalems unter palästinensische Kontrolle kommen.

Wenn Repräsentanten der Organisation, die die Arabische Friedensinitiative unterstützten, sich nicht dazu bringen können die Legitimität der jüdischen Anteile an Jerusalem anzuerkennen, sollten sie wissen, dass sie das von ihnen erklärte Interesse an Frieden diskreditieren. …

Den ganzen Tag über spielte sich unglücklicherweise immer dieselbe Geschichte ab. Teilnehmer sprachen von Jerusalem, als gäbe es jüdische Geschichte nicht oder sei eine Fälschung – als ob alle jüdischen Ansprüche an der Stadt nur eine Taktik seien die Palästinenser zu enteignen.

Friedman hat damit wirklich Recht. Aber muss man wirklich noch darauf hinweisen, dass sie nicht nach Doha hätte reisen müssen, um sich das zusammenzureimen? Die Palästinenser und ihre Bejubler machen das seit Jahrzehnten klar. Deshalb ist ja Frieden Jetzt in Israel durch die Ereignisse, die sich seit der Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen abgespielt haben, so diskreditiert und sind ihre politischen Helfer in der Knesset in einer Wahl nach der anderen vernichtend geschlagen worden. Die traditionelle Linke in Israel ist, zumindest, so weit es die Palästinenserfrage betrifft, kaum noch am Leben, obwohl sie das nicht wissen, wenn man viele der jüdischen Linken in den USA reden hört. Die Einbildung von Gruppen wie Americans for Peace Now und J-Street – dass Israel von den USA um seiner Selbst willen unter Druck gesetzt werden muss Frieden zu schließen – macht keinen Sinn, hat man erst einmal erkannt, dass der jüdische Staat wiederholt versucht hat und damit gescheitert ist Land für Frieden zu tauschen und die Palästinenser wenig Interesse an einer Zweistaatenlösung haben, egal, wo die Grenzen Israels gezogen würden.

Friedman vergleicht das arabische Hassfest, an dem sie teilnahm, schelmisch mit jüdischen Konklaven, an denen nur pro-israelische Sprecher teilnehmen. Das ist etwas viel, genauso wie ihre Unterstellung, niemand, der sich um Israels Zukunft sorge, könne gegebenenfalls gegen eine Teilung Jerusalems sein., die die jüdischen heiligen Stätten der liebevollen Betreuung durch Abbas und seine Verbündeten von der Hamas übergeben würde. Wie sie zu ihrer Bestürzung entdecken musste, scheren die Palästinenser jüdische Gefühle nicht, ganz zu schweigen von jüdischen Rechten. Ihr Versagen, aus dem, was sie in Doha hörte, irgendeine rationale Schlussfolgerung zu ziehen, sagt uns alles, was wir über die Irrelevanz von Frieden Jetzt für welche ernsthafte Diskussion auch immer über die Zukunft des Nahen Ostens wissen müssen.

Ein Gedanke zu “Keine Parodie: „Frieden Jetzt“ angesichts der Entdeckung geschockt, dass die Araber keinen Frieden wollen

  1. Besonders auch das hat mich erheitert: „… but it seems to me that … the Arab League is doing a disservice to the cause it is ostensibly concerned with – the health and status of Jerusalem – and missing an opportunity.“

    „Missing an opportunity“ ist gut.

    Nun, ein heilsamer Schock ist sicher ein guter Anfang, zu „rationalen Schlussfolgerungen“ wird sie hoffentlich noch nach Abklingen ihrer Bestürzung kommen, wenn so manches zu bröckeln beginnt. Und ihr Bericht ist wahrlich wertvoller als tausend Argumente von Kritikern der Gruppe.

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